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Ein Herz für Tiere?

Wie viel wisst ihr über den Tierschutz in Australien, wie gut seid ihr informiert? Ich höre immer wieder von anderen Auswanderern, die entsetzt über manche Praktiken sind, die in Australien toleriert werden. Skandale im Bereich Tierschutz umfassen unter anderem das Leiden verstümmelter Schafe auf Australiens Wollfarmen, das gezielte Töten von Koalas (die auf der Liste der bedrohten Tierarten stehen) in überbevölkerten Regionen, die Jagd auf Haie (die unter Artenschutz stehen) in Westaustralien, die Massaker an wilden Pferden und Kamelen oder die weit verbreiteten puppy factories, in denen Hunde in Zuständen die der Massentierhaltung gleichen, am laufenden Band Welpen zur Welt bringen, die dann in Zoofachhandlungen verkauft werden. Anders als in Österreich und vielen anderen europäischen Ländern ist auch die Haltung von exotischen Wildtieren in Zirkussen und das Betreiben von Delfinarien erlaubt.

Umstrittener Tierschutzverband
Laut Statistiken des größten australischen Tierschutzverbandes RSPCA haben 40% aller Haushalte in Australien einen Hund und 29% eine Katze. Trotz der großen Beliebtheit von Haustieren wurden im Jahr 2013/14 sowohl 7.313 unvermittelbare Hunde, als auch 15.491 Katzen eingeschläfert. Hier ist es, anders als z.B. in Österreich, legal ein kerngesundes Tier einzuschläfern, wenn »es niemand haben will und kein neues Zuhause gefunden werden kann«. Dies betrifft momentan ca. 15% aller Hunde und 30% aller Katzen, die im Tierheim landen. Im Jahr 2010/11 war die Zahl der eingeschläferten Tiere noch doppelt so hoch (30% aller Hunde und 60% aller Katzen), ist jedoch aufgrund heftiger Kritik seither stetig gesunken.

Was uns die Rennindustrie lieber verheimlicht
Pferde- und Hunderennen erfreuen sich in Australien nicht nur äußerster Beliebtheit, sondern werden auch immer wieder stark kritisiert. Rennpferde, die nicht genug Potenzial zeigen oder verletzt sind, werden größtenteils ausgesondert und zu Hundefutter verarbeitet. Sie können bei Auktionen für sehr geringe Summen ersteigert werden – nur wenige haben jedoch das Glück, einen neuen Besitzer zu finden. Es gibt zwar keine offiziellen Zahlen, laut Schätzungen werden pro Jahr aber mindestens die Hälfte aller Vollblüter, die für Pferderennen gezüchtet werden, entsorgt. Dies entspricht ca. 8.000 Pferden die als »Abfallprodukt« jährlich beim Schlachter landen. Noch schlimmer sieht es bei den Hunderennen aus. Neben der umstrittenen Praxis, Greyhounds mit lebender Beute zu trainieren – normalerweise Kaninchen, Ferkeln oder Possums – kann auch das Schicksal der Hunde, die raus aus dem Renngeschäft sind, nur als hoffnungslos bezeichnet werden. 17.000 Hunde, das sind 96% aller für Hunderennen gezüchteten Greyhounds, werden pro Jahr getötet, weil sie kein Potenzial zeigen, ausgedient haben oder aufgrund ihrer antrainierten Verhaltensweisen nicht in ein normales Familienleben integriert werden können. Es gab bereits Skandale über Tierärzte, die mit dem Einschläfern von völlig gesunden jungen Hunden Profit machen und mehrere Massengräber, in denen die Gebeine von Hunden gefunden wurden – vermutlich erschossen oder zu Tode geprügelt.

Freilandhaltung – gibt es das tatsächlich?
In der australischen Eierindustrie gibt es weder nationale Standards, noch eine einheitliche Kontrollinstanz. Der Begriff free range, auf deutsch Freilandhaltung, ist nicht per Gesetz definiert und kann daher frei interpretiert werden. Nur weil also free range drauf steht, muss das noch lange nicht heißen, dass die Hühner artgerecht gehalten werden. Eine Firma kann z.B. angeben, dass ihre Eier aus Freilandhaltung stammen, muss jedoch nur die eigens auferlegten Standards beachten. Dies kann mitunter heißen, dass statt der gängigen Praxis, nicht mehr als 1.500 Hennen pro Hektar zu halten, 10.000 oder sogar 20.000 Hennen pro Hektar gehalten werden. Weiters sind die Firmen nicht dazu verpflichtet, Daten zu veröffentlichen. Auch das Wort organic bedeutet nicht unbedingt, dass die Eier aus ökologischer Haltung stammen, sondern kann lediglich darauf hinweisen, dass bei der Fütterung auf Zusatzstoffe verzichtet wird. Konsumententäuschung wird in der australischen Lebensmittelindustrie ziemlich offen betrieben. Skandale in den letzten Jahren haben jedoch dazu geführt, dass die Einführung nationaler Standards nun endlich diskutiert wird.

Spitzenreiter im Fleischkonsum
Australier lieben Fleisch. Laut diesem Bericht konsumierte der Durchschnittsaustralier im vergangenen Jahr 90 Kilogramm Fleisch. Damit ist Australien Spitzenreiter im Fleischkonsum und hat mittlerweile sogar die USA, die Jahre lang an erster Stelle stand, überholt. Besonders beliebt ist Hühnerfleisch, aber auch Rindfleisch wird gern gegessen und Schweinefleisch – traditionell nicht sehr beliebt bei den Australiern – ist ebenfalls auf dem Vormarsch, Tendenz steigend. Während viele Rinder in Australien ein relativ angenehmes Leben führen, einen Großteil ihres Daseins draußen verbringen und mit Gras gefüttert werden, stammt ca. 95% des Schweinefleischs und Hühnerfleischs aus industrieller Massentierhaltung. Weder für die Schweine- noch die Hühnerhaltung gibt es festgelegte nationale Standards und das Wort free range wird hier genauso irreführend und willkürlich verwendet, wie in der Eierindustrie. Wer sich weiterbilden möchte, der kann sich bei Animal Welfare Labels einen Überblick über einige im Supermarkt erhältliche Produkte verschaffen.

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FOTO: DAVID KENT (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Bogan

Habt ihr euch schon mal gefragt, was eigentlich der Begriff bogan bedeutet? Laut Oxford Dictionary bezeichnet man damit eine unmodische Person mit einfachem Charakter und niedrigem sozialen Status. Wo ich her komme, könnte man das mit »Hinterwäldler« übersetzen, die Deutschen würden vielleicht »Assis« dazu sagen. Googelt man den Begriff, wird dieser mit »Penner« übersetzt. Ein Bogan ist jedoch viel mehr als das. Die Australier machen sich gerne lustig über Bogans, wollen auf keinen Fall bogan sein, sind aber doch alle irgendwie ein bisschen bogan und geben das hin und wieder auch gerne zu – und können somit über sich selber lachen. Daher stolpert man auch immer wieder über den viel gesagten Satz »embrace your inner bogan«, was so viel bedeutet wie: Steh zu dem Bogan in dir!

Der typische Bogan ist ein schlichter, einfacher Mensch, der nicht sonderlich am Rest der Welt interessiert ist. Er achtet nicht auf seine Kleidung, Äußerlichkeiten sind ihm egal und es ist ihm auch so ziemlich wurst, was andere Leute tragen. Soll doch jeder machen, wie er will. Am liebsten hat er es gemütlich, meistens ist er mit Flip-Flops oder Ugg Boots unterwegs (oder gleich barfuß), dazu Boardshoarts oder Jogginghose, Unterhemd und eventuell noch ein Flanellhemd oben drüber. Manchmal können Bogans auch rüpelhaft sein, ja fast schon etwas ungehobelt, primitiv und unkultiviert – auch das gehört dazu. Bogans wohnen in der Vorstadt oder in ländlicher Gegend. Das Auto wird auf dem Rasen geparkt, die Garage ist normalerweise schon mit irgendwelchem Gerümpel belegt. Im Garten liegt ein kaputter Kühlschrank und eine alte Badewanne. Ist doch egal, stört ja keinen. Auch Bier und BBQ sind im Leben eines Bogans allgegenwärtige Begleiter und dürfen auf keinen Fall fehlen. Seine Freizeit verbringt der Bogan am liebsten auf der Couch und schaut Footy oder Big Brother. Dazu ein Sixpack VB (Victoria Bitter Beer). Oder er werkelt draußen an seinen Autos. In ländlichen Gegenden hat der typische Bogan mindestens zwei schrottreife Exemplare auf dem Grundstück stehen (mit einem großen Schild auf dem zu lesen steht: Not for sale). Weil der Bogan sein Land so sehr liebt, hat er sich das Southern Cross – das Symbol der australischen Flagge – tätowieren lassen. Daran erkennt man ihn eigentlich ganz leicht. Nicht zuletzt verrät er sich auch durch seine Sprache, dem distinktiven Bogan-Englisch.

Tatsächlich ist der Bogan in Australien eine solch beliebte Spezies, dass es neben unzähligen Parodien und einer Bogan App, die feststellt, wie viel bogan man in sich hat, auch eine TV-Serie gibt, in der – ihr habt es erraten – Australiens größter Bogan gesucht wird. Und für diejenigen, die sich immer noch unsicher sind, was denn nun ein Bogan ist – es gibt ein Buch, das ganz einfach erklärt, woran man einen modernen Bogan im 21. Jahrhundert erkennen kann. So entstehen auch immer wieder spannende Diskussionen in Australien: Wie viel bogan ist zu viel? Ist es okay wenn man im Pyjama in den Supermarkt einkaufen geht?

