Pages

Bild

Bild
Posts mit dem Label Umwelt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Umwelt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Shark Summit

Was ist los an Australiens Ostküste? Warum gibt es dieses Jahr so viele Zwischenfälle mit Haien? Sind einfach mehr Haie in diesen Gewässern unterwegs? Oder wagen sie sich immer näher an die Küste heran? Und was kann man gegen die momentane Hysterie tun? Soll die Spezies geschützt werden oder steht der Mensch an erster Stelle? Diese und viele andere Fragen haben sich besorgte Politiker und Forscher vergangene Woche beim Shark Summit in Sydney gestellt.

Derzeit begegnet man ungewöhnlich vielen Haien an der North Coast von New South Wales. Seit Beginn diesen Jahres gab es in Australien nicht nur zahlreiche Sichtungen von großen Haien in Küstennähe oder in Gebieten, wo sich viele Surfer und Schwimmer aufhalten, sondern es wurden auch insgesamt 29 Zwischenfälle gemeldet: Neben zwei fatalen Begegnungen sind weitere 18 Personen mitunter schwer verletzt worden. (Quelle: Shark Attack Files, Taronga Zoo)

Die Bewohner von Byron Bay und Umgebung haben die Anwesenheit der Haie lange Zeit sehr gelassen hingenommen. Selbst als im September vergangenen Jahres ein Schwimmer an einem viel besuchten Strand durch einen drei Meter großen Hai zu Tode kam, war dies kein Grund zur Panik. Die letzte fatale Begegnung mit einem Hai lag schließlich mehr als zehn Jahre zurück. Es war jedoch nur der Beginn einer Serie an Zwischenfällen, die bis heute nicht abgebrochen ist. Besonders viele Vorfälle ereigneten sich in der Region zwischen Byron Bay und Evans Head. Die Kleinstadt Ballina liegt genau in der Mitte und sieht sich stark betroffen. Man hat mittlerweile nicht nur Angst um lokale Surfer und Badegäste, sondern auch, dass diesen Sommer die Touristen weg bleiben.

An der North Coast von New South Wales wurden in den vergangenen Monaten immer wieder dieselben Weißen Haie gesichtet. Sieben sind unter dem von der Regierung initiierten shark tagging program bereits mit einem Sender ausgestattet worden. Forscher erhoffen sich, dadurch mehr über Verhalten und Migration von Haien zu lernen. Zusammenhänge zwischen dem vermehrten Vorkommen von Haien in küstennahen Gebieten und der wachsenden Zahl an Wassersportlern werden noch untersucht. Dass die Zahl der Beutefische dieses Jahr besonders hoch ist und folglich mehr Haie angelockt werden, ist auch eine mögliche Erklärung.

Was also tun? Dem Beispiel Westaustraliens folgen und Haie, die der Küste zu nahe kommen, einfach töten? Oder wie in Queensland so genannte drum lines installieren? Oder sind Hainetze, wie sie in Sydney seit Jahren zum Einsatz kommen, die beste Lösung?

Ein wichtiger Punkt des Shark Summits war, dass sowohl Schwimmer, als auch Haie geschützt werden sollen. Experten beteuern, dass es nicht genug verwertbare Daten über Migration und Verhalten von Haien gibt und die Frage nach dem »warum« deshalb nur schwer beantwortet werden kann. Neben dem Fokus auf Forschung wurden auf dem Gipfeltreffen auch viele andere Vorschläge besprochen: Von Neoprenanzügen und Surfboards in Tarnfarben, dem Einsatz von elektromagnetischen Wellen und intelligenten Sonarbojen, die Haie an ihren Bewegungen erkennen und per Satellit die zuständigen Surfclubs alarmieren, war alles dabei. Die Experten kamen jedoch zu der Schlussfolgerung, dass alle Technologien noch weiter erforscht und getestet werden müssen. Ein so genanntes shark spotting program, wie es derzeit in Südafrika existiert, sei die einzige Methode, die sofort zum Einsatz kommen kann.

