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Byron Bay

»Cheer up, slow down, chill out.« Das steht am Ortseingang von Byron Bay auf einer Holztafel geschrieben und nach diesem Motto leben hier nicht nur die Bewohner des kleinen Ortes, sondern auch die Touristen, die es jedes Jahr hierher zieht. Auch mir hat es Byron Bay angetan – die Gemütlichkeit der Bewohner, die vielen wunderschönen Strände und Aussichtspunkte, das gute Essen, die Märkte und Veranstaltungen und das hügelige Hinterland. Eine Bilderbuchlandschaft, ziemlich genau so, wie man sich Australien als Tourist vorstellt. All das macht die Region um Byron Bay speziell. Denjenigen von euch, die diesen magischen Ort noch nicht besucht haben, kann ich folgende Highlights empfehlen.

Der östlichste Punkt Australiens
Auf Cape Byron, einer hügeligen Landschaft mit Klippen und Wäldern, befindet sich das Wahrzeichen von Byron Bay. Der Leuchtturm wurde 1901 erbaut und ist beliebter Treffpunkt sowohl für Anwohner, als auch Touristen. Man hat dort oben einen wunderbaren Ausblick in alle Richtungen und kann Wale, Delphine und andere Meeresbewohner beobachten. Ein Wanderweg führt hoch zum Leuchtturm, man kann diesen jedoch auch bequem mit dem Auto erreichen. Besonders schön ist der Sonnenuntergang und was ich gehört habe, ist der Sonnenaufgang genauso spektakulär anzusehen.

Surfen und mehr
Es gibt eine große Auswahl an Stränden rund um Byron Bay. Ob Surfanfänger oder erfahrener Surfer – es ist für jeden etwas dabei. Besonders empfehlenswert ist The Pass, der zwischen dem Fisherman's Lookout und dem Clarkes Beach liegt. Der Strand ist bekannt für seine perfekten Wellen, die an den Felsen brechen und mitunter 100 Meter lang sind. Einziger Nachteil: Man muss sich diesen beliebten Surfspot mit sehr vielen anderen Surfern teilen. Wer Lust auf Tauchen hat, sollte die Julian Rocks besuchen. Diese befinden sich direkt vor Byron Bays Küste und beherbergen viele verschiedene Fischarten, Rochen, Wasserschildkröten und auch Haie. Sea Kayaking soll auch ein richtig schönes Erlebnis sein – mit etwas Glück kann man sogar Delphine aus nächster Nähe beobachten.

Auf den Spuren der Hippies
Die Gegend um Byron Bay war lange Zeit als Aussteigerkommune bekannt. Hier haben sich in den 70er Jahren Hippies, Surfer, Weltverbesserer, Utopisten und Esoteriker bevorzugt niedergelassen. Später sind dann die Backpacker und die Kreativen und Künstler hinzu gekommen. Byron Bay ist heute ein sehr durchmischtes Dorf, das rund ums Jahr viele Touristen beherbergt. Wer gerne noch etwas vom ursprünglichen Hippie-Charme erleben möchte, der sollte das kleine Dorf Nimbin besuchen. Auch die Channon Markets, die jeweils am zweiten Sonntag im Monat stattfinden, kann ich sehr empfehlen. Es ist wahrlich ein Erlebnis, das man so schnell nicht wieder vergisst.

Das Hinterland erforschen
Wer gerne in der Natur unterwegs ist, sollte sich das subtropische Byron Bay Hinterland etwas genauer anschauen. Dort befindet sich z.B. der Mount Warning, der zu den größten Vulkanen Australiens zählt. Wer den relativ anstrengenden Aufstieg meistert, wird mit einer großartigen Aussicht belohnt und da der Berg der höchste östlichste Punkt von Australien ist, gilt er als der perfekte Ort, um sich den Sonnenaufgang anzuschauen. Im Hinterland gibt es auch noch andere schöne Parks zu entdecken, wie z.B. der Nightcap National Park, in dem sich der 100 Meter hohe Wasserfall Minyon Falls befindet.

Kulinarische Genüsse
In Byron Bay und Umgebung gibt es eine große Auswahl an Cafés, Restaurants und Pubs – vom relaxten Corner Shop bis zu Fine Dining ist hier alles dabei. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: fresh, organic und local produce muss es sein. Neben Cafés wie The Eatery und das Belongil Bistro, kann ich das Beach Hotel empfehlen, ein Pub das direkt am Main Beach liegt und The Balcony im Zentrum von Byron, um einen Cocktail zu schlürfen. Il Buco ist eine kleine, aber feine Pizzeria, in der alles mit viel Liebe zubereitet und vom italienischen Chef höchstpersönlich serviert wird. Wer etwas gehobenere Küche versuchen möchte, dem kann ich Rae's am Wategos Strand und etwas außerhalb von Byron Bay das Harvest Café und das Fig Tree Restaurant empfehlen. Ein weiteres Erlebnis ist The Farm. Dieser beliebte Wochenend-Treffpunkt am Lande, ist, wie der Name schon sagt, eine Farm, auf der sowohl Nutztiere gehalten werden, als auch Obst und Gemüse angebaut wird. Weiters gibt es vor Ort eine Bäckerei, ein Café, einen Laden, einen Kinderspielplatz, ein Blumengeschäft, eine Bühne für Veranstaltungen und eine große Wiese zum picknicken.