No worries!

FOTO: KATE BUNKER (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Australien in der Drogenkrise

Laut einer Umfrage von 2013 haben 42% der Bevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben zu illegalen Drogen gegriffen. Innerhalb dieser Gruppe rauchen 35% Kannabis, 10,9% nehmen Ecstasy, 8,1% Kokain und 7% Amphetamine (hierzu gehören z.B. Crystal Meth und Speed). Weiters hat jede siebte Person über 14 Jahren angegeben, in den letzten zwölf Monaten Drogen konsumiert zu haben. In der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen war es sogar jede vierte Person. Kannabis und Crystal Meth sind jene Drogen, die die größte Abhängigkeit verursachen. Besonders letztere bereitet den Behörden Sorgen, da der Konsum in den vergangenen Jahren rasant angestiegen ist. Von 2010 bis 2013 hat sich die Anzahl der Menschen, die aufgrund von Crystal Meth behandelt werden mussten, mehr als verdoppelt.

Im internationalen Vergleich zeigt sich, dass in Australien mehr illegale Drogen konsumiert werden, als in anderen Regionen der Welt. In einer Umfrage der UNODC von 2014 steht Ozeanien (Australien und Neuseeland) fast in allen Bereichen an erster Stelle. Nirgendwo sonst wird so viel Kannabis, Ecstasy, Opioide, Amphetamine und Kokain konsumiert. Und das obwohl der Preis für Kokain in Australien mit durchschnittlich 204 Euro pro Gramm mehr als doppelt so hoch ist, als in anderen Ländern. Ebenso ist die Sterberate in Zusammenhang mit Drogen überdurchschnittlich hoch. Im Jahr 2012 starben laut Daten des Australischen Büro für Statistik 1.427 Menschen an einer Überdosis. Im Vergleich dazu lag die Zahl der Verkehrstoten im selben Jahr bei 1.338 Menschen.

Auch die beliebte Partydroge Ecstasy wird derzeit viel diskutiert. Innerhalb der letzten zwei Wochen sind gleich zwei junge Menschen während dem Stereosonic Music Festival in Sydney und Adelaide gestorben. Eine weitere Person war in kritischem Zustand und musste ins künstliche Koma versetzt werden. In Brisbane sind während dem Festival zwanzig Personen in Folge einer Überdosis ins Krankenhaus eingeliefert worden. Insgesamt sind dieses Jahr allein in New South Wales fünf Menschen im Alter von 15 bis 34 Jahren auf Festivals gestorben. Der Tod tritt zumeist in Folge einer Überdosis, dem Mix von mehreren Substanzen oder unreinen Drogen ein. Anders als in Europa werden illegale Substanzen in Australien bisher nicht getestet. Für Menschen, die Drogen konsumieren, ist das Risiko daher sehr hoch, schlechte oder unreine Pillen zu erhalten. Laut Umfragen befürworten aus diesem Grund vier von fünf jungen Menschen die Einführung von Drogentests. Politiker und Polizei sind dem gegenüber eher kritisch eingestellt, denn die Angst ist zu groß, den illegalen Drogenkonsum damit unbewusst zu fördern.

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FOTO: MICHAEL_SPENCER (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Australiens Bevölkerung in Zahlen

Das Institut für Gesundheit und Sozialfürsorge hat einen interessanten Bericht zum Leben in Australien veröffentlicht. Die Statistiken beziehen sich nicht nur auf Aspekte der Demographie, sondern beleuchten auch die Themen Ausbildung, Veränderungen am Arbeitsmarkt, Drogen- und Alkoholmissbrauch, Überalterung der Gesellschaft und vieles mehr. Der gesamte Bericht kann hier eingesehen werden. Die Schlüsselerkenntnisse sind wie folgt zusammengefasst.

Australiens Bevölkerung wird älter
Australiens Bevölkerung wächst zwar stetig, wird aber auch immer älter. Noch macht die Gruppe der 25 bis 64-Jährigen die klare Mehrheit aus. 2014 waren 15% der Bevölkerung älter als 65 Jahre, im Jahr 2054 soll diese Altersgruppe bereits mindestens 21% ausmachen.

Anzahl an Menschen mit Behinderung ist gleich geblieben
Der Prozentsatz an Menschen, die mit einer Behinderung leben, ist seit 2009 – trotz der Alterung der Gesellschaft – gleich geblieben und betrifft in Australien eine von fünf Personen, was ungefähr 19% aller Australier entspricht. 86% der betroffenen Gruppe sind jedoch 90 Jahre oder älter. Die Erwerbsquote der 15 bis 64-Jährigen, die mit einer Behinderung leben, liegt bei 53%.

Arbeitskräftewandel – Mehr erwerbstätige Frauen, Männer und Frauen arbeiten länger
Im Jahr 2004/05 lag das durchschnittliche Pensionsantrittsalter bei Männern bei 58 Jahren und bei Frauen bei 47 Jahren. Heute gehen Frauen erst mit 50 Jahren in Pension. Gleichzeitig ist die Beschäftigungsquote von Frauen im Alter zwischen 15 und 64 Jahren von 62% auf 71% gestiegen, während sie beim männlichen Geschlecht ungefähr gleich geblieben ist. Weiters ist die Beschäftigungsquote im Alter von 65 bis 69 Jahren bei Männer um das Doppelte, bei Frauen sogar um das 4-Fache angestiegen.

Mehr Mieter, weniger Hauseigentümer
Die Zahl der Mieter ist von 1994/95 bis 2011/12 von 18% auf 25% gestiegen, während die Zahl der Hauseigentümer, die einen Kredit abzahlen müssen, von 30% auf 37% gestiegen ist. Gleichzeitig geht die Zahl derjenigen, die eine Wohnung oder ein Haus kreditfrei besitzen, stetig zurück. Haushalte mit niedrigem Einkommen geben 41% ihres Gehalts für die Miete aus. 4% der Bevölkerung lebt in einer Sozialwohnung.

Kleine Fortschritte bei den Ureinwohnern Australiens
Im Jahr 2012/13 waren Sozialleistungen nur mehr für 50% der australischen Ureinwohner die alleinige Einnahmequelle (im Vergleich zu 16% in der restlichen Bevölkerung). Zehn Jahre zuvor waren es noch 63%. Die Zahl der Ureinwohner im Alter von 15 bis 64 Jahren, die einer Erwerbstätigkeit nachgeht, lag 2012/13 bei 48%. Laut eigenen Angaben können 41% der erwerbstätigen Ureinwohner von ihrem Einkommen leben. Diese Zahl ist seit 2002 um 9% gestiegen.

Einige weitere interessante Fakten:
  • 28% der Bevölkerung wurde nicht in Australien geboren – in dieser Gruppe stammen 37% aus Europa, 35% aus Asien und 12% aus dem ozeanischen Raum.
  • 71% aller Australier leben in Großstädten.
  • 23% aller Australier leben in einem Single-Haushalt.
  • Haushalte mit niedrigem Einkommen verdienen durchschnittlich $475 pro Woche, während Haushalte mit hohem Einkommen $1.814 pro Woche verdienen.
  • Die Beschäftigungsquote bei Männern ist mit 71% etwas höher als bei den Frauen (59%).
  • Das Durchschnittsalter beim ersten Baby beträgt bei der Frau 30,8 Jahre und beim Mann 33 Jahre.
  • Australien hat eine der höchsten Lebenserwartungen der Welt – Babys die zwischen 2011 und 2013 geboren wurden, können ein Alter von 80,1 Jahren (Jungen) und 84,3 Jahren (Mädchen) erreichen.
  • 48% aller Kinder bis 12 Jahre verbringen regelmäßig Zeit in der Kinderkrippe. Familien die besser verdienen, nützen externe Kinderbetreuung wesentlich öfter, als Familien mit niedrigem Einkommen.
  • Die Anzahl der 18 bis 24-Jährigen, die bei den Eltern leben, ist von 1997 bis 2012/13 von 50% auf 60% gestiegen.
  • 21% aller jungen Erwachsenen im Alter von 18 bis 24 Jahren trinken Alkohol in Mengen, die sich dauerhaft schädlich auf ihre Gesundheit auswirken könnten, während 29% der gleichen Altersgruppe Drogen konsumieren.
  • Die Jugendarbeitslosigkeit im Jahr 2014 betrug 13,3%. Weiters ist zu beobachten, dass immer mehr junge Leute Teilzeit arbeiten (44%) und die Zahl der Vollzeitbeschäftigten (43%) zurück geht.
  • 67% der erwachsenen Bevölkerung hat einen höheren Abschluss als den Pflichtschulabschluss. Im Jahr 2014 betraf dies 69% aller Männer und 66% aller Frauen.
  • 2014 arbeiteten 25% aller 25 bis 64-Jährigen in einem Teilzeitjob.
  • Männer in Vollzeitbeschäftigung arbeiten durchschnittlich 41,4 Stunden pro Woche während Frauen durchschnittlich 36,9 Stunden pro Woche arbeiten.
  • 2010 verrichteten 38% der Frauen und 34% der Männer eine gemeinnützige Arbeit. Am ehesten werden Sportveranstaltungen und -vereine unterstützt.
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FOTO: GREG SCALES (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Bali – Traumziel der Australier

Die indonesische Insel Bali gehört zu den beliebtesten Reisezielen der Australier. Im Jahr 2011/12 haben insgesamt 798.000 Australier Urlaub in Indonesien gemacht. Bali ist nicht nur eine wunderschöne Insel, die eine gewisse Spiritualität ausstrahlt, mit tollen Stränden und einzigartigen Unterkünften, sondern sie zeichnet sich auch durch die Herzlichkeit der hinduistischen Bevölkerung und deren Offenheit gegenüber fremden Kulturen aus. Einerseits strömen jedes Jahr Hunderttausende australische Touristen nach Bali und geben der Bevölkerung somit eine Lebensgrundlage, andererseits haben die beiden Staaten eine nicht ganz einfache Beziehung zueinander. Einmal ruft die indonesische Regierung zum Boykott gegen Australien auf, ein andermal macht das die australische. Gründe gibt es hierfür viele.

Die Australier haben einen schlechten Ruf in Indonesien, da manche Touristen milde gesagt »ihre Manieren in Australien lassen«, wenn sie auf der Trauminsel Urlaub machen. Es scheint, als fliegen viele jungen Leute in erster Linie nach Bali, um die Party ihres Lebens zu feiern: Trinken, Drogen nehmen, ohne Regeln und Gesetze leben und die balinesische Kultur generell mit den Füßen treten – so stellen sie sich ihren Urlaub vor. In der Folge führt dieses Verhalten auch zu Auseinandersetzungen auf politischer Ebene. Erst kürzlich hat der Fall der zwei australischen Drogenschmuggler Wellen geschlagen, die von der indonesischen Regierung hingerichtet wurden. Vergangenes Jahr hat ein australischer TV-Sender eine Dokuserie unter dem Titel »What really happens in Bali« veröffentlicht und was ich so gehört habe, ist es einigen Australiern überaus peinlich, wie sich ihre Landsleute im Ausland benehmen. Auch ich kenne Australier, die aus diesem Grund ihre Identität in Bali lieber nicht an die große Glocke hängen.

Bali hat sich für die Australier in der Vergangenheit auch als ziemlich tödlich erwiesen. Bei den Terroranschlägen in Kuta im Jahr 2002 kamen neben zahlreichen anderen Opfern auch 88 Australier ums Leben. Dies hat kurzfristig zu einem Einbruch im Tourismus geführt, der die Einwohner von Bali schwer getroffen hat. Drei Jahre dauerte es, bis sich die Zahl der Urlauber wieder stabilisierte. Laut Statistiken sterben pro Jahr an die 40 Australier in Indonesien, Verkehrsunfälle und natürliche Todesursachen machen die meisten Todesfälle aus. Die Zahl der inhaftierten australischen Staatsbürger in Indonesien – die meisten aufgrund von Drogendelikten – befindet sich im zweistelligen Bereich.

Trotz alledem lieben die Australier Bali, manche nennen die Insel sogar stolz ihre zweite Heimat. Der Flug dahin ist verhältnismäßig kurz, die Menschen sind herzlich und man kann günstig auf einer wunderschönen Insel Urlaub machen. Ein Artikel im Australian beschreibt sehr gut, warum die Liebe der Australier zu Bali so schnell nicht erlöschen wird.

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FOTO: NINA FISCHER
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Australien: Rauchen ist out

Denjenigen unter euch, die schon mal in Australien waren, ist sicher aufgefallen, wie wenig Raucher man hier sieht. Sydney ist eine absolute Nichtraucher-Stadt, wie generell der gesamte Bundesstaat New South Wales und sowieso der Großteil Australiens. Raucher sind hier so dünn gesät, dass es einem richtig auffällt, wenn man plötzlich irgendwo Zigarettenqualm schnuppert. Denn Rauchen ist so gut wie überall verboten: in Lokalen, an öffentlichen Plätzen, in Bars und Restaurants, am Flughafen, in Sportstadien, im Umkreis von zehn Metern um Kinderspielplätze, im öffentlichen Schwimmbad, teilweise auch an den Stränden, auf Märkten oder Veranstaltungen unter freiem Himmel, an Bushaltestellen, Bahnhöfen und Taxiständen. Wer Zigarettenstummel unachtsam aus dem Autofenster wirft, muss ebenfalls mit einer Geldstrafe in der Höhe von 200 Dollar rechnen.

Seit 2012 dürfen Zigaretten in Australien nicht mehr beworben werden und nur mehr in einer einheitlichen »Schockverpackung«, d.h. großflächige Bilder von Krebsgeschwüren, verfaulenden Beinen und Raucherlungen, verkauft werden. Das Markenlogo darf seither nur mehr ganz klein in einer Ecke stehen. Auch in den Shops dürfen Zigaretten nicht mehr ausgestellt, sondern nur mehr über die Theke verkauft werden. Ab Juli 2015 wird das Anti-Raucher-Gesetz in New South Wales noch einmal verschärft. Einerseits wird die 4-Meter-Regel ausgeweitet, die besagt, dass vor Eingängen zu öffentlichen Gebäuden, Restaurants, Bars, Cafés, Krankenhäusern, Kirchen, Schulen, Einkaufszentren, Hotels, Geschäftseingängen etc. nicht mehr geraucht werden darf, andererseits ist das Rauchen im Außenbereich von Lokalen und in Autos, in denen Kinder unter 16 Jahren mitfahren, in Zukunft verboten.

Die australische Regierung gibt jedes Jahr mehrere Millionen Dollar für Anti-Raucher-Kampagnen aus und gehört zu den Ländern, mit den schärfsten Anti-Raucher-Gesetzen der Welt. Es verwundert einen also nicht, dass hier so wenig Menschen zum Glimmstängel greifen. Rauchen wird in der Gesellschaft generell als uncool betrachtet, Raucher werden wegen ihres Lasters eher belächelt und erleben eine ständige Verunsicherung, da sie vor allem im öffentlichen Stadtleben nirgends rauchen können, ohne möglicherweise ein Gesetz zu brechen. Einen Artikel zu diesem Thema aus der Sicht eines Australiers gibt es hier.

Und was sagen die Statistiken? Laut einer Umfrage von 2014 greifen nur 12,8% aller Australier über 14 Jahren täglich zur Zigarette. 1991 waren es noch 24,3% – die Zahl der Raucher hat sich demnach in den vergangenen 23 Jahren um die Hälfte verringert. Zigaretten dürfen in Australien übrigens erst ab dem 18. Lebensjahr legal erworben werden.

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FOTO: RIC MCARTHUR (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Australien: Ein liberales Land?

Was meint ihr, ist Australien ein fortschrittliches Land? Was für Rechte hat man hier, wo wird Toleranz gezeigt, wer wird benachteiligt, wie streng sind die Gesetze und wie groß sind die persönlichen Freiheiten, die man hier genießt? Ein kleiner Überblick über einige aktuelle Themen.

Diskriminierung
Lange Zeit hat der australische Staat die so genannte White Australia Policy verfolgt, die zum Ziel hatte, die Einwanderung von Nicht-Weißen konsequent zu unterbinden. Erst 1975 wurde die Diskriminierung von Andersfarbigen mit dem Racial Discrimination Act endgültig abgeschafft. Seither hat sich viel getan. Mittlerweile gibt eine ganze Reihe an Gesetzen, die Diskriminierung aufgrund von Rasse, Geschlecht, Behinderung oder Alter unterbinden sollen. In der Realität lässt sich das aber selbst in einem heute sehr multikulturellen Land wie Australien nicht immer umsetzen. Studien zufolge hat man auf dem Arbeitsmarkt zum Beispiel sehr viel bessere Chancen, wenn man einen englischen Namen hat.

Homosexualität
Die gleichgeschlechtliche Ehe wird in Australien nicht anerkannt. Der Bundesstaat Australian Capital Territory hat mit dem Marriage Equality Act 2013 versucht, die gleichgeschlechtliche Ehe zu legalisieren. Der Beschluss wurde jedoch auf Bundesebene mit der Begründung zerschmettert, dass ein Gesetz wie dieses nicht von den einzelnen Ländern beschlossen werden kann. Anders sieht es bei der Adoption aus, diese wird nämlich auf Landesebene geregelt und ist in einigen Bundesstaaten für gleichgeschlechtliche Paare erlaubt. Sydney gehört übrigens zu den schwulenfreundlichsten Städten der Welt, in der auch jedes Jahr das berühmte Mardi Gras Festival stattfindet.

Abtreibung
Die Abtreibungsraten in Australien sind, wenn man den Medien und Abtreibungsgegnern glaubt, sehr hoch. Es werden aber mit Ausnahme von Südaustralien in keinem Bundesstaat relevante Daten gesammelt und veröffentlich. Laut Statistiken wurden im Jahr 2011 ca. 20% aller Schwangerschaften in Südaustralien abgebrochen. Abtreibungsgesetze sind auf Landesebene geregelt und werden zum Beispiel in New South Wales generell als legal betrachtet, »wenn der zuständige Arzt feststellen kann, dass einer Frau durch eine bevorstehende Schwangerschaft ernste physische oder psychische Schäden drohen, wobei wirtschaftlicher und sozialer Druck ebenfalls als Grund genannt werden können«. Die einzigen Bundesstaaten, in denen Abtreibung ohne wenn und aber legal ist, sind Victoria (bis zur 24. Woche) und das Australian Capital Territory. Eine Umfrage des Medical Journal Australia im Jahr 2010 ergab, dass 61% der befragten Australier der Meinung sind, dass Frauen im ersten Trimester der Schwangerschaft das uneingeschränkte Recht auf Abtreibung haben sollten.

Prostitution
Prostitution ist in Australien auf Landesebene geregelt und mittlerweile in allen Bundesstaaten legalisiert worden. Das heißt, der Akt der Prostitution an sich wird als legal erachtet. Je nach Staat gelten jedoch unterschiedliche Bedingungen. In Westaustralien, Südaustralien, Tasmanien und dem Northern Territory sind Bordelle beispielsweise verboten. Die strengsten Regelungen, durch die Sexarbeiter immer noch stark kriminalisiert werden, hat Südaustralien. New South Wales hingegen ist moderat: Prostitution, Straßenstrich und Bordelle sind erlaubt, es gilt jedoch ein Werbeverbot und die Bordelle dürfen nicht in Sichtweite von Wohnungen, Schulen, Kirchen oder Krankenhäusern sein.