In Byron Bay und Umgebung wird die Küste sowohl am Wochenende als auch in den Schulferien von Helikoptern patrouilliert. Noch ist man vor allem auf die Hilfe der Anwohner angewiesen, Haisichtungen in unmittelbarer Küstennähe per Notruf zu melden. Die Polizei verständigt dann wiederum den zuständigen Surfclub. Als sehr effektiv hat sich auch die Facebookseite Shark Reports heraus gestellt, auf der Haisichtungen live gepostet werden. In Zukunft soll die von der Regierung initiierte Kampagne SharkSmart diese und andere Maßnahmen koordinieren.

No worries!

FOTO: ERNESTO BORGES (FLICKR)
Artikel lesen →
Eingestellt von : Nina Fischer
0 Kommentar(e)

Australiens Energiewende

Premierminister Tony Abbott hat den erneuerbaren Energien den Krieg erklärt. Obwohl das Land sehr viel Potenzial im Bereich Wind- und Solarenergie hätte – riesige Küstengebiete und viel Sonnenschein sorgen für ideale Bedingungen – verhält sich die Regierung zögerlich und rückwärts denkend. Erst kürzlich ließ der Premierminister verlautbaren, »Windfarmen sind hässlich und laut und wer weiß, was sie sonst noch für (gesundheitliche) Auswirkungen haben«.

Investitionen in erneuerbare Energien sind seit Beginn der Amtszeit der derzeitigen Regierung stetig gesunken, Förderungen wurden gestrichen. Gerade im Bereich Solarenergie ist die Wende spürbar: Die Installation von Photovoltaik Anlagen ist von 2012 auf 2013 um mehr als die Hälfte gesunken. Der geplante Ausbau der erneuerbaren Energien – ein Beschluss der vorherigen Regierung, deren Vision es war, die Energiegewinnung durch fossile Brennstoffe bis 2030 auf 43% zu reduzieren – soll nun noch weiter verlangsamt werden. Anstatt 41.000 Gigawattstunden, sollen bis 2020 nur 33.000 Gigawattstunden pro Jahr durch Solar- und Windenergie gewonnen werden. Laut Schätzungen sind das nicht mehr als 20%.

Diese Woche wurde ein weiterer Beschluss der Regierung gefasst: Die Clean Energy Finance Corporation, die von der vorherigen Regierung ins Leben gerufen wurde, um innovative Technologien zu fördern, die zur Reduktion des CO2-Ausstoßes beitragen, darf in Zukunft nicht mehr in Windenergie investieren. Auch die Installation von Photovoltaik Anlagen soll nicht mehr unterstützt werden. Laut dem Jahresbericht des Unternehmens wurden 2014 insgesamt $900 Mio. Australische Dollar investiert. 33% ging an Solarenergie, 30% an den Bereich Energie Effizienz, 21% an Windenergie und 16% an andere Technologien.

Grund für die Abwendung von einer progressiven Klimapolitik dürfte die Kohleindustrie sein, die demnächst weiter ausgebaut werden soll. Kohle ist günstig, während der Ausbau von Wind- und Solarenergie teuer ist. So ließ die Regierung diese Woche ebenfalls verlautbaren, dass Verhandlungen mit einem chinesisches Unternehmen geführt werden, das eine Kohlemine in New South Wales, fünf Stunden Autofahrt entfernt von Sydney, eröffnen möchte. Nicht nur die ansässigen Farmer sind besorgt, dass in einem der fruchtbarsten Gebiete in Australien eine Mine entstehen soll, auch Umweltaktivisten sind alarmiert, leben auf dem 847 Hektar großen Gebiet auch 262 Koalas, deren Lebensraum komplett zerstört werden würde.

Derzeit stammen übrigens 88,2% der gewonnenen Energie in Australien aus fossilen Brennstoffen, 8,1% aus Wasserkraft und 3,7% aus Windenergie.

No worries!

FOTO: CERTIFIED SU (FLICKR)
Artikel lesen →
Eingestellt von : Nina Fischer
Labels: | |
2 Kommentar(e)

Rettet das Great Barrier Reef!