Mein Tipp: Wem es in Byron Bay etwas zu laut ist, der findet südlich vom Leuchtturm ein wunderschönes Erholungsgebiet. Das Broken Head Nature Reserve ist eine kleine Oase, an die sich normalerweise nur am Wochenende Menschen verirren, unter der Woche hat man dieses schöne Fleckchen Erde (fast) ganz für sich allein. Man kann hier surfen, Bushwalks entlang der Küste machen und einsame Strände entdecken oder einfach an dem kilometerlangen Sandstrand spazieren gehen und die Seele baumeln lassen.

Zur Einstimmung gibt es hier noch ein schönes Surfvideo. Und jetzt würde mich interessieren: Was ist euer Lieblingsort in Australien und warum?

No worries!



FOTO: NINA FISCHER
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Reisebericht: Northern Territory in acht Tagen

Lust auf Krokodile? Rote Erde? Sumpfgebiete, Wasserfälle, Schluchten und wunderschöne Sonnenuntergänge? Wir haben vor kurzem das Northern Territory bereist und in einem 8-tägigen Roadtrip Darwin und die Nationalparks im Top End besucht.

Da wir die Nationalparks zu Beginn der Trockenzeit erleben wollten, haben wir uns für Mitte Mai als Reisezeit entschieden. Das Land ist vom vielen Regen in den Monaten davor noch relativ grün und belebt und nur wenige Landstriche sind zu diesem Zeitpunkt im Zuge des jährlichen Reinigungsrituals der Aborigines abgebrannt worden. Der Nachteil kann mitunter sein, dass einige Straßen noch gesperrt sind oder Gefahr durch Krokodile besteht, die ihr Territorium in der Regenzeit erweitern. Genaueres zum Thema Jahreszeiten im Top End erfahrt ihr hier.

Tag 1 – Darwin
Darwin liegt direkt an der Küste und ist eine kleine, relativ verschlafene Stadt. Besonders schön sind die Sonnenuntergänge, wenn sich der Horizont in allen Farbabstufungen von Rot bis Violett färbt und noch lange nachdem die Sonne untergegangen ist, den Himmel erleuchtet. Dieses Spektakel kann man sehr schön vom Strand aus beobachten oder man verbringt den Abend bei einem kühlen Bier/Cider im Garten des Darwin Sailing Clubs. Berühmt ist auch der Mindil Beach Sunset Market, der in den kühleren Monaten jeden Donnerstag und Sonntag Abend stattfindet. Man findet dort ein internationales kulinarisches Angebot, Feuerschlucker, Musiker und viele kleine Marktstände.

Tag 2 – Lichtfield National Park
Am nächsten Tag haben wir Darwin verlassen und uns auf in Richtung Lichtfield National Park gemacht. Die wichtigsten Attraktionen im Park sind die Wasserfälle Wangi Falls, Florence Falls und die Aussicht zu den Tolmer Falls, sowie Buley Rockhole und die Magnetic Termite Mounds. Alle diese Naturschauplätze kann man gut innerhalb von einem Tag erforschen, man sollte jedoch auch etwas Zeit zum schwimmen einplanen. Krokodile trifft man dort zwar eher selten an, zu gewissen Jahreszeiten kann dies jedoch durchaus vorkommen. Man sollte sich deshalb auf jeden Fall vorher informieren und immer brav die Schilder beachten.

Tag 3 – Edith Falls
Der Lichtfield National Park ist zwar sehr schön, aber noch schöner fanden wir unseren nächsten Stopp, den Nitmiluk National Park, in dem sich die Edith Falls und der berühmte Katherine Gorge befinden. An diesem Tag sind wir die Strecke bis nach Katherine gefahren und haben unterwegs bei den Edith Falls eine Pause eingelegt. Es gibt dort mehrere kleine Wasserfälle, wobei die oberen Fälle die schönsten sind. Man sollte sich unbedingt die Zeit nehmen, die kleine, aber einfache Wanderung dorthin zu machen. Zur Belohnung kann man oben angekommen wunderbar schwimmen, picknicken und die Natur genießen. Wir sind noch am gleichen Tag weiter gefahren und gegen Abend in Katherine angekommen.

Tag 4 – Katherine Gorge
Von der Kleinstadt Katherine ist es nur eine kurze Autofahrt zum Katherine Gorge, der 13 Schluchten umfasst und sich durch einen großen Teil des Nitmiluk National Parks zieht. Man kann dort Wanderungen unternehmen, eine Bootstour machen oder die Schluchten per Kanu erforschen. Vorausgesetzt, dass keine Krokodilwarnung ausgeschrieben ist. In unserem Falle – kurz nach der Regenzeit – war die Gefahr jedoch zu groß. Wer die menschenleere und unpassierbare Weite des Nitmiluk National Parks in seiner ganzen Größe erfassen möchte, dem kann ich nur wärmstens einen Helikopterflug mit Nitmiluk Tours empfehlen. Auf einer privaten Tour hat man nicht nur eine grandiose Aussicht auf die Schluchten, sondern hat auch die Möglichkeit zu einem Zwischenstopp. Irgendwo im nirgendwo versteht sich, wo meilenweit keine Menschenseele anzutreffen ist – ein unbeschreibliches Erlebnis!

