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Der australische Traum

Oder: Über das Heimkehren. Es gibt sehr viele schöne Dinge am Leben in Australien, Dinge die ich nicht vermissen möchte. Surfen und Strandkultur, die Nähe zur Natur und Tierwelt, die kulinarischen Abenteuer, der gute Kaffee, die Freundlichkeit der Menschen, die vielen Sonnentage und die wunderschöne Stadt Sydney. Aber dann gibt es auch die andere Seite, die mich selbst nach vier Jahren immer wieder in Zweifel stürzen lässt. Kann man im Leben Erfüllung finden, wenn man mit seiner beruflichen Situation absolut unzufrieden ist? Diese Frage habe ich mir nur allzu oft gestellt und egal wie ich es drehe oder wende, es hat mich ständig das Gefühl verfolgt, irgendetwas zu verpassen. Irgendetwas versäumt zu haben. Irgendetwas nicht zu haben, das alle anderen haben.

Spätestens dann, wenn ich wieder einmal eine Nachricht von einem deutschen Grafikdesigner erhalten habe, der sich gerne seinen Traum erfüllen und nach Australien auswandern möchte, wurde ich mit der Frage konfrontiert: Wie erfüllt ist mein Leben eigentlich? Ja, es ist schön in Australien zu leben. Aber man ist auch sehr weit weg von der Familie und den Lieben daheim. Und dann ist da mein beruflicher Werdegang, der so ganz anders verlaufen ist, als ich mir das ausgemalt habe.

Ich bin mit einem Bachelor und Master in Design und ein bisschen Arbeitserfahrung nach Australien gekommen, habe hier eine dauerhafte Aufenthaltsbewilligung und somit auch uneingeschränkten Zugang zum Arbeitsmarkt und hätte gerne in Sydney in der Designbranche Fuß gefasst. D.h. in einer Agentur zu arbeiten, von anderen Leuten zu lernen, Kontakte zu knüpfen und neue Erfahrungen zu sammeln. Leider wollte dies nicht so wirklich klappen. Außer schlecht bezahlten Freelancejobs, falschen Versprechen, respektlosen Menschen und unfairen Arbeitsverhältnissen. Das frustriert auf die Dauer. Das entmutigt. Es lässt einen an sich selber zweifeln. Natürlich gab es einen Plan B, ich habe mich selbstständig gemacht, nebenbei auch mal in einem Café gejobbt, auf einer Pferdefarm gearbeitet und als Surflehrer für Kinder ausgeholfen. Das waren alles sehr positive Erfahrungen, bei denen ich mit lieben Menschen zu tun hatte und die mir keiner mehr nehmen kann, ändern aber nichts an dem Gefühl, irgendwie von mir selber enttäuscht zu sein. Ich habe es schlicht und einfach nicht geschafft in Sydney.

Das erinnert mich an eine Geschichte, die mir mal jemand erzählt hat und diese geht so: Es war einmal ein Mann, der die Idee hatte, in Australien einen Keksladen zu eröffnen. Das lief unerwarteterweise so gut, dass er sein Geschäft immer weiter ausbaute und neue Läden im ganzen Land aufmachte. Als seine Frau nach Amerika auswandern wollte, dachte er sich, was hier funktioniert hat, funktioniert dort sicher auch. Er muss zwar nochmals von vorne anfangen, wird aber seinen Keksladen einfach wieder aufbauen. Sie wanderten also nach Amerika aus. Der Mann ging alles genau gleich an, wie er dies in Australien getan hatte, dachte sich, so anders ist die Kultur ja nicht, da kann nicht viel schief gehen. Aber was er auch versuchte, es wollte einfach nicht klappen. Niemand schien zu erkennen, wie gut seine Kekse waren. Niemand schien sich so wirklich dafür zu interessieren. Und viele Male fragte er sich, wieso klappt es bloß nicht? Lag es an ihm? Ging er die Sache falsch an? Oder hatte es gar nichts mit ihm zu tun, ticken die Amerikaner vielleicht einfach anders?

Aller Anfang ist schwer und so hat auch das Heimkehren seine Tücken. Ich vermisse so viele Dinge aus Australien. Aber ich habe einen guten Job hier, der mir Freude macht, bei dem ich täglich von netten Menschen umgeben bin und fair behandelt werde. So Leid es mir tut – und es tut mir ganz ehrlich Leid drum – Sydney war wohl einfach nicht der richtige Ort für mich. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich einige Wochen vor meiner Abreise den Coastalwalk von Bondi nach Coogee gemacht habe. Ich bin auf den Klippen gesessen, hatte den Wind im Gesicht und eine wunderschöne Aussicht vor mir liegen. Und ich habe mir gedacht, ich will das alles nicht aufgeben. Aber Sydney war nicht gut zu mir. Ich habe vier Jahre lang versucht, beruflich irgendwie Fuß zu fassen und diese Stadt hat mir keine Chance gegeben. Auch wenn ich sehr gemischte Gefühle hatte, irgendwann muss man einen Schlussstrich ziehen und dieser Tag war für mich gekommen.

Ich bin mir sicher, es ergeht anderen Menschen da draußen ähnlich wie mir. Menschen, die davon träumen, sich in Australien ein tolles Leben aufzubauen und bei denen es auch nicht so wirklich klappen will. So habe ich mich in dem Bericht einer jungen Irin, die den Versuch gewagt hat nach Australien auszuwandern, ein Stück weit wiedergefunden. Sie beschreibt darin, warum sie enttäuscht vom australischen Traum ist. Und wie man so schön sagt, wenn man nicht damit zufrieden ist, wie sich sein Leben entwickelt, sollte man die Richtung ändern. Auch wenn dies bedeutet, wieder in die Heimat zurückzukehren.