Selten schaffen es Ereignisse in Australien in die Weltnachrichten, vergangene Woche war die Bedrohung des Great Barrier Reefs jedoch auch in Deutschland und Österreich in den Schlagzeilen. Der 31. Jänner 2014 war ein schwarzer Tag für Australien, denn bis zu diesem Datum hatte die australische Regierung Zeit, der UNESCO zu zeigen, dass Maßnahmen zum Schutze des Great Barrier Reefs getroffen werden. Leider wurden an jenem Tag ganz andere Pläne für das Naturwunder Australiens bekannt gegeben: Der Hafen Abbot Point soll zum weltgrößten Kohlehafen werden, gleichzeitig ist der industrielle Ausbau der gesamten Küstenregion geplant, unter anderem wurde auch der Bau von sechs neuen Minen genehmigt. In Zukunft sollen mindestens 7.000 Schiffe pro Jahr am Great Barrier Reef entlang fahren. Hinzu kommt, dass der Schlamm, der bei der Ausbaggerung des Hafens Abbot Point als Müll anfällt – drei Millionen Kubikmeter um genau zu sein – zur Entsorgung ins Riffgebiet gekippt werden darf. 

Australien ist bereits der größte Kohleexporteur der Welt und hat große Pläne für die Zukunft. Noch mehr soll abgebaut und exportiert werden, auch neue Arbeitsplätze werden dadurch geschaffen. Die Wirtschaft des Landes ist mehr oder weniger komplett abhängig vom Profit des Rohstoffabbaus und dessen Export. Dabei scheint es die Regierung gar nicht zu stören, dass die Umwelt leider auf der Strecke bleibt. Australien hat auch von allen Industriestaaten den höchsten Pro-Kopf-Ausstoß an CO2 – dieser ist etwa doppelt so hoch wie in Deutschland. Einen umfangreichen Artikel zu diesem Thema gab es auch in der Süddeutschen Zeitung. Hoffen kann man nur, dass Australien wenigstens nicht die Schande erspart bleibt und die UNESCO ihre Drohung doch noch wahrmacht und das Great Barrier Riff als bedrohtes Weltkulturerbe auf die Rote Liste setzt.

No worries!

FOTO: GREENPEACE
Artikel lesen →
Eingestellt von : Nina Fischer
Labels: | |
2 Kommentar(e)

Hainetze – Wie effizient sind sie?

Es ist nach wie vor umstritten, ob die Hainetze entlang der Küste von New South Wales überhaupt den gewünschten Effekt haben: Haie davon abzuhalten, sich den Stränden und somit den Menschen zu nähern. Viel mehr hat sich die Debatte darüber in den letzten Jahren verschärft, wie sinnvoll diese Art von Prävention überhaupt ist.

Als wirklich gefährlich für den Menschen werden lediglich Bullenhaie, Tigerhaie und Weiße Haie eingestuft. Bedenklich ist jedoch, wie viele andere Meeresbewohner als Beifang in den Netzen verenden. Sie bleiben mit ihren Flossen in den großen Maschen hängen, können nicht mehr an die Oberfläche gelangen und ertrinken schließlich.

Statistik zum Beifang der Hainetze in New South Wales von 1950 bis 2008 (Quelle):
  • 4.666 Hammerhaie
  • 3.040 Stachelrochen
  • 2.949 Requiemhaie (dazu gehören u.a. auch Bullenhaie)
  • 2.313 Engelhaie
  • 651 Port-Jackson-Stierkopfhaie
  • 577 Weiße Haie
  • 406 Fische
  • 377 Sandtigerhaie
  • 352 Tigerhaie
  • 158 Siebenkiemerhaie
  • 144 Makohaie
  • 125 Fuchshaie
  • 143 Delphine
  • 98 Schildkröten
  • 42 Teppichhaie
  • 7 Wale
  • 6 Dugong
  • 4 Seelöwen
  • 1 Penguin
Viele dieser Tiere – so auch der Weiße Hai – stehen auf der Liste der bedrohten Tierarten. 51 Strände sind in New South Wales mit Hainetzen ausgestattet, obwohl es keine standfesten wissenschaftlichen Studien gibt, die belegen, dass Haiangriffe durch das Anbringen von Hainetzen verhindert werden können. Hainetze funktionieren lediglich nach dem Prinzip: Je weniger Haie im Umlauf, desto geringer ist das Risiko eines Angriffs. Kritiker meinen, es sollte mehr Geld investiert werden, um Methoden zu entwickelen, wie man Haie abschrecken kann, anstatt das Problem nach dem Prinzip »fangen und töten« anzugehen.