Info: Der Nitmiluk National Park gehört zwar seinen rechtmäßigen Besitzern, den Jawoyn, einem Stamm der australischen Ureinwohner, wird jedoch gemeinsam mit den Institutionen »Northern Territory Parks« und der »Wildlife Commission« verwaltet. Auch befindet sich im Nitmiluk National Park die wohl einzige neu erbaute Luxusunterkunft, die Cicada Lodge, die ebenfalls unter dem Management der Jawoyn steht. Das Wort »Nitmiluk« bedeutet übrigens »Ort der Zikaden«.

Tag 5 – Gunlom Falls
Am nächsten Tag haben wir uns von Katherine auf in Richtung Kakadu National Park gemacht. Unser Ziel war Yellow Water, wir haben unterwegs jedoch eine Abzweigung genommen, die uns auf einer unbefestigten Straße zu den Gunlom Falls geführt hat. Mit einem normalen Mietauto ist diese Strecke gut zu bewältigen, auch wenn das ein Bruch des Mietvertrages ist. Es muss daher jeder selber entscheiden, ob er das riskieren will oder nicht. Wer es riskiert, wird aber auf jeden Fall belohnt. Nach knapp 40 km auf einer holprigen Straße, kommt man am Fuße des Wasserfalls an, der von unten betrachtet, nicht sehr spektakulär aussieht. Man muss schon ein bisschen wandern (wieder einmal) und diesmal ist es ein schwieriger Aufstieg über steiles, steiniges Gelände. In 20–30 Minuten ist man jedoch oben und findet dort eine wunderschöne natürliche Badelandschaft vor. Nachdem wir so viel Zeit wie möglich bei den Gunlom Falls verbracht haben, sind wir erst gegen Abend in Yellow Water angekommen.

Tag 6 – Yellow Water und Nourlangie
Yellow Water ist ein Sumpfgebiet im Herzen des Kakadu National Parks, das zur Regenzeit das Land überflutet und hunderte verschiedene Vogelarten und andere Tiere anzieht. Auch Krokodile trifft man hier jede Menge. Besonders schön ist eine Yellow Water Cruise am frühen Morgen. Die vielen Geräusche, der Nebel, der wie ein Schleier über der Landschaft liegt, gefolgt von einem wunderschönen Sonnenaufgang, machen dies zu einem unbeschreiblichen Erlebnis. Auch unser Guide, ein Aborigine der im Park aufgewachsen ist, hat uns sein Land durch seine Geschichten aus seiner Kindheit ein Stück näher gebracht.

Noch am gleichen Vormittag sind wir Richtung Jabiru weiter gefahren, dem einzigen Dorf im Nationalpark. Auf dem Weg dorthin haben wir das Warradjan Cultural Centre besucht, einen kurzen Stopp bei der Nourlangie Art Site eingelegt, wo man 20.000 Jahre alte Felsmalereien der Aborigines betrachten kann und uns den nahe gelegenen Anbangbang Billabong angeschaut. Eigentlich hatten wir vor, den kleinen See zu umrunden, leider war dies auf Grund von Krokodilen nicht möglich. Zuletzt haben wir noch das Bowali Visitor Centre besucht. Sowohl letzteres, als auch das bereits erwähnte Kulturzentrum, erzählen einem einiges über die Geschichte des Parks und der Aborigines, die hier leben.

Info: Der Kakadu National Park ist der größte Nationalpark in ganz Australien und wurde sowohl als Weltkulturerbe, als auch als Weltnaturerbe in die UNESCO-Liste aufgenommen. Sein komplexes Ökosystem mit mehr als 2.000 Pflanzenarten und unzähligen Tierarten, die sonst nirgends auf der Welt vorkommen, ist einzigartig. Der Park wird von den ansässigen Aborigines, Binini bzw. Mungguy, denen der Großteil des Landes gehört, in Zusammenarbeit mit »Parks Australia« verwaltet.

Tag 7 – Ubirr und Adelaide River
Von Jabiru aus sind wir an unserem letzten Tag im Kakadu National Park nach Ubirr gefahren. Dies stellt den äußersten Punkt des Nationalparks dar, direkt an der Grenze zu Arnhem Land. Hier befinden sich weitere bedeutende Felsmalereien der Aborigines, das große Highlight ist jedoch die Aussicht, die man hat, wenn man das Plateau besteigt. Oben angekommen, hat man einen guten Rundumblick und kann die vielfältige Landschaft des Kakadu National Parks in all seiner Farbenpracht – von saftigen grünen Wiesen bis zu schwarzer verbrannter Erde – bewundern.

Auf dem Weg zurück nach Darwin haben wir einen weiteren Zwischenstopp am Adelaide River eingelegt. Der Fluss, der sich hier durch die Landschaft schlängelt, ist Heimat vieler Krokodile und zählt zu den am dichtesten besiedelten Gewässern in ganz Australien. Auf einer Bootstour kann man diese faszinierenden Tiere in Aktion erleben. Sie werden mit Futter angelockt und manch einer springt ganz schon hoch aus dem Wasser, um sich den Fleischbrocken zu schnappen. Wer den Krokodilen in einem kleinen Boot eines familiär geführter Touranbieter begegnen will, dem kann ich die Adelaide River Cruise empfehlen.

Tag 8 – Darwin
Zurück in der Stadt haben wir unseren letzten Vormittag Darwins Geschichte gewidmet. Die Bombardierung durch die Japaner während des Zweiten Weltkriegs, bei der im Februar 1942 mehr Bomben abgeworfen wurden, als beim Angriff auf Pearl Harbour, hat vielen Australiern das Leben gekostet und war nur der Anfang einer Serie von Luftangriffen, die fast zwei Jahre andauern sollte. Ein sehr empfehlenswertes Museum zu diesem Thema ist das neu erbaute Defence of Darwin Experience. Weiters gäbe es noch die WWII Oil Storage Tunnels, die in den 90er Jahren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden.

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FOTO: NINA FISCHER
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Ein Roadtrip mit Triple J

Gerade hat der wichtigste Nationalfeiertag im australischen Jahr begonnen: der Australia Day. Wenn das Wetter mitmacht, verbringen ihn viele Australier am Strand. Manche treffen sich mit Freunden im Pub oder veranstalten bei sich daheim eine Grillparty. Ich verbinde diesen Tag in erster Linie mit den »Hottest 100« des australischen Radiosenders Triple J. Jedes Jahr am Australia Day werden hier die Jahrescharts präsentiert, der Schwerpunkt liegt dabei auf Indie und Electronic. Im vorherigen Jahr schaffte es Vance Joy mit »Riptide« auf Platz eins. Mein Tipp für dieses Jahr geht übrigens an Chet Faker und Milky Chance.

Deshalb mein Vorschlag: Wie wär's denn mit einem gemütlichen Roadtrip, raus aus der Stadt, an der Küste entlang fahren und dabei gespannt die Hottest 100 mitverfolgen? Das hört sich doch nach einem guten Plan an. Mehr Infos zum Countdown findet ihr hier.

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FOTO: H3LL94 (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Fraser Island

Captain James Cook war der erste, der 1770 Fraser Island entdeckte und nannte sie »Great Sandy Peninsula«, da er glaubte, dass eine Verbindung zum Festland bestehen würde. Tatsächlich ist der 1.840 km² große Landstrich, der hauptsächlich aus Sand besteht, eine Insel. Genauer, die größte Sandinsel der Welt. 

Die Aborigines, die Fraser Island schlicht und einfach als »Paradies« bezeichneten, hatten sich bereits vor 5.500 Jahren auf der Insel niedergelassen. Mit der Ankunft der Weißen, die sowohl den Alkohol als auch Krankheiten mit sich brachten, sollte dies jedoch ein jähes Ende haben. Spätestens ab 1863, als die Holzfällerindustrie Fraser Island entdeckte, waren die dort ansässigen Ureinwohner dem Untergang geweiht. Ende des 19. Jahrhundert wurden die wenigen von ihnen, die noch übrig geblieben waren, auf das Festland umgesiedelt. Die Population der Aborigines auf Fraser Island ist – ähnlich der Insel Tasmanien – innerhalb kürzester Zeit komplett zerstört worden.

Ihren heutigen Namen verdankt Fraser Island einer gewissen Dame namens Eliza Fraser. 1836 stach Captain James Fraser in See, um von Sydney nach Singapur zu segeln. Leider kam das Schiff nur bis in den Norden von Queensland, es kenterte am Riff des Great Barrier Reef. Die wenigen Überlebenden – darunter James Fraser und seine Frau Eliza – ruderten in Rettungsbooten Richtung Süden und stießen nach etwa einem Monat auf Fraser Island. Die Hoffnung, von dort gerettet zu werden, schwand dahin, als sie auf ansässige Aborigines trafen, die den Fremden gegenüber nicht unbedingt freundlich gesinnt waren. Sie wurden zwar aufgenommen, mussten aber Arbeiten verrichten, ihre Kleidung und wenigen Habseligkeiten wurden ihnen weg genommen und sie standen unter ständiger Beobachtung, die eine Flucht nur schwer möglich machte. Eliza Fraser wurde schließlich von einem Suchtrupp gerettet und zurück aufs Festland gebracht. Sie hat die Zeit auf der Insel als einzige überlebt, um von ihrer (teils sehr umstrittenen) Geschichte zu erzählen.

Lange Zeit war Fraser Island für viele Australier lediglich eine unbedeutende Insel, deren natürliche Ressourcen – Holz und Mineralien wie Rutil, Zirkon und Monazit – ausgebeutet werden konnten. Das so genannte »sand mining« wurde in den 70er Jahren eingestellt, das Abholzen von Pinienwäldern erst in den 90er Jahren verboten. Seit 1992 gehört Fraser Island offiziell dem UNESCO Weltkulturerbe an – die Insel ist heute eine der beliebtesten Touristenattraktionen in ganz Australien. Sie besteht zwar in erster Linie aus Sand, man findet dort jedoch ebenso subtropischen Regenwald, wunderschöne Süßwasserseen und viele australische Tiere. Auch einige, denen man lieber nicht begegnen möchte ... Das Meer rund um Fraser Island besteht aus tückischen Strömungen und äußerst starkem Wellengang, außerdem halten sich in diesen Gewässern besonders viele Haie und Quallen auf. Die giftigsten Schlangen und Spinnen, die in Australien beheimatet sind, leben ebenfalls auf der Insel. Weiters kann man Tiere wie Kookaburras, Goanas, Dingos, Meeresschildkröten, Delfine und Wale beobachten. Fraser Island ist aber auch als 4WD- und Campingparadies bekannt, denn nirgendwo anders gibt es einen »75-Mile Beach«, der als Highway genutzt wird und wer schon mal auf Fraser Island sein Zelt aufgeschlagen hat, wird den spektakulären Sternenhimmel so schnell nicht wieder vergessen. Mehr zu Fraser Island und seiner Geschichte findet ihr hier.

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FOTO: NINA FISCHER
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Australien - Natur Pur

So richtig australisch fühle ich mich, wenn ich ein paar Tage im so genannten »Hinterland« verbringe. Ja, Hinterland ist eine englisches Wort und gemeint ist damit das Inland, also alles was sich landeinwärts befindet, weg von Australiens vergleichsweise dicht besiedelter Küste. Dort gibt es Busch, Nationalparks, Flüsse, Hügel, Farmen, richtig urige Australier und natürlich viel Natur.

Die Tage sind momentan heiß und trocken, in der Ferne sieht man den Rauch von Buschfeuern und in kristallklaren Nächten kann man am Himmel Millionen von Sternen beobachten. Am nächsten Morgen wird man von den vielen verschiedenen Vogelgeräuschen geweckt. Wer in einem Cottage nahe am Busch wohnt, wird die spektakuläre Geräuschekulisse und die vielen Papageien, die zum Frühstück vorbei schauen, so schnell nicht wieder vergessen. Auch die Wallabys, die im Garten herum hüpfen und der kleine Frosch, der in der Toilette lebt (will man das Klo verwenden muss man ihn kurzfristig runter spülen, aber keine Angst, er kommt zurück so bald Ruhe eingekehrt ist), bleiben in Erinnerung.

So stelle ich mir ein australisches Erlebnis vor: Wilde Natur, Busch und eine einmalige Tierwelt. Und was ist besser, als die verwachsenen Buschpfade auf dem Rücken von Pferden zu erkunden und dabei dem Gesang von schwarzen Kakadus zu lauschen?

Den Frosch, der in der Toilette lebt, vermisse ich übrigens. Wieder zurück in Sydney ertappe ich mich dabei, wie ich vorsichtig die Toilette beäuge ... ob Herr Frosch heute wohl zu Hause ist? Danke an Kathy, die deutsch-holländische Besitzerin der Pferdefarm. Besser könnte ein Wochenende auf dem Land nicht sein!

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FOTO: KATHY HOLTRUST
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Tasmanien – Kultur und Geschichte

In Australien findet man Kultur und Geschichte meines Erachtens viel zu wenig. Wie vermisse ich manchmal einen Urlaub in Europa mit prachtvollen Kulissen, Architektur und Museen wo man nach Lust und Laune seine Wissbegierigkeit stillen kann! So was gibt es hier schon auch (wer sucht, der findet), aber Kultur und Geschichte werden zumeist eher versteckt oder vernachlässigt – auf keinen Fall jedoch groß angepriesen.

Da war ich äußerst erstaunt darüber, dass wir in Tasmanien anderes erlebt haben. Das MONA, Museum of Old and New Art, befindet sich in der Hauptstadt Hobart und gilt als eines der besten Museen in Australien. Man kann sich darin stundenland zwischen alter und moderner Kunst in den verschiedenen Stockwerken bewegen, hier ist für jeden etwas dabei. Das Gebäude selbst, dass in die Klippen der Küste hinein gearbeitet ist und sich auf der Anhöhe eines Weinguts befindet, ist allemal sehenswert. 

Auch befinden sich fünf der elf australischen »convict sites« (ehemalige Sträflingslager) die als Weltkulturerbe gelistet sind in Tasmanien. Darunter Port Arthur, wahrscheinlich der meist besuchte dieser Orte. Interessant ist die Tatsache, dass deren Bewohner nach der Schließung im Jahre 1877 die Zeit der Sträflingslager aus dem allgemeinen Gedächtnis ausradieren wollten. Man änderte sogar den Namen des Ortes kurzzeitig in Carnarvon und wollte einfach alles vergessen, was bis dahin geschehen war. Da sich aber bereits Ende des 19. Jahrhunderts viele Touristen auf den Weg machten, diese wichtige Kulturstätte zu besuchen, erkannten die Menschen in Port Arthur ziemlich schnell, dass man Geschichte nicht so einfach auslöschen kann. Die Leute die heute dort leben, scheinen stolz auf ihre Vergangenheit zu sein und darauf, dass sie ein Teil davon sind und ihr Wissen weitergeben können. Wie bitte? So was ist mir also in Sydney noch nicht passiert, dass da jemand gerne über die Zeiten der Sträflingslager spricht ...

Mit Staunen habe ich dann festgestellt, dass ich bereits eine andere dieser australischen »convict sites« besucht habe: Cockatoo Island – eine Insel im Hafen von Sydney. Schade, dass ich zwar dort war, aber gar nicht mitbekommen habe, dass ich mich an einem Ort mit so viel Geschichte und Vergangenheit befinde. Irgendwas machen die Australier hier also falsch ... Die Tasmanier sind wohl entweder etwas mehr an ihrem eigenen Erbe interessiert oder haben zumindest gemerkt, dass sich Touristen dafür interessieren und man damit Geld machen kann. Welchen Grund es auch haben mag, dass uns so viel Kultur und Geschichte in Tasmanien begegnet ist, es war jedenfalls die Reise wert.

Tasmanien wird von den meisten Australiern immer ein bisschen belächelt und auch von den Touristen gerne noch übersehen. Hobart sei mit seinen 210.000 Einwohnern ja nichts weiter als ein verschlafenes »country town«, sagt man. Die Kombination von alt und neu, Geschichte und Kultur spürt man jedoch in so machen Vierteln der Stadt und dass ab und zu eine kalte Brise weht und sich die Autofahrer nicht ganz so gehetzt durch den Verkehr bewegen, hat mich eigentlich auch nicht sonderlich gestört. Sollte ich jetzt noch erwähnen, dass der »Australia Day« in Hobart vergleichsweise ruhig verlief und zu meinem Erstaunen bei den Tasmaniern kaum Gefühle von Patriotismus und Nationalstolz aufgekommen sind? Kein Wunder, dass der Rest von Australien gar nicht nachvollziehen kann, dass Hobart im Lonely Planet unter den Top 10 Städten für 2013 gelistet ist – als einzige australische Stadt. Ich aber schon! Link zum Artikel 

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FOTO: NINA FISCHER
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Hunter Valley

Das Hunter Valley ist eine beliebte Weinregion in New South Wales und liegt ca. zwei Stunden nördlich von Sydney. Bekannt ist die Gegend vor allem für ihren Shiraz und den weltbesten Semillon, der neben Frankreich hauptsächlich in Australien produziert wird. Viele Sydneyianer ziehen sich hier übers Wochenende zurück. Sie kommen zur Kur, zum Heiraten, zum Golf spielen, für ein Wellness-Wochenende oder gönnen sich eine Auszeit von der Großstadt.

Landschaftlich gesehen ist das Hunter Valley nicht ganz so spektakulär wie vielleicht erwartet. Die Gegend ist relativ trocken und sehr heiß im Sommer – ideale Bedingungen für den Wein um gut zu gedeihen. Es gibt an die 150 Weingüter in der Region, nur 3% des hier produzierten Weins werden jedoch australienweit über die »Bottleshops« vertrieben. Viele leben ausschließlich vom Verkauf ab »Cellar Door«. Das ganze Jahr über kommen massenweise Touristen auf Besuch und auch viele Australier pendeln von einem Weingut zu nächsten. Und kaufen was das Zeug hält. Ich hab echt wieder mal nicht schlecht gestaunt, wie viel Geld die Sydneyianer hier ausgeben. Da bin ich mir mit meinen drei Flaschen, die ich während den drei Tagen erstanden habe, geradezu lächerlich vorgekommen. 

Auch sonst deuten die Preise im Hunter Valley darauf hin, dass hier Leute Urlaub machen, die entweder viel Geld haben oder einfach gerne Geld ausgeben. Typische Australier halt. Beim Einchecken ins Luxus-Hotel musste ich fast ein bisschen lachen über die lächerlichen Preise. 20 Australische Dollar pro Tag fürs Wireless, 2 Dollar für eine Postkarte, 17 Dollar um einen Film auszuleihen, 15 Dollar für eine (aus Frankreich importierte) Tafel Schokolade, 10 Dollar so genannte »Lieferkosten« für den Zimmerservice. Dass ich nicht lache. Da war ich fast verwundert, dass für den Parkplatz nicht auch noch extra verlangt wurde.

Das Hunter Valley steht also für Luxus, Rückzug aus der Stadt und eine Auszeit vom Alltag. Dabei ist es meiner Meinung nach etwas schade, dass die Region den eigenen Stil eher vernachlässigt und lieber (teilweise ziemlich kläglich) versucht, Europas Weinregionen – hier insbesondere Frankreich – nachzuahmen. Dies spiegelt sich mitunter sehr deutlich in der Architektur wieder. Einige Gebäude haben mich beim näheren Betrachten einfach an die Nachbildungen im Europapark erinnert. Ein bisschen mehr Authentizität könnte dem Hunter Valley also nicht schaden. Auch sonst scheinen viele zu glauben, nur »en vogue« zu sein, wenn man aus Frankreich importierte Lebensmittel anbietet, im französischen Stil dekoriert, Dinge mitunter auf Französisch anschreibt oder sogar – einfach aus Lust und Laune – auf einer Weintour immer wieder französische Sätze ins Englische mischt. Der Witz dabei ist, die Australier können kein Französisch. Verstehen tun sie also weder das »Journaux« auf dem Zeitungsständer, noch das Schild »Vin de vie« über der Weinschenke oder dass die »Chocolat noir« eine Zartbitter-Schokolade ist.

Und was gibt es sonst noch im Hunter Valley? Eine Touristenattraktion sind mitunter auch die vielen Kängurus, die überall herum hüpfen. Neben Wein bietet diese Region aber auch viel gutes Essen, ein paar Brauereien, eine Käserei, eine Schokoladenfabrik, top Golfplätze und schöne Gartenanlagen. Wer also ein bisschen schlemmen will, etwas Luxus sucht und nebenbei erstklassigen Wein trinken möchte, der wird sich hier wohl fühlen. Vorausgesetzt man hat das Geld. Der eine oder andere lässt sich sogar mit dem Helikopter vom Hotel abholen, um zu einem unvergesslichen Rundflug über die Weinberge zu starten. Kein Scherz, ich war dabei und hab’s mit eigenen Augen gesehen.

Fazit also: Es lässt sich im Hunter Valley gut entspannen und vor allem wirklich erstklassigen Wein genießen, vorausgesetzt man drückt ein Auge zu bei den Preisen. Oder besser zwei.

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Eingestellt von : Nina Fischer
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There’s Nothing like Australia

Wieviel kostet es wohl, um Australien so richtig gut aussehen zu lassen? So ungefähr 4 Mio. Dollar. Das hat nämlich die letzte Tourismus-Kampagne, die seit 2010 hier läuft, gekostet. »There's Nothing like Australia« zeigt uns in träumerischen Tönen, die Creme de la Creme von Australien und was man auf keinen Fall verpassen sollte. Lust?

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Melbourne: Hier passe ich rein!

Melbourne ist viel europäischer als Sydney. Das hört man hier oft. Sogar die Australier geben’s zu. Aber was ist eigentlich damit gemeint?

Kleider machen Leute
In Melbourne wird man eher so akzeptiert, wie man ist. Es wird nicht so sehr auf das Äußere geachtet bzw. man muss nicht als Nutte verkleidet herum laufen, um akzeptiert zu werden und dazu zu gehören. Das ist jetzt vielleicht etwas sehr krass ausgedrückt, aber Sydney ist da auch extrem. (Kommt und seht mit eigenen Augen!) Die Mode – die ich in Sydney einfach nur schrecklich geschmacklos finde – ist in Melbourne um einiges »normaler« oder auch »dezenter«. Ein bisschen mehr wie in Europa halt.

Kunst & Kultur
Auch etwas das Sydney ein bisschen vernachlässigt. Es gibt zwar schon Museen und so weiter, aber die Präsenz fehlt. Sydney hat Festivals, Melbourne Kunst und Kultur. So jedenfalls der erste Eindruck. Auch fehlt Sydney ganz klar ein Platz wie der »Federation Square«, der mich sehr ans Museumsquartier in Wien erinnert hat. Da ist was los, da treffen sich die Leute, zum Essen, für Veranstaltungen oder um in Museen und Ausstellungen zu gehen. Warum gibt es so etwas in Sydney nicht?

Architektur
Wie in Sydney auch, gibt es in Melbourne schöne alte Gebäude, die sehr an den englischen Baustil erinnern. Dabei ist das Stadtbild jedoch etwas offener und freier als in Sydney (weshalb hier auch noch die Trams auf die Straßen passen). Daneben gibt es aber auch kleine enge Gassen, wo tagsüber viel los ist und es immer was zu entdecken gibt.

Öffentliche Verkehrsmittel
Ich dachte schon, das ist ein australisches Problem, aber nein, in Melbourne gibt es ein (halbwegs) funktionierendes öffentliches Verkehrsnetz. Ähnlich wie wir es aus Europa kennen. Man kauft ein Ticket und kann für zwei Stunden mit Bus und Tram durch die Gegend fahren, so viel man will. Was für ein Luxus und wie billig das noch dazu ist! Davon kann Sydney nur träumen ... 

Touristenfreundlich
Melbourne will seinen Touristen etwas bieten, während man in Sydney wohl denkt, dass sie ja sowieso die schönste Stadt haben und das muss reichen für die ganzen Besucher. Wie toll ist es da, wenn man in eine Stadt wie Melbourne kommt, wo alles so übersichtlich ist, man gratis mit der City-Circle-Tram fahren kann und überall Schilder und Wegweiser angebracht sind. Auch viele der Attraktionen sind um einiges günstiger als in Sydney.

Fahrrad fahren
Während in Sydney nur die lebensmüden in der City Fahrrad fahren, sieht man in Melbourne wesentlich mehr Leute mit dem Bike herum flitzen. Es gibt sogar Stationen überall in der Stadt, wo man Fahrräder ausleihen kann. Das nenne ich fortschrittlich für Australien!

Cafékultur
In Sydney schließen viele Cafés gegen 16 Uhr nachmittags. In Melbourne kann man an manchen Orten sogar um 18 Uhr noch draußen vor einem Café sitzen und Kaffee trinken. Noch dazu sieht man viel mehr Leute dabei genüsslich eine Zigarette rauchen, als in Sydney (nicht dass ich das gut finde, aber es erinnert halt an Europa). Auch war ich hoch erfreut, dass man überall Croissants zum Frühstück bekommt, das ist in Sydney nämlich auch eher die Ausnahme.

Kosmopolitisch
Die Menschen in Melbourne scheinen sehr viel offener und freundlicher zu sein, als in Sydney. Ich habe nirgends in Australien so viele Leute mit den unterschiedlichsten ethnischen Hintergründen auf einem Fleck gesehen, wie in Melbourne. Als erstes kam mir Londons Multikulturalität als Vergleich in den Sinn. Generell herrscht einfach eine weltoffenere Atmosphäre als in Sydney.

Lebe ich in der falschen Stadt?
Ich bin in Melbourne so oft von Leuten nach dem Weg gefragt worden, dass ich mit meiner schwarzen Jeans, Turnschuhen, Lederjacke und Freitag-Tasche wohl durch und durch wie ein waschechter Melbournianer ausgeschaut haben muss. In Sydney ist mir so was noch nie passiert und wird mir wohl auch nie passieren. Aber gibt es auch etwas, dass Sydney hat und Melbourne nicht? Ja, das gibt es. Man kann es nicht leugnen: Sydney ist mit seiner einmaligen Lage einfach tausend mal schöner als Melbourne.

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FOTO: JANICE CHAN (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Südaustralien ist anders

Australien ist nicht gleich Australien. Das habe ich wieder mal festgestellt und war erstaunt, dass es im Bundesstaat South Australia so ganz anders ist, als in Victoria oder New South Wales. Vor allem landschaftlich. Alles ist jetzt im Frühling viel grüner und ganze Landschaftsabschnitte bestehen aus rollenden Hügeln, auf denen Schafe grasen. Dazwischen immer wieder gelbe Rapsfelder so weit das Auge reicht, künstlich geschaffene Kieferwälder und Alleen aus Zypressen, gefolgt von großen Weingütern. Dazwischen immer wieder kleine Teiche und Tümpel. Ab und zu auch Pferde, aber kaum Kühe die sonst das ländliche Bild in Australien dominieren.

Auch die Architektur ist anders und spricht mich so viel mehr an, als der Rest von Australien den ich bisher gesehen habe. Vor allem die Einfamilienhäuser sind irgendwie »liebevoller« gestaltet und bestehen aus dicken halb verputzen Steinmauern (und nicht nur aus langweiligen unverputzten Ziegeln), die ich sonst noch nirgends in Australien gesehen habe. Südaustralien nennt man auch den Staat der Kirchen, die hier wie Unkraut aus dem Boden sprießen und ebenfalls eindrucksvoll aus Stein gebaut sind. Ich kritisiere auch oft an Australien und dessen Stadt- bzw. Dorfbilder, dass diese so lieblos sind und keinen Charme haben. In Südaustralien habe ich jedoch auch das Gegenteil gefunden und war sehr erstaunt über die Liebe zum Detail, mit der hier gearbeitet wird.

Südaustralien scheint sich auch mehr um die Umwelt zu sorgen, als andere Teile von Australien (vor allem New South Wales). Jedenfalls haben die Menschen ein weitaus ausgeprägteres Bewusstsein für Recycling und Mülltrennung. Die sonst üblichen gratis Plastiktüten im Supermarkt, die nach dem Einkauf in den Restmüll geschmissen werden, gibt es hier nicht. Wie bei uns in Mitteleuropa, hat man in Südaustralien nur stabile Plastiktüten, für die man bezahlen muss und auf denen geschrieben steht: »Ich bin eine stabile Tüte und zur wiederholten Verwendung geeignet. Bitte schmeiß mich nicht weg.« Auch Pfandflaschen (so weit ich weiß gibt es das im Rest Australiens nicht) habe ich gesehen und auf Mülltrennung an öffentlichen Orten wird ebenfalls mehr wert gelegt als anderswo.

Da fragt man sich doch, warum Südaustralien so anders ist. Vielleicht hat das irgendwie damit zu tun, dass dieser Staat als einziger in Australien nicht durch Sträflingskolonien aufgebaut wurde. Hier haben sich im 19. Jahrhundert englische Einwanderer niedergelassen, die die Vision eines »sträflingsfreien« Staates hatten. Ob das wohl den Unterschied macht?

No worries!

FOTO: NINA FISCHER
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Roadtrip – Autofahren in Australien

Auto fahren in Australien ist gefährlich. Rücksichtslose Fahrer die kreuz und quer die Spuren wechseln – und das auch auf der Autobahn – ist in der Stadt so ziemlich normal. Dass die öffentlichen Verkehrsmittel in diesem Land nicht sonderlich gut ausgebaut sind, weiß man auch. Australien ist nämlich, genau wie Amerika, ein Land der Autofahrer. Würde man sich da aber nicht erwarten, dass die Infrastruktur zumindest etwas besser funktioniert? Würde man wohl, man wird aber leider enttäuscht: Viel zu hohe Verkehrsbelastung und viel zu wenig Straßen die dazu noch in schlechtem Zustand sind. Das findet man jedenfalls in New South Wales.

Auch einen Roadtrip zu machen, kann mitunter zum Erlebnis werden. Auf der 2-spurigen Autobahn, auf der man maximal 110 km/h fahren darf, sind oft mehr Autos unterwegs, als man meinen würde. Die Strecke von Sydney nach Port Macquarie fährt sich noch relativ gut. Dann ist es jedoch schlagartig Schluss mit dem Luxus. Weiter geht es nämlich mit einer 1-spurigen Straße, die sich durch alle Dörfer schlängelt. »Pacific Highway« wird das hier genannt und bildet die Hauptverkehrsanbindung für jeden, der die 900 Kilometer Strecke von Sydney nach Brisbane zurück legen will.

Auch Leitplanken und Pannenstreifen wie man sie aus Österreich oder Deutschland kennt, sind hier nicht sehr verbreitet. Es gibt zwar größtenteils so etwas wie einen Pannenstreifen, der ist jedoch sehr schmal und wird von den Australiern gern für kurze Pausen auf der Autobahn verwendet. Oder er dient der Polizei für Radarkontrollen. Denn: Auch Raststätten und Tankstellen sind nur sehr dünn gesät! Verspürt man mal den dringenden Drang aufs Klo zu müssen, dann sollte man jede Möglichkeit nutzen. Denn »ich halte es noch bis zur nächsten Raststätte aus«, geht hier meistens in die Hose. Da machen die Aussies doch mal lieber am Rand der Autobahn eine kurze Pause oder ein Picknick. Ist ja auch gar nicht gefährlich. Verwundert sein und vor allem erschrecken darf man auch nicht, wenn einem plötzlich ein Radfahrer auf der Autobahn begegnet. Wo uns einer die Hände über dem Kopf zusammen schlägt, ist das ist hier nämlich ganz normal.

No worries!

FOTO: FRANCESCA PALAZZI (FLICKR)
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