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Shark Summit

Was ist los an Australiens Ostküste? Warum gibt es dieses Jahr so viele Zwischenfälle mit Haien? Sind einfach mehr Haie in diesen Gewässern unterwegs? Oder wagen sie sich immer näher an die Küste heran? Und was kann man gegen die momentane Hysterie tun? Soll die Spezies geschützt werden oder steht der Mensch an erster Stelle? Diese und viele andere Fragen haben sich besorgte Politiker und Forscher vergangene Woche beim Shark Summit in Sydney gestellt.

Derzeit begegnet man ungewöhnlich vielen Haien an der North Coast von New South Wales. Seit Beginn diesen Jahres gab es in Australien nicht nur zahlreiche Sichtungen von großen Haien in Küstennähe oder in Gebieten, wo sich viele Surfer und Schwimmer aufhalten, sondern es wurden auch insgesamt 29 Zwischenfälle gemeldet: Neben zwei fatalen Begegnungen sind weitere 18 Personen mitunter schwer verletzt worden. (Quelle: Shark Attack Files, Taronga Zoo)

Die Bewohner von Byron Bay und Umgebung haben die Anwesenheit der Haie lange Zeit sehr gelassen hingenommen. Selbst als im September vergangenen Jahres ein Schwimmer an einem viel besuchten Strand durch einen drei Meter großen Hai zu Tode kam, war dies kein Grund zur Panik. Die letzte fatale Begegnung mit einem Hai lag schließlich mehr als zehn Jahre zurück. Es war jedoch nur der Beginn einer Serie an Zwischenfällen, die bis heute nicht abgebrochen ist. Besonders viele Vorfälle ereigneten sich in der Region zwischen Byron Bay und Evans Head. Die Kleinstadt Ballina liegt genau in der Mitte und sieht sich stark betroffen. Man hat mittlerweile nicht nur Angst um lokale Surfer und Badegäste, sondern auch, dass diesen Sommer die Touristen weg bleiben.

An der North Coast von New South Wales wurden in den vergangenen Monaten immer wieder dieselben Weißen Haie gesichtet. Sieben sind unter dem von der Regierung initiierten shark tagging program bereits mit einem Sender ausgestattet worden. Forscher erhoffen sich, dadurch mehr über Verhalten und Migration von Haien zu lernen. Zusammenhänge zwischen dem vermehrten Vorkommen von Haien in küstennahen Gebieten und der wachsenden Zahl an Wassersportlern werden noch untersucht. Dass die Zahl der Beutefische dieses Jahr besonders hoch ist und folglich mehr Haie angelockt werden, ist auch eine mögliche Erklärung.

Was also tun? Dem Beispiel Westaustraliens folgen und Haie, die der Küste zu nahe kommen, einfach töten? Oder wie in Queensland so genannte drum lines installieren? Oder sind Hainetze, wie sie in Sydney seit Jahren zum Einsatz kommen, die beste Lösung?

Ein wichtiger Punkt des Shark Summits war, dass sowohl Schwimmer, als auch Haie geschützt werden sollen. Experten beteuern, dass es nicht genug verwertbare Daten über Migration und Verhalten von Haien gibt und die Frage nach dem »warum« deshalb nur schwer beantwortet werden kann. Neben dem Fokus auf Forschung wurden auf dem Gipfeltreffen auch viele andere Vorschläge besprochen: Von Neoprenanzügen und Surfboards in Tarnfarben, dem Einsatz von elektromagnetischen Wellen und intelligenten Sonarbojen, die Haie an ihren Bewegungen erkennen und per Satellit die zuständigen Surfclubs alarmieren, war alles dabei. Die Experten kamen jedoch zu der Schlussfolgerung, dass alle Technologien noch weiter erforscht und getestet werden müssen. Ein so genanntes shark spotting program, wie es derzeit in Südafrika existiert, sei die einzige Methode, die sofort zum Einsatz kommen kann.

In Byron Bay und Umgebung wird die Küste sowohl am Wochenende als auch in den Schulferien von Helikoptern patrouilliert. Noch ist man vor allem auf die Hilfe der Anwohner angewiesen, Haisichtungen in unmittelbarer Küstennähe per Notruf zu melden. Die Polizei verständigt dann wiederum den zuständigen Surfclub. Als sehr effektiv hat sich auch die Facebookseite Shark Reports heraus gestellt, auf der Haisichtungen live gepostet werden. In Zukunft soll die von der Regierung initiierte Kampagne SharkSmart diese und andere Maßnahmen koordinieren.

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FOTO: ERNESTO BORGES (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Flüchtlingskrise – Wie reagiert Australien?

Das kennen wir auch aus Europa: Nicht immer stimmt die Meinung des Volkes mit den Taten der Politiker überein. In Angesicht der weltweiten Flüchtlingskrise gerät Australiens Regierung jedoch zusehends unter Druck. Während Länder wie Deutschland Kriegsflüchtlinge willkommen heißen und zugesagt haben, 500.000 und mehr aufzunehmen, kristallisieren sich in Australien gerade zwei Dinge heraus.

Zum Ersten scheint der Plan, Asylsuchende in Kambodscha anzusiedeln, nun endgültig in sich zusammen zu brechen. 55 Mio. Australische Dollar hat diese fragwürdige Aktion bisher gekostet. Die australische Regierung verbannt Bootsflüchtlinge, die versuchen, die australische Küste zu erreichen, seit einigen Jahren auf die pazifischen Inseln Nauru oder Manus Island, in so genannten »offshore detention centres«. Alle Flüchtlinge, die dorthin kommen, haben keine Chance, in Australien angesiedelt zu werden. Das Problem ist nur, dass diese armen Inselstaaten unmöglich so viele Flüchtlinge aufnehmen können, daher hat Premierminister Tony Abbott vergangenes Jahr mit Kambodscha einen neuen Deal geschlagen: 55 Mio. Australische Dollar dafür, dass anerkannte Flüchtlinge, die in Nauru oder Manus Island festsitzen – anstatt in Australien – in Kambodscha angesiedelt werden. Und das Resultat? Gerade einmal vier Personen wurden seit Juni in dem Dritte-Welt-Land aufgenommen. Einer von ihnen möchte laut Medienberichten nun freiwillig in seine alte Heimat zurückkehren.

