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Anzac Biscuits

Was macht man, wenn man an einem verregneten Sonntag in Österreich sitzt? Man träumt vom schönen Wetter in Australien. Und da morgen einer der wichtigsten Feiertage im australischen Jahr ist – der Anzac Day – habe ich heute Anzac Biscuits gebacken, die traditionell um diese Jahreszeit gegessen werden. Das Rezept dazu stammt aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Die Legende besagt, dass die Kekse den Soldaten als Notration mit auf den Weg nach Europa gegeben wurden. Da sie weder gekühlt werden müssen, noch schnell verderben und einen hohen Energiegehalt haben, waren sie ideal dafür. Fakt ist jedoch, dass die sogenannten Anzac Biscuits wie wir sie heute kennen, es nicht bis an die Front geschafft haben, sondern hauptsächlich in Australien und Neuseeland gebacken wurden, um Spendengelder für den Krieg zu sammeln. Die Kekse, die die Soldaten tatsächlich mit auf den Weg bekamen, wurden »Anzac Tile« genannt. Anzac steht für Australian and New Zealand Army Corps und dass der Keks als tile bezeichnet wurde, hängt vielleicht damit zusammen, dass er steinhart war und sich so mancher daran die Zähne ausbiss. Das moderne Rezept der Anzac Biscuits wie wir sie heute kennen, gibt es hier:

Anzac Biscuits (12 Cookies)

150 g Haferflocken
100 g Kokosflocken
200 g Mehl
130 g Brauner Zucker
180 g Butter
4 EL Golden Syrup (alternativ kann z.B. Honig verwendet werden)
1 1/2 TL Backpulver

1. Ofen auf 160°C Heißluft vorheizen und ein Backblech mit Backpapier belegen.
2. Haferflocken, Kokosflocken, Mehl, Zucker und Backpulver in einer Schüssel mischen.
3. Butter, Honig und 120 ml kaltes Wasser in einem Topf bei mittlerer Stufe unter ständigem Rühren erhitzen, bis die Butter geschmolzen ist.
4. Alles miteinander vermischen und aus der Masse 12 kleine Kugeln formen und diese mit 10 cm Abstand zueinander auf dem Backblech verteilen (sechs Kekse passen auf ein Backblech). Die Kugeln mit der Hand flach drücken, bis sie noch ca. 1 cm dick sind.
5. Die Kekse nun 15–20 Minuten im Ofen backen, rausnehmen und abkühlen lassen. Wer weiche Kekse bevorzugt, verkürzt die Zeit im Ofen, wer sie lieber hart mag, lässt sie etwas länger drinnen.

Wer ganz traditionell sein will, der macht sich dazu einen gunfire coffee – ein schwarzer Kaffee mit einem Schuss Rum – der ebenfalls gern von den australischen und neuseeländischen Soldaten im Ersten Weltkrieg getrunken wurde.

Gutes Gelingen und no worries!

FOTO: NINA FISCHER
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Ein Roadtrip mit Triple J

Gerade hat der wichtigste Nationalfeiertag im australischen Jahr begonnen: der Australia Day. Wenn das Wetter mitmacht, verbringen ihn viele Australier am Strand. Manche treffen sich mit Freunden im Pub oder veranstalten bei sich daheim eine Grillparty. Ich verbinde diesen Tag in erster Linie mit den »Hottest 100« des australischen Radiosenders Triple J. Jedes Jahr am Australia Day werden hier die Jahrescharts präsentiert, der Schwerpunkt liegt dabei auf Indie und Electronic. Im vorherigen Jahr schaffte es Vance Joy mit »Riptide« auf Platz eins. Mein Tipp für dieses Jahr geht übrigens an Chet Faker und Milky Chance.

Deshalb mein Vorschlag: Wie wär's denn mit einem gemütlichen Roadtrip, raus aus der Stadt, an der Küste entlang fahren und dabei gespannt die Hottest 100 mitverfolgen? Das hört sich doch nach einem guten Plan an. Mehr Infos zum Countdown findet ihr hier.

No worries!

FOTO: H3LL94 (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Angst vor dem Weihnachtsmann

Bald ist es soweit, Weihnachten steht wieder vor der Tür und in Australien, dem Land der tausend Verbote, wird derzeit gerade heiß über die Gefahr diskutiert, die vom Weihnachtsmann ausgeht.

In Australien ist es Tradition, dass die Kinder in der Vorweihnachtszeit den Santa Claus im Einkaufszentrum treffen. Sie sitzen auf seinem Schoß, erzählen ihm, was sie sich zu Weihnachten wünschen und zum Andenken wird ein Foto gemacht. Ganz so, wie wir das aus amerikanischen Filmen kennen. Aktivisten und besorgte Eltern haben sich nun jedoch zu Wort gemeldet, denn sie wollen Schluss machen mit dieser Tradition. Es ginge um den Schutz der Kinder, der verkleidete Weihnachtsmann könnte schließlich ein pädophiler Kinderschänder sein.

Mark Overall, Santatrainer einer Firma die hunderte Weihnachtsmänner für ihre Einsätze in Einkaufszentren ausbildet, kann die Angst der Eltern zwar nachvollziehen, findet es jedoch unfair zu mutmaßen, dass alle (Weihnachts)männer Pädophile seien. Zudem würde kein Kind zu irgendetwas gezwungen. Aktivisten argumentieren hingegen, dass man seine Kinder nicht dazu ermuntern würde, auf den Schoß fremder Männer zu sitzen ... warum sollte das beim Weihnachtsmann also anders sein? Link zum Artikel.

No worries!

FOTO: KEVIN DOOLEY (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Weihnachten in Australien

Und wie verbringen die Australier einen heißen Sommertag, der zufällig auf Weihnachten fällt? Man wirft die Klimaanlage an und trifft sich mit der Familie zu einem traditionell englischen Weihnachtsbraten. Christbaumkugeln mit Schneemännern hängen am Baum, die Kinder haben Schneeflocken in die Fenster geklebt, auf das gemütliche Kaminfeuer wird glücklicherweise verzichtet. Und dann? Rein in die Badesachen, Surfboard aufs Dach und nichts wie ab an den Strand!

Der Wettergott hat es dieses Jahr jedoch besonders gut mit mir gemeint, denn ein regnerischer Tag bei Temperaturen um die 22°C fühlt sich doch schon eher wie Weihnachten an. Und Surfen kann man schließlich auch bei schlechten Wetter. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt, den 25. Dezember um 6 Uhr morgens zu beginnen und zusammen mit ein paar lustigen Weihnachtsmännern die perfekten Wellen zu reiten. Auch eine kleine Kollision mit Rudolf dem Rentier konnte der guten Laune allerseits nichts anhaben – no worries, es ist schließlich Weihnachten.

Merry X-Mas from Oz!

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Eingestellt von : Nina Fischer
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Nikolaus und Krampus

Die Australier finden uns ganz schön komisch, feiern wir doch am 6. Dezember den Nikolaus, der dem Santa Claus, nicht nur aus historischer Sicht sondern auch optisch, sehr ähnlich ist. Noch seltsamer finden sie jedoch die Gestalt des Krampus ...

Wie erklärt man einem Australier, dass der Kumpane des Nikolaus Angst und Schrecken verbreitet und Kinder bestraft, die böse waren und nicht auf ihre Eltern gehört haben? Von den Australiern bekomme ich nur einen verständnislosen Blick als Reaktion. Eigentlich doch ganz schön gruselig. Tun wir unseren Kindern das wirklich an? Ich kann mich jedenfalls noch gut erinnern, als es draußen dunkel war und ich das Rasseln der Ketten gehört habe. Zum Glück war ich jedoch ein äußerst braves Kind und der Krampus hat immer draußen vor der Türe gewartet.

Wer von euch hat gestern Nikolaus gefeiert und bei wem hat der Krampus vorbei geschaut?

No worries!
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Hot Cross Buns

Bald ist Ostern und ich hab wieder mal was Neues in Australien entdeckt, das ich – hört, hört – ganz toll finde!

»Hot Cross Buns« ist für die Aussies ein typisches Ostergebäck, das ursprünglich am Karfreitag gegessen wurde. Eigentlich nichts anderes, als ein Milchbrötchen mit Rosinen und Zimt. Mmmmhhh! Ich wünschte, es gäbe sie das ganze Jahr über!

No worries!




FOTO: JAMIEANNE (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Australia Day: Wie stolz bist du auf dein Land?



Ozzie, Ozzie, Ozzie! Nationalfeiertag in Australien. Da ist was los! Die Aussies bemalen sich das Gesicht mit der australischen Flagge, bewaffnen sich mit Fahnen und ziehen in dazu passender Kleidung (Southern Cross oder Farben der Flagge) auf die Straße. Zusammen wird gefeiert, gelacht, getrunken. Es wird angestoßen. Aber auf was denn eigentlich? Dass die Australier stolz sind, im besten Land der Welt zu leben? Dass hier alles so wunderbar easy going ist? Dass sie sich glücklich schätzen können, auf dem richtigen Fleck Erde das Licht der Welt erblickt zu haben? Dass Australien so eine sportlich erfolgreiche Nation ist? 

Meine Gedanken kann man ungefähr wie folgt zusammenfassen. Ein Australier drückt das in einem Artikel so aus: »Mir missfällt die Idee einer nationalen Identität, wie die Leute ihr eigenes Land anfeuern, als würden sie ihre liebste Football Mannschaft im großen Finale unterstützen.« Andere sind ganz bestürzt darüber, dass der Verfasser des Artikels offensichtlich sein eigenes Land »verrät« und starten zu einem Gegenangriff: »Man muss sich nicht dafür schämen, offen zu sagen, dass man stolz darauf ist, Australier zu sein.«

Ist ja alles schön und gut. Aber eines hab ich immer noch nicht ganz verstanden. Was feiern die Australier heute nun wirklich? 

No worries!
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Eingestellt von : Nina Fischer
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New Year's Eve in Sydney

Zu Silvester ist in Sydney die Hölle los, es wird voll werden in der Stadt. Jedes Jahr freuen sich die Aussies und die vielen Besucher, die extra für dieses Spektakel anreisen, auf das legendäre Feuerwerk über der Harbour Bridge. Die Australier wollen es sich keinesfalls entgehen lassen und viele Touristen träumen davon, zumindest einmal im Leben Sydneys Neujahrsfeuerwerk live miterleben zu können. Was für eine Aussicht! Da werden die Australier wieder ganz stolz, munkelt man doch, dass Sydney das beste und schönste Neujahrsfeuerwerk der ganzen Welt hat.

Sowohl Australier als auch Touristen pilgern am 31. Dezember in Scharen Richtung Sydneys Hafengelände. Luxus ist, wenn man ein Plätzchen mit Blick auf die Harbour Bridge und das Opera House erhaschen kann. Wer früh dran ist, bekommt den besten Platz mit der schönsten Aussicht, deshalb ist es ratsam, sich bereits am Vormittag auf den Weg zu machen. Beliebte Aussichtspunkte haben gegen Mittag bereits ihre maximale Kapazität erreicht – wer dann zu spät kommt, muss draußen bleiben.

Für die Australier ist Silvester also ein Ganztags-Event. Man packt seine sieben Sachen, Picknickdecke und Kühltasche dürfen nicht vergessen werden (der Alkohol bleibt aber bitte zu Hause) und ab geht’s in die Stadt. Dort sucht man sich ein schönes Plätzchen aus und macht sich möglichst breit. Gegen Mitternacht, wenn sich mehr als 1 Millionen Menschen das Feuerwerk aus nächster Nähe ansehen möchten, wird nämlich auf Tuchfühlung gegangen. Bis dahin sind aber noch einige Stunden Zeit ... Ob wir uns dieses Jahr auch mit den Aussies ins Getümmel stürzen?

No worries!

FOTO: NINA FISCHER
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Santa zu Besuch in Australien

Wie feiert man in Australien Weihnachten? Glauben die Kinder ans Christkind? Bringt dieses den Baum und die Geschenke? Gibt es Adventskalender und Adventskranz? Kommt hier auch der Nikolaus? Werden die australischen Kinder daran erinnert, im nächsten Jahr besonders brav zu sein? Bäckt man zu Weihnachten Kekse? Und wie verbringt die Familie den Weihnachtsabend?

Nein, nein, nein und nein. Hier in Australien ist wieder mal alles anders und so auch Weihnachten. Viele Traditionen, wenn es denn welche gibt, kommen aus England. Aber auch amerikanische Einflüsse sind zu erkennen. Vom Christkind oder Nikolaus hat man hier noch nie gehört, dafür reist Santa Claus mit seinem Rentierschlitten den ganzen Weg nach Australien und bringt den Kindern die Geschenke. Einen geschmückten Weihnachtsbaum haben die Aussies auch, der ist jedoch zumeist aus Plastik. Der Christbaumschmuck ist bunt, mitunter sogar schrill und es scheint zu gelten: Je mehr desto besser.

Am Weihnachtsabend, dem 24. Dezember, besuchen christliche Familien die Mitternachtsmesse (oder Abendmesse). Die Kinder sind an diesem Tag besonders aufgeregt. Sobald es dunkel wird, kommt nämlich Santa Claus mit seinem Rentierschlitten Down Under vorbei, rutscht mal schnell den Kamin hinunter (wenn man denn einen hat) und hinterlässt die Geschenke und eine Kleinigkeit in dem Strumpf, der von den Kindern zuvor aufgehängt wurde.

Die Kinder hinterlassen draußen im Garten Karotten für Santas Rentiere. Die sind ja wohl hungrig nach so einem weiten Weg. Für den Weihnachtsmann wird ein Glas Brandy oder Milch und ein Plätzchen bereit gestellt. Viele Familien arrangieren Freunde oder Verwandte, die nach Einbruch der Dunkelheit im Garten herum schleichen, Glocken läuten und die Namen der Rentiere rufen: »Dancer, Prancer, Rudolph ... let’s gooooo!!« Die Kinder sind so aufgeregt, dass es ihnen oft schwer fällt, an diesem Abend einzuschlafen. Am Morgen des 25. Dezember frühstückt die Familie dann gemeinsam und packt die Geschenke aus, die Santa Claus in der Nacht gebracht hat.

Spricht man von Weihnachten, dann meinen die Aussies also den 25. Dezember. Dieser Tag ist auf jeden Fall bedeutender, als der Weihnachtsabend davor. Man trifft sich mit der Familie um die Mittagszeit herum zum traditionell englischen »Baked Dinner«, das aus Braten und Beilagen besteht. Als Nachtisch wird normalerweise »Christmas Pudding« serviert – auch eine englische Tradition. Manchmal wird darin eine Münze versteckt und wer diese findet, soll im nächsten Jahr besonders viel Glück haben. Zum Weihnachtsessen gehören in Australien auch so genannte »Christmas Crackers«, die jeweils eine Papierkrone, ein kleines Spielzeug und einen schlechten Witz enthalten. Wie es zu dieser Zusammenstellung kommt, konnte mir bisher keiner erklären ... jedes Familienmitglied setzt sich zum Weihnachtsessen jedoch die Papierkrone auf und die schlechten Witze werden der Reihe nach vorgelesen. Angeblich ebenfalls eine englische Tradition.

Da es tagsüber mitunter 30°C oder mehr haben kann, feiern viele australische Familien ein alternatives Weihnachten mit BBQ, Picknick oder Meeresfrüchten. Zum Nachtisch gibt es dann statt dem englischen Christmas Pudding eine Pavlova (Meringue-Kuchen mit frischen Früchten). Den Tag am Pool oder am Strand zu verbringen, wird ebenfalls von vielen Familien bevorzugt und man soll sogar den einen oder anderen Santa beim Surfen antreffen können.

Der 26. Dezember ist in Australien als »Boxing Day« bekannt. An diesem Tag haben viele Geschäfte offen und es findet ein großer Weihnachtsschlussverkauf statt. Wer da einkaufen geht, ist meiner Meinung jedoch verrückt – so viele Menschenmassen trifft man das ganze Jahr über nicht an. Wieso dieser Tag Boxing Day heißt, konnte mir bisher auch keiner erklären. Irgendwo hab ich gelesen, dass auch dies ursprünglich aus England stammt und laut Aussage eines Australiers wohl schon irgendeine Bedeutung hat, diese jedoch entweder in Vergessenheit geraten ist oder einfach nie wirklich jemanden interessiert hat.

Ob bei uns heute Abend wohl auch Santa Claus und die Rentiere vorbei schauen? Ich wünsche jedenfalls allen in der nördlichen Hemisphäre (und auch sonst wo) ein schönes Weihnachtsfest.

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Eingestellt von : Nina Fischer
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Let it snow

Ein Besuch im Supermarkt. Draußen hat es 30°C. Drinnen ist es angenehm kühl. Überall glitzert es, mit Weihnachtsdekoration wurde nicht gespart. Ich schlurfe die langen Gänge entlang und lasse mich von der Weihnachtsstimmung anstecken. »Let it snow, let it snow« dudelt es im Hintergrund. Als nächstes ist »White Christmas« an der Reihe gefolgt von »Jingle Bells«. Ich halte einen Moment inne. Let it snow? Wirklich? Ich sehe mich um. Findet jemand außer mir das auch irgendwie seltsam? Die Australier scheinen nichts bemerkt zu haben. Irgendwie absurd das ganze. Aber auch ganz nett. Der Gedanke an »richtige« Weihnachten beflügelt mich. Als ich am Kühlregal vorbei komme, kann ich mir den Winter daheim schon fast vorstellen. Aber auch nur fast.

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Eingestellt von : Nina Fischer
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Weihnachtsstimmung in Australien

Man merkt, dass Weihnachten langsam heranrückt, wenn im australischen Supermarkt Weihnachtspudding und im Aldi Lebkuchen verkauft wird. Mit dekorieren wird hier früh angefangen. Anfang November sieht man schon überall Weihnachtsschmuck hängen und auch die Straßenlaternen sind bereits dekoriert. Man würde wohl am ehesten Motive mit Palmwedeln und Kängurus erwarten. Dem ist aber nicht so ... stattdessen zieren Santas im Schnee, klassische Christbaumkugeln, künstliche Tannenbäume und viele Weihnachtssterne das Stadtbild. Alles ein bisschen bunter, als bei uns daheim.

Draußen scheint die Sonne, das Wetter ist absolut herrlich. Man wird das Gefühl nicht los, dass hier irgendetwas nicht zusammen passt. Immer wieder ertappe ich mich dabei, wie ich an einem öffentlichen Gebäude vorbei fahre und mir im ersten Moment ganz entrüstet denke: »Ach, diese Australier, die haben immer noch die Weihnachtsdeko vom Winter (hier im Juli) aufgehängt und sind wohl zu faul sie abzunehmen. Das geht doch nun wirklich nicht!« Dann kommt mir aber plötzlich in den Sinn: Stimmt ja – Weihnachten steht bald vor der Tür.

Wir haben Dezember, die Adventszeit hat bereits begonnen. Mittlerweile hat der Durchschnittsaustralier auch schon seinen Plastiktannenbaum zu Hause aufgestellt. Die Nadeln können ja nicht abfallen, also kann man das Baumschmücken ruhig etwas früher angehen. Auch die Schokolade, die in den Baum gehängt wird, sollte möglichst bald verzehrt werden, bevor die warmen Temperaturen alles dahin schmelzen lassen. Auf dem Weihnachtsmarkt dieses Jahr werde ich mir statt Glühwein wohl lieber eine kaltes Glas Cider gönnen und statt snowboarden eine Runde surfen gehen. Und wie feiert ihr heuer Weihnachten?

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FOTO: NINA FISCHER
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Melbourne Cup Day

Heute ist der 6. November. Wir haben den »Melbourne Cup Day« in Australien, einer der wichtigsten Tage im Jahr des Aussie-Kalenders. Heute Nachmittag wird für drei Minuten eine ganze Nation still stehen und gespannt auf einen Bildschirm blicken oder dem Radiokommentator lauschen. Die Glücklichen, die sich im Stadion in Melbourne befinden, können das Spektakel live miterleben. Der Rest der Nation trifft sich in Pubs oder zu etwas gehobeneren Events.

Der Melbourne Cup, der dieses Jahr zum 152. Mal in Folge stattfindet, ist traditionell das meist gefeiertste Pferderennen in ganz Australien und auch über die Grenzen hinaus als eines der wichtigsten Rennen der Welt bekannt. Es gehört ebenso zu den bedeutendsten sozialen und kulturellen Events in Australien und spielt eine große Rolle in der australischen Identität. Im Bundesstaat Victoria, wo das Rennen stattfindet, ist der Melbourne Cup sogar ein offizieller Feiertag.

Neben dem Pferderennen ist der Melbourne Cup für viele auch als »ultimate style day« bekannt. Festliche Kleidung, hohe Schuhe, übertriebener Kopfschmuck und ein Glas Sekt in der Hand – so lässt man sich bei den Races blicken. So und nicht anders! Am wichtigsten erscheint den Aussies jedoch das Geld zu sein, das es zu gewinnen gibt. Es werden fleißig Wetten abgeschlossen. »Auf welches Pferd setzt du?« wurde ich heute schon x-mal gefragt. Wild wird spekuliert, Strategien werden ausgearbeitet und die Schlangen am Kiosk werden immer länger, je weiter der Nachmittag voran schreitet.

Wer wird es dieses Jahr wohl sein? Bald werden wir es wissen. Bald kann eine ganze Nation wieder beruhigt aufatmen. Aber eines ist mir jetzt schon klar: Wie auch immer dessen Name sein wird, nach dem Hund Buckie und dem Baby Sophia wird auf jeden Fall ein Pferd als nächster australischer Held gefeiert werden ...

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Eingestellt von : Nina Fischer
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Christmas in July

Bald ist es soweit! Weihnachten steht wieder vor der Tür. Die Australier feiern hier nämlich zwei Mal im Jahr den Santa Claus – einmal im Dezember und einmal im Juli. Einmal in der brütenden Hitze des Sommers und einmal im Winter ...

Woher diese Tradition kommt und wer sie eingeführt hat, ist nicht ganz klar. Es scheint jedoch, als hätte ein europäischer Auswanderer die winterliche Weihnachtsstimmung der nördlichen Hemisphäre vermisst. Offensichtlich hat er damit einen Nerv getroffen und hier begeisterte Anhänger gefunden, denn die Aussies schlagen auch nur allzu ungern einen Grund zum Feiern aus. Und was gibt es schöneres, als mit der Familie zusammen zu sitzen, sich gemütlich am Ofen aufzuwärmen und gemeinsam ein »Roast Dinner« zu verspeisen? 

Die australische Identität scheint dabei keinen Konflikt darin zu sehen, sich Traditionen nach Belieben zurecht zu biegen, neue zu erfinden oder von anderen Ländern und Kulturen auszuborgen. Man will ja schließlich nur das Beste von allem. Warum also nicht auch Weihnachten im Juli feiern?

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Eingestellt von : Nina Fischer
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Anzac Day

Diese Woche war Anzac Day, neben dem Australia Day wahrscheinlich der wichtigste Feiertag in Australien. Die legendäre Schlacht um Gallipoli (Türkei) während des Ersten Weltkriegs endete mit einer Niederlage und großen Verlusten an der australischen und neuseeländischen Front. 1916 wurde der Anzac Day offiziell als Gedenktag für die im Krieg gefallenen Soldaten eingeführt.

Jedes Jahr findet nun repräsentativ im ersten Licht des Morgengrauens ein Militärbegräbnis statt, der so genannte »Dawn Service«. Weiters folgt eine Zeremonie am Australian War Memorial und eine Militärparade durch die Stadt. Die Flaggen werden auf Halbmast herunter gesetzt und man sieht vermehrt Mohnblumen in der Stadt – ein Symbol der gemeinsamen Erinnerung und des Andenkens. Für die Australier ist der Anzac Day auf jeden Fall ein wichtiger Tag im Jahr. Und was gehört neben dem Formellen sonst noch dazu? Anzac Biscuits natürlich. Und das Glücksspiel »Two-Up«, das bei den Soldaten beliebt war und nur am Anzac Day gespielt werden darf (den Rest des Jahres ist es illegal). Die Pubs sind alle gerammelt voll und man verbringt den lieben langen Tag mit Trinken und wettet um sein Leben. 

Manch einer meint, die Tatsache dass Australien seine schlimmste Niederlage feiert, ist doch schon etwa seltsam. Außergewöhnlich auf jeden Fall. Könnte das etwas mit Australiens relativ junger Geschichte zu tun haben? Oder mit Patriotismus? Zusammengehörigkeitsgefühlen?

No worries!

FOTO: CROUCHY69 (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Der Oster-Bilby kommt

Weil doch grade Ostern war. Zu Ostern kommt hier neben dem Osterhasen übrigens auch der Oster-Bilby, eine 100% australische Erfindung. Der Bilby ist ein in Australien heimisches Tier, das den Beuteltieren zugehörig ist. Auf Deutsch heißt der kleine Kerl Kaninchennasenbeutler. Sie sind vor allem auf Grund der rasanten Vermehrung von Kaninchen, Tiere mit denen sie um Nahrung konkurrieren, stark an den Rand der Existenz gedrängt worden.

Kaninchen wurden im Zuge der Kolonialisierung aus Europa eingeführt und haben sich rasend schnell zur Plage entwickelt, erheblichen Schaden in der Landwirtschaft angerichtet und stellen eine Bedrohung für die in Australien heimischen Tierarten dar. Bis heute ist das Problem nur schwer in den Griff zu bekommen. Deshalb wird das Kaninchen von allen Seiten verteufelt – lustig dabei die Frage: Wer hat Schuld an der Sache? Da schreien die Australier lautstark, das waren doch die Engländer, das waren ja gar nicht wir! Da können wir nichts dafür! Immer wieder amüsiert es mich, solche Aussagen zu hören. Wann wohl aus den Engländern offiziell Australier geworden sind?

Zurück zum Bilby. In den 90er Jahren wurde eine Kampagne entwickelt, um dieses heimische Beuteltier zu retten und unter anderem das Ereignis Ostern dafür verwendet, die Öffentlichkeit auf das Problem aufmerksam zu machen. Seit dem kommt hier also der Oster-Bilby. Und sowieso, Kaninchen sind hier jedem verhasst. Wieso also auf den Osterhasen warten? Eigentlich doch eine nette Sache.

No worries!
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Eingestellt von : Nina Fischer
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