Auch andere Länder wie Hong Kong und Südafrika haben Hainetze installiert. Der Bundesstaat Queensland verwendet hingegen so genannte drum lines, bei denen Haie mit Hilfe von speziellen Ködern, die an Fischhaken angebracht sind, gefangen werden. Auch diese Methode ist umstritten, hat jedoch den Vorteil, dass der Beifang wesentlich geringer ist. Was denkt ihr über dieses Thema? Rechtfertigt die Angst vor dem großen Weißen Hai den Tod all dieser Tiere?

No worries!

FOTO: RYAN ESPANTO (FLICKR)
Artikel lesen →
Eingestellt von : Nina Fischer
1 Kommentar(e)

Mythos Klimawandel

Was haben Australiens Premierminister Tony Abbott und mein australischer Verlobter gemeinsam? Sie glauben beide nur bedingt an den Klimawandel. Seit in ganz New South Wales Buschbrände in einem Ausmaß herrschen, wie sie normalerweise nur im Hochsommer vorkommen, ist auch die Debatte um den Klimawandel wieder entflammt. Kann es sein, dass diese infernalen Großbrände eine direkte Folge des Klimawandels und der Erderwärmung sind? In Australien spalten sich die Meinungen zu diesem Thema. Selten bin ich so vielen Menschen begegnet, die auf Nachhaltigkeit pfeifen und davon überzeugt sind, dass der Klimawandel und dessen Folgen schlicht und einfach ein Mythos ist.

Klar, die Langzeitauswirkungen des Klimawandels sind nicht zu 100% vorhersagbar und auch dass der Mensch durch sein Handeln der Alleinverursacher dieser Veränderungen ist, kann nicht eindeutig festgestellt werden. Die meisten Forscher sind sich jedoch einig und die Wahrscheinlichkeit, dass Klimawandel als ein reales globales Problem zu betrachten ist, ist daher sehr hoch. Aus diesem Grund »glauben« wohl die meisten Menschen auch daran. Vorsicht ist doch immer noch besser als Nachsicht. Viele Australier scheinen das jedoch etwas lockerer zu sehen, allen voran Premierminister Tony Abbott, der nur all zu gerne in der Öffentlichkeit betont, dass Klimawandel absoluter »bullshit« sei.

Was soll man also von der ganzen Debatte halten? Trägt der Klimawandel direkt dazu bei, dass die Häufigkeit von infernalen Buschbränden in Australien zunimmt? Die richtige Antwort ist wahrscheinlich: Es kann sein, es kann aber auch nicht sein. Ist es deshalb aber weise dies in aller Öffentlichkeit als totalen Schwachsinn zu bezeichnen? Laut Tony Abbott gibt es nämlich keinen direkten Link zum Klimawandel, viel mehr seien Buschbrände ein ganz normaler Teil des australischen Alltags. Link zum Artikel

Auch einige australische Tageszeitungen wie der Daily Telegraph scheinen das Thema Klimawandel eher kritisch zu betrachten. Ein kürzlich erschienener Kommentar eines britischen Journalisten/Wissenschaftlers brachte mich beim Lesen leicht in Rage, behauptet Matt Ridley doch darin, dass Klimawandel der Menschheit bisher mehr positives als negatives gebracht hat und wozu sollte man sich jetzt mit den Langzeitfolgen beschäftigen, die frühestens in 70 Jahren eintreten? »Kurz gesagt, meine Kinder werden schon sehr alt sein, wenn die Langzeitfolgen des Klimawandels einen negativen Einfluss auf unser Leben haben werden.« Na dann ist ja alles gut, Hauptsache wir machen uns jetzt ein schönes Leben. Matt Ridleys Enkelkinder sind ihm wohl egal.

No worries!
Artikel lesen →
Eingestellt von : Nina Fischer
Labels: |
3 Kommentar(e)

Hat das Great Barrier Reef eine Zukunft?

Das Great Barrier Reef erstreckt sich 2.600 km entlang der Küste von Queensland und ist als größtes Korallenriff der Erde bekannt. Seit 1981 gehört es zum UNESCO Weltkulturerbe und beheimatet 350 verschiedene Korallenarten, Wale, Delphine, Seekühe, Haie, Rochen, sechs der sieben weltweit vom Aussterben bedrohten Meeresschildkröten und an die 1.500 Fischarten.

Das außergewöhnliche Naturwunder ist das Traumziel jedes Touristen, der nach Australien reist. Die ernst zu nehmende Frage ist jedoch, wie lange das Great Barrier Reef in der jetzigen Form noch existieren wird. Die Bedrohung des Riffs hat im letzten Jahrzehnt langsam aber sicher zugenommen, das empfindliche Ökosystem wird in der Folge immer mehr aus dem Gleichgewicht gebracht. Die Gesundheit des Riffs hängt in direkter Linie von dessen Korallendichte ab – seit 1985 sind jedoch bereits 50% der Korallen verschwunden. Daher müssen wir uns fragen: Werden unsere Enkelkinder dieses Naturwunder noch mit eigenen Augen betrachten können?

Bereits in den Jahren 2011 und 2012 fiel der Report der UNESCO äußerst negativ aus. Bedroht wird das Weltkulturerbe in erster Linie durch die Auswirkungen des Klimawandels (Naturkatastrophen und Erwärmung der Ozeane), schädigende Umwelteinflüsse (Wasserverschmutzung), sowie Australiens lukrativstem Wirtschaftszweig, der Kohlebergbauindustrie, die im Gebiet des Great Barrier Reefs wichtige Exporthäfen hat.

Bedrohung durch Klimawandel
Die ideale Wassertemperatur für das Ökosystem im Great Barrier Reef beträgt 28-30°C. Schon eine geringe Abweichung davon kann das empfindliche Gleichgewicht stören und verheerende Folgen haben. Durch den Klimawandel und die Erderwärmung nehmen auch die Temperaturen der Ozeane zu, was in weiterer Folge die so genannte »Korallenbleiche« auslösen kann – ein Prozess bei dem die lebenswichtige Symbiose zwischen Algen und Korallen zerstört wird. Im schlimmsten Falle kann dies zum Massensterben von Korallen führen. Ein empfindliches Ökosystem wie das Great Barrier Reef leidet aber auch unter Naturkatastrophen wie Fluten und Zyklone, die sich in Queensland jedes Jahr in den Sommermonaten häufen. Dabei können mitunter große Teile des Riffs zerstört werden. Die Korallen regenerieren sich zwar, das Riff erholt sich von selber, der Prozess dauert jedoch 10-20 Jahre.

Bedrohung durch Wasserverschmutzung
Im Hinterland von Queensland befinden sich etliche Farmen und Plantagen deren Felder mit Dünger bearbeitet werden. All das was im Laufe der Zeit dort weg gespült wird, landet irgendwann früher oder später im Meer. Der Überschuss an Nährstoffen im Wasser stört einerseits das Wachstum von Korallen und fördert andererseits die Verbreitung von Plankton und Algen. Dies führt in weiterer Folge zu einer explosionsartigen Vermehrung von Dornenkronen-Seesternen. Diese ungeliebte Spezies ernährt sich von Korallen und kann in »Großangriffen« ganze Korallenriffe kahl fressen. Laut Forschern fand ein Befall von Dornenkronen-Seesternen, der mit einer Heuschreckenplage auf dem Land verglichen werden kann, früher nur alle 50-80 Jahre statt. Heute tritt das Problem schon alle 15 Jahre auf, was den Korallen nicht genug Zeit zur Regeneration lässt.

Bedrohung durch Bergbauindustrie
Australien ist der größte Kohleexporteur der Welt. Im Hinterland von Queensland befinden sich riesige Abbaugebiete – und der Weg auf dem die Rohstoffe nach Asien abtransportiert werden, geht direkt durch das Great Barrier Reef. Auch die Erdgasindustrie wird in Queensland zusehends aufgebaut und soll sich ebenfalls der Häfen und Exportwege durch das Great Barrier Reef bedienen. Der Ausbau von mindestens sechs neuen Mega-Häfen ist teilweise geplant oder sogar bereits in Bau. Die neuen Transportwege müssen zuerst einmal freigebaggert werden, dass dabei Teile des Great Barrier Reefs zerstört werden, ist unumgänglich. Damit wird in Zukunft mindestens ein riesiger Tanker pro Stunde die Bewohner des Riffs stören. Es sollen 330 Millionen Tonnen Kohle pro Jahr direkt durch das Great Barrier Reef befördert werden. Von einer möglichen Katastrophe ganz zu schweigen, sollte ein Schiff auf das Riff auflaufen. Was das für Folgen hat, weiß man bereits aus dem Jahre 2010, als ein chinesischer Tanker einen 3 km langen Schaden am Riff anrichtete und dabei vier Tonnen Öl verlor. Die Stelle des Great Barrier Reefs ist heute so gut wie unbewohnt, Experten schätzen dass es 10-20 Jahre dauern wird, bis sich das Riff davon erholt hat.

Höchste Zeit zum Handeln
Die Probleme um das Great Barrier Reef sind vielschichtig. Globale Erwärmung, Naturkatastrophen und deren Folgen sind schwerer zu bekämpfen als der Ausbau der Industrie. Laut Expertenmeinungen braucht das Ökosystem seine ganze Kraft und Energie, um sich ersteren Problemen zu stellen, denn das Korallenriff steht durch äußere Umwelteinflüsse bereits so stark unter Stress, dass ihm kaum Zeit bleibt, sich zu regenerieren. Eine zusätzliche Belastung durch die Industrialisierung könnte deshalb fatale Folgen haben.

Laut Expertenmeinungen die aus dem aktuellen UNESCO Report hervorgehen, hat Australien leider auch dieses Jahr darin versagt, alle möglichen Maßnahmen zu ergreifen, um das Great Barrier Reef zu schützen. Die australische Regierung wird vor allem bezüglich dem Ausbau der Exporthäfen zur Beförderung von Kohle und Erdgas stark kritisiert, weil sie offensichtlich nicht willens ist, aktiv in den Interessenkonflikt zwischen wirtschaftlichem Profit und dem Schutz des Great Barrier Reefs einzugreifen. In einem Ultimatum hat Australien nochmals bis 1. Februar 2014 Zeit bekommen, um sich der Probleme anzunehmen. Sollte dies nicht geschehen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die UNESCO das Great Barrier Reef als »gefährdetes Weltkulturerbe« auf die Rote Liste setzt.

Wollen die Australier das tatsächlich auf sich sitzen lassen? Schon jetzt spricht man von einer Schande. Wie soll man das der Weltöffentlichkeit erklären? Und noch viel wichtiger, wie soll man das seinen Enkelkindern erklären, wenn das Great Barrier Reef bis dahin nicht mehr existiert? Auch die Tourismusbranche hat verständlicherweise Angst, hängen gar 60.000 Jobs in der Queensland Tourist Industry von den Besuchern aus aller Welt ab, die jedes Jahr nach Australien kommen, um das Great Barrier Reef mit eigenen Augen zu bestaunen. Die Zukunft des großen Naturwunders scheint ungewiss. Alle beteuern, wie wichtig ihnen das Great Barrier Reef sei. Wie lange es jedoch allen Widrigkeiten zum Trotz bestehen kann, bleibt unklar.

No worries!

Artikel lesen →
Eingestellt von : Nina Fischer
Labels: |
10 Kommentar(e)

Carbon Tax

Wir haben ja bereits gehört, dass Australiens Premierministerin, Julia Gillard, bei den Australiern sehr unbeliebt ist. Dafür gibt es viele Gründe. Einer davon ist die so genannte »Carbon Tax«, zu Deutsch am ehesten bekannt als CO2-Steuer, die Australien vor kurzem eingeführt hat. Julia Gillard hatte damals vor aller Welt versprochen, dies zu verhindern, sollte das Volk sie zur Premierministerin von Australien wählen und konnte dadurch viele Wählerstimmen für sich gewinnen. Die Australier jedenfalls fühlen sich betrogen und das nicht ohne Grund.

Die CO2-Steuer ist eine Steuerabgabe, die unter dem Vorwand der Nachhaltigkeit und der Bekämpfung des Klimawandels eingeführt wurde und dabei große Konzerne zur Kasse bitten soll. Mit 35% sorgt der Energiesektor in Australien für die größte Umweltbelastung, davon wiederum 90% sind dem Kohlebergbau zuzuschreiben. Dies stellt gleichzeitig auch den lukrativsten Wirtschaftszweig des Landes dar, das mit Abstand der weltweit größte Kohle-Exporteur ist. In der Folge ist Australien auch eines der westlichen Länder mit dem höchsten Pro-Kopf-Ausstoß an möglichen klimaschädlichen Emissionen, weil Strom hauptsächlich aus dem Verbrennen von umweltschädlicher Kohle produziert wird.

Die neu eingeführte Steuer soll also große Unternehmen dazu bringen, etwas zur Umwelterhaltung beizutragen und erstmals auch ein Bewusstsein für Umweltschutz und Energieverbrauch zu entwickeln. Fakt ist jedoch, dass diese Steuer genau die am meisten trifft, die am wenigsten haben. Du und ich, unser Nachbar und das kleine Café um die Ecke. Und es trifft die Menschen nicht nur ein bisschen, es trifft sie hart. Seit 1. Juli 2012, da beginnt nämlich das Finanzjahr in Australien, wird nun also eine Steuer behoben, die hier eigentlich niemand will und auch nicht versteht. Stark kritisiert wird auch der Preis der Steuer, der mehr als doppelt so hoch angesetzt ist, wie jener des europäischen Verschmutzungszertifikat. Die große Frage ist auch, wo das Geld – man rechnet mit 7,7 Milliarden Australischen Dollar im ersten Jahr – tatsächlich hin fließen wird. Auch das scheint nicht ganz geklärt zu sein und sorgt für wesentlichen Unmut.

Was das im Endeffekt für den einzelnen Verbraucher bedeutet? Dass die Stromrechnung entscheidend teurer wird. Sie soll sich mindestens um ein Drittel erhöhen, wenn nicht sogar verdoppeln. Die Unternehmen haben bereits vorab bekannt gegeben, dass sie die Mehrkosten an den Kunden abwälzen werden und da ist der Energiesektor keine Ausnahme. Strom ist jetzt einfach teurer und du und ich bleiben schließlich darauf sitzen.

Verständlicherweise macht das den Menschen Angst. Tausende gingen im Juli auf die Straße, um gegen die Einhebung der CO2-Steuer zu demonstrieren. Kleine bis mittelständige Unternehmen ließen vermerken, dass auch sie die neu anfallenden Kosten an die Kunden weitergeben werden, was zur Folge hat, dass die Preise steigen. Viele haben Bedenken, dass dies eine Kettenreaktion auslösen könnte und das Leben in Australien – sowieso schon teuer genug – in Zukunft noch mehr kosten wird. Ob sich die schlimmsten Befürchtungen bewahrheiten werden und welche Auswirkungen die CO2-Steuer tatsächlich auf das Leben in Australien hat, kann jedoch frühestens in ein, zwei Jahren beurteilt werden. Und ob sie ihren eigentlichen Sinn und Zweck – die Menschen dazu anzuregen umweltbewusster zu leben – überhaupt erfüllen kann.

Vielleicht wird nach der nächsten Wahl aber auch wieder alles anders sein. Oppositionsführer Tony Abbott hat nämlich schon angekündigt, sollte Australien ihn zum nächsten Premierminister machen, dann wird die Carbon Tax ohne Diskussionen sofort wieder abgeschafft. Das kommt einem doch irgendwie bekannt vor ...

No worries!

Artikel lesen →
Eingestellt von : Nina Fischer
Labels: | |
0 Kommentar(e)

Mülltrennung

Die Australier halten sich selber für sehr fortschrittlich, was das Thema Mülltrennung angeht. Dazu kann ich nur sagen: Die waren wohl noch nie in Mitteleuropa!

Das System funktioniert hier in New South Wales nämlich so. Es gibt eine Mülltonne für den Restmüll, eine für Papier und und eine für Recycling. Der Biomüll kommt in den Restmüll. Gartenabfälle (ist ja eigentlich auch Biomüll) muss aber gesondert entsorgt werden und kann nicht in den Restmüll. Glas kommt mit in die Recyclingtonne und wird nicht gesondert entsorgt. Viel Plastik landet aber auch im Restmüll, entweder weil es tatsächlich nicht recyclebar ist oder weil das Recyclingzeichen auf der Verpackung schlicht und einfach fehlt. Was mich aber richtig geschockt hat: Batterien werden einfach auch in den Restmüll geworfen. Achja und alles was irgendwie Erde enthält, kann NIRGENDS rein und kann auch nicht gesondert entsorgt werden.

Jeder der in einer Stadt lebt und einen Garten hat, kann sich denken, dass letzteres zum Problem werden könnte ... was macht man denn nun mit der ganzen Unkrauterde, die man nicht mal gegen Bezahlung bei einer Mülldeponie abladen kann? Raus aus der Stadt fahren und einen Park damit schmücken? Die Müllsäcke tarnen und versuchen mit dem Restmüll mit zu schmuggeln? Oder das ganze in einer Nacht-und-Nebel-Aktion illegal abladen? Das werde ich wohl noch raus finden müssen ...

No worries!
Artikel lesen →
Eingestellt von : Nina Fischer
Labels: |
0 Kommentar(e)

Sparmodus

Bleiben wir doch beim Thema. Energiesparen durch Isolierung? Nur heizen wenn Fenster und Türen geschlossen sind? Nicht ständig das Licht brennen lassen? Das Wasser in der Dusche erst dann andrehen, wenn man auch tatsächlich in die Dusche steigt? Den Motor ausschalten, wenn man im Auto auf jemanden wartet?

Der Gedanke, Energie sparen zu müssen, ist bei den Australiern definitiv nicht so stark ausgeprägt wie bei uns. Jedenfalls was die oben genannten Beispiele angeht. Sie sparen ja schon irgendwie bzw. irgendwo, aber halt etwas anders als wir. Zum Beispiel waschen viele Australier ihr Geschirr lieber von Hand, als mit dem Geschirrspüler (angeblich um Wasser zu sparen). Auch die Dreckwäsche kalt zu waschen ist hier eher die Regel als die Ausnahme (um Energie zu sparen). Ich könnte dazu jetzt meine Kommentare abgeben, aber ich verkneife sie mir. Dafür zitiere ich lieber einen australischen Journalisten der es auf den Punkt gebracht hat: »WIR sind schrecklich, schrecklich, schrecklich. In einer Analyse des WWF belegt Australien Platz Nummer 8 der am wenigsten nachhaltig lebenden Menschen der Welt – und du und ich tragen dafür persönlich Verantwortung.« Link zum Artikel

Energy Efficiency wird in Australien in der Tat sehr zweigleisig gefahren. Was öffentliche Bauten angeht, ist das Land mit seinen »Green Star Buildings« und neuen Innovationen zwar relativ fortschrittlich, im normalen Haushalt hingegen zeichnen sich starke Defizite ab. Was den öffentlichen und kommerziellen Bau betrifft, hat ein Umdenken hin zur Nachhaltigkeit also längst stattgefunden. Beim einzelnen Verbraucher zu Hause ist diese Botschaft jedoch (leider) noch nicht angekommen. Link zum Artikel

Da erinnert man sich doch gerne zurück an die guten alten Zeiten daheim und wie der Papa zu sagen pflegte: »Mach’s Licht aus, wenn du es nicht brauchst – wir besitzen doch kein Kraftwerk!« Ob der Aussie Papa das wohl auch zu seinen Kindern sagt?

No worries!
Artikel lesen →
Eingestellt von : Nina Fischer
Labels: |
2 Kommentar(e)