Zum Zweiten soll Australien nun auch seinen Teil zur weltweiten Flüchtlingskrise beitragen und mehr Asylsuchende aus Syrien aufnehmen. Dem hat die australische Regierung am vergangen Sonntag zwar zugestimmt, sich gleichzeitig aber ein Hintertürchen offen gelassen: Es sollen in Zukunft zwar mehr syrische Flüchtlinge aufgenommen werden, dafür aber weniger Menschen aus anderen Krisengebieten. Die Quote muss gleich bleiben. Gleichzeitig ist eine heftige Diskussion darüber entbrannt, dass nur christliche Syrer aufgenommen werden sollen. Die vorherrschende Stimmung im Parlament: »Wir wollen keine muslimischen Männer«. Die australische Regierung ließ heute verlautbaren, dass ein Entschluss gefallen sei. Premierminister Tony Abbott hat zur Überraschung aller nachgegeben: Zusätzlich zur jährlichen Flüchtlingsquote von 13.750, sollen nun auch 12.000 syrische Flüchtlinge aufgenommen werden. Bedingung bleibt jedoch, in erster Linie »verfolgten Minderheiten« eine permanente Aufenthaltsbewilligung in Australien zu gewähren.

No worries!

FOTO: MICHAEL COGHLAN (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Australiens Energiewende

Premierminister Tony Abbott hat den erneuerbaren Energien den Krieg erklärt. Obwohl das Land sehr viel Potenzial im Bereich Wind- und Solarenergie hätte – riesige Küstengebiete und viel Sonnenschein sorgen für ideale Bedingungen – verhält sich die Regierung zögerlich und rückwärts denkend. Erst kürzlich ließ der Premierminister verlautbaren, »Windfarmen sind hässlich und laut und wer weiß, was sie sonst noch für (gesundheitliche) Auswirkungen haben«.

Investitionen in erneuerbare Energien sind seit Beginn der Amtszeit der derzeitigen Regierung stetig gesunken, Förderungen wurden gestrichen. Gerade im Bereich Solarenergie ist die Wende spürbar: Die Installation von Photovoltaik Anlagen ist von 2012 auf 2013 um mehr als die Hälfte gesunken. Der geplante Ausbau der erneuerbaren Energien – ein Beschluss der vorherigen Regierung, deren Vision es war, die Energiegewinnung durch fossile Brennstoffe bis 2030 auf 43% zu reduzieren – soll nun noch weiter verlangsamt werden. Anstatt 41.000 Gigawattstunden, sollen bis 2020 nur 33.000 Gigawattstunden pro Jahr durch Solar- und Windenergie gewonnen werden. Laut Schätzungen sind das nicht mehr als 20%.

Diese Woche wurde ein weiterer Beschluss der Regierung gefasst: Die Clean Energy Finance Corporation, die von der vorherigen Regierung ins Leben gerufen wurde, um innovative Technologien zu fördern, die zur Reduktion des CO2-Ausstoßes beitragen, darf in Zukunft nicht mehr in Windenergie investieren. Auch die Installation von Photovoltaik Anlagen soll nicht mehr unterstützt werden. Laut dem Jahresbericht des Unternehmens wurden 2014 insgesamt $900 Mio. Australische Dollar investiert. 33% ging an Solarenergie, 30% an den Bereich Energie Effizienz, 21% an Windenergie und 16% an andere Technologien.

Grund für die Abwendung von einer progressiven Klimapolitik dürfte die Kohleindustrie sein, die demnächst weiter ausgebaut werden soll. Kohle ist günstig, während der Ausbau von Wind- und Solarenergie teuer ist. So ließ die Regierung diese Woche ebenfalls verlautbaren, dass Verhandlungen mit einem chinesisches Unternehmen geführt werden, das eine Kohlemine in New South Wales, fünf Stunden Autofahrt entfernt von Sydney, eröffnen möchte. Nicht nur die ansässigen Farmer sind besorgt, dass in einem der fruchtbarsten Gebiete in Australien eine Mine entstehen soll, auch Umweltaktivisten sind alarmiert, leben auf dem 847 Hektar großen Gebiet auch 262 Koalas, deren Lebensraum komplett zerstört werden würde.

Derzeit stammen übrigens 88,2% der gewonnenen Energie in Australien aus fossilen Brennstoffen, 8,1% aus Wasserkraft und 3,7% aus Windenergie.

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FOTO: CERTIFIED SU (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Angst vor dem Weihnachtsmann

Bald ist es soweit, Weihnachten steht wieder vor der Tür und in Australien, dem Land der tausend Verbote, wird derzeit gerade heiß über die Gefahr diskutiert, die vom Weihnachtsmann ausgeht.

In Australien ist es Tradition, dass die Kinder in der Vorweihnachtszeit den Santa Claus im Einkaufszentrum treffen. Sie sitzen auf seinem Schoß, erzählen ihm, was sie sich zu Weihnachten wünschen und zum Andenken wird ein Foto gemacht. Ganz so, wie wir das aus amerikanischen Filmen kennen. Aktivisten und besorgte Eltern haben sich nun jedoch zu Wort gemeldet, denn sie wollen Schluss machen mit dieser Tradition. Es ginge um den Schutz der Kinder, der verkleidete Weihnachtsmann könnte schließlich ein pädophiler Kinderschänder sein.

Mark Overall, Santatrainer einer Firma die hunderte Weihnachtsmänner für ihre Einsätze in Einkaufszentren ausbildet, kann die Angst der Eltern zwar nachvollziehen, findet es jedoch unfair zu mutmaßen, dass alle (Weihnachts)männer Pädophile seien. Zudem würde kein Kind zu irgendetwas gezwungen. Aktivisten argumentieren hingegen, dass man seine Kinder nicht dazu ermuntern würde, auf den Schoß fremder Männer zu sitzen ... warum sollte das beim Weihnachtsmann also anders sein? Link zum Artikel.

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FOTO: KEVIN DOOLEY (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Tony Abbott unbeliebtester Premierminister

Der derzeitige australische Premierminister hat sich mittlerweile zu einer Art Hassfigur entwickelt. Er ist nicht nur äußerst unbeliebt bei seinen Wählern, sondern auch in der eigenen Partei. Eine kürzlich durchgeführte Umfrage hat die derzeitige Regierung wachgerüttelt, denn sie zeigt, dass die Unzufriedenheit der Wähler nichts mit der Partei selber zu tun hat: Das Problem ist Tony Abbott.

