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Australischer Humor: Nicht lustig?

Angesichts der neuesten Skandale bzw. Aufreger bzw. Tragödien fragt man sich doch, ob der australische Humor vielleicht gar nicht so lustig ist. Oder versteht der Rest der Welt die Aussies einfach nicht? Wie schief der Scherzanruf zweier australischer Radiomoderatoren gelaufen ist, hat wohl jeder auf der Welt mitbekommen. Wie es scheint, war dies nicht der erste (und wohl auch nicht der letzte) Spaß, der sich hart an der Grenze bewegt und dadurch nun international ins Kreuzfeuer geraten ist. Ist es aber richtig, die zwei schuldigen Australier dafür zu verurteilen, sich diesen »Spaß« erlaubt zu haben? Verdienen sie die vielen Todesdrohungen, die sich seit dem Vorfall häufen?

Auch das kürzlich erschienene Video von Premierministerin Julia Gillard, in jenem sie äußerst sachlich ankündigt, dass der Mayanische Kalender wohl doch richtig war und die Welt demnächst zu einem Ende kommen wird, hat mit Sicherheit die Weltnachrichten gemacht. Ob man dies jedoch außerhalb Australien ebenfalls lustig findet? Eher fraglich. Kurios trifft es wohl am besten. Ich bin mir nicht mal sicher, ob der Rest der Welt den Witz wirklich verstanden hat. Haben wir einfach keinen Sinn für Humor?

In der beliebten TV-Show »The Chaser’s« geht es genau darum: Den australischen Humor. Es werden fleißig Streiche gespielt, Scherze auf Kosten anderer gemacht, Leute verarscht und dabei auch gesellschaftliche und moralische Grenzen überschritten. Manchmal ist es aber wirklich ganz lustig. Das muss sogar ich – in den Augen der Aussies ein typisch humorloser Mitteleuropäer – zugeben. Eines ihrer berühmtesten Scherze: Die Durchbrechung der Sicherheitsbarrikade anlässlich der Apex Konferenz, die im Jahre 2007 in Sydney abgehalten wurde, bei der wichtige Staatsmänner aus aller Welt, allen voran George W. Bush, anwesend waren. 160 Mio. Australische Dollar wurden für Sicherheitsvorkehrungen ausgegeben – trotzdem war, ich zitiere: »die Sicherheitslücke groß genug um drei Wagen, zwei Motorräder und vier (falsche) Geheimdienstangestellte durchzuschmuggeln. Alles was es dafür brauchte, war eine kanadische Flagge.« Nicht lustig? Beurteilt selbst!

No worries!

Kommentare:

  1. habe drei deiner beitraege gelesen und frage dich: was erwartest du?
    jeder schwaermt von der "neuen welt", aber die realitaet sieht anders aus.
    ich "lebe" in brasil und stelle nur noch sarkasstisch fest, dass piraten-china-ware als markenartikel (und teurer als in deutschland) an das unkritische volk veraeussert wird.
    es zaehlt hier NUR das geld und danach NUR NOCH MEHR geld; qualitaet...hier weiss man gar nicht, was das ist. ich ertrage hier - noch - das phaenomaen, das ein normaler "mechaniker" bis 6000euro!!! pro monat verdient und ihn das vermehrte erscheinen auf den strassen von nobelkarossen aus germany nicht davon abhaelt, in den automatischen fabrikationslinien nur das zu tun, was er fuer richtig haelt. BP´s brasilianische erfahrungen: they sucks everything until they got the standart; then tell us that we have to do everything with their own workers and then throw us out.

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  2. Hallo Jürgen,

    deine Frage ist sehr allgemein formuliert ;-) Ich denke, wenn man nach Australien auswandert, dann erwartet man sich doch etwas "mehr", als wenn man nach Brasilien auswandert. Und du hast es schön gesagt, jeder schwärmt von der neuen Welt, aber die Realität sieht anders aus - und das merkt man nun mal erst, wenn man die Erfahrung selber macht. Eine Erfahrung ist es aber allemal. Ich wünsche dir alles Gute, viel Ausdauer und eine gehörige Portion »no worries«, die du in Brasilien sicher auch brauchen kannst!

    Lg aus Sydney

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    1. Als erstes las ich "Arbeitsmoral und Kundenbetreuung" und deine diesbezueglichen Erfahrungen unterscheiden sich nicht von meinen brasilianischen. Es ist hier z.Bsp. unmoeglich, fuer einen neugekauften DIN A3-Drucker Originalpatronen zu erhalten; schade um die vielen schoenen Photos aus dem brasilianischen Urwald, die nun auf einer externen HD ihr Dasein fristen. Bearbeitung in einem Graphikstudio? Dass ist genau die richtige Idee, um meine Schaetze zu verlieren. Das flutscht nur fuer anerkannte und heimische Fotografen.
      Ich fand deinen Blog, da ich vor meiner entgueltigen Rueckkehr in die graue BRD nocheinmal ein groeseres Abenteuer in Suedamerika durchfuehren will und weitere Erfahrungsberichte suchte.
      Mein Fazit: Urlaub in einem Traumland ist eine andere Sache, als dort mehr als 20 Jahre leben oder ueberleben zu muessen und der Beliebtheitsgrad steigt oder faellt proportional mit der finanziellen Lage ;=)
      Das Positive waren/sind einmal die vielfaeltigen skurril-lustigen Begebenheiten, die so in Old-Germany nicht anzutreffen sind, das Abenteuer in entlegenden Gebieten und die wirklich gewaltige Natur.

      MfG

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    2. Hallo Jürgen,

      ich kann mir vorstellen, dass das Leben in Brasilien sicher nochmals ganz anders ist als in Australien. Ich tu mir ja schon schwer, mich hier einzugewöhnen - Brasilien wär da glaub nichts für mich ;-)

      Zumindest weiß man nach 20 Jahren ziemlich genau, was man will und was man nicht will und was man aus der Heimat vermisst. Ich wünsche dir in dem Fall also einen guten Neustart in Deutschland, wenn es dann soweit ist!

      Lg aus Sydney

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