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Bogan

Habt ihr euch schon mal gefragt, was eigentlich der Begriff bogan bedeutet? Laut Oxford Dictionary bezeichnet man damit eine unmodische Person mit einfachem Charakter und niedrigem sozialen Status. Wo ich her komme, könnte man das mit »Hinterwäldler« übersetzen, die Deutschen würden vielleicht »Assis« dazu sagen. Googelt man den Begriff, wird dieser mit »Penner« übersetzt. Ein Bogan ist jedoch viel mehr als das. Die Australier machen sich gerne lustig über Bogans, wollen auf keinen Fall bogan sein, sind aber doch alle irgendwie ein bisschen bogan und geben das hin und wieder auch gerne zu – und können somit über sich selber lachen. Daher stolpert man auch immer wieder über den viel gesagten Satz »embrace your inner bogan«, was so viel bedeutet wie: Steh zu dem Bogan in dir!

Der typische Bogan ist ein schlichter, einfacher Mensch, der nicht sonderlich am Rest der Welt interessiert ist. Er achtet nicht auf seine Kleidung, Äußerlichkeiten sind ihm egal und es ist ihm auch so ziemlich wurst, was andere Leute tragen. Soll doch jeder machen, wie er will. Am liebsten hat er es gemütlich, meistens ist er mit Flip-Flops oder Ugg Boots unterwegs (oder gleich barfuß), dazu Boardshoarts oder Jogginghose, Unterhemd und eventuell noch ein Flanellhemd oben drüber. Manchmal können Bogans auch rüpelhaft sein, ja fast schon etwas ungehobelt, primitiv und unkultiviert – auch das gehört dazu. Bogans wohnen in der Vorstadt oder in ländlicher Gegend. Das Auto wird auf dem Rasen geparkt, die Garage ist normalerweise schon mit irgendwelchem Gerümpel belegt. Im Garten liegt ein kaputter Kühlschrank und eine alte Badewanne. Ist doch egal, stört ja keinen. Auch Bier und BBQ sind im Leben eines Bogans allgegenwärtige Begleiter und dürfen auf keinen Fall fehlen. Seine Freizeit verbringt der Bogan am liebsten auf der Couch und schaut Footy oder Big Brother. Dazu ein Sixpack VB (Victoria Bitter Beer). Oder er werkelt draußen an seinen Autos. In ländlichen Gegenden hat der typische Bogan mindestens zwei schrottreife Exemplare auf dem Grundstück stehen (mit einem großen Schild auf dem zu lesen steht: Not for sale). Weil der Bogan sein Land so sehr liebt, hat er sich das Southern Cross – das Symbol der australischen Flagge – tätowieren lassen. Daran erkennt man ihn eigentlich ganz leicht. Nicht zuletzt verrät er sich auch durch seine Sprache, dem distinktiven Bogan-Englisch.

Tatsächlich ist der Bogan in Australien eine solch beliebte Spezies, dass es neben unzähligen Parodien und einer Bogan App, die feststellt, wie viel bogan man in sich hat, auch eine TV-Serie gibt, in der – ihr habt es erraten – Australiens größter Bogan gesucht wird. Und für diejenigen, die sich immer noch unsicher sind, was denn nun ein Bogan ist – es gibt ein Buch, das ganz einfach erklärt, woran man einen modernen Bogan im 21. Jahrhundert erkennen kann. So entstehen auch immer wieder spannende Diskussionen in Australien: Wie viel bogan ist zu viel? Ist es okay wenn man im Pyjama in den Supermarkt einkaufen geht?

No worries!

FOTO: KATE BUNKER (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Zu lange in Australien

Habt ihr euch schon mal gefragt, wie sehr ihr euch verändert habt, seit ihr in Australien lebt? Wie sehr ihr den Lebensstil, alltägliche Rituale und auch Dinge, die ihr vielleicht als seltsam erachtet, angenommen habt? Wie weiß man, wie australisch man bereits geworden ist?

Darüber nachzudenken war lustig. Ich muss zugeben, dass ich mich nach drei Jahren schon sehr an den australischen Lebensstil gewöhnt habe. Wenn also auch auf euch mindestens die Hälfte der 50 Punkte zutreffen, dann seid ihr wohl auf gutem Wege, waschechte Aussies zu werden!

