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Ist Sydney eine sichere Stadt?

Dieses Thema wird in letzter Zeit heiß diskutiert. Von offizieller Seite her besteht man darauf, dass Sydney eine absolut sichere Stadt ist, in der man sich nicht vor kriminellen Übergriffen fürchten muss. Das Image wurde bisher immer fleißig aufpoliert und alles schön geredet. Sydney hat jedoch Problemzonen aufzuweisen und es wird immer schwieriger, diese zu ignorieren.

Jeden Montag liest man darüber in der Zeitung oder hört davon im Radio. Nächtliche Übergriffe am Wochenende sind mittlerweile so häufig geworden, dass Sydneys Image als sichere Stadt langsam aber sicher anfängt zu bröckeln. Und das ist größtenteils dem Stadtteil »Kings Cross« zu verdanken. Hier wird die Nacht zum Tag: Restaurants, Nachtclubs, Bars, Rotlichtmilieu – da treffen sich Sydneys Nachtschwärmer. Dabei kommt es regelmäßig zu gewalttätigen Ausschreitungen, die zumeist junge alkoholisierte Männer betrifft. Jede Woche wird mindestens eine Person erstochen, erschossen, zusammen geschlagen oder zu Tode geprügelt.

Die absolut feigste Art des Angriffs ist auch leider die häufigste: Der »king-hit« (ja dafür gibt es in Australien sogar ein Wort) beschreibt wie der Täter ohne Vorwarnung, oft auch von hinten, einen K.O. Schlag der zumeist fatale Folgen hat, auf sein ahnungsloses Opfer ausführt. Als in genau solch einem Fall vor ein paar Wochen ein 18-jähriger am frühen Abend grundlos und absolut unprovoziert auf offener Straße nach einem Schlag ins Gesicht bewusstlos zu Boden ging und sich dabei so schwere Kopfverletzungen zuzog, dass er zwei Tage später im Krankenhaus verstarb, war ganz Sydney geschockt.

Jetzt gibt es wohl kein um-den-heißen-Brei-herum-reden mehr. Man muss sich nun doch eingestehen, dass Sydney ein ernstzunehmendes Problem hat, was die Gewaltbereitschaft der Australier betrifft. Laut einer Statistik wurden zwischen März 2010 und März 2011 ganze 213 tätliche Übergriffe in Kings Cross registriert. Das sei für diese Gegend jedoch »normal«, die Gewaltrate würde sogar eher sinken als steigen. Link zum Artikel

So genannte »bar fights« sind in Australien sowieso an der Tagesordnung. Sich zwischendurch mal zu prügeln, scheint hier irgendwie für viele dazu zu gehören. Als Grund kann schon genügen, wenn man jemanden aus Versehen anrempelt. Konflikte entstehen schnell und gewaltfreies Konflikte lösen, dass können und möchten die meisten Australier nicht. Manche beschuldigen den Alkohol. Andere nennen es schlicht und einfach Aussie-Ehre sich selber und seine Freunde (wenn es sein muss durch Schläge) zu verteidigen.

No worries!

FOTO: MIXY LORENZO (FLICKR)

1 Kommentar:

  1. Scheint ein Phänomen der westlichen Hemisphäre zu sein - gibt es in entsprechender Form auch in Vorarlberg immer öfter, wie aus der Zeitung zu entnehmen ist!

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