Sydney, ich vermisse dich wirklich sehr, aber: Es ist besser, mit den richtigen Leuten durch den Regen zu laufen, als mit den falschen in der Sonne zu stehen.

No worries!

FOTO: CHRIS DEVERS (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Geschichte der Stadt Sydney

Sydney ist insofern speziell, da es die einzige große Stadt in Australien ist, die nicht nach einem sorgfältig ausgearbeiteten Masterplan entstanden ist. Es gibt kein ersichtliches Raster, keinen Stadtkern und es fehlt an einer gut durchdachten Infrastruktur. Wie die Stadt Sydney aufgebaut ist, wirkt also nicht nur planlos – vergleicht man zum Beispiel mit Melbourne – sondern sie ist es tatsächlich auch. Man könnte sich also fragen, was haben sich die Architekten und Stadtplaner von damals gedacht? Wieso ist Sydney so planlos entstanden?

Die Antwort ist relativ simpel: Die ersten Siedler kamen nicht nach Australien, um zu bleiben. Sie hatten daher kein Interesse daran, eine Stadt für die Zukunft zu planen. Sydney entstand quasi nach und nach von selbst. Das, was wir heute als George Street kennen, hatte wahrscheinlich den größten Einfluss auf die Entwicklung der Stadt. Die Straße war ursprünglich nicht mehr als ein Trampelpfad, der die Verbindung von The Rocks, wo sich das Camp der Sträflinge befand, zur nächsten Ziegelgrube darstellte. Der Weg führte entlang einem kleinen Fluss, der als Frischwasserquelle diente und heute nur mehr unterirdisch verläuft. Die Ziegelgrube befand sich ziemlich genau dort, wo jetzt der Hauptbahnhof Central Station liegt. Das Gebiet um The Rocks ist heute Sydneys beliebtes Altstadtviertel, eine hübsche Gegend mit vielen Galerien, Restaurants, Pubs und historischen Gebäuden. Das war jedoch nicht immer so. Als die Sträflinge sich westseits der George Street niederließen, war The Rocks nicht mehr als ein steiniges unwegsames Gelände, aus dem schon bald der Slum von Sydney werden sollte.

Östlich der George Street ließ sich Captain Arthur Phillip, der erste Gouverneur Australiens, nieder. Das heutige Museum of Sydney befindet sich exakt an jener Stelle, an der das erste richtige Gebäude stand: Australia’s First Government House. Es war sowohl politisches Zentrum der Macht, als auch Wohnstätte des Gouverneurs und seiner Familie. Die Bauarbeiten dafür begannen bereits im Jahre 1788, jenem Jahr in dem die ersten Sträflinge die Küste von Australien erreichten. So kam es auch, dass sich die freien Siedler östlich der George Street niederließen, während die Sträflinge hauptsächlich auf der westlichen Seite lebten. Im modernen Sydney 200 Jahre später ist diese historisch bedingte Trennung zwischen Ost und West immer noch zu spüren: Alle offiziellen Regierungsgebäude und Zentren der Macht befinden sich auf der östlichen Seite, während sich die Industrie und die ärmsten Gegenden in Sydneys Westen befinden.

Lachlan Macquarie, der 1810 sein Amt antrat, war übrigens der erste Gouverneur, der während seiner Amtszeit unzählige Versuche unternahm, aus einer temporären Siedlung eine Stadt zu machen. Unter anderem entstand während seiner Amtszeit das erste richtige Krankenhaus, die Parramatta Road und die Hyde Park Barracks, eine Unterkunft für Sträflinge, in dem sich heute ein Museum befindet. Macquarie wurde seines Amtes jedoch frühzeitig enthoben und nach London zurück beordert. Die Obrigkeit teilte seine Visionen nicht und war der Meinung, dass er unnötig viel Geld für eine Sträflingskolonie ausgeben würde. Erst 1842, als die Entsendung von Sträflingen in diesen Teil von Australien praktisch beendet war und nur mehr freie Siedler nach New South Wales kamen, wurde Sydney offiziell zur Stadt erklärt.

Mehr Informationen zu Sydneys Geschichte gibt es hier. Wer gerne zu Fuß die Stadt erkundet, dem kann ich auch wärmstens die Sydney Architecture Walks, Sydney Living Museums und The Rocks Discovery Museum empfehlen.

No worries!

FOTO: NINA FISCHER
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Auf Wohnungssuche in Sydney

Was für Arten von Wohnungen gibt es?
In Sydney gibt es nicht nur viele Apartments, sondern auch kleine Häuser mit Garten zur Miete. Diese können einstöckig oder zweistöckig sein und sind zumeist sehr schmal gebaut. Die kleinste Variante ist gerade mal 3 m breit und hat an die 100 m² Wohnfläche inklusive Veranda und kleinem Garten. Wird in einer Anzeige von einer terrace gesprochen, dann sind damit Reihenhäuser gemeint. Wird die Wohnung als semi bezeichnet, dann bedeutet dies, dass das Haus auf einer Seite freistehend ist, auf der anderen Seite teilt man sich die Wand mit dem Nachbar. Freestanding wäre dann ein Haus, dass auf keiner Seite an das Nachbarhaus angrenzt.

Trotz der Tatsache, dass Sydney eine große Stadt ist, leben doch verhältnismäßig viele Menschen in townhouses. Man möchte gerne sein Eigenheim mit Garten haben, aber gleichzeitig möglichst nahe am Geschehen sein. Sobald man also den CBD – Central Business District – verlässt, findet man viele Wohngegenden mit kleinen Häusern, nicht mehr als 10 Minuten Autofahrt vom Stadtkern entfernt.

Wie findet man eine Mietwohnung?
Die bekanntesten Webseiten zur Immobiliensuche in Australien sind Realestate und Domain. Dort werden aktuelle Wohnungsangebote gepostet. Ausgeschrieben werden die Wohnungen ausschließlich von Maklern, denn in Australien ist es eher schwierig, von jemandem privat zu mieten. Die öffentlichen Besichtigungstermine sollten unbedingt wahr genommen werden, denn einen privaten Termin mit den Maklern zu vereinbaren, ist gar nicht so leicht. Versucht man es trotzdem, muss man hartnäckig sein – meistens wird man ignoriert oder nie zurück gerufen.

Wie wohnt man überhaupt in Australien?
Für unsereins erscheinen wohl manche Dinge etwas seltsam, was für die Australier jedoch ganz normal ist. Es ist hier beispielsweise üblich, in der ganzen Wohnung – mit Ausnahme von Küche und Bad – Spannteppiche zu haben. Einbauküchen sind auch eher eine Seltenheit, meistens ist die Küchenzeile aus verschiedenen Teilen zusammen gebastelt. In Australien ist es auch üblich, dass jeder Mieter seinen eigenen Kühlschrank mitbringt. Andererseits wird vom Vermieter normalerweise eine Waschmaschine zur kostenlosen Benutzung zur Verfügung gestellt. Zwar keine Einbauküche, aber dafür gibt es in jedem Schlafzimmer einen Einbauschrank. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. Eine eingebaute Klimaanlage ist in Australien leider nur in neuen Apartments Standard, nicht aber in den etwas älteren townhouses. 

Was mir sonst noch so aufgefallen ist: Es gibt in australischen Wohnungen keinen Flur, wo man seine Jacke aufhängt oder Schuhe abstellt. Oft landet man direkt im Wohnzimmer oder der Küche, wenn man die Wohnung bzw. das Haus betritt. Eine Wohnung mit großer Küche zu finden, ist auch ein schwieriges Unterfangen. Und da die Australier keine richtigen Doppelbetten haben, sondern normalerweise auf einem queen oder king bed schlafen, sind auch die Schlafzimmer dementsprechend klein. Ich war schon in Wohnungen, wenn wir dort unser österreichisches/deutsches Doppelbett aufgebaut hätten, hätte man von der Schlafzimmertüre aus direkt ins Bett hüpfen können.

Was sollte man bei Wohnungsanzeigen beachten?
Von den Maklern wird viel Geld in die Bewerbung einer Wohnung investiert. Die Bilder werden normalerweise von professionellen Fotografen aufgenommen und sind gephotoshoppt was das Zeug hält. Wird die Wohnung möbliert dargestellt, greift man dabei auch gerne in die Trickkiste: Die Möbel werden je nach Blickwinkel verrückt, um den Raum größer wirken zu lassen, als er eigentlich ist. Eine Angabe zur Quadratmeterzahl sucht man meistens vergebens. Wenn bei einem Angebot nicht mindestens ein Foto von jedem Raum (Küche, Bad, Wohnzimmer, Schlafzimmer) gepostet wurde, kann man auch davon ausgehen, dass da irgendwas faul ist. Es kann z.B. sein, dass die Küche gerade neue renoviert wurde, das Bad jedoch 20 Jahre alt ist. Man spart sich also viel Zeit und Energie, wann man diese kleine Regel beachtet: Geh zu keiner Wohnungsbesichtigung, bei der nicht die gesamte Immobilie in der Anzeige vorgestellt wurde.

Auch durch die Sprache, die bei der Anzeige verwendet wird, kann auf den Zustand der angepriesenen Wohnung rückgeschlossen werden. Kommen darin Wörter vor wie character, charme oder classic, dann bedeutet dies übersetzt zumeist veraltet oder altmodisch. Man beachte also, in Australien ist mehr Schein als Sein gefragt und man sollte nicht enttäuscht sein, wenn die Wohnung in Realität zehn Jahre älter ausschaut. Oder die Größe eines Schuhkartons hat.

Wohnungsbesichtigung – und jetzt?
Die Besichtigungstermine sind meist Mittwochs oder Samstags. Zu einer vorher bekannt gegeben Zeit, steht die Wohnung für 15-30 Minuten allen Interessenten offen. Man sollte sich übrigens gleich darauf gefasst machen, dass man womöglich eine Drecksbude betritt – außer man sieht sich einen Neubau oder eine neu renovierte Wohnung an. Ich habe mich wirklich schon oft darüber gewundert, wie es den Maklern so überhaupt nicht peinlich ist, eine total verdreckte und vernachlässigte Wohnung zu präsentieren. Das kommt hier leider viel zu oft vor.

Gefällt einem die Wohnung, muss man sich dafür bewerben. Je nach Stadtteil und Lage herrscht in Sydney reger Andrang. 30 Bewerber kann es da mitunter schon mal geben. Um als Mieter überhaupt in Frage zu kommen, muss man bei den meisten Immobilienmaklern einen Fragebogen ausfüllen, der Themen wie das letzte Mietverhältnis, derzeitige Anstellung, Gehaltszettel und so genannte references – zu Deutsch »Empfehlungsschreiben« – abdeckt. Weiters muss man seine Identität mittels dem 100-Punktesystems nachweisen können.

Wie zahlt man Miete?
In Australien wird die Miete pro Woche bezahlt. Der Makler verlangt keine Provision, da seine Provisionsgebühr bereits einen Prozentsatz des gesamten Mietpreises ausmacht. D.h. man bezahlt die Maklergebühren quasi laufend mit der Miete mit. Nebenkosten oder Betriebskosten, wie wir sie von daheim kennen, gibt es hier nicht. Mietverträge werden entweder für sechs oder zwölf Monate abgeschlossen. Läuft also alles glatt und man bekommt die Wohnung, für die man sich beworben hat, müssen im Normalfall zwei Wochenmieten im Voraus bezahlt werden. Zusätzlich müssen vier Wochenmieten Kaution hinterlegt werden.

Läuft der abgeschlossene Mietvertrag aus, hat der Mieter drei Monate Kündigungsschutz, sofern man sich immer vorbildlich verhalten hat. Trifft man seine Verpflichtungen als Mieter nicht, sprich man hat die Miete für zwei Wochen oder länger nicht bezahlt, dann kann der Vermieter den Mieter mit nur zwei Wochen Kündigungsfrist kündigen. Möchte der Mieter das Mietverhältnis beenden, hat dieser 21 Tage Kündigungsfrist einzuhalten.

No worries!

FOTO: NINA FISCHER
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Insidertipps: Unterwegs in Sydney

Die beste Aussicht hat man auf der Terrasse der »Opera Bar« mit Blick auf die Harbour Bridge und der »O Bar«, wo man im 47. Stock auf einer sich um die eigene Achse drehenden Plattform bei grandioser Aussicht einen Cocktail schlürfen kann.

Das beste Steak hat seinen Preis! Bei »Meat & Wine Co« in Darling Harbour gibt es saftige Steaks ab 30 Dollar, wer mal ein richtiges Fine Dining Experience haben möchte, bekommt dies in der City im »Rockpool Bar & Grill«. Steaks ab 50 Dollar aufwärts.

Die besten Pubs sind das »3 Weeds« in Rozelle, »Beach Road« in Bondi und das »Beresford Hotel« in Surry Hills. Letzteres hat noch dazu wirklich gutes Pubfood im Programm und einen hübschen Garten.

Die besten Küstenwalks sind Manly nach Shelly Beach, wo man mit etwas Glück Wasserdrachen begegnen kann und der Spaziergang entlang steiler Klippen von Bondi nach Coogee.

Der beste Strand ... oh, das ist schwer. In Cronulla befindet sich der der längste Sandstrand (5 km), Tamarama hingegen ist ein süßer kleiner Strand umgeben von Klippen und einer hübschen Wohngegend. In Bondi's »Icebergs« hat man einen wunderbaren Blick aufs Meer und die Surfer.

Das beste Eis gibt es in der »Bar Italia« in Leichhardt, eines der italienischen Viertel in Sydney. Besonders empfehlenswert: die Sorte Tiramisu.

Die beste Pizza der Welt gibt es gleich vier Mal in Sydney, ausgezeichnet mit dem italienischen Gütesiegel »authentische neapolitanische Pizza«. Wir bevorzugen »Aperitivo« in Leichhardt.

Das beste Café nennt sich »The Grounds« und befindet sich in Alexandria. Neben dem Café gibt es dort auch eine Kaffeerösterei, einen Gemüse- und Kräutergarten, einen Floristen, einen Spezialitätenladen und eine Bäckerei. Auch Märkte werden regelmäßig veranstaltet.

Der beste Club und absolut sehenswert ist das »Ivy«. Alles was Rang und Namen hat, war hier schon einmal. Ebenso diejenigen, die es gerne wären. Hochhackige Schuhe und Mini-Kleid nicht vergessen!

No worries!

FOTO: NINA FISCHER
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Alkohol und Gewalt

Australier trinken viel und gerne. Dabei kommt es vor allem im Nachtleben immer wieder zu gewalttätigen Ausschreitungen. Aber nicht nur Männer sind die Verursacher, auch Frauen sind zusehends zu mehr Gewalt auf offener Straße bereit. »Cat fights« habe ich selber schon zu später Stunde beobachtet. Man weiß dann nicht genau, ob man lieber lachen oder weinen soll.

Zwei Frauen in kurzen engen Minikleidern und 10 cm hohen Hacken bekämpfen sich vor einer Bar. Dabei wird gerangelt, gekratzt und an den Haaren gezogen. Eine der Frauen verliert ihr Handtäschchen und der Inhalt verteilt sich über den ganzen Gehsteig. Die Polizei greift ein, es hat sich schon eine Masse an Schaulustigen um die zwei wilden Katzen herum versammelt. Eine der beiden Frauen kniet in ihrem engen Kleid am Boden und versucht ihre Habseligkeiten wieder in Ordnung zu bringen, etwas Essentielles fehlt ihr aber. Sie bittet ihre Freundin: »Kannst du mal helfen? Ich habe mein Haarteil verloren!«

Was in Sydney des Nachts los ist und wo sich die jungen Menschen bis zum Umfallen besaufen, beschreibt dieser Bericht bei »Current Affair« über die Problematik von Frauen und Alkohol ganz gut.

No worries!
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Eingestellt von : Nina Fischer
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New Year's Eve in Sydney

Zu Silvester ist in Sydney die Hölle los, es wird voll werden in der Stadt. Jedes Jahr freuen sich die Aussies und die vielen Besucher, die extra für dieses Spektakel anreisen, auf das legendäre Feuerwerk über der Harbour Bridge. Die Australier wollen es sich keinesfalls entgehen lassen und viele Touristen träumen davon, zumindest einmal im Leben Sydneys Neujahrsfeuerwerk live miterleben zu können. Was für eine Aussicht! Da werden die Australier wieder ganz stolz, munkelt man doch, dass Sydney das beste und schönste Neujahrsfeuerwerk der ganzen Welt hat.

Sowohl Australier als auch Touristen pilgern am 31. Dezember in Scharen Richtung Sydneys Hafengelände. Luxus ist, wenn man ein Plätzchen mit Blick auf die Harbour Bridge und das Opera House erhaschen kann. Wer früh dran ist, bekommt den besten Platz mit der schönsten Aussicht, deshalb ist es ratsam, sich bereits am Vormittag auf den Weg zu machen. Beliebte Aussichtspunkte haben gegen Mittag bereits ihre maximale Kapazität erreicht – wer dann zu spät kommt, muss draußen bleiben.

Für die Australier ist Silvester also ein Ganztags-Event. Man packt seine sieben Sachen, Picknickdecke und Kühltasche dürfen nicht vergessen werden (der Alkohol bleibt aber bitte zu Hause) und ab geht’s in die Stadt. Dort sucht man sich ein schönes Plätzchen aus und macht sich möglichst breit. Gegen Mitternacht, wenn sich mehr als 1 Millionen Menschen das Feuerwerk aus nächster Nähe ansehen möchten, wird nämlich auf Tuchfühlung gegangen. Bis dahin sind aber noch einige Stunden Zeit ... Ob wir uns dieses Jahr auch mit den Aussies ins Getümmel stürzen?

No worries!

FOTO: NINA FISCHER
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Odyssee durch Sydney

Die Mission: Den »Scenic Walkway« von der Spit Bridge nach Manly zu machen.
Strecke: Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln von Leichhardt zur Spit Bridge, auf dem Rückweg von Manly nach Leichhardt.
Distanz: ca. 35 km gesamt
Zeitfaktor: ca. 2,5 Std. unterwegs
Kostenpunkt: ca. 27 Dollar
Gesamtbewertung: Einmal und nie wieder!

Heute möchte ich mal im Detail eine Odyssee mit den öffentlichen Verkehrsmitteln kreuz und quer durch Sydney schildern. Ach komm, so schlimm kann es doch wirklich nicht sein! Das werden viele von euch jetzt wohl denken. Ich möchte damit aber zeigen, dass ich nicht total überreagiere. Dass ich keine verwöhnte Europäerin bin, der das öffentliche Verkehrsnetz hier einfach nur »nicht gut genug« ist. Sondern dass es wirklich eine Frechheit und eine Zumutung ist. Für Touristen wie für Ortsansässige. Und dass mein Gejammere sehr wohl berechtigt ist. Beurteilt selbst!

Meine Begleiterin und ich wollten also den Scenic Walkway machen. Dafür haben wir erstmals ein Ticket gekauft und den Bus in die Stadt gekommen. Das ging ja noch gut. Dann wollten wir die Fähre nehmen, weil das Luftlinie gesehen ja der kürzeste Weg ist. Es war schon mal schwer, überhaupt die richtige Fähre zu finden ... weil die Leute die da arbeiten, keine Ahnung haben. Man merke sich: In Australien werden die Busfahrer, Ticketverkäufer etc. nur bezahlt, um nett zu lächeln, aber nicht um Auskunft zu erteilen! Die wissen nämlich in den meisten Fällen rein gar nichts. Wir haben also ewig gebraucht, um überhaupt die richtige Fähre zu finden. Als wir dann schließlich am Anlegeplatz standen, kam sie einfach nicht daher. Plötzlich hieß es, diese Fähre fährt heute von Steg soundso. Abfahrt in zwei Minuten! Also wieder raus gerannt ... beim nächsten Anlegeplatz dem Mann versucht zu erklären, warum unser Ticket ungültig ist (weil wir es ja bereits beim falschen Anlegeplatz stecken mussten). Der hatte natürlich keine Ahnung ... ließ uns dann aber trotzdem durch.

Okay. Gut. Wir sind auf der Fähre. In Mosman angekommen, nehmen wir den Bus. Wir erklären dem Fahrer, wo wir hin wollen. Der hat Gott sei Dank gesunden Menschenverstand und versucht uns zu schildern, wie wir dahin kommen. Zahlen müssen wir nicht – der arme hat Mitleid mit uns – weil eigentlich wäre das eine Pre-Pay Station (Tickets können nicht beim Busfahrer, sondern müssen vorab in einem Kiosk, Laden, Zeitungsstand, Supermarkt etc. gekauft werden). Wir sind aber in einer Wohngegend am Fuße eines Hügels und der nächste Kiosk wär ein ganzes Stück bergauf. Danke, lieber Busfahrer. Schließlich müssen wir umsteigen. Der neue Bus ist ebenfalls nur Pre-Pay. Da es an den Bushaltestellen aber keine Ticketmaschinen gibt, müssen wir zuerst einen Laden finden, der Tickets verkauft. Gesucht, gefunden. Ein Kiosk in der Nähe. Wir erklären dem netten Verkäufer, wo wir hin müssen. Der hat natürlich keine Ahnung, wo das ist und will uns sicherheitshalber das teuerste Ticket verkaufen. Na, toll. Viel zu viel bezahlt, dann also rein in den nächsten Bus. Der Busfahrer muss uns sagen, wo wir aussteigen sollen, denn ein Display oder eine Information mit den Haltestellen gibt es hier auch nicht.

Endlich gelangen wir an den Start des Scenic Walkways. Wir haben aber so lange gebraucht, dass es uns schon knapp in der Zeit wird. Wir wollen ja nicht im Dunkeln den Klippen entlang tappen ... also schnell! Keine Zeit mehr verlieren! Es war dann aber leider so, dass wir den ganzen Weg vor der Dämmerung natürlich nicht geschafft haben. Also mussten wir improvisieren. Irgendwo sind wir abgebogen, wo es nach Wohngebiet ausgeschaut hat. Leute nach dem Weg gefragt. Wir müssen zurück in die Stadt. Wie machen wir das am besten? Wir haben an die vier Personen befragt. Alle haben sie gemeint, oh, das sei etwas schwierig zu erklären von hier aus. Und jeder hat uns woanders hin geführt. Wir sind ewig herum geirrt, bis wir schließlich eine Hauptstraße gefunden haben. Und ... was für ein Glück, da kommt ein Bus! Was für ein Glück, er fährt in die Stadt! Was für ein Glück, man kann das Ticket beim Busfahrer kaufen! Und was für ein Pech, er macht eine Riesenkurve, bevor er überhaupt irgendwo in die Nähe der Stadt fährt. Wir sind also ewig unterwegs. Es ist mittlerweile stockdunkel, als wir endlich an der Endstation im Stadtzentrum aussteigen.

Nun nehmen wir den Zug. Wir haben genug von Bussen, die irgendwo im nirgendwo herumkurven. Jetzt müssen wir uns nur noch durch die Rush Hour zwängen. Schnell ein Ticket kaufen und uns unter die vielen Leute mischen, die bereits am Bahnsteig warten. Schnell ist leicht gesagt, weil es nur wenige Ticketmaschinen gibt und man darauf blöderweise keine Tickets für mehrere Personen auswählen kann. D.h. jedes Ticket muss auf diesen steinzeitlich langsamen Maschinen einzeln gelöst werden, während die Schlange hinter einem länger und länger wird. Wir quetschen uns in den Zug, der trotz Menschenmassen um diese Uhrzeit nur alle 20 Minuten kommt. Die Klimaanlage scheint wieder mal nicht zu funktionieren. Bei jedem Stop murmelt der Zugfahrer die nächste Haltestelle entnervt ins Mikrofon. Verstehen tut man natürlich nichts, er könnte genau so gut einfach gar nichts sagen. Gut, wenigstens ist der Heimweg diesmal verhältnismäßig kurz und wir wissen ja, wo wir hin müssen. Raus aus dem Zug, nun noch ein 15-minütiger Fußweg. Dann sind wir endlich wieder daheim.

Puh, Füße hoch lagern und ein Bier trinken. In meinem Fall wohl eher einen Cider. Dieser Tag hat mir wieder mal gezeigt, warum ich public transport in Sydney so gut es geht vermeide. Gefühle von Wut und Unverständnis kommen in mir hoch: Warum lassen sich die Australier das gefallen? In Melbourne gibt’s ja auch ein halbwegs vernünftiges Verkehrsnetz. Warum bringen die das in Sydney nicht auf die Reihe? Interessanterweise habe ich dazu einen Artikel gelesen, der aus der Sicht eines Sydneyianers beschreibt, wie eine Reise durch die Schweiz mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, wie eine Märchenstunde ist: Zu gut um wahr zu sein. Man könnte auch sagen, ein Hilferuf eines Aussies, der über den Tellerrand geblickt und gesehen hat, dass es auch besser geht. Der Titel des Berichts: »Das Land in dem alles funktioniert« Wie sehr ich das manchmal vermisse! Link zum Artikel

No worries!

PS: Habe ich schon mal erwähnt, dass Australien ein Land der Autofahrer ist? Mich wundert das jedenfalls kein bisschen mehr ...

FOTO: JOHN WARD (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Viktorianische Terrassenhäuser

Wie lebt man eigentlich so in Sydney? In Australien hat man ja bekanntlich viel Platz. Deshalb sind auch Städte und Dörfer auf weite Flächen verstreut und Wohnblocks dementsprechend unbeliebt. Die Australier leben lieber im eigenen Häuschen mit kleinem Hinterhof, Garten oder Terrasse. Und das auch in der City. Diese sind zumeist einstöckig, höchstens zweistöckig und grenzen normalerweise an das Nachbarhaus an. Meist sind sie knapp 3 m breit und haben gerade mal 60 m² Wohnfläche. Also ein bisschen wie das, was wir unter einem Reihenhaus verstehen – in Mini-Variante.

In Sydney gibt es viele Gebiete nahe des Stadtzentrums, die aus solchen Wohngegenden bestehen. Dabei gleicht der Stil den viktorianischen Terrassenhäusern aus England. Viele davon sind auch dementsprechend alt – unseres z.B. wurde im Jahre 1880 gebaut. Es existieren jedoch auch neuere modernere Varianten, die sich nach wie vor an dem klassischen Baustil orientieren. Zusammen ergibt sich ein hübsches Wohnbild, das so gar nicht dem gleicht, was wir unter einer City verstehen. Wer also Stadtleben mag, aber Wohnblocks nicht ausstehen kann, der ist in Australien genau richtig.

No worries!

FOTO: RICHARD TAYLOR (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Das Ende der Monorail

Sydneys öffentliche Verkehrsmittel ... a never ending story bzw. eine never ending Blamage. Eigentlich ist das alles schon fast wieder witzig. Dass man das Konzept eines öffentlichen Verkehrsnetzes hier einfach nicht kapiert, das will mir nicht in den Kopf. In Sydney scheint dies eine reine Einnahmequelle zu sein. Ob das Netz funktioniert? Wen kümmert’s! Ob dadurch weniger Leute Auto fahren? Macht doch nichts! Ob man damit die täglichen Staus reduziert? Was soll's! Die Leute sind es sich ja eh gewöhnt. Und die Touristen müssen die Preise halt einfach schlucken. Sie sind ja schließlich in der schönsten Stadt der Welt zu Gast. Da bezahlt man doch auch gerne ein 5 Dollar Ticket für die Monorail bis zum nächsten Stopp 150 Meter weiter. Oder man nimmt gleich ein Tagesticket für 9,80 Dollar. Dass ich nicht lache! Und nebenbei – das Ticket gilt natürlich NUR für die Monorail. Weder für Bus, Zug, Fähre oder Light Rail. Man muss jedes Mal ein neues Ticket lösen. Selbst wenn man nur den Bus nimmt und dabei einmal umsteigen muss. Ja, damit macht man Geld!

Aus diesem Grund fährt die Monorail in den knapp 25 Jahren seit ihrer Entstehung verständlicherweise hauptsächlich für Touristen. Denn nicht mal die Aussies sind so dumm, sich dumm und dämlich zu zahlen. Ein Journalist hat es auf den Punkt gebracht, wie unsinnig das Konzept der Monorail eigentlich ist: »Mitte der 80er Jahre war eine kleine Minderheit fest davon überzeugt, dass die Monorail die Zukunft aller öffentlichen Verkehrsmittel ist. Wie sich herausstellte, entpuppte sich die Zukunft als ein Ort an dem Touristen 5 Dollar bezahlen, um in einer kleinen Schleife – die genau genommen nirgends hinführt – über die Betonfassade von Darling Harbour zu kriechen.« Link zum Artikel 

In dem Artikel wird auch festgestellt, dass das Konzept der Monorail in Sydney zu den uneffektivsten und teuersten öffentlichen Verkehrsmitteln der Welt gehört. Man hätte damals auch eine Light Rail (Tram) bauen können, die um ein Vielfaches billiger und wesentlich effektiver gewesen wäre (mehr Leute können in kürzerer Zeit befördert werden). Aber nein, die Romantiker mit ihrer Vision von der Monorail, die das einzigartige Stadtbild von Sydney vervollständigen sollte, hatte sich durchgesetzt. Vor lauter träumen wurde jedoch auf Sinn und Zweck der Monorail ganz vergessen. Denn wo sie einen tatsächlich hinbringt, war wohl eher nebensächlich. So fährt die Monorail auf einer 3,6 Kilometer langen Strecke einmal im Kreis von Darling Harbour in die Stadt und wieder zurück und verfehlt dabei knapp die zwei wichtigsten Punkte – Circular Quay (Harbour Bridge und Opera House) und Central Station (Anbindung an das Zugnetz). Wer sich das ausgedacht hat, war auch nicht ganz bei Sinnen.

Gestern war es dann soweit. Die Monorail hat (wieder einmal) angefangen zu zicken. 25 Jahre Monorail ist jetzt auch wirklich mal genug. Nach einem Stromausfall ist diese nämlich gegen Mittag voll beladen über einer Straße in sechs Metern Höhe stecken geblieben. Die Passagiere mussten mehrere Stunden bei 24°C und ohne Klimaanlage ausharren, bis sie schließlich alle gerettet werden konnten. 30 Leute litten unter Dehydration auf Grund der aufgestauten Hitze in den Wagons. Nachdem es bereits 2006 und 2011 zu Zwischenfällen mit der Monorail gekommen ist, ist ein Ende des unnützesten Verkehrsmittel der Welt nun endlich in Sicht. Link zum Artikel

Denn heute – Gott sei Dank gibt es Einsicht – ist in Sydney niemand mehr ernsthaft davon überzeugt, dass die Monorail mal so richtig groß raus kommt. Deshalb steht der Entschluss mittlerweile auch fest. Sie soll bis spätestens Mitte 2013 abmontiert werden. Stattdessen ist geplant, das Light Rail System (derzeit gibt es nur eine einzige Linie mit 7,2 km und 14 Stationen) weiter auszubauen. 

No worries!

FOTO: S A HOOPER (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Sydney vers. Melbourne

Der ewige Streit, der nie enden wird und der so vielen Aussies wahrlich am Herzen liegt: Wer ist besser? Sydney oder Melbourne? Die Australier sind prinzipiell extrem competitive eingestellt. Sie vergleichen sich liebend gern mit anderen und müssen sich in allem messen. Aber natürlich nur wenn von vornherein klar ist, dass sie die besseren sind. Welches ist also die tollste und schönste Stadt Australiens? Ein richtiger Aussie muss sich entscheiden. Entweder mag man Sydney, oder man mag Melbourne. Beides geht nicht. Entweder dafür oder dagegen. Wenn ein waschechter Sydneyianer nach Melbourne zieht, dann grenzt das schon fast an Hochverrat.

Irgendwie kindisch das ganze, aber man kann auch drüber schmunzeln. Es lässt sich sogar Geld damit machen. Gerade kürzlich habe ich in einem Laden ein Kissen entdeckt, auf dem zu lesen war »SYDNEY BETTER THAN MELBOURNE«. Ob es das wohl in Melbourne auch zu kaufen gibt? Fragt man mal schnell nach. Ja, gibt es. Bloß da heißt es natürlich anders rum!

No worries!
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Sydney ungeschminkt

Sydney ist eine überaus schöne und lebenswerte Stadt – zumindest auf den ersten Blick. Aber der Schein trügt, wie man so sagt. Alles hat halt seine zwei Seiten. Lebt man hier mal eine Weile, kommt man nämlich bald dahinter, was Sydney unter dem ganzen Make-Up von Glanz, Meer, Sonne und wundervoller geographischer Lage versteckt. Sind wir doch mal ehrlich: Was bleibt eigentlich übrig von dieser Stadt ohne die Harbour Bridge und das Opera House?

An manchen Tagen, da hasse ich Sydney aus tiefster Seele. Die vielen narzisstischen Menschen, die denken sie seien was besseres, zwar immer gastfreundlich, aber nie einen Außenstehenden in den inneren Kreis einladen, der Verkehr, Stau, Stau, Stau, jeden Morgen, jeden Abend, ja sogar Samstag Nacht, weil hunderttausende Menschen um jeden Preis das Wochenende in der City verbringen wollen, die schlechte Infrastruktur und öffentlichen Verkehrsmittel, die eher an die dritte Welt erinnern als an das »moderne Australien«, das hier so hoch gelobt wird und dann die Preise, alles ist teuer, teuer, teuer, der übersättigte Wohnungsmarkt, wo so viel schlechte Qualität im Umlauf ist und man zahlt einfach ein Schweine-Geld dafür.

Angst vor Immigration
Letzte Woche war ein interessanter Artikel in der Zeitung, über die Gründe warum man in Sydney Angst vor der Immigration hat. Innerhalb der letzten drei Jahre ist die Gesellschaft Australiens um knapp 1,7 Mio. Einwohner gewachsen, das ist ein durchschnittlicher Zuwachs von 2,3% pro Jahr. Und da 90% der Menschen hier in Städten leben, ergibt sich daraus ein echtes Problem. Es wird also eng. Und noch enger. Die Gesellschaft wächst durch die hohe Zahl der Einwanderer so schnell, dass der Wohnungsmarkt nicht mehr nachkommt – in vielen Teilen Sydneys beträgt der Prozentsatz an freistehenden Immobilien zur Miete weniger als 1%, die Zahl der durchschnittlichen Bewerber liegt bei 30 Personen. Auch Straßen, Parkmöglichkeiten und öffentliche Verkehrsmittel sind zum größten Teil überlastet, unterentwickelt und überteuert. Den Zahlen zu Folge müsste man in Australien eigentlich alle paar Jahre eine neue Stadt bauen, um diesem Fluss an Migration standhalten zu können. Tut man aber nicht, ja man schafft es nicht einmal, in einer so genannten »Weltstadt« wie Sydney, der ständig wachsenden Nachfrage nachzukommen.

Träume vom Auswandern
Ein Australier der hier aufgewachsen ist, hat sich mir gegenüber folgendermaßen zu diesem Thema geäußert. Er meinte, Sydney würde sich zwar sehr einladend präsentieren, sei in Wirklichkeit aber eine äußerst brutale Stadt. So sehr man auch versucht und versucht, man wird nie seine Träume erfüllen können, so lange man hier lebt. Man strebt ständig danach, sich selber verwirklichen zu können, aber die Stadt lässt einen nicht, sie gibt einem gerade so viel, dass man überleben kann und noch weiterhin wagt zu hoffen.

Dann hat er mit einem Lächeln angefügt, wie schön es doch wäre, irgendwo in Europa in einer idyllischen Berglandschaft fernab einer Stadt wie Sydney zu leben. Das wäre doch der Traum von jedem, der endlich hier raus will. Da musste ich schmunzeln. Stimmt, diese Option habe ich glücklicherweise noch und kann sie auch jederzeit ergreifen, bevor mich diese Stadt zu verschlucken droht.

No worries!

FOTO: NADDSY (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Öffentliche Verkehrsmittel

Warum man die öffentlichen Verkehrsmittel hier lieber meiden sollte, dafür gibt es viele Gründe. Zum einen weil die Stadt Sydney das am schlechtesten ausgebildete öffentliche Verkehrssystem der ganzen Welt hat. Behaupte ich jetzt einfach mal. Welche andere Millionenstadt hat weder U-Bahn, noch Tramlinien? Hier tuckert man noch gemütlich mit dem Bus rum (und steckt somit genau wie jeder andere im Verkehr). Kommt man von weiter her, muss man den Zug oder die Fähre nehmen. Wie praktisch. Zu Stoßzeiten kommt auch wirklich alle 20 Minuten ein Zug. Wow, da dürfen wir uns ja regelrecht freuen und uns glücklich schätzen. So ein Luxus! Und natürlich bekommt man in der Rush Hour auch immer einen Sitzplatz! Und sowieso ist der Zug total gemütlich und man muss sich nicht mit betrunkenen und kampfeslustigen Halbstarken herum schlagen! Hätte man wohl gerne ... in Deutschland wird die DB verklagt, wenn mal die Klimaanlage ausfällt und hier im heißen Australien sind nicht mal alle Züge damit ausgestattet.

Auch das so genannte »Netz« ist geradezu nicht existent. Bis auf den Zug der in der City im Kreis fährt, fahren alle Züge nämlich mehr oder weniger kerzengerade in die Stadt rein und wieder raus. In die Innenstadt zu gelangen, geht also noch, aber will man mal wo anders hin, dann hat man den Salat. Ein kleines Beispiel ... der Ikea ist 6,5 km von uns zu Hause entfernt, das sind mit dem Auto 15 Minuten. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln muss ich aber zwei Mal umsteigen und fahre im Zick-Zack zuerst in die Stadt rein und dann wieder raus. Eine Stunde später komme ich schließlich beim Ikea an ... einmal und nie wieder! Zug fahren also abgehakt.

Das Bus fahren ist aber auch nicht besser. Die Australier haben sich ein super-schlaues System ausgedacht, dass den Busfahrern die Arbeit erleichtern soll. Mittlerweile gibt es in der Innenstadt, dem CBD, nur noch Pre-Paid-Tickets, die man also vor dem Einsteigen erwerben muss. Die Stadt hat natürlich mitgedacht. Damit man nicht an jeder Haltestelle eine Ticket-Maschine aufstellen muss, das wäre ja viel zu teuer, übernehmen nun einfach diverse Shops, Kioske, Hotels, Restaurants (oder wer Lust hat dabei zu sein) das Verkaufen der Tickets. Echt kundenfreundlich das neue System, macht es ja auch viel leichter für die Menschen, die Bus fahren. Ob das wohl die ganzen Touristen so schnell verstehen?

Von moderner Technik wie Displays auf denen die Haltestellen anzeigt werden, können die Aussies hier auch nur träumen. Und die Busfahrer sind selber meist ahnungsloser als der ahnungsloseste Passagier. Wie bitte? Tut mir Leid, aber ich kenne die Namen der Haltestellen nicht. Einfach den Knopf drücken, wenn du raus musst. Na toll, was ist aber, wenn ich die Gegend nicht kenne und nicht weiß, wo ich genau aussteigen muss? Busfahren also auch gestrichen.

Bleibt jetzt nur noch das Auto. Kein Wunder also, dass die Australier lieber selber fahren. Das ist nämlich das schöne an diesem Thema: Da sind wir uns nämlich alle zu 100% einig hier. Toll, dass es doch noch etwas gibt, wo die Aussies sich nicht in ihrem Nationalstolz verletzt fühlen und mit guter Miene zugeben können: Public transport sucks!

No worries!

FOTO: NICKI MANNIX (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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