  • Du verwendest den Ausdruck »no worries« mindestens einmal am Tag.
  • Du sprichst Australien als »Stralya« aus.
  • Du kennst den Unterschied zwischen den Ausdrücken »thongs« und »string« und kannst sie dementsprechend anwenden.
  • Du hast den Film Castle mindestens einmal gesehen.
  • Zu Ostern kaufst du keinen Schokohasen sondern einen »easter bilby«.
  • Du bist der Meinung, dass Rauchen total out ist.
  • Bei einem Haialarm verlässt du in aller Ruhe und ohne Eile das Wasser.
  • Du würdest dich eher mit einem Freund auf ein Bier, als auf einen Kaffee treffen.
  • Du putzt dich so richtig heraus, wenn du am Abend ausgehst.
  • Du hast kein Problem damit, jemandem ins Gesicht zu lügen und fühlst dich auch gar nicht schlecht dabei.
  • Du weißt, was ein »drop bear« ist und erzählst liebend gerne nichts ahnenden Touristen davon.
  • Du kennst den Unterschied zwischen einem Wallaby und einem Känguru. 
  • Du weißt, was eine »roobar« ist.
  • Du glaubst, dass Recycling Zeitverschwendung ist.
  • Du glaubst auch nicht unbedingt an Klimawandel.
  • Am Nationalfeiertag bist du besonders Stolz in Australien zu leben.
  • Manchmal feierst du Weihnachten zwei Mal im Jahr – einmal im Dezember und einmal im Juli.
  • Du trinkst immer gerne eine Tasse Tee, auch wenn draußen gerade 30° C herrschen.
  • Du weißt, dass sich der Ausdruck »chuck a u-ey« auf ein Fahrmanöver bezieht.
  • Du glaubst fest daran, dass Russel Crowe Australier ist.
  • Du glaubst auch, dass Australier die Pavlovatorte erfunden haben.
  • Du weißt, was ein »flat white« ist.
  • Du nennst McDonalds »Maccas«.
  • Kakerlaken erschrecken dich überhaupt nicht.
  • Du hast auch keine Angst vor giftigen Tieren und verzichtest bei Gartenarbeit gerne auf Handschuhe.
  • Du glaubst, dass es umweltschonender ist, den Motor im stehenden Auto laufen zu lassen, als ständig ein- und auszuschalten.
  • Du hast nichts dagegen, barfuss auf die öffentliche Toilette zu gehen.
  • Du schaust die Sitcom Neighbours und findest sie so richtig komisch.
  • Du begrüßt jeden mit »mate« und bist auch nicht überrascht, wenn dich ein Wildfremder mit »mate« anspricht.
  • Du fragst auch jeden Fremden: »How are you going?«
  • Du verwendest mit Vorliebe Abkürzungen wie »brekkie«, »arvo«, »barbie« ...
  • Du isst Vegemite zum Frühstück und findest es irgendwie gut.
  • Du liebst ein saftiges Steak, Kängurufleisch hingegen sollen die Touristen essen.
  • Du weißt, dass man knappe Badehöschen »budgie smugglers« nennt und diese nur von Lifeguards getragen werden. Oder deutschen Touristen. Oder dem australischen Premierminister Tony Abbott.
  • Du findest es überhaupt nicht seltsam, dass einer der größten australischen Helden, Ned Kelly, eigentlich ein Krimineller war.
  • Du besitzt ein Paar Ugg Boots.
  • Du kannst dir auch vorstellen, in Ugg Boots und Jogginghose einkaufen zu gehen.
  • Du glaubst nicht, dass es Sommer ist, bis das Lenkrad so heiß ist, dass man es kaum mehr anfassen kann.
  • Du siehst Neuseeländer als den naiven Cousin vom Lande an.
  • Du bist der Meinung, dass alle Amerikaner laut und ignorant sind. 
  • Du bist der Meinung, dass Australien so gar keine Gemeinsamkeiten mit Amerika hat.
  • Du nennst einen Engländer gerne »pom«.
  • Je kürzer der Spitzname desto sympathischer ist dir jemand.
  • Du sagst »reckon« anstatt »think« und »whinge« anstatt »whine«.
  • Du kennst die Unterschiede zwischen AFL, Rugby League, Rugby Union usw.
  • Du wettest gerne, vor allem auf Pferde.
  • Du bist der Meinung, ein Strand ohne Wellen ist kein richtiger Strand.
  • Am Strand versteckst du den Autoschlüssel in deinen Schuhen. Kein Dieb hat dieses Versteck jemals entdeckt.
  • Du glaubst, dass auf einem Hamburger rote Beete nicht fehlen darf.
  • Du bist der Meinung, dass jedes Essen mit BBQ Sauce verfeinert werden kann.
  • Du kannst dir kein Event – sei es die Eröffnung eines Parlaments oder eines Bauhauses – ohne Würstelstand oder BBQ vorstellen.
Und was fällt euch noch dazu ein? Hab ich etwas Wichtiges vergessen?