Gebrochene Wahlversprechen, inkompetent, nicht vertrauenswürdig – das sind die Hauptkritikpunkte am derzeitigen Premierminister. Während der Amtszeit von Julia Gillard hat sich Tony Abbott vor allem dadurch beliebt gemacht, jeden Schritt der damaligen Premierministerin öffentlich anzuprangern: Sie sei inkompetent und unzuverlässig, ja gar die schlechteste Staatsführerin der australischen Geschichte. Damit konnte er seinerzeit viele Wählerstimmen gewinnen. Was die Australier damals wohl als richtig erachteten – Tony Abbott ihre Stimme zu geben und ihn zum neuen Premierminister zu machen – fällt ihnen nun auf den Kopf: Heute glauben nur noch 50% daran, dass Tony Abbott seines Amtes fähig ist. Dies ist das schlechteste Ergebnis seit Beginn der Befragungen im Jahre 1995. Im Vergleich dazu konnte Julia Gillard, die beim Volk auch eher unbeliebt war, sogar an ihrem absoluten Tiefpunkt noch 53% erreichen.

Oppositionsführer Bill Shorten, der ebenfalls nicht als vertrauenswürdiger Politiker gilt (»nobody you would trust feeding your dog«, wie es der Sydney Morning Herald umschreibt), wird von den Befragten trotzdem als »stärker, zuverlässiger und kompetenter« eingestuft. Ironischerweise schließt sich der Kreis so wieder, denn alles was Bill Shorten bisher geleistet hat, ist sich Tony Abbott und seiner Politik entgegenzustellen – denselben Weg hat Tony Abbott damals mit Julia Gillard eingeschlagen und so die darauf folgende Wahl gewonnen.

Aber nicht nur die Wähler sind unzufrieden. Der Sydney Morning Herald schreibt: »Tony Abbott ist zu einer Bürde für seine eigene Partei geworden.« Und was meint er selber dazu? Der australische Premierminister verlautbarte bei einem Meeting vergangene Woche, dass 2014 ein Jahr voller Erfolge gewesen sei. Mehr dazu hier.

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Eingestellt von : Nina Fischer
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Wildes Wetter in Sydney

Gestern hat das Wetter wieder einmal verrückt gespielt. Nachdem es in den letzten Wochen immer schön war und ich mich nur an Sonnenschein und sommerliche Temperaturen erinnern kann, kamen die flutartigen Regengüsse und der Sturm von gestern Abend ziemlich unerwartet. Auf einmal hat es gegossen wie aus Eimern und weil die Häuser in Australien nicht so gut gebaut sind, bekommt man das nicht nur durch die typische Geräuschkulisse mit, sondern auch dadurch, dass man plötzlich in einer Pfütze sitzt. Wortwörtlich.

Aber nicht nur bei uns ist letzte Nacht das Wasser durch die Decke gekommen – wir sind zum Plitsch-Platsch in den Küchentöpfen eingeschlafen – sondern auch die Autobahn, Tunnel, Unterführungen, Zuggleise und sogar der Flughafen waren betroffen, blockiert durch umgefallene Bäume, Strommaste und Überflutungen. Im Stadtzentrum hat es gehagelt, bei uns hat es gestürmt und in den Blue Mountains hat es geschneit. Es war von allem was dabei.

Im Stadtteil Leichhardt ist ein Baum umgefallen und hat ein geparktes Auto platt gemacht, glücklicherweise wurde niemand verletzt. Sydneys Flughafen war aufgrund der starken Windböen gesperrt, Flugzeuge mussten nach Newcastle und anderen Flughäfen umgeleitet werden. Australiens Häuser und Gebäude sind trotz dem immer wieder vorkommenden sintflutartigen Regen und den Überschwemmungen nicht niet- und nagelfest bzw. nicht wind- und wetterfest gebaut. Sogar Sydneys Flughafen stand gestern ein bisschen unter Wasser. Mehr dazu hier.

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FOTO: LAURA TINLING
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Zyklon Ita ist auf dem Weg

Das Wetter ist wechselhaft, die Wolken kommen und gehen. Mal verdichten sie sich, mal scheint wieder die Sonne. Selbst hier in Sydney 2.721 km entfernt von Cooktown – demjenigen Ort den Zyklon Ita mit voller Kraft treffen wird – warten alle gebannt auf den Sturm. Die Natur soll uns innerhalb der nächsten 24 Stunden ihre unbezähmbare Seite zeigen, denn auch hier sind gefährliche Sturmböhen und Brandungen zu erwarten.

Der Zyklon Ita löste Warnstufe 5 aus und soll damit mindestens so verheerend sein, wie der letzte schlimme Wirbelsturm, der über die Nordostküste Australiens hinwegfegte. Die Bilanz von 2011: Schaden in der Höhe von 3,6 Billionen Australische Dollar, unzählige beschädigte Häuser und die nahezu komplette Zerstörung der Bananen- und Zuckerrohrplantagen in der Region. Ita soll Windgeschwindigkeiten bis zu 300 km/h, als auch massive Regenfälle und Sturmfluten mit sich bringen. Bewohner und Touristen in stark gefährdeten Gebieten wurden zur Evakuierung aufgefordert. Laut Berechnungen soll sich der Wirbelsturm bis heute Abend seinen Weg zum australischen Festland gebahnt haben – 9.000 Bewohner liegen auf dessen Zerstörungsroute. Hier zum Vergleich die schlimmsten Zyklone in Australiens Geschichte.

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FOTO: BILL JOURNEE (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Keine Chance für Flüchtlinge

Die im Ausland stark kritisierte australische Flüchtlingspolitik hat es wieder einmal in die deutschen Nachrichten geschafft. Die zunächst friedlichen Protestaktionen von Asylsuchenden, die auf der Insel Manus festgehalten werden, sind eskaliert. Was genau der Auslöser war, kann niemand mit Sicherheit sagen. Das Resultat ist jedoch ein Toter und 77 zum Teil schwer verletzte Personen. Link zum Artikel

Die australische Flüchtlingspolitik war immer schon eine der härtesten der westlichen Welt. Seit der Machtübernahme von Premierminister Tony Abbott sind die Maßnahmen »zum Schutze der eigenen Grenzen« jedoch zusehends verschärft worden. Flüchtlinge, die versuchen das australische Festland per Boot zu erreichen, werden auf offener See von der Küstenwache abgefangen und entweder zur Umkehr nach Indonesien gezwungen oder in ausländische Abfanglager abtransportiert. Diese Internierungscamps befinden sich auf den abgelegenen Pazifikinseln Manus (Teil von Papa-Neuguinea) und dem kleinen Inselstaat Nauru. 

Der australische Premierminister, John Howard, führte die so genannte »pazifische Lösung« im Jahr 2001 ein. 2008 wurden die Camps von Kevin Rudd geschlossen, nur um dann kurz vor den Wahlen 2013 wieder geöffnet zu werden. Die UNHCR kritisiert, dass die Haftbedingungen auf Manus und Nauru keinesfalls internationalen Standards entsprechen und beobachtet im Jahr 2013 gar »eine Verschlechterung in der allgemeinen Qualität von Schutz und Unterstützung für Asylwerber und Flüchtlinge, die über den Seeweg nach Australien kommen.« Auch der Umgang mit den vielen Kindern, die ebenfalls in den abgelegenen Internierungslagern leben müssen, wird von Seiten der UNHCR, aber neuerdings auch von der australischen Menschenrechtskommission, stark kritisiert.  Link zum Artikel

Vielleicht sollte an dieser Stelle auch erwähnt werden, dass rund 90% der Flüchtlinge, die in Australien um Asyl bitten, nach jahrelangen Verfahren und mehrjähriger Internierung auch als Asylsuchende anerkannt werden. Die Wahrheit wird daher gerne verdreht, wenn australische Politiker boatpeople als reine Wirtschaftsflüchtlinge bezeichnen, die gerne im »Traumland Australien« leben wollen. Dass die Zahl der australischen Bootsflüchtlinge im internationalen Vergleich winzig ist, zeigen auch die Reporte der UNHCR. Link zum Post

Trotzdem hat man in Australien eine Riesenangst vor der »Flut an Flüchtlingen«, die von der Bevölkerung gerne als eine Bande Krimineller angesehen werden, die ihnen womöglich noch die Arbeitsplätze wegnehmen. Auch die neue Kampagne »Keine Chance. Australien wird nicht ihre Heimat werden.« und der von der Regierung veröffentlichte Komik verdeutlichen, dass man in Australien weder Verständnis hat, noch Mitgefühl für Flüchtlinge zeigt: In einer universell verständlichen Bildsprache wird die Reise eines Flüchtlings aus Afghanistan bis ins pazifische Internierungscamp geschildert, wo dieser unter schrecklichen Bedingungen leben muss und sein Vorhaben schließlich zu bereuen scheint. Hätte er es in der Heimat nicht doch viel besser gehabt?

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Eingestellt von : Nina Fischer
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Rettet das Great Barrier Reef!

Selten schaffen es Ereignisse in Australien in die Weltnachrichten, vergangene Woche war die Bedrohung des Great Barrier Reefs jedoch auch in Deutschland und Österreich in den Schlagzeilen. Der 31. Jänner 2014 war ein schwarzer Tag für Australien, denn bis zu diesem Datum hatte die australische Regierung Zeit, der UNESCO zu zeigen, dass Maßnahmen zum Schutze des Great Barrier Reefs getroffen werden. Leider wurden an jenem Tag ganz andere Pläne für das Naturwunder Australiens bekannt gegeben: Der Hafen Abbot Point soll zum weltgrößten Kohlehafen werden, gleichzeitig ist der industrielle Ausbau der gesamten Küstenregion geplant, unter anderem wurde auch der Bau von sechs neuen Minen genehmigt. In Zukunft sollen mindestens 7.000 Schiffe pro Jahr am Great Barrier Reef entlang fahren. Hinzu kommt, dass der Schlamm, der bei der Ausbaggerung des Hafens Abbot Point als Müll anfällt – drei Millionen Kubikmeter um genau zu sein – zur Entsorgung ins Riffgebiet gekippt werden darf. 

Australien ist bereits der größte Kohleexporteur der Welt und hat große Pläne für die Zukunft. Noch mehr soll abgebaut und exportiert werden, auch neue Arbeitsplätze werden dadurch geschaffen. Die Wirtschaft des Landes ist mehr oder weniger komplett abhängig vom Profit des Rohstoffabbaus und dessen Export. Dabei scheint es die Regierung gar nicht zu stören, dass die Umwelt leider auf der Strecke bleibt. Australien hat auch von allen Industriestaaten den höchsten Pro-Kopf-Ausstoß an CO2 – dieser ist etwa doppelt so hoch wie in Deutschland. Einen umfangreichen Artikel zu diesem Thema gab es auch in der Süddeutschen Zeitung. Hoffen kann man nur, dass Australien wenigstens nicht die Schande erspart bleibt und die UNESCO ihre Drohung doch noch wahrmacht und das Great Barrier Riff als bedrohtes Weltkulturerbe auf die Rote Liste setzt.

No worries!

FOTO: GREENPEACE
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Antiaustralische Berichterstattung

In Australiens neuer Regierung wird wieder einmal der Pressefreiheit die Axt an den Hals gehalten. Diesmal hat es der derzeitige Premierminister Tony Abbott auf die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt ABC abgesehen, die – seiner Meinung nach – in letzter Zeit vermehrt anti-australische Berichterstattung betreibt. Auch würde es einigen Reportern an einer »positiven Haltung gegenüber der Heimmannschaft« mangeln. Es wird von Seiten des Bundeskabinetts nicht nur mit einer Budgetkürzung gedroht, sondern auch laut darüber nachgedacht, der ABC die Rechte zur Ausstrahlung ihres Programms im asiatisch-pazifischen Ausland zu entziehen. Link zum Artikel

Von Seiten der ABC wurde zuletzt sowohl die aktuelle Flüchtlingspolitik, als auch der Umgang mit dem »Verräter« Snowden und seinen Enthüllungen kritisiert. Der Regierung missfällt, dass die Medien ihre Entscheidungen und Aussagen nicht unterstützen – besonders die negative Berichterstattung im Ausland ist Tony Abbott ein Dorn im Auge. Etwas mehr Patriotismus hätte sich der australische Premierminister von der Rundfunkanstalt erwartet.

Tatsache ist jedoch, dass Australien ein demokratisches Land ist und die Regierung kein Recht dazu hat, die Berichterstattung der ABC zu kontrollieren oder zu zensieren. Aber deren finanzielle Unterstützung zu kürzen und ihnen Rechte zu entziehen  – wie zuletzt angekündigt – das können sie leider schon. Willkommen im Land, in dem man nicht kritisieren darf?

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FOTO: JENNIFER MOO (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Haie – die Gefahr im Wasser

Vergangenen Samstag verlor ein Surfer in Westaustralien sein Leben, als er um 9 Uhr morgens in der Nähe des Ortes Gracetown Opfer eines Haiangriffs wurde. Es ist die erste fatale Begegnung mit einem Hai dieses Jahr in Westaustralien, der 35-jährige Australier erlitt schwere Verletzungen an Armen und Beinen. Ein unbekannter Surfer, der ebenfalls im Wasser war, hievte den Mann auf sein Surfboard und brachte ihn zurück an den Strand. Leider konnte dort nur noch sein Tod festgestellt werden. Link zum Artikel

Verantwortlich soll ein großer Weißer Hai gewesen sein, auf den nun die Jagd eröffnet wurde. Die Strände in der Umgebung bleiben vorerst einmal geschlossen. Noch haben die Behörden nicht offiziell festgelegt, was mit dem Hai passieren soll, falls dieser gefunden wird. Immerhin ist der Weiße Hai seit 1999 auf der Liste der bedrohten Tierarten eingetragen und steht somit unter Artenschutz. Das bringt die Regierung in eine Zwickmühle ... verständlicherweise soll die Sicherheit des Menschen vorgehen, andererseits kann man auch nicht auf gut Glück sinnlos Haie abschlachten, zumal es sehr schwierig festzustellen ist, ob man auch den richtigen Hai erwischt hat.

In der Surfcommunity wird die Frage, Haie töten oder nicht, wohl etwas anders gesehen als in der breiten Bevölkerung. Jeder Surfer ist sich dem – wenn auch minimalen – Risiko bewusst, das er eingeht. Schließlich ist das Meer die Jagdstätte des Hais und wir begeben uns in dessen Revier. Auch kann das Risiko eines Haiangriffes zumindest gemindert werden, wenn man folgende Punkte beachtet:
  • Man sollte als Surfer nie alleine ins Wasser gehen – je größer die Gruppe und je mehr Menschen um einen herum sind, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sich ein Hai überhaupt nähert.
  • Man sollte nur an überwachten Stränden surfen, die regelmäßig patrolliert werden.
  • Wenn man große Fischschulen in unmittelbarer Nähe sieht, ist die Wahrscheinlichkeit um einiges höher, dass ein Hai in diese Gewässer gelockt werden könnte. Wir schwimmen schließlich inmitten seiner nächsten Mahlzeit, also lieber raus aus dem Wasser.
  • Man sollte nicht ins Meer gehen, wenn das Wasser trübe und dreckig ist, wie z.B. unmittelbar nach einem Sturm. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass der Mensch den Hai nicht einmal kommen sehen würde und daher keine Chance hätte, überhaupt zu reagieren.
  • Man sollte nie im Morgengrauen oder in der Abenddämmerung surfen gehen. Das ist die Zeit in der Haie am aktivsten sind und auf Jagd gehen.
Das klingt ja alles schön und gut, leider ist aber gerade der letzte Punkt für Surfer schwierig zu berücksichtigen. Die Qualität der Wellen hängt nämlich in erster Linie von der Windrichtung ab. Bläst der Wind vom Land Richtung Meer, dann nennt man das »offshore wind«. Dieser sorgt für perfekt geformte Wellen und eine ruhige Wasseroberfläche. Anders herum, wenn der Wind vom Meer Richtung Land bläst, fallen die Wellen schneller in sich zusammen, was das Surfen um einiges schwieriger macht. Leider sind die besten Konditionen für Surfer, also der »offshore wind«, zumeist in den frühen Morgenstunden anzutreffen.

Hunt and kill
Nachdem letztes Jahr fünf Menschen an der Küste von Westaustralien von Haien angegriffen wurden und zwei dieser Begegnungen tödlich ausgingen, hat die lokale Regierung beschlossen, den Artenschutz teilweise aufzuheben. Die neue Regelung hunt and kill besagt, sollte ein Hai in unmittelbarer Nähe von Menschen gesichtet werden – auch wenn dieser mitunter keine Absichten hat anzugreifen – kann er getötet werden. Quasi vorbeugend. Dieser provokative Beschluss sorgte für Kontroversen, denn kein anderes Land auf der Welt hat derzeit eine ähnliche Regelung. Der Rachefeldzug gegen Haie wird von der Bevölkerung wie es scheint eher kritisch beäugt. So fand der Beschluss der westaustralischen Regierung bei einer Umfrage nur 13% Unterstützer.

Shark nets
New South Wales und Queensland haben andere Methoden gewählt, um die Bevölkerung zu schützen. An beliebten Stränden wo sich viele Menschen aufhalten, sind so genannte »shark nets« installiert. Das sind großmaschige Netze die ca. 500 Meter von der Küste entfernt im Meer angebracht werden. Die Netze sind nicht durchgehend, das heißt Haie können nahe der Wasseroberfläche darüber schwimmen. Sie sollen lediglich einen abschreckenden Effekt haben und verhindern, dass Haie sich in diesem Territorium niederlassen. Obwohl die Netze einmal am Tag kontrolliert werden und in New South Wales während der Walsaison im Winter sogar ganz abgenommen werden, ist die Sterberate der Tiere, die sich darin verheddern, leider sehr groß. Ungefähr 60% der gefangenen Tiere sind keine Haie sondern andere Meeresbewohner. Seit 2008 sind in New South Wales auf diese Art und Weise 54 Weiße Haie verendet.

Wie gefährlich sind Haie wirklich? 
Laut einer Studie die in New South Wales durchgeführt wurde, enden vier von fünf Begegnungen mit einem Hai in einem Angriff auf den Menschen, 70% überleben diesen. Ob ein Hai einen Menschen angreift, hängt vor allem auch von der Spezies ab. Bullenhaie sind dafür bekannt, äußerst aggressiv zu sein. Sie halten sich gerne in seichtem Wasser auf und besiedeln mitunter auch Flüsse - sie können sowohl im Brackwasser, als auch im Süßwasser überleben. Der Tigerhai, eine andere aggressive Spezies, bevorzugt warme subtropische oder tropische Gewässer. Ähnlich gefährlich für den Menschen ist auch der Weiße Hai, allein schon wegen seiner Größe. Andere Arten, wie z.B. Riffhaie, werden als eher ungefährlich eingestuft und halten normalerweise Abstand zum Menschen, obwohl man gerade dieser Art sehr oft beim Tauchen oder Schnorkeln an Australiens Ostküste begegnet.

Laut der Australian Shark Attack File sind in Australien in den letzten 50 Jahren 50 Menschen als Folge eines Haiangriffs ums Leben gekommen, was eine durchschnittliche Todesrate von einer Person pro Jahr ausmacht. Es ist also durchaus wahrscheinlicher an einem Bienenstich zu sterben, zu ertrinken, vom Blitz getroffen zu werden oder in einem Autounfall ums Leben zu kommen.

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FOTO: PRANAV BHATT (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Buschfeuer - Aschewolken über Sydney

Der diesjährige Winter in Australien war extrem warm. Eigentlich war der Winter schon fast wie ein Frühling und der Frühling ist nun schon mehr ein Sommer. Auch der Regen blieb aus, was dazu führt, dass das Land staubtrocken ist. Nach diesem angenehmen Winter mit Rekordtemperaturen erwartet die Australier nun auch leider eine schlimme Buschfeuer-Saison. Normalerweise erlebt man infernale Brände wie gestern erst im Hochsommer. Bei Temperaturen Mitte 30 und starkem Wind reicht aber oft schon eine achtlos weg geworfene Zigarette, um einen unkontrollierten großflächigen Waldbrand auszulösen.

In den Blue Mountains, ca. 60 km westlich vom Stadtkern von Sydney, haben die Buschbrände gestern besonders schlimm gewütet. Allein in dieser Region sind mehr als 20.000 Hektar dem Feuer zum Opfer gefallen. In der Folge mussten viele Menschen evakuiert werden und an die 100 Familien haben ihre Häuser verloren. Heute ist das Wetter zwar etwas kühler und der außergewöhnlich starke Wind hat sich gelegt, trotzdem brennen noch an die 80-100 Feuer im Bundesstaat New South Wales.

Wer den gestrigen Nachmittag in Sydney verbracht hat, konnte die riesige Wolke beobachten, die den Himmel langsam verdunkelte, um eine glühend rote Sonne zu verdecken. Der Rauch und die Asche wälzten über die Stadt hinweg, breiteten sich wie ein Nebel aus und zauberten das Licht in ein bizarres Farbspiel, das von einem sanften Rosa bis zu einem glühenden Orange reichte. Fasziniert war gestern mit Sicherheit jeder von dem Spektakel, aus der Ruhe gebracht hat dieser Ausnahemezustand jedoch niemanden hier. Buschfeuer, Zyklone, Trockenperioden und Haiangriffe scheinen zum Leben in Australien wohl einfach dazu zu gehören.

No worries!

FOTO: HALANS (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Alle Jahre wieder ...

Wie bereits im vorherigen Jahr und ebenso in jenem davor, wurde Australien auch 2013 wieder zur lebenswertesten Nation der Welt gekürt. Laut der OECD Studie die u.a. Faktoren wie Jobs, Ausbildung, Wohnen, Gesundheit und allgemeine Zufriedenheit berücksichtigt, belegt Australien dicht gefolgt von Schweden und Kanada den ersten Platz. Insgesamt werden elf Kategorien untersucht. Besonders gut haben die Australier in den Bereichen Wohnen, bürgerliches Engagement, Gesundheit und Sicherheit abgeschnitten.

Wohnen umfasst einerseits die allgemeine Wohnsituation, andererseits auch die damit verbundenen Kosten. Wie Australien hier so gut abschneiden konnte, kann ich mir nur dadurch erklären, dass das Leben außerhalb der Städte wohl doch um einiges billiger sein muss. Der Bereich Gesundheit hat im Grunde nur wenig mit dem Gesundheitssytem an sich zu tun. Das Resultat wird durch zwei Kernfragen ermittelt: Einerseits geht es um die Lebenserwartung der Menschen, die in Australien vergleichsweise hoch ist, andererseits vergleicht man das allgemeine Wohlbefinden der Leute, wenn man diese zu ihrer Gesundheit befragt. Weshalb Australien wiederum im Bereich bürgerliches Engagement so gut abgeschnitten hat, ist relativ leicht erklärt. Die Wahlpflicht ist in diesem Land per Gesetz geregelt, denn wer nicht brav zur Wahlurne schreitet, muss Strafe zahlen. Deshalb liegt Australien mit 93% Wahlbeteiligung wesentlich über dem OECD Durchschnitt von 72%. Auch beim Thema Sicherheit hat es Australien in die Top 5 geschafft. Pro 100.000 Einwohnern kommt man gerade mal auf einen Mord.

Vergleichsweise schlecht hat Australien in den Bereichen Einkommen und Verhältnis zwischen Beruf und Freizeit abgeschlossen. Die Australier verdienen zwar objektiv gesehen etwas mehr als der OECD Durchschnitt, es stellte sich jedoch auch heraus, dass die Lücke zwischen Arm und Reich immer größer wird. Jene 20% der Bevölkerung mit dem höchsten Einkommen verdienen insgesamt 6-mal so viel, wie die 20% der Bevölkerung, die sich am unteren Ende der Skala befinden. Zum Vergleich: In Österreich und Deutschland verdienen die Reichen ca. 4-mal so viel wie die Armen, in den USA gar 8-mal so viel. Auch gaben 14% der befragten Australier an, dass sie sehr lange Arbeitstage haben und wenig Zeit für Freizeit bleibt. Der OECD Durchschnitt liegt hier bei 9%. Meiner Meinung nach könnte dieser Missstand auch damit erklärt werden, dass die Australier tatsächlich sehr viel Zeit am Arbeitsplatz verbringen, ein Großteil jedoch weder effektiv noch organisiert arbeitet, was lange Arbeitsstunden zur Folge hat.

Auch in der allgemeinen Zufriedenheit haben die Aussies wesentlich schlechter abgeschlossen, als ich erwartet hätte. Laut OECD Studie sind sogar die Österreicher zufriedener mit ihrem Leben, als die Australier. Wer hätte das denn gedacht! Am glücklichsten sind die Menschen übrigens in der Schweiz. Mehr dazu gibt es hier: Better Life Index

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Eingestellt von : Nina Fischer
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Darf man Kinder alleine lassen?

In letzter Zeit liest man immer wieder Berichte über dieses Thema in der Zeitung. Es gibt in Australien nämlich ein Gesetz, das besagt, dass man Kinder nicht unbeaufsichtigt alleine lassen darf und das gilt auch fürs Auto. D.h. wenn man an einer Tankstelle tankt und das schlafende Baby zwei Minuten im Auto lässt, während man bezahlen geht, ist das illegal. Auch ein älteres Kind zehn Minuten im Auto zu lassen, während man schnell in die Apotheke, zur Bank oder zur Post läuft, ist illegal. Verletzt man die Aufsichtspflicht, wird dies zur Anzeige gebracht und man muss sich vor Gericht dafür verantworten. Im Bundesstaat Queensland kann dies im schlimmsten Fall sogar drei Jahre Haft bedeuten, wenn man ein Kind unter 12 Jahren alleine lässt. Aber nicht nur im Auto, sondern auch daheim darf man Kinder laut australischem Gesetz nicht sich selber überlassen.

Daher wundert es mich, dass es in Australien (noch) kein Gesetz für ein vorgeschriebenes Mindestalter zum Babysitten gibt. Das soll dann doch wieder individuell entschieden werden, hier wird ausnahmsweise mal gesunder Menschenverstand erwartet. Es wird jedoch klar davon abgeraten, Minderjährige auf kleine Kinder aufpassen zu lassen, da im Falle eines Falles der minderjährige Babysitter nicht haftbar ist und somit die Eltern haften, sollte etwas passieren. In Deutschland darf man übrigens (mit Einschränkungen in Stundenanzahl und Uhrzeit) ab 13 Jahren babysitten und in Österreich ab 14 Jahren. Seltsam ist dann aber doch, dass eine australische Studie mit 10.000 befragten Kindern im Alter von 10-11 Jahren zeigt, dass jedes vierte Kind mindestens einmal in der Woche für eine Stunde oder länger allein zu Hause gelassen wird. Still und heimlich tun das viele also doch.

Auch die Polizei scheint hier im Nanny-Staat nicht müde zu sein, den Eltern im Umgang mit ihren Kindern drein zu reden. So wurden mehrere Eltern verwarnt und darüber belehrt, dass sie beispielsweise ihren 7-Jährigen nicht alleine zum Zeitungsstand (400 Meter vom Haus entfernt) laufen lassen dürfen, oder dass es verantwortungslos sei, eine 10-Jährige alleine Bus fahren zu lassen.

Ich weiß nicht so recht, was ich von dieser Debatte halten soll, zumal sich bei diesem Thema wahrscheinlich die Geister scheiden. Trotzdem habe ich so im Allgemeinen das Gefühl, dass die Australier schon noch ein bisschen mehr »overprotective« sind, als die Österreicher oder Deutschen. Ich selber bin als Kind sehr wohl ein paar Stunden allein zu Hause gewesen und ich kann mich nicht erinnern, dass mich das nachträglich in irgendeiner Art und Weise geschädigt hat. Auch habe ich als 12-Jährige schon für Verwandte auf kleine Kinder aufgepasst, bin im Alter von vier Jahren alleine in den Kindergarten gelaufen, im Alter von neun Jahren bin ich zur Schule geradelt und im Alter von zehn Jahren habe ich den Bus dahin genommen. Wie jeder andere auch damals. Und das ist doch eigentlich noch gar nicht so lange her bei Jahrgang 1985 ... 

Ein sehr guter und ausführlicher Bericht zur Gesetzeslage in Australien, deren Tücken und dem Phänomen dass Kinder zusehends in Watte gepackt aufwachsen, gab es auch mal im Australian. Zum Vergleich ein Bericht aus Deutschland in dem es um folgende Frage geht: »Ist es unverantwortlich, Kinder unter acht Jahren allein zu Hause zu lassen?« Interessant ist, dass die Debatte in Australien eher bei 10- oder 11-Jährigen beginnt. Von 8-Jährigen redet hier ja noch gar keiner ... das ist doch sonnenklar, dass die nicht alleine sein können! So bin ich auch nicht verwundert über einen der Kommentare zu diesem Artikel: »Als in Deutschland lebende Australierin bin ich immer wieder schockiert, mit welchem Leichtsinn Eltern in Deutschland ihre viel zu jungen Kinder allein lassen. Selbständig werden? So ein Quatsch! Ein 7-jähriges Kind für zwei Stunden allein zu lassen ist unverantwortlich und gefährlich. Warum muss jeder unwichtige Blödsinn im Gesetz hier festgeschrieben werden, aber es gibt keine Regelung für die Kinderaufsichtspflicht!?« Tja, der Frau würde ich jetzt einfach mal sagen, dass man in gewissen Ländern noch an den gesunden Menschenverstand appelliert, während man in anderen Ländern nur blind nach Gesetzen schreit.

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Black Caviar: 25 Rennen, 25 Siege

Black Caviar, she does it again! Bereits letztes Jahr habe ich auf diesem Blog über das australische Wunderpferd berichtet: Die Vollblutstute Black Caviar hat mittlerweile 25 Pferderennen in Folge gewonnen und gilt somit nach wie vor als unschlagbar.

Unter tosendem Beifall einer aufgeregten Menge gewann die »Queen aller Rennpferde« gestern in Sydney mit drei Pferdelängen Abstand zum Zweiplatzierten – scheinbar mühelos. Das Event war bereits Tage zuvor ausgebucht und viele schaulustige Fans, die keine Tickets mehr ergattern konnten, mussten sich außerhalb des Zaunes versammeln, um ihr Lieblingspferd rennen zu sehen.

Mit 25 Siegen in der Tasche bricht Black Caviar alle Rekorde als Sprinter und hat sich ein für alle Mal einen Platz im Herzen des australischen Volkes erobert. Wie der Australian die Nachricht vom gestrigen Sieg betitelte: »Freudentränen als Black Caviar weiterhin ungeschlagen bleibt«

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Gestrandeter Hai

Nachdem im vergangenen Jahr ein Buckelwal an Sydneys Küste gestrandet ist, war es diesmal ein Hai, der dran glauben musste. Die Bewohner von Noosa im Bundesstaat Queensland haben nicht schlecht gestaunt, als sie heute Morgen am Strand den 1,5 Meter langen Hai entdeckten. Der so genannte Bullshark gehört zu den aggressivsten und gefährlichsten seiner Art und kann einem Menschen in dieser Größe bereits beträchtlichen Schaden zufügen. Warum der Hai bei Flut an Land gespült wurde, ist jedoch unklar. Es wird vermutet, dass dieser von einem anderen Hai gejagt worden sein könnte und sich somit selber ins »Aus« manövriert hat. Ein seltener Anblick den man wohl nicht alle Tage sieht. Link zum Artikel

No worries!

FOTO: ANDY RAYMOND (THE AUSTRALIAN)
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Pressefreiheit ade?

In Australien gibt es gerade eine große Diskussion über die Pressefreiheit. Die derzeitige Regierung unter Premierministerin Julia Gillard, die der sozialdemokratischen »Labor Party« angehört, hat vor kurzem angekündigt, dass eine so genannte Pressereform durchgeführt werden soll. Diese soll nach offiziellen Worten die »Meinungsvielfalt in Australiens Medienlandschaft fördern«. Inoffiziell heißt das aber, dass die Regierung dem Journalismus in Zukunft etwas genauer auf die Finger schauen wird, sollte die Reform tatsächlich durchgeführt werden.

Das erste Mal in der Geschichte Australiens versucht die Regierung in Zeiten des Friedens gezielt Einfluss auf die Inhalte von Tageszeitungen zu nehmen. Der Aufschrei gegen diese geplante Einschränkung der Pressefreiheit war (gegenüber anderen Themen) vergleichsweise laut. Australiens Journalisten wollen keine »Zensur« durch den Staat. Dabei fühlte sich besonders News Limited, einer der größten Medienkonzerne Australiens, gewaltig auf den Schlips getreten. Die meist gelesene Tageszeitung, The Australian, berichtet nur all zu oft kritisch über die aktuelle Regierung und soll dadurch »zum Schweigen gebracht werden«, meinen aufgebrachte Stimmen.

Gleichzeitig ergreift auch Tony Abbott, Oppositionsführer und Mitglied der konservativen »Liberal Party«, die Gelegenheit, um seine Wahlchancen für September 2013 zu verbessern: Sollte die Medienreform tatsächlich durchgeführt werden, wird er diese bei Machtübernahme sofort wieder abschaffen. Das kennt man doch schon von irgendwoher ... war da nicht mal was mit der Carbon Tax?

Dies führt mich auch zur folgenden Frage: Wo steht Australien überhaupt in der Rangliste der Pressefreiheit weltweit? Schaut man sich den Index von Reporter ohne Grenzen an, dann lag Australien in der aktuellen Zählung von 2013 auf Platz 26. Im Vergleich dazu, Österreich belegte Platz 12, die Schweiz Platz 14 und Deutschland Platz 17. Auf Platz 1 war übrigens Finnland, gefolgt von den Niederlanden und Norwegen. Etwas bedenklich finde ich, dass man im Netz kaum australische Berichte über dieses Ranking findet. Wie ich aber gelesen habe, will man auch in der EU die Pressefreiheit zusehends einschränken ... Eine gefährliche Entwicklung? Muss man sich Sorgen machen?

No worries!

FOTO: LEN MATTHEWS (FLICKR)
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Geburtstagskuchen ohne Kerzen

Australische Kinder müssen schon früh lernen, was es heißt, im Nanny-Staat groß zu werden. Geburtstage werden in Zukunft einfach ein bisschen weniger Spaß machen, denn mit der neuen Regelung des »National Health and Medical Research Councils« soll es Kindern bald untersagt sein, die Kerzen auf ihrem Geburtstagskuchen auszublasen. Der Grund - man wolle die Verbreitung von Keimen verhindern, die dadurch auf andere Kinder übertragen werden könnten. Die neue Regelung gilt für alle öffentlichen Einrichtungen wie Tagesstätten, Kindergärten und Schulen. Link zum Artikel

No worries!







FOTO: MARK SKEET (FLICKR)
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Weltkrise

Es ist immer wieder interessant über Europas Krise zu lesen. In deutschen bzw. österreichischen Medien wird die Situation wesentlich weniger dramatisch dargestellt, als in Australien. Hier haben die Leute das Gefühl, nein, sie sind davon überzeugt, mit Europa geht es unaufhaltsam bergab. Monatelang schon prophezeien mir die Australier, dass der Euro fallen wird. Ganz sicher, das sei keine Frage – die EU wird es in Zukunft nicht mehr geben. Einige gehen sogar soweit, an Revolution und Bürgerkrieg zu denken.

Mir erscheint diese Meinung etwas vorschnell. In meinen Augen ist das, was sich in Europa abspielt, eine Krise. Eine wirtschaftliche Krise und eine tiefe Sinnkrise von mir aus. Aber bedeutet das unweigerlich das Ende? Ist Europa nicht mehr zu retten? Und wo bewegt sich Australien vor dem Hintergrund der aktuellen Probleme, die sich gerade in Europa und den USA ereignen?

Viele Australier sind der Meinung, dass sie sich in einem ziemlich sicheren Hafen befinden. Der »mining boom«, den das Land gerade erlebt, ist zum Großteil für Australiens starke Wirtschaft verantwortlich und hat das Land bisher von den ökonomischen Problemen der westlichen Welt relativ gut abgeschirmt. Ob es aber auf Dauer so bleiben kann, weiß auch niemand.

In der Tageszeitung The Australian wurde das so beschrieben: »Während sich die USA weniger in Rezession, als in einer klinischen Depression befindet und Europa eine Art finanzielle Persönlichkeitsstörung durchmacht, kann auch Australien auf Dauer nicht immun sein, gegen den ökonomischen Druck, der den Rest der Welt zu erdrücken scheint.« Dann warten wir doch mal gespannt ab ...

Wie seht ihr die Weltkrise?

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Gary the goat

Wieder mal ein toller Tag für Australien. Die Gerechtigkeit hat gesiegt! Gary, die Ziege stand gestern in Sydney vor Gericht. Beziehungsweise ihr Besitzer. Und sie haben den Prozess gewonnen!

Und so fing alles an. Vor ein paar Monaten war Gary zusammen mit seinem Weggefährten, dem Komödiant Jimbo Bazoobi, in Sydney unterwegs. Sie waren gekommen, um die große Stadt zu erkunden. So was macht bekanntlich müde, den ganzen Tag herum zu latschen (und sich auch noch von jedem Fremden streicheln und fotografieren zu lassen) und als Gary dann hungrig wurde, genehmigte sich die Ziege am Circular Quay einen kleinen Snack – ein Grashälmchen hier und ein Blümchen da fielen ihr schließlich zum Opfer. Ein Polizist wurde Zeuge dieser Tat und war damit ganz und gar nicht zufrieden. Der wollte für Recht und Ordnung sorgen, wie sich das ja wohl gehört und wies den Besitzer an, das Tier aus der Stadt »zu entfernen«. Zu allem Übel brummte er ihm auch noch eine Strafe von 440 Australische Dollar auf. Das wiederum lag dem Komödiant schwer im Magen, hatte er doch seine Ziege nicht darauf trainiert, mutwillig »öffentlich Parkanlagen zu beschädigen«.

Gary und Jimbo wehrten sich gegen die Anschuldigungen. Gestern stand also das ungleiche Paar in Sydney vor Gericht. Gary the goat gegen die Polizei ... 1:0 für die Ziege würde ich sagen! Die Klage wurde von der Richterin abgewiesen mit der Begründung, dass Gary die Ziege zwar Vegetation beschädigt hatte, die Klage aber nicht auf ein Tier übertragen werden kann. Damit ist Jimbo als Besitzer nicht haftbar für seinen hungrigen Freund. Link zum Artikel Ob demnächst den Eltern ein Strafzettel ausgestellt wird, wenn ihre Kinder »mutwillig« ein paar Blumen im Park ausreißen? In Australien ist doch irgendwie alles möglich.

No worries und määäähhh!

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