Immigration
Jährlich emigrieren an die 190.000 Menschen nach Australien. Die Zahl der bewilligten Arbeitsvisa ist ungefähr doppelt so hoch, wie die Zahl der Familienzusammenführungen. Australien ist generell sehr offen gegenüber Einwanderern, so lange diese (wortwörtlich) den Preis dafür bezahlen, denn ein Visum für Australien ist nicht gerade günstig und auch mit einigem bürokratischen Aufwand verbunden. Wer eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung will, muss sowohl einen Gesundheitscheck als auch einen Charaktertest bestehen. Unter anderem wird auf AIDS und Tuberkulose getestet. Sollte das Ergebnis positiv ausfallen, kann einem mitunter die Einreise verweigert werden.

Asylrecht
Australien ist Unterzeichner der Genfer Flüchtlingskonvention, wird aber aufgrund der harschen Asylpolitik immer wieder in der Weltöffentlichkeit angeprangert. Nur 3% aller Flüchtlinge kommen über den Seeweg nach Australien, trotzdem wird von der Regierung eine regelrechte Hetzkampagne gegen die so genannten boat people betrieben. Die Flüchtlinge werden entweder direkt auf hoher See abgefangen und zur Umkehr gezwungen oder in notdürftige Lager auf abgelegene pazifische Inseln gebracht. Australien bezahlt arme Staaten wie Nauru und Papua-Neuguinea – seit kurzem existiert auch ein Vertrag mit Kambodscha – riesige Summen, damit diese die »australischen« Flüchtlinge aufnehmen. Die Flüchtlinge müssen unter menschenunwürdigen Bedingungen in den Lagern ausharren, ohne zu wissen, wann oder ob ihr Antrag auf Asyl in Australien bearbeitet wird. Auch schwangere Frauen und Kinder werden inhaftiert. Diejenigen, die Glück haben, verbringen die oftmals lange Wartezeit in Internierungslagern auf dem australischen Festland.

Australien ging kürzlich noch einen Schritt weiter und erließ ein neues Gesetz, das schwer im Verdacht steht, gegen internationales Recht zu verstoßen. Es erlaubt der Regierung unter anderem, anerkannten Flüchtlingen den Daueraufenthalt zu verweigern, indem ihnen nur ein temporäres Visum ausgestellt wird. Weiters hat sich die Regierung rechtlich abgesichert, Flüchtlinge, die auf hoher See abgefangen werden, direkt in ihr Heimatland zurück schicken zu können, selbst wenn ihnen dort möglicherweise Verfolgung und Tod droht.

Meinungsfreiheit
Laut Reporter ohne Grenzen befindet sich Australien auf Platz 25 der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit. Platz 1 wird von Finnland belegt, Österreich befindet sich auf Platz 7, Deutschland auf Platz 12. Die Pressefreiheit wird in Australien immer wieder zum Thema gemacht, gerne hätte der Staat mehr Kontrolle über die Berichterstattung in den Medien. Die Regierung versucht schon seit Jahren, Pressereformen durchzuführen. Im Oktober letzten Jahres wurde schließlich ein neues Gesetz verabschiedet, dass die Pressefreiheit zu Gunsten der Anti-Terrorbekämpfung einschränkt. Journalisten machen sich nun strafbar – ihnen droht bis zu zehn Jahre Haft – wenn sie über Einsätze des australischen Geheimdienstes berichten (deren Beteiligte übrigens strafrechtliche Immunität genießen), selbst wenn es dabei um die Aufklärung von Mordfällen geht und die Berichterstattung im öffentlichen Interesse steht. Auch Blogger, Tweeter und Whistleblower sind von dem neuen Gesetz nicht ausgenommen.

Das Demonstrationsrecht steht in Australien ebenfalls unter schwerem Beschuss. In mehreren Bundesstaaten sind bereits Gesetzesentwürfe zu einem Anti-Demonstrationsgesetz umgesetzt worden. Nach Queensland, Tasmanien und Victoria ist es jetzt auch in Westaustralien soweit. Demonstranten, die sich aus Protest an Objekte ketten oder Gegenstände bei sich tragen, die hierfür verwendet werden könnten, sollen in Zukunft bis zu zwei Jahre Haft und eine Geldstrafe bis zu 24.000 Dollar drohen. Gleichzeitig erhält die Polizei die Macht, Demonstrationen aufzulösen und Leute zu verhaften, die im Verdacht stehen, das neue Gesetz brechen zu wollen.

Wahlrecht
In Australien ist man ab 18 Jahren wahlberechtigt. Die Bundestagswahl bzw. Nationalratswahl ist in Australien nicht freiwillig, sondern seit 1924 eine bürgerliche Pflicht. Wer nicht wählen geht, muss mit einer Geldstrafe rechnen. Die Wahlbeteiligung ist in Australien dementsprechend hoch. Gleichzeitig wird Straftätern, die eine drei- oder mehrjährige Strafe im Gefängnis absitzen, das Wahlrecht entzogen. Ähnlich verhält es sich bei Menschen mit psychischen Erkrankungen. Auch ihnen kann das Wahlrecht unter Umständen abgesprochen werden. Aborigines haben das uneingeschränkte Wahlrecht in Australien übrigens erst 1965 erhalten.

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FOTO: KAYVEE.INC (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Eine sportliche Nation

Sport gehört zum Leben in Australien dazu, wie das täglich frisch gebackene Brot für den Deutschen. Die Australier sind nicht nur selber gerne aktiv, sondern verbringen ihre Freizeit mit Vorliebe als Zuschauer bei sportlichen Events. Wenn man seine Mannschaft nicht live anfeuern kann, dann trifft man sich stattdessen mit Gleichgesinnten im Pub und verfolgt das Spiel auf der Leinwand. Anders als man vielleicht denken würde, befindet sich aber nicht Surfen auf Platz eins der beliebtesten Sportarten, sondern Football.

Footy könnte man hier als eine Art Nationalsport bezeichnen, wobei dieser Begriff mehrere Sportarten umfasst: AFL (Australian Football League), NRL (National Rugby League) and Rugby Union. Fußball wird manchmal auch zu Footy gezählt, ist aber nicht ganz so beliebt, wie die anderen Sportarten. Laut dem Australischen Büro für Statistik und einer Umfrage von 2011/12 ist AFL sowohl der am häufigsten gegoogelte sportliche Begriff, als auch jene Sportart, die die meisten Zuschauer hat. An zweiter Stelle stehen Pferderennen, gefolgt von der NRL und Motorsport. Fußball befindet sich nur auf Platz fünf. Weiters zeigen die Australier großes Interesse an Cricket und Rugby Union, aber auch Trabrennen, Tennis und Hunderennen sind sehr beliebt.

Ein ganz anders Bild entsteht jedoch, wenn man sich anschaut, wie sich die Australier sportlich betätigen. Laufen und Fitnesstraining ist sowohl bei Männern als auch Frauen mit Abstand die meist ausgeübte sportliche Aktivität. Schwimmen, Radfahren, Joggen und Tennis sind bei beiden Geschlechtern ebenfalls sehr beliebt. Weiters bevorzugen die Männern Golf, Fußball, Cricket und Basketball, während die Frauen sich mehr für Netball, Yoga, Tanzen und Bush Walking interessieren. Insgesamt geben 65% aller Australier an, sportlich aktiv zu sein.

Trotz der Tatsache, dass Australien eine sehr sportliche Nation ist und viele ihre Freizeit draußen verbringen, nimmt auch hier die Zahl an übergewichtigen Menschen stetig zu. 28,3% aller Australier sind von Fettleibigkeit betroffen, weitere 35% gelten als übergewichtig. Männer sind häufiger betroffen als Frauen und ältere Menschen häufiger als jüngere. Somit ist der Prozentsatz der Menschen, die sich regelmäßig sportlich betätigen, gleich hoch, wie jener der Übergewichtigen. Mehr dazu hier.

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FOTO: RUSSELL CHARTERS (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Wo verbringen die Australier ihren Urlaub?

Die indonesische Insel Bali gehört zu den beliebtesten Reisezielen der Australier. Im Jahr 2011/12 haben insgesamt 798.000 Australier Indonesien besucht. Allein Neuseeland kommt mit knapp einer Million Besucher noch besser bei den Aussies an, was jedoch auch daran liegen könnte, dass viele Auslandsneuseeländer ihrer alten Heimat regelmäßig einen Besuch abstatten. Weiters verbringen die Australier ihre Ferien gerne in den USA und Thailand. Laut einer Umfrage der australischen Regierung machen mehr als die Hälfte aller Auslandsreisenden Urlaub, 22% besuchen Freunde oder Familie und 18% sind rein geschäftlich unterwegs.

Top 10 Reiseziele der Australier:
  1. Neuseeland (14%) – 989.000 Besucher 
  2. Indonesien (11%) – 798.000 Besucher 
  3. USA (10%) – 739.000 Besucher 
  4. Thailand (8%) – 533.000 Besucher 
  5. Vereintes Königreich (6%) – 451.000 Besucher 
  6. China (5%) – 344.000 Besucher 
  7. Singapur (4%) – 276.000 Besucher 
  8. Fiji (4%) – 258.000 Besucher 
  9. Malaysia (3%) – 233.000 Besucher 
  10. Hong Kong (3%) – 220.000 Besucher
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Buchtipp: Asylpolitik Australien

Wer sich für die australische Asylpolitik interessiert, sollte unbedingt folgende in den letzten Jahren erschienene Bücher lesen. Beide wurden von australischen Autoren verfasst. In dem Buch »The People Smuggler« erzählt Robin De Crespigny die wahre Lebensgeschichte von Ali Al Jenabi, einem Iraker der unter dem Regime von Saddam Hussein aufwächst, in dem berüchtigten Gefängnis Abu Ghraib gefoltert wird und über viele Umwege ein Jahrzehnt später schließlich in Australien Asyl für sich und seine Familie findet. Sein Weg führt ihn zunächst in das kurdisch-irakische Grenzgebiet, er unternimmt erfolglose Fluchtversuche nach Syrien und in die Türkei, harrt Monate lang in UN Camps aus, landet zuerst im Iran und schließlich in Indonesien. Nachdem er jedoch von Menschenschmugglern betrogen wird, sieht er nur mehr einen Weg, um nach Australien zu gelangen: Um sich die Flucht zu finanzieren, wird er selber zum Menschenschmuggler.

Das Wort people smuggler hat einen bitteren Beigeschmack, man sollte jedoch nicht allzu vorschnell urteilen. Das Buch erforscht die Tiefen der menschlichen Seele, wie wir zu dem werden, was wir sind und zeigt, wozu Menschen in ihrer Verzweiflung fähig sind. Es stellt auch die berechtigte Frage: Würden wir in dieser Situation nicht genau gleich handeln, würden wir nicht alles tun, um unsere Familie in Sicherheit zu bringen, koste es was es wolle?

Das zweite Buch, »The Undesirables«, wurde vom Whistleblower Marc Isaacs geschrieben. Der junge Autor kam relativ überraschend zu einem Job bei der Salvation Army und wurde kurzerhand ins Flüchtlingslager auf die abgelegene pazifische Insel Nauru geschickt, wo Australien ein so genanntes off-shore processing centre betreibt. Was ihn dort erwartete, darauf war er nicht vorbereitet. Im Camp, das bei seiner Ankunft 2012 hauptsächlich aus notdürftigen Zelten bestand, herrschte beklemmende Stimmung. Ohne jegliche Ausbildung oder Training wurden die Angestellten der Salvation Army als Sozialarbeiter eingesetzt, die den Flüchtlingen im Alltag behilflich sein sollten. Die Männer sind im Camp zum Nichtstun verdammt, ohne zu wissen, ob und wann ihnen ein Visum erteilt wird. Die tägliche Perspektivenlosigkeit und Ungewissheit und die Sorge um die zurück gelassene Familie gipfelten in Protesten und gewalttätigen Ausschreitungen. Selbstverletzendes Verhalten und Selbstmordversuche standen an der Tagesordnung. Marc Isaacs beschrieb sein Erlebnis so: »Widerstandsfähige Männer, denen die Flucht aus Kriegs- und Krisengebieten gelungen ist, werden langsam aber sicher zu Staub zermalmt«.

Angestellte der Salvation Army müssen ein Geheimhaltungsabkommen unterzeichnen, Kameras sind auf Nauru streng verboten und für ein Visum muss man an die 8.000 Australische Dollar hinblättern. Die australische Regierung tut alles, um den Umgang mit Flüchtlingen hinter verschlossenen Türen zu halten. Marc Isaacs hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, die australische Öffentlichkeit – wohlgemerkt gegen den Willen der Regierung – über die harschen und menschenunwürdigen Bedingungen in den Camps zu informieren und den Flüchtlingen dadurch eine Stimme zu geben. Mehr Infos zum Thema Asylpolitik findet ihr hier.

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Auswanderlust

Australien ist das Einwanderungsland schlechthin, das wissen wir alle. Aber wie steht es eigentlich mit Auswandern? Zieht es die Australier auch in die Ferne? Wie viele Menschen verlassen pro Jahr »the lucky country« und versuchen ihr Glück lieber anderswo?

Laut der australischen Regierung steigt die Zahl derjenigen, die Australien jährlich verlassen, seit den 90er Jahren kontinuierlich an. Im Finanzjahr 2012/13 sind insgesamt 152.414 Menschen eingewandert, gleichzeitig haben 91.761 die Insel verlassen. Der Großteil der Einwanderer kommt mit nahezu 50% aus Neuseeland, größere Gruppen kommen auch aus Indien, China und Großbritannien.

Gut die Hälfte aller Auswanderer wurden nicht in Australien geboren, viele kehren wieder in ihr Geburtsland zurück. Dabei stehen Neuseeland (10%), Großbritannien (8,2%), China (7%), Hong Kong (2,7%) und die USA (1,4%) an der Spitze der Liste. Für gebürtige Australier sind englischsprachige Länder besonders beliebt. Fast die Hälfte der in Australien geborenen Emigranten sind nach Großbritannien, Neuseeland oder in die USA ausgewandert. Weitere beliebte Destinationen sind Singapur, Hong Kong und die Vereinigte Arabische Emirate.

Laut dem Department of Immigration and Border Protection wandern die meisten Australier aus rein wirtschaftlichen Gründen aus. Viele erhoffen sich anderswo bessere berufliche Aussichten bei niedrigeren Lebenshaltungskosten. Nicht in Australien geborene Emigranten verlassen die Insel aus den unterschiedlichsten Gründen: Heimweh und wirtschaftliche Unsicherheit können ein Grund sein, Scheidung, Verwitwung oder Pension ein anderer. Neuseeländer scheinen hier eine signifikante Ausnahme darzustellen, denn ihre Zahl hängt stark mit deren Arbeitslosenrate in Australien zusammen: Wenn sie hier nicht Fuß fassen können, sprich arbeitslos sind, kehrt ein Großteil von ihnen in ihre Heimat zurück.

Besonders interessant ist die Tatsache, dass 63,2% aller Emigranten, die einer beruflichen Tätigkeit nachgehen, Hochqualifizierte und Manager sind. Die Abwanderung von Fachkräften scheint also auch in Australien ein aktuelles Thema zu sein. Laut einem Sprecher der Indian Australian Association of NSW verlassen viele hoch qualifizierte Migranten Australien aufgrund fehlender beruflicher Perspektiven. Ein Großteil von ihnen arbeitet in Jobs, für die sie überqualifiziert sind. Es fehlt ihnen an Erfahrung im australischen Arbeitsmarkt – local experience wie man das so gerne nennt – was zumeist als Grundvoraussetzung gilt, um in diesem Land beruflich Fuß fassen zu können. Viele Migranten schaffen es nicht, sich aus dieser Zwickmühle zu befreien. Mehr zum Thema hier.

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Anmerkung: Die Daten werden übrigens mit der migration card gesammelt, die man bei der Ein- bzw. Ausreise in Australien ausfüllen muss und bilden die Grundlage für die vorliegenden Statistiken.

FOTO: CRAIG SUNTER (FLICKR)
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Aborigines – Zwischen Tradition und Moderne

Laut einer Statistik aus dem Jahre 2011 leben heute etwa 670.000 Aborigines in Australien, das entspricht ca. 3% der Gesamtbevölkerung. Im dünn besiedelten Northern Territory gehören knapp 30% der indigenen Bevölkerung an. Prozentual gesehen ist der Großteil der Aborigines jedoch in den Bundesstaaten New South Wales und Queensland angesiedelt.

Traditionen, Rituale und Bräuche sind vielfach verloren gegangen oder werden nur noch in abgelegenen Regionen, wie dem Northern Territory, praktiziert. Heute gehören 73% der Aborigines einer christlichen Konfession an. Trotz dieser Tatsache fühlen sich viele ihrem angestammten Land auf tiefe Weise verbunden und wollen nach ihrem Tod auch dort bestattet werden. Bei den meisten Stämmen ist es üblich, dass nach dem Tod nichts mehr von dem Verstorbenen weiter existieren darf, d.h. Kleidungsstücke und Wertgegenstände müssen vernichtet werden. Aus diesem Grund lassen sich traditionelle Aborigines nicht gerne fotografieren.

Probleme und Missstände
Die australischen Ureinwohner haben im Durchschnitt eine um elf Jahre niedrigere Lebenserwartung als die weiße Bevölkerung, gleichzeitig herrscht eine hohe Kindersterblichkeit. Viele Aborigines leben in sehr abgeschiedenen Gebieten und haben deshalb schlechten Zugang zu Bildung und Beschäftigung. Die Arbeitslosenrate ist drei Mal so hoch wie im Rest der Bevölkerung. Die Wohnsituation der Aborigines ist zumeist beengend, in manchen communities leben durchschnittlich 5,3 Personen in einem Haushalt (der australische Durchschnitt liegt bei 2,6 Personen). Auch Gesundheitsprobleme, die auf mangelnde Hygiene zurückzuführen sind, kommen bei den Aborigines häufiger vor, als bei der weißen Bevölkerung. Dazu zählen vor allem Fettleibigkeit aufgrund falscher Ernährung, Nierenleiden und Mittelohrentzündungen bei Kindern, die nicht selten zu einer lebenslangen Schwerhörigkeit führen können. Auch Drogen-, Alkoholmissbrauch und Gewalt in den Familienverbänden sind ein weit verbreitetes Problem, von dem die indigene Bevölkerung stark betroffen ist.

Der Alkohol und seine Auswirkungen
Die Ureinwohner, deren Organismus nicht an den Alkohol gewöhnt ist, können mit der Droge der Weißen nur schlecht umgehen. Durch die Alkoholprobleme innerhalb der communities wird auch Gewalt in der Familie immer häufiger. Aus einem Report von 2007, »Little Children Are Sacred«, geht hervor, dass Frauen und Kinder unter brutaler häuslicher Gewalt leiden – sowohl Misshandlungen als auch sexueller Missbrauch sind keine Seltenheit. 2008 ergaben ähnliche Befragungen, dass rund ein Viertel der indigenen Bevölkerung Opfer von Gewalt oder Gewaltandrohungen ist. Fast ein Drittel der Aborigines gaben weiters an, unter Depressionen zu leiden. Im Allgemeinen sind Aborigines 5 bis 6-mal häufiger Opfer von Gewalt, als der Rest der australischen Bevölkerung, Kinder sind sogar 7-mal häufiger von Gewalt betroffen.

Die australische Regierung unter Premierminister John Howard reagierte prompt mit drastischen Maßnahmen auf die schockierenden Berichte: Im Northern Territory wurde ein Verbot von Alkohol und Pornografie ausgerufen, Zwangsuntersuchungen für Kinder wurden eingeführt, die Polizeipräsenz in den communities verstärkt und ein Teil der Sozialhilfe in Lebensmittelgutscheine umgewandelt. Bis heute gibt es Kontroversen über diese Zwangsmaßnahmen – manche meinen, dass die Regierung viel zu lange weg geschaut hätte und noch viel früher eingreifen hätte müssen, andere lehnen diese Art der Bevormundung vehement ab. 2008 hat sich die Regierung unter Premierminister Kevin Rudd offiziell dazu verpflichtet, sich für die Chancengleichheit der indigenen Bevölkerung einzusetzen. Die Ziele der Kampagne »Closing The Gap« sind klar formuliert: Alle Missstände und Benachteiligungen die die indigene Bevölkerung in Australien betreffen, sollen innerhalb einer Generation bis zum Jahre 2031 beseitigt werden. Die soziale und medizinische Versorgung soll verbessert und der Zugang zu Bildung erleichtert werden.

Grundlegend unterschiedliche Rechtssysteme
Ein weiteres Problem in den communities der Aborigines ist der Umgang mit dem australischen Recht. Viele Stämme halten nach wie vor gerne an ihrem traditionellen Recht fest, dieses funktioniert jedoch grundlegend anders als das westliche Rechtssystem. Offiziell unterliegt die indigene Bevölkerung zwar auch dem australischen Gesetzbuch, inoffiziell sieht es in der Praxis aber oft noch anders aus. Nach dem traditionellen Rechtssystem der Aborigines wird eine Verurteilung immer einer körperlichen Bestrafung gleich gesetzt. Dies kann in einem schlimmen Fall schwere Körperverletzungen, eine Vergewaltigung oder sogar Hinrichtung bedeuten. Viele Sitten und Bräuche der Aborigines verstoßen gegen Menschenrechte und werden deshalb auch international stark kritisiert. Betritt z.B. eine Frau eine heilige Stätte, an der sich nur Männer aufhalten dürfen, so muss sie mit der Todesstrafe rechnen. Mädchen werden nach dem Einsetzen der Menstruation von ihren Vätern zwangsverheiratet. Diese Tatsachen stellen ein großes Hindernis für die Aborigines dar, um in Australien Chancengleichheit zu erreichen, da sie dafür ihr altes Recht endgültig ablegen müssten. 

Veränderung
Nur durch die Bereitwilligkeit zur Veränderung, haben die Aborigines eine Zukunft in der australischen Gesellschaft. Ebenso sieht es mit der Chancengleichheit aus, denn nur wenn sie bereit sind, gewisse Traditionen und Bräuche hinter sich zu lassen – dies betrifft in erster Linie das traditionelle Recht – können sie voll integriert werden. Dave Price, der ursprünglich aus England stammt, lebt mit seiner Aborigine-Frau Bess Price, die als politische Aktivistin in Australien bekannt ist, im Northern Territory und formuliert das so: »Wenn es keine Veränderungen gibt, wird es keine Lösungen geben und es wird keine Zukunft geben. Die Weißen werden Australien nicht verlassen, und die Aborigines wollen das auch gar nicht. Sie sind viel zu scharf auf die vielen Dinge, die wir mitgebracht haben. Nur nach unserem Gesetz wollen sie nicht leben.« Die indigene Bevölkerung muss sich öffnen und zulassen, dass über ihre Traditionen und ihr Recht diskutiert wird. Gleichzeitig muss ihnen die weiße Bevölkerung mit mehr Respekt und Verständnis begegnen. Viele Aborigines fühlen sich jedoch zwischen zwei Welten gefangen: Die Alte ist zusammen gebrochen und die Neue ist ihnen fremd. Auch die sozialen Strukturen sind nicht mehr intakt, die Ältesten, die das ganze Wissen haben, sterben, ohne dieses weiter gegeben zu haben. Die hohe Arbeitslosigkeit zusammen mit einer geringen Wertschätzung von Bildung verstärkt dieses Bild der Hoffnungslosigkeit.

Tradtitionelles Leben mit Sozialhilfe
Viele Aborigines sehnen sich wieder nach ihrem ursprünglichen Leben in Einklang mit der Natur. Seit den 80er Jahren gibt es immer mehr communities, die sich auf ihre zurück erhaltenen Landgebiete, die wie Reservate angelegt sind – teils der Öffentlichkeit zugänglich, teils nicht – zurückziehen. Sie leben dort in Eigenverantwortung fernab der westlichen Zivilisation, wo sie ihre alten Traditionen wieder neu aufleben lassen können. Viele communities haben auch den Schritt getan, ihre homelands zu alkoholfreien Zonen zu erklären. Der Staat muss jedoch für die Grundversorgung – Infrastruktur, Häuser, Strom, Schulen, Tankstellen, Krankenstationen etc. – aufkommen, denn auf moderne Errungenschaften wie Autos, Mobiltelefone und Internet möchten auch sie nicht mehr verzichten. Dies sorgt für Unmut in der australischen Bevölkerung, denn viele communities, die sich auf ihre homelands zurückgezogen haben, leben nach wie vor ausschließlich von Sozialhilfe. Sie führen zwar ein zufriedenes Leben in der Abgeschiedenheit, ein finanzielles Einkommen lässt sich in diesen Gebieten jedoch nur schwer erwirtschaften.

Tourismus als Chance
Viele communities sehen den Tourismus als Chance auf ein Einkommen und mehr Eigenständigkeit: Er ermöglicht es ihnen, ein traditionelles Leben auf ihrem eigenen Land zu führen und gleichzeitig mehr Verständnis für ihre Kultur zu wecken. Er bringt sie jedoch auch in einen Zwiespalt, denn hierfür müssen sie sowohl einen Teil ihrer Traditionen und Rituale, von denen viele streng geheim sind, offen legen, als auch heilige Plätze zugänglich machen, die aus traditioneller Sichtweise von Fremden nicht betreten werden dürfen. Nicht anders verhält es sich mit dem berühmten Felsen Uluru, der ebenfalls eine heilige Stätte der Aborigines darstellt. Das Besteigen des Berges führt daher immer wieder zu Auseinandersetzungen mit den ansässigen Aborigines. Der Tourismus ist also in vielerlei Hinsicht ein Kompromiss zwischen Tradition und Moderne, vielleicht auch eine Art Überleitung von einer alten in eine neue Welt.

Die Informationen zum zweiten Teil dieses Berichts stammen aus dem Buch »Aborigines gestern und heute« von Sabine und Burkhard Koch. Im ersten Teil ging es um Kultur und Geschichte der Aborigines.

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FOTO: APRIL PYLE/AI (FLICKR)
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Demonstrationen in Australien

Selten sieht man die Australier in Scharen auf die Straße strömen, um gegen etwas zu demonstrieren. Als kürzlich in Sydney ein Marsch zur Rettung des Great Barrier Reefs stattfand, waren geschätzte 2.500 Leute anwesend. Annähernd gleich viele haben an der Demo in Manly gegen die Jagd auf Haie teilgenommen. Um so mehr hat es mich verwundert, dass beim March in March, der vor ein paar Tagen in ganz Australien stattfand, mehr als 100.000 Leute gegen die aktuelle australische Regierung protestierten. In Sydney demonstrierten etwa 12.000 Menschen, in Melbourne waren es an die 25.000.

Ich hatte immer schon gehofft, es gibt sie irgendwo da draußen – diejenigen Australier, die nicht immer nur alles achselzuckend hinnehmen. Was hat also die Leute dazu bewegt, ihre No-Worries-Mentalität über Bord zu werfen, sich ein Schild zu basteln und gegen etwas zu protestieren? Der Frust auf einen einzigen Mann – Premierminister Tony Abbott – der schon jetzt als unbeliebtester Staatsführer in Australiens Geschichte gilt. Viele der Nachrichten waren direkt an ihn gerichtet. Unter anderem waren Sprüche zu lesen wie Abbott government planet killers; seeking asylum is a human right – shame on you Tony Abbott; open for business, closed for humanity; people before profit und the whole world is watching. Das Motto der vielen unzufriedenen Australier am vergangenen Wochenende lautete: Not in our name. Dies kann auch als Stellungsname zur internationalen Kritik gesehen werden, der Australien in letzter Zeit mit Themen wie Klimawandel, Flüchtlingspolitik und Umweltschutz vermehrt ausgesetzt war.

Die australische Regierung hat es in ihrer kurzen Amtszeit seit vergangenem September geschafft, viele Menschen zu vergraulen. Von der verschärften Flüchtlingspolitik und der Förderung des Kohlebergbaus im Naturschutzgebiet des Great Barrier Reefs einmal abgesehen, hat die Abbott Regierung auch die Jagd auf Haie genehmigt (von denen viele unter Artenschutz stehen), plant den Weltkulturerbestatus unberührter Wälder in Tasmanien aufzuheben (damit diese abgeholzt werden können), will in Zukunft die Fördermittel für erneuerbare Energien einstellen und möchte Kürzungen im Bereich Gesundheit und Bildung vornehmen, um die Staatskasse aufzubessern. Weiters hätte Tony Abbott gerne der Rundfunkanstalt ABC den Saft im Ausland abgedreht, nachdem er deren Berichterstattung als »nicht positiv genug« empfunden hatte. Zudem sollen bzw. sind bereits verschärfte Demonstrationsgesetze in Australien eingeführt worden.

Und was sagt Tony Abbott zu den Protesten gegen ihn und seine Politik? Er tat das ganze mit einem Lächeln und seinem typisch überheblichen Machogehabe ab. Soweit er informiert sei, sei die St. Patricks Day Parade der einzige Marsch, der am 16. März in Sydney stattgefunden hat. Dass ganz Australien demonstriert hat, wurde von den Politikern eiskalt ignoriert. Und nicht nur das, auch die Medien haben das Ereignis zum größten Teil totgeschwiegen. So schaffte es am Tag darauf nicht mal ein einziges Foto in die gedruckte Ausgabe des Sydney Morning Herald.

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Typisch australisch

Bereits in einem älteren Post habe ich erwähnt, dass die Australier gerne barfuss unterwegs sind. Und zwar wesentlich öfter als unserem mitteleuropäischen Gemüt lieb ist. Ich beobachte immer wieder mit Grausen, dass die Australier diesbezüglich keine Hemmungen haben ... man geht barfuss in den Supermarkt, barfuss ins Café, ja sogar in die Schule gehen manche Kinder barfuss, man steigt an der Tankstelle barfuss aus dem Auto und betritt barfuss die öffentlichen Toiletten am Strand. Meinen angeekelten Gesichtsausdruck – so Leid es mir tut, liebe Australier – kann ich mir in solchen Situationen nicht verkneifen.

Nicht anders ist es, wenn man mit dem Zug unterwegs ist. Die Fernreisezüge in New South Wales sind ziemlich veraltet und mit einem dementsprechend fleckigen Spannteppich ausgestattet, bei dessen Anblick sich mir die Nackenhaare aufstellen. Es dauert keine fünf Minuten, nachdem sich der Zug in Bewegung gesetzt hat und schon ziehen die Australier fröhlich ihre Schuhe aus und laufen barfuss durch die Gegend. Wenn man in der Nacht reist, muss man manchmal sogar aufpassen, dass man nicht über am Boden liegende Passagiere stolpert. Ist ja auch so schön gemütlich auf dem flauschigen Teppich. Selbst vor der Toilette im Zug wird nicht halt gemacht – kein Problem für einen richtigen Ozzie diese barfuss zu betreten!

Wenn ihr also das nächste mal mit Qantas nach Australien fliegt, merkt euch meine Worte und haltet Ausschau nach Leuten, die barfuss (wenn es zu kalt ist, werden wenigstens die Socken angelassen) in der Flugzeugtoilette verschwinden. So kann man die Australier ganz leicht von den Europäern unterscheiden.

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FOTO: STEVEN BÖHM (FLICKR)
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Kulturelle Vielfalt

Was ich an Australien so gerne mag, ist die kulturelle Vielfalt dieses Landes. Die vielen unterschiedlichen Menschen, die hier gemeinsam leben. Mir gefällt die Tatsache, dass ich in einem Land lebe, wo (zumindest bis zu einem gewissen Maße) jeder die gleiche Chance hat. Hier kann man täglich neue Menschen mit den unterschiedlichsten Migrationshintergründen, persönlichen Geschichten und kulturellen Werten und Traditionen treffen. Und sie alle sind gemeinsam Australien.

Unsere Nachbarn sind Einwanderer mit asiatischem Migrationshintergrund, die Nachbarn auf der anderen Seite sind so genannte »Anglo-Australier« (Abstämmige von Einwanderern aus England, Irland, Schottland oder Wales). Meine Arbeitskollegen haben italienische, malaysische und australisch-südafrikanische Wurzeln. Mein Volleyball-Team besteht aus einem bunt gemischten Haufen, der in erster oder zweiter Generation aus folgenden Ländern stammt: Philippinen, Indonesien, Irland, Südafrika, Brasilien, Mauritius u.a. Meine Surfkollegen sind anglo-australischer Herkunft, als auch Australier mit asiatischem und griechischem Migrationshintergrund. Die Freunde meines Freundes haben neben englischen Wurzeln auch italienische, chinesische und südafrikanische Wurzeln. Meine Freunde sind unter anderem deutscher, venezolanischer, finnischer, französischer, kanadischer und holländischer Nationalität zuzuordnen. Ich könnte die Liste so noch ewig fort führen.

Laut dem australischen Büro für Statistik (2011) sind zwar die meisten Australier hier geboren, trotzdem können sich über 75% der Bevölkerung mit dem Begriff »Australier mit Migrationshintergrund« identifizieren. Die meisten von ihnen haben Eltern oder Großeltern, die in einem anderen Land geboren wurden. Lediglich 2,5% der australischen Bevölkerung sind Nachkommen der Ureinwohner, während 43% zumindest ein Elternteil haben, das in einem anderen Land geboren wurde. Weitere 25% sind selber im Ausland geboren und als Migranten erster Generation zu bezeichnen. Der größte Anteil dieser Einwanderungsgruppe kommt aus England, Neuseeland, China und Indien. Das bedeutet auch, dass an die 16% der Bevölkerung dieses Landes aktiv eine andere Sprache praktiziert. Chinesisch, italienisch, arabisch und griechisch sind nach Englisch die meist gesprochen Sprachen in Australien.

Ich finde es schön, dass in Australien in allen Schichten und allen Jobs verschiedene Ethnizitäten zusammen kommen. Denn hier sind nicht alle Müllmänner, McDonalds-Angestellte oder Reinigungskräfte »Ausländer« aus niedrigen Schichten, die jene Jobs machen, die sonst keiner machen will. Klingt das nun allzu gut um wahr zu sein? Natürlich gibt es gerade auch in Australien, wo viele verschiedene Kulturen zusammen kommen, ernst zu nehmende Probleme mit Rassismus und sozialer Ungerechtigkeit. Als ich jedoch vor einer Weile auf einem Städte-Trip in den USA war, einem Land das ebenfalls von Multikulturalität geprägt ist, ist mir sofort aufgefallen, wie offensichtlich rassistisch soziale Ungerechtigkeit dort praktiziert wird: Ein Großteil der Menschen, die niedrige Tätigkeiten verrichten, sind afro-amerikanischer, hispanischer, arabischer oder asiatischer Herkunft. Da herrscht in Australien doch wirklich noch heile Welt dagegen.

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Wie sehen die Australier eigentlich uns?

Andersrum gesehen sind wir Österreicher wohl auch ein bisschen ein seltsames Volk, jedenfalls wenn es nach der Verfasserin dieses Blogposts geht. Hier erzählt eine junge Australierin, die seit einem Jahr in Wien lebt, was in ihren Augen den typischen Österreicher ausmacht – mit all seinen Ticks und Besonderheiten. Sie bedient sich lustiger Klischees und persönlicher Beobachtungen, alles gespickt mit einer großen Prise Wahrheit.

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Australier: Ein gottloses Volk

Von offizieller Seite her wird Australien gerne als christliches Land bezeichnet. Damit sind viele jedoch nicht einverstanden, da die Australier im Allgemeinen nicht sehr religiöse Menschen sind. Das Thema Religion und Glaube kommt nur selten zur Sprache, weder am Stammtisch, noch unter Freunden und schon gar nicht in den Medien. Auch in den Schulen wird man hier keine Kreuze oder sonstige religiöse Symbole finden. Ebenso fehlen viele christliche Feiertage, über die man sich in Österreich immer besonders freut. (Auch wenn manche gar nicht wissen, was man an dem Tag eigentlich feiert.) Kirchenglockenläuten hört man hier auch nur äußerst selten. Die Glocken kommen normalerweise nur vor der Sonntagsmesse, an Feiertagen oder zu speziellen Anlässen, wie z.B. Hochzeiten oder Beerdigungen, zum Einsatz. Wenn man also eine Weile in Australien lebt, könnte man fast vergessen, dass Religion überhaupt existiert ... nicht ganz, aber fast.

Laut dem australischen Büro für Statistik (2011) ist das Christentum mit 61% die meist verbreitete Religion in Australien. Dabei bilden die Katholiken, dicht gefolgt von den Anglikanern die größten Glaubensgemeinschaften. Die nächst größte Gruppe macht 22% aus und hat keine Religionszugehörigkeit oder bezeichnet sich selbst als nicht religiös. Dann folgen jene 8%, die unter »ohne Angabe« vermerkt sind. Vergleichsweise wenige Anhänger sind dem Buddhismus (2,4%), Islam (2,1%), Hinduismus (1,3%) und Judentum (0,5%) zuzuschreiben, wobei der Islam die schnellst wachsende Glaubensgemeinschaft in Australien ist.

Ohne Angabe schließt nicht anerkannte Religionen mit ein, unter anderem auch die Jediisten. In Australien ist der Jediismus – nach George Lucas Star Wars Reihe – als eine Art Scherzantwort sehr beliebt. 2011 zählten die Anhänger dieser Religion 65.486 Personen. Man vermutet jedoch, das lediglich an die 5.000 tatsächlich Anhänger des Jediismus sind. Der Rest glaubt nicht an Gott und hat einfach nur viel Humor. Deshalb lässt sich annehmen, dass die realistische Zahl der Atheisten in Australien noch weitaus höher ist. Der Regierung sind die Scherzantworten der Australier jedoch ein Dorn im Auge, wie sich hier nachlesen lässt. Als das Büro für Statistik 2011 die Umfrage zum Thema Religion startete, wurde die Öffentlichkeit darum gebeten, Scherzantworten doch bitte zu unterlassen. Irgendwann ist schließlich auch mal Schluss mit lustig.

Da gut ein Viertel der Bevölkerung – Tendenz steigend – ohne Religionszugehörigkeit ist, zählt Australien zu den am wenigsten religiösesten Länder der Industriestaaten. Besonders unter den australischen Jugendlichen ist Religionslosigkeit stark verbreitet – laut einer weltweiten Umfrage von 2008 sind sie sogar die ungläubigsten Jugendlichen auf der ganzen Welt.

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Alle Jahre wieder ...

Wie bereits im vorherigen Jahr und ebenso in jenem davor, wurde Australien auch 2013 wieder zur lebenswertesten Nation der Welt gekürt. Laut der OECD Studie die u.a. Faktoren wie Jobs, Ausbildung, Wohnen, Gesundheit und allgemeine Zufriedenheit berücksichtigt, belegt Australien dicht gefolgt von Schweden und Kanada den ersten Platz. Insgesamt werden elf Kategorien untersucht. Besonders gut haben die Australier in den Bereichen Wohnen, bürgerliches Engagement, Gesundheit und Sicherheit abgeschnitten.

Wohnen umfasst einerseits die allgemeine Wohnsituation, andererseits auch die damit verbundenen Kosten. Wie Australien hier so gut abschneiden konnte, kann ich mir nur dadurch erklären, dass das Leben außerhalb der Städte wohl doch um einiges billiger sein muss. Der Bereich Gesundheit hat im Grunde nur wenig mit dem Gesundheitssytem an sich zu tun. Das Resultat wird durch zwei Kernfragen ermittelt: Einerseits geht es um die Lebenserwartung der Menschen, die in Australien vergleichsweise hoch ist, andererseits vergleicht man das allgemeine Wohlbefinden der Leute, wenn man diese zu ihrer Gesundheit befragt. Weshalb Australien wiederum im Bereich bürgerliches Engagement so gut abgeschnitten hat, ist relativ leicht erklärt. Die Wahlpflicht ist in diesem Land per Gesetz geregelt, denn wer nicht brav zur Wahlurne schreitet, muss Strafe zahlen. Deshalb liegt Australien mit 93% Wahlbeteiligung wesentlich über dem OECD Durchschnitt von 72%. Auch beim Thema Sicherheit hat es Australien in die Top 5 geschafft. Pro 100.000 Einwohnern kommt man gerade mal auf einen Mord.

Vergleichsweise schlecht hat Australien in den Bereichen Einkommen und Verhältnis zwischen Beruf und Freizeit abgeschlossen. Die Australier verdienen zwar objektiv gesehen etwas mehr als der OECD Durchschnitt, es stellte sich jedoch auch heraus, dass die Lücke zwischen Arm und Reich immer größer wird. Jene 20% der Bevölkerung mit dem höchsten Einkommen verdienen insgesamt 6-mal so viel, wie die 20% der Bevölkerung, die sich am unteren Ende der Skala befinden. Zum Vergleich: In Österreich und Deutschland verdienen die Reichen ca. 4-mal so viel wie die Armen, in den USA gar 8-mal so viel. Auch gaben 14% der befragten Australier an, dass sie sehr lange Arbeitstage haben und wenig Zeit für Freizeit bleibt. Der OECD Durchschnitt liegt hier bei 9%. Meiner Meinung nach könnte dieser Missstand auch damit erklärt werden, dass die Australier tatsächlich sehr viel Zeit am Arbeitsplatz verbringen, ein Großteil jedoch weder effektiv noch organisiert arbeitet, was lange Arbeitsstunden zur Folge hat.

Auch in der allgemeinen Zufriedenheit haben die Aussies wesentlich schlechter abgeschlossen, als ich erwartet hätte. Laut OECD Studie sind sogar die Österreicher zufriedener mit ihrem Leben, als die Australier. Wer hätte das denn gedacht! Am glücklichsten sind die Menschen übrigens in der Schweiz. Mehr dazu gibt es hier: Better Life Index

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Don Ritchie and The Gap

Eine Geschichte die mich berührt hat und die ich erzählen möchte. Australien ist zwar bekannterweise die glücklichste Nation der Welt, trotzdem gibt es aber auch hier Menschen, die schwierige Zeiten durchmachen und deren Leben nicht nur aus no worries besteht. Ja, das gibt es tatsächlich – selbst wenn man nicht gerne darüber redet und dieses Thema lieber totschweigt, denn Selbstmord, Depression und psychische Krankheiten gehören in Australien zu den absoluten Tabuthemen. Die Zahlen schockieren dafür um so mehr. Laut einer Statistik ist Selbstmord nämlich die wahrscheinlichste Todesursache unter 44 Jahren, wobei 75% der Betroffenen männlich sind. Im Jahre 2007 gab es in ganz Australien 1.881 registrierte Selbstmorde und 65.000 Selbstmordversuche, wobei anzunehmen ist, dass die Dunkelziffer um einiges höher sein dürfte. Link zum Artikel

Wie in vielen anderen Städten der Welt gibt es auch in Sydney einen Ort, wo jene Menschen, die weder ein noch aus wissen, ihrem Dasein ein Ende bereiten. Oder es zumindest versuchen. Dieser Ort nennt sich The Gap und liegt bei Watsons Bay. Eine Küstenlandschaft mit steilen Klippen bildet hier die eigentlich wunderschön gelegene natürliche Einfahrt zum Hafengebiet von Sydney. Leider haben sich über die Jahrzehnte hinweg unzählige verlorene Seelen aus ganz Australien an diesem Ort das Leben genommen, laut Schätzungen sind es ungefähr 50 Menschen pro Jahr. Man unternahm einiges, um die Situation zu verbessern. Hohe Zäune wurden errichtet, Kameras installiert, Schilder aufgestellt und Nottelefone eingerichtet. Am meisten Leben gerettet hat jedoch ein einzelner Mann.

Das Haus von Don Ritchie und seiner Ehefrau befindet sich direkt gegenüber der Klippen in Watsons Bay. Von dort aus hielt er 50 Jahre lang Wache und wenn er eine verdächtige Person am Zaun sah, ging er rüber um mit ihr zu sprechen. Allein durch seine freundliche Art, sein Einfühlungsvermögen und seine Bereitschaft zuzuhören, hat er vielen Menschen wieder Hoffnung zum leben gegeben und sie vor dem Freitod bewahrt. Insgesamt konnte dieser bemerkenswerte Mann an die 160 Menschenleben retten. Nicht umsonst hat Don Ritchie schon einige Auszeichnungen und Ehrungen für seine freiwillige Arbeit als »Seelsorger«, so könnte man ihn wahrscheinlich nennen, erhalten.

Für gewöhnlich begann Don Ritchie das Gespräch mit der Frage, ob er der betroffenen Person irgendwie helfen könne, schenkte ihr ein warmes Lächeln und lud sie anschließend auf eine Tasse Tee zu sich nach Hause ein. Als ehemaliger Lebensversicherungs-Verkäufer, lag ihm seine ehrenamtliche Tätigkeit sehr am Herzen: »Wie wundervoll, so viele Menschen retten zu können. Wie wundervoll, ihnen das Leben verkaufen zu können.« Viele Menschen, denen er den Sprung in den Tod erfolgreich ausgeredet hat, haben ihn auch noch lange Zeit nachher besucht, um ihm für seine Hilfe zu danken, die genau im richtigen Moment kam.

Don Ritchie starb vergangenes Jahr im Alter von 85 Jahren. Sein Wunsch war immer, dass seine Arbeit weiter geführt wird und sich nach seinem Tod jemand anderer um all die verlorenen Seelen kümmert, die diesen Ort mit einem Todeswunsch aufsuchen. Vielleicht bin ich ja einfach zu emotional, aber mich rührt diese Geschichte eines einzelnen Mannes zu Tränen. Link zum Artikel

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Alkohol und Gewalt

Australier trinken viel und gerne. Dabei kommt es vor allem im Nachtleben immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen. Aber nicht nur Männer sind die Verursacher, auch Frauen sind zusehends zu mehr Gewalt auf offener Straße bereit. »Cat fights« habe ich selber schon zu später Stunde beobachtet. Man weiß dann nicht genau, ob man lieber lachen oder weinen soll.

Zwei Frauen in kurzen engen Minikleidern und 10 cm hohen Hacken bekämpfen sich vor einer Bar. Dabei wird gerangelt, gekratzt und an den Haaren gezogen. Eine der Frauen verliert ihr Handtäschchen und der Inhalt verteilt sich über den ganzen Gehsteig. Die Polizei greift ein, es hat sich schon eine Masse an Schaulustigen um die zwei wilden Katzen herum versammelt. Eine der beiden Frauen kniet in ihrem engen Kleid am Boden und versucht ihre Habseligkeiten wieder in Ordnung zu bringen, etwas Essentielles fehlt ihr aber. Sie bittet ihre Freundin: »Kannst du mal helfen? Ich habe mein Haarteil verloren!«

Was in Sydney des Nachts los ist und wo sich die jungen Menschen bis zum Umfallen besaufen, beschreibt dieser Bericht bei »Current Affair« über die Problematik von Frauen und Alkohol ganz gut.

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