No worries!

FOTO: BRIAN GIESEN (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Australien und das Ungeziefer

Es kreucht und fleucht. Ihr habt sicher schon von ihnen gehört, die vielen lästigen Kriechtierchen, mit denen man in Australien Haus und Hof bzw. Wohnung teilt. Manche trifft man draußen an, manche kommen nur des Nachts heraus, manche können fliegen, manche sind so klein, man sieht sie kaum, andere wiederum sind eine allgegenwärtige Plage. Rückblickend hat mich dies als frisch gebackener Auswanderer am meisten abgeschreckt. Oft habe ich mir die Frage gestellt: Mit Kakerlaken unter einem Dach leben – kann ich das? Ob ich kann oder nicht, ich muss. Helfen tut da oftmals nur ein bisschen Humor.

Kakerlaken
Damit wären wir schon bei Plage Nummer eins, der Küchenschabe. Davon gibt es in Australien eine Menge, vor allem in der Großstadt. Die lästigen Viecher verstecken sich sowohl drinnen als auch draußen, lieben Elektrogeräte, alles was irgendwie Wärme ausstrahlt und natürlich Essensreste. Es gibt sowohl kleine, also auch große, als auch solche, die fliegen können. Sehr ungeschickt zwar, aber sie können es. Kakerlaken gehören in Australien zum Leben dazu wie die Wurst für den Deutschen. Sie werden liebevoll als »little pets« bezeichnet, aber ohne mit der Wimper zu zucken beseitig. Geheimtipp der Australier: Immer einen Flip-Flop bereit halten und einfach drauf los schlagen – funktioniert wie eine Fliegenklatsche!

Bettwanzen 
Bei der bloßen Vorstellung daran, dass kleine Tierchen in meiner Matratze leben könnten und nur darauf warten, des Nachts auf mir herum zu spazieren und mein Blut zu saugen, stellen sich mir alle Nackenhaare auf. Und ausgewachsene Bettwanzen sind wohlgemerkt nicht gerade klein. Ekelhaft! Leider muss man sagen, wo eine auftaucht, leben normalerweise viele. Bettwanzen lassen sich im eigenen Heim vielleicht vermeiden, aber als Reisender mit kleinem Budget ist man den Blutsaugern in Australien hilflos ausgeliefert.

Ameisen
Eigentlich mag ich Ameisen. Sie leben bevorzugt bei uns in der Küche und im Badezimmer und räumen brav alle toten Tierchen weg. So gefällt mir das. Was ich nicht so gerne mag, ist wenn keine toten Tierchen herum liegen und die Ameisen so hungrig werden, dass sie unseren Müll durchwühlen, sich im Geschirrspüler verirren oder ganz frech ihre Straßen quer über die Küchenzeile anlegen. Dann gibt es auch noch die so genannte Bulldoggenameise, eine Spezies, vor der die Australier großen Respekt haben. Diese Art erreicht eine Länge von 4 cm, besitzt ein starkes zangenartiges Mundwerkzeug und ist äußerst aggressiv. Lebensgefährlich kann deren schmerzhafter Stich sein (ja, sie besitzen einen Stachel), wenn man allergisch darauf reagiert.

Milben
Mehlmilben sind klein und schwer auszumachen. Die gute Nachricht ist, sie sind nicht schädlich. Die schlechte Nachricht, es dauert meist eine Weile, bis man sie bemerkt. Dann hat man die ungewollten Proteine bereits nichts ahnend mit den Nahrungsmitteln aufgenommen. Mahlzeit! Haben sie sich einmal in Vorräte eingenistet, sind sie schwer wieder los zu werden. Da hilft nur noch eine radikale Lösung: ab damit in den Müll. Dann heißt es, viel Geduld haben, alle trockenen Nahrungsmittel weg sperren und warten bis auch die letzte Milbe verhungert ist.

Mücken und Fliegen
Wer schon mal Zeit im Outback verbracht hat, der weiß, wie nervig die vielen Fliegen dort sein können. Sie gehen einem an die Augen, in die Nase, in die Ohren und in den Mund, wenn man ihn gar zu weit aufmacht. Gegen Stechmücken helfen nur chemische Keulen mit »tropical strength«. Je weiter man in den Norden geht, desto schlimmer sind sie. Und die so genannten Sandfliegen sind sowieso die Gemeinsten überhaupt. Die winzigen stechenden Biester, die sich vor allem in der Nähe von Sandufern aufhalten, sieht und hört man nicht, man spürt jedoch deutlich deren Stich, der weitaus mehr juckt als ein normaler Mückenstich und wenn man empfindlich reagiert, auch einen Ausschlag auslösen kann.

Seeläuse
Manche sagen: Seemannsgarn. Ich sage, sie existieren wirklich. Umgangsprachlich werden sie Seeläuse genannt, in Wirklichkeit sind es jedoch winzige Quallenlarven, die mit freiem Auge nur schwer auszumachen sind. Sie werden mit den Strömungen an die Strände gespült und feuern ihr Gift ab, wenn sie mit Menschen kollidieren. Dies geschieht in erster Linie, wenn sie an den Rändern des Bikinis, in der Badehose oder unter einem Rashshirt hängen bleiben. Zum Glück bekommen die meisten Leute von alledem gar nichts mit – nur Menschen die empfindlich auf das Quallengift reagieren, entwickeln arg juckende Ausschläge die den Bissen von Bettwanzen zum Verwechseln ähnlich schauen.

Zikaden
Zikaden sind doch eigentlich was Schönes, in Österreich freuen wir uns immer, an einem lauen Sommerabend den Geräuschen der Grillen lauschen zu können. In anderen Ländern können Zikaden aber auch eine Plage sein, sind sie doch die lautesten Insekten der ganzen Welt. Vergangenes Jahr gab es eine besonders große Population in Sydney und Umgebung. Sie können so laut sein, dass man sich daneben nur schwer unterhalten kann. Bis zu 120 dB können die Zikadengeräusche erreichen – vergleichbar mit einem Presslufthammer oder einer Kettenseite. Nicht so toll, wenn man gerade unter Migräne oder ähnlichem leidet.

Geckos
Geckos? Ungeziefer? Eigentlich nicht, sollte man meinen. Fakt ist jedoch, dass Geckos, obwohl sehr nützlich im Haushalt, hier doch eher unbeliebt sind und das nicht nur bei Australiern, sondern auch bei Touristen. Der »Hausgecko« lebt im nördlichen Teil des Landes, denn er hat es gerne warm und feucht. Die größte bekannte Spezies erreicht eine maximale Länge von 12 cm. Sie sind nachtaktiv und ernähren sich mit Vorliebe von Mücken und anderen Insekten. Unbeliebt sind sie vor allem auf Grund der Exkremente, die sie überall im Haus hinterlassen.

Und jetzt fragt ihr euch bestimmt, wie vielen dieser Tierchen man im täglichen Leben tatsächlich begegnet. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: vermutlich macht man früher oder später Bekanntschaft mit allen. Kakerlaken im Haus? Unvermeidlich. Fliegende Kakerlaken, die sich in den Haaren verfangen? Auch schon erlebt. Bettwanzen? Zwar nicht im eigenen Haus, aber doch. Ameisen? Natürlich! Bulldoggenameise? Glücklicherweise nicht. Milben? Totalbefall aller trockener Lebensmittel. Von Sandfliegen zerstochen? Zwar nicht in Sydney, aber durchaus in Queensland – die Biester lieben mich! Seeläuse? Leider mehr als einmal. Lärmende Zikaden? Auch schon gehört. Geckos? Nicht in Sydney, aber im Norden des Landes sind sie auf jeden Fall allgegenwärtige Hausgäste.

No worries!

FOTO: ROXANNE READY (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Everybody loves »Game of Thrones«

Ist die TV-Serie »Game of Thrones« daheim auch so ein Hit wie hier? Die Buchadaption des Autors George R. R. Martin wird in Australien groß gefeiert und zum Start der dritten Staffel haben sich einige Aussies wieder mal was Lustiges einfallen lassen.

Die australische Immobilienmarkt Webseite Realestate bietet gerade diverse Objekte aus »den sieben Königreichen« zum Verkauf an. Kein Scherz – überzeugt euch selbst davon. Ich frage mich, was man wohl zugeschickt bekommt, wenn man sich eines der Infopakete bestellt ... Was haltet ihr vom australischen Humor? Lustig oder zu unseriös? 

No worries!

PS: Für alle die nicht wissen, was »Game of Thrones« ist, beim österreichischen Radiosender FM4 gab es zum Start der dritten Staffel ebenfalls einen (lustigen) Bericht dazu.
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Gary the goat

Wieder mal ein toller Tag für Australien. Die Gerechtigkeit hat gesiegt! Gary, die Ziege stand gestern in Sydney vor Gericht. Beziehungsweise ihr Besitzer. Und sie haben den Prozess gewonnen!

Und so fing alles an. Vor ein paar Monaten war Gary zusammen mit seinem Weggefährten, dem Komödiant Jimbo Bazoobi, in Sydney unterwegs. Sie waren gekommen, um die große Stadt zu erkunden. So was macht bekanntlich müde, den ganzen Tag herum zu latschen (und sich auch noch von jedem Fremden streicheln und fotografieren zu lassen) und als Gary dann hungrig wurde, genehmigte sich die Ziege am Circular Quay einen kleinen Snack – ein Grashälmchen hier und ein Blümchen da fielen ihr schließlich zum Opfer. Ein Polizist wurde Zeuge dieser Tat und war damit ganz und gar nicht zufrieden. Der wollte für Recht und Ordnung sorgen, wie sich das ja wohl gehört und wies den Besitzer an, das Tier aus der Stadt »zu entfernen«. Zu allem Übel brummte er ihm auch noch eine Strafe von 440 Australische Dollar auf. Das wiederum lag dem Komödiant schwer im Magen, hatte er doch seine Ziege nicht darauf trainiert, mutwillig »öffentlich Parkanlagen zu beschädigen«.

Gary und Jimbo wehrten sich gegen die Anschuldigungen. Gestern stand also das ungleiche Paar in Sydney vor Gericht. Gary the goat gegen die Polizei ... 1:0 für die Ziege würde ich sagen! Die Klage wurde von der Richterin abgewiesen mit der Begründung, dass Gary die Ziege zwar Vegetation beschädigt hatte, die Klage aber nicht auf ein Tier übertragen werden kann. Damit ist Jimbo als Besitzer nicht haftbar für seinen hungrigen Freund. Link zum Artikel Ob demnächst den Eltern ein Strafzettel ausgestellt wird, wenn ihre Kinder »mutwillig« ein paar Blumen im Park ausreißen? In Australien ist doch irgendwie alles möglich.

No worries und määäähhh!

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Eingestellt von : Nina Fischer
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Australischer Humor: Nicht lustig?

Angesichts der neuesten Skandale bzw. Aufreger bzw. Tragödien fragt man sich doch, ob der australische Humor vielleicht gar nicht so lustig ist. Oder versteht der Rest der Welt die Aussies einfach nicht? Wie schief der Scherzanruf zweier australischer Radiomoderatoren gelaufen ist, hat wohl jeder auf der Welt mitbekommen. Wie es scheint, war dies nicht der erste (und wohl auch nicht der letzte) Spaß, der sich hart an der Grenze bewegt und dadurch nun international ins Kreuzfeuer geraten ist. Ist es aber richtig, die zwei schuldigen Australier dafür zu verurteilen, sich diesen »Spaß« erlaubt zu haben? Verdienen sie die vielen Todesdrohungen, die sich seit dem Vorfall häufen?

Auch das kürzlich erschienene Video von Premierministerin Julia Gillard, in jenem sie äußerst sachlich ankündigt, dass der Mayanische Kalender wohl doch richtig war und die Welt demnächst zu einem Ende kommen wird, hat mit Sicherheit die Weltnachrichten gemacht. Ob man dies jedoch außerhalb Australien ebenfalls lustig findet? Eher fraglich. Kurios trifft es wohl am besten. Ich bin mir nicht mal sicher, ob der Rest der Welt den Witz wirklich verstanden hat. Haben wir einfach keinen Sinn für Humor?

In der beliebten TV-Show »The Chaser’s« geht es genau darum: Den australischen Humor. Es werden fleißig Streiche gespielt, Scherze auf Kosten anderer gemacht, Leute verarscht und dabei auch gesellschaftliche und moralische Grenzen überschritten. Manchmal ist es aber wirklich ganz lustig. Das muss sogar ich – in den Augen der Aussies ein typisch humorloser Mitteleuropäer – zugeben. Eines ihrer berühmtesten Scherze: Die Durchbrechung der Sicherheitsbarrikade anlässlich der Apex Konferenz, die im Jahre 2007 in Sydney abgehalten wurde, bei der wichtige Staatsmänner aus aller Welt, allen voran George W. Bush, anwesend waren. 160 Mio. Australische Dollar wurden für Sicherheitsvorkehrungen ausgegeben – trotzdem war, ich zitiere: »die Sicherheitslücke groß genug um drei Wagen, zwei Motorräder und vier (falsche) Geheimdienstangestellte durchzuschmuggeln. Alles was es dafür brauchte, war eine kanadische Flagge.« Nicht lustig? Beurteilt selbst!

No worries!

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Eingestellt von : Nina Fischer
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Did you hear about Buckie?

Gestern in den australischen Nachrichten ... Die Top News des Tages waren wie folgt: Malala zeigt erste Schritte zur Besserung, ein Elefant im Taronga Zoo hat seine Pflegerin lebensgefährlich verletzt, weitere Ausschreitungen in Syrien, Buschbrände wüten in New South Wales und zum krönenden Abschluss: Buckie wurde gefunden! Aber wer ist Buckie?

Buckie ist ein Staffordshire Terrier Welpe, der aus seinem Zuhause in Bondi gestohlen wurde. Seine Besitzer haben alles dafür getan, ihr Hündchen heil wieder zurück zu bekommen und den Entführer zu entlarven. »Dognapping« nennen die Aussies dieses Verbrechen hier. Die überaus besorgten Hundebesitzer haben eine Facebookseite »Help us find Buckie!« gestartet und Aufnahmen einer Überwachungskamera veröffentlicht, in denen der Täter (im Volksschulalter) bei seiner Tat zu sehen ist. Außerdem war eine Belohnung von 1.000 Australischen Dollar ausgeschrieben. Kopfgeld für den kleinen Buben?

Ganze zwei Minuten dauert der Bericht über Buckie, den Hund. Im Detail wird geschildert, wie sehr sich der Welpe über das Wiedersehen gefreut hat und wie der Besitzerin ein Stein von Herzen fiel, als sie ihr »Baby« wieder in die Arme schließen konnte. Es wird auch erläutert, wie die Familie für ihre Such-den-Hund-Kampagne ein ganzes Marketing-Team aufstellte. Dieses soll in Zukunft bei der Suche anderer gedognappter oder verloren gegangener Hunde helfen. Eine richtige Erfolgsgeschichte. Da lässt es sich selbst die Reporterin nicht nehmen, dem kleinen Buckie den Kopf zu tätscheln. Fehlt nur noch, dass dem Hund selber das Mikrofon unter die Nase gehalten wird. Was der wohl zu dem ganzen Wirbel um ihn sagen würde?

Das waren also die Top News gestern in Australien. Ist in Österreich was Interessantes passiert?

No worries!

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Eingestellt von : Nina Fischer
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Drei Witze

Anpassung geschieht in kleinen Schritten. In letzter Zeit werde ich immer mutiger, was den australischen Humor betrifft. Deshalb hier mal drei Witze ...

1. Alle Österreicher haben einen Keller
Das ist mein neuer Lieblingswitz. Der geht aber leider auf meine Kosten. Ist es nicht schön, wenn man auf eine Party kommt und vom Gastgeber den Leuten anhand eines unterhaltsamen Scherzes vorgestellt wird? Und zwar geht der so: »Hey Leute, hört mal her, das ist Nina aus Österreich und bevor ihr fragt – keine Angst, sie hat keinen Keller daheim!« Allgemeines Gelächter und begeisterte Zustimmung. Ich hole gerade zu einem bissigen Gegenangriff aus, so was wie »Ja, ich habe gehört die Australier waren auch lange Zeit Meister im Kinder entführen – und das sogar mit Einverständnis der Regierung!«, da fällt mir ein, lieber wieder mal no worries zu denken, ein Lächeln aufsetzen und es mir zu verkneifen. Die Australier  würden das ja wieder in den falschen Hals kriegen.

2. Australier lieben langweilige Sportarten
Australien gehört voll und ganz zu den sportliebenden Nationen. Jedoch begeistert man sich hier für andere Sportarten als anderswo auf der Welt. Hier dominieren Cricket, Rugby, Football, Surfen und Pferderennen. Mal echt ein ganz anderes Mix. Das Problem ist nur, dass Cricket unglaublich langweilig ist – ungefähr die langweiligste Sportart für den Zuschauer, die es gibt – und für Rugby oder Football (Männer die auf einem Feld um einen Ball streiten und ihre Kraft und Männlichkeit demonstrieren) hatte ich noch nie was übrig. Da vermisst man doch glatt den guten alten Fußball! Aber nun zum Witz. Ich wollte einen Scherz machen, einen sarkastischen Scherz, weil hier ist ja immer alles so halb ernst gemeint. Also hab ich zu ein paar Aussies gesagt, die sich im Pub zum Football Spiel getroffen haben, dass ich dieses Spiel echt super-doof finde und allgemein nicht verstehe, wie eine Sportnation wie Australien auf so langweilige Sportarten stehen kann. Das ist den Aussies mal wieder schlecht aufgestoßen und ich habe vernichtende Blicke geerntet. Das würde doch wohl sehr abwertend klingen, was ich da sage! Gelacht wurde nicht. Das kam wohl nicht so gut an.

3. Mehr Hobbit als Aragorn
Nun zum dritten Witz. Die Australier lieben Sarkasmus und ich versuche auch immer ganz viel sarkastisch zu sein. Die Zutaten kenne ich mittlerweile, aber manchmal kommt es mir so vor, als verstehe ich die unterschiedlichen Maßangaben zu diesem Humor noch nicht ganz. Ein australischer Arbeitskollege legt mich immer wieder mit seinen sarkastischen Bemerkungen aufs Kreuz. Oft lacht er sich darüber kaputt, dass ich alles zu ernst bzw. zu wortwörtlich nehmen würde. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und kontere an manchen Tagen gekonnt zurück. Zum Beispiel als mein Arbeitskollege mir erklärte, dass er doch so gerne etwas fitter sein würde und etwas besser aussehen würde, sein Held und Vorbild sei ganz klar Aragorn aus »Herr der Ringe«. Da meinte ich, dass er da aber viel machen müsse, weil er wesentlich mehr einem Hobbit gleicht, als dem heldenhaften Aragorn (was irgendwie auch der Realität entspricht). Meine kanadische Arbeitskollegin – die auch ihre Probleme mit dem Humor der Australier hat – war ganz erschrocken und meinte, dass wäre nun doch etwas zu taktlos von mir gewesen. Aber ich glaub der Australier hat mich da schon verstanden.

Hat er? Also ganz sicher bin ich mir ja nicht. Der erste Witz ging definitiv auf meine Kosten und ich fand den ja eigentlich nicht so lustig (zumindest bin ich davon verschont geblieben, mit einem Hitler-Witz vorgestellt zu werden). Und einen Witz dagegen zu halten, wäre da auch nicht gut angekommen. Der zweite Witz war wahrscheinlich zu wenig Scherz und zu viel Ernst, war also wiederum für die Aussies nicht so lustig. Außerdem sind Witze, die in irgendeiner Weise ihr Land »beleidigen« ja sowieso äußerst grenzwertig. Und der dritte? War der nun genau richtig??

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Eingestellt von : Nina Fischer
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Drop Bear

»Der Drop Bear, Thylarctos plummetus, ist ein großes auf Bäumen lebendes räuberisches Beuteltier, das mit dem Koala verwandt ist.« Quelle

Drop Bears sind eine ernst zu nehmende Bedrohung in Australien. Sie lauern auf Bäumen und greifen ihre Opfer an, in dem sie sich auf sie stürzen. Oftmals geschieht dies aus einer Höhe von bis zu acht Metern. Gerne richten sie dabei ein blutiges Massaker an und nutzen den Überraschungseffekt um ihr Opfer zu töten. Sie gelten als äußerst bösartig und aggressiv und haben nichts gemeinsam mit dem friedfertigen Koala. Viele nichts ahnende Touristen wurden bereits Opfer von Drop Bears, eine durchaus reale Gefahr die in Australien lauert. Deshalb also immer brav nach oben schauen, wenn Bäume in der Nähe sind. Dann kann eigentlich nichts schief gehen.

... oder doch?

Wirklich ein guter Schmäh. Der Drop Bear ist nämlich so was wie eine kollektive Erfindung des australischen Geistes, rein dazu da um Touristen zu ärgern. Da hat man ihn mal wieder, den typisch australischen Humor. Welche andere Nation hat so viel Spaß dabei, Touristen hinters Licht zu führen? Denn auch in Werbung und Medienwelt ist der Drop Bear eine weit verbreitete Realität. Jeder weiß, es gibt ihn nicht, aber jeder tut so, als wäre er real. So real, dass sogar das australische Museum diese Spezies in die Liste der heimischen Tierarten aufgenommen hat. Bei so viel Einfallsreichtum, muss man die Australier doch fast ein bisschen lieb haben.

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Eingestellt von : Nina Fischer
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Australischer Humor

Wenn zu Hause jemand einen Witz reißt, der irgendwie daneben geht, weil er zu makaber, böse, schlicht Fehl am Platz ist oder ein Tabuthema anspricht, dann wäre er hier in Australien gerade richtig. Liebend gerne Opfer des australischen Humors werden Frauen, Asiaten, Neuseeländer, Deutsche, Amerikaner und eigentlich sowieso den Rest der Außenwelt. Die Aussies haben auch absolut keine Hemmungen sich selber ins Zentrum eines Witzes zu stellen oder einen Witz über eine Person in deren Gegenwart zu reißen. Für Nicht-Australier kann dies mitunter aber unangenehm werden. In diesem Falle sollte man seine verletzten Gefühle verbergen, versuchen es nicht persönlich zu nehmen und sich einfach »no worries« denken. Ansonsten ist man bei den Australiern nämlich schnell unten durch. Humorlosigkeit – das geht hier gar nicht!

Aber ... es gibt dann doch irgendwo eine Grenze und diese ist, wenn andere (die Außenwelt über die man selber ständig herzieht) sich über die Australier oder ihr geliebtes Land lustig machen. Das verträgt man hier nämlich ganz schlecht und führt schnell dazu, dass diese leicht beleidigt reagieren oder sogar zu einem bissigen Gegenangriff starten. Vielleicht kommt das daher, dass die Australier mit Kritik nicht gerade gut umgehen können. Immer schön austeilen hat man gelernt und tagtäglich geübt, aber einstecken, das kann man hier halt einfach nicht so gut. Verständlich, fragt man die Aussies, ist Australien schließlich das beste Land auf Erden und jeder der was anderes sagt, hat doch sowieso keine Ahnung!

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Eingestellt von : Nina Fischer
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Vergangenheitsbewältigung

Die Australischen Ureinwohner, das ist so ein Tabuthema hier. Da redet man nicht gern darüber. Im Tourismus wird fleißig mit der reichen Kultur der Aborigines geworben, tatsächlich kommt man aber äußerst selten in Berührung mit den Ureinwohnern Australiens – außer man bereist das Land als Tourist.

Die schwierige gemeinsame Vergangenheit hat die Aborigines relativ weit an den Rand der Existenz gedrängt. Die sonst so lockeren Australier, die doch mit Vorliebe Scherze über alles und jeden machen, verstehen gar keinen Spaß wenn es um dieses Thema geht. Am liebsten wird es nämlich tot geschwiegen ... oder klein geredet. Vergangenheitsbewältigung ist ja schließlich auch ein deutsches Wort.

Obwohl sich (erst!) in den letzten Jahren doch einiges getan hat. Der National Sorry Day wurde 1998 eingeführt und zehn Jahre später hat sich der damalige Premierminister von Australien in einem offiziellen Statement bei den Aborigines dafür entschuldigt, ihnen das Land und die Kinder (»Stolen Generations« ca. 1870-1970) weg genommen zu haben.

Kurzer Gedankensprung. Ein Thema über das die Australier jedoch liebend gerne reden und scherzen: Hitler! Für die Inselbewohner ist dieser Mann, dessen Namen wir nicht allzu laut aussprechen wollen, wohl so eine Art Kultfigur die immer wieder für abwechslungsreichen Gesprächsstoff sorgt. Auch Hitlerkostüme für Kinder sind ein absolutes Ding der Realität hier. Ein Partyknüller! Wo es uns alle Nackenhaare aufstellt, wir uns schon verstohlen umblicken und am liebsten im Erdboden versinken würden, legen die Australier noch einen Hitlergruß drauf.

Wie zum Beispiel im Jahre 2010 als ein Kind in Hitlerverkleidung an einer katholischen Grundschule unter begeisterten Hilter-Rufen den Kostümwettbewerb gewann. Die Reaktion der Eltern? Es hätte ja noch weit grausigere Kostüme gegeben, wie beispielsweise ein Vampir oder der Sensenmann. Link zum Artikel

Das ist also der ganz normale Wahnsinn in Down Under. Die eigene Vergangenheit totschweigen und die Vergangenheit anderer locker lässig auf die Schippe nehmen.

No worries!

FOTO: MSHAI (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Verstehen Sie Spaß?

... oder warum es so Spaß macht diesen Blog zu schreiben.

Ein gewisser Australier der der deutschen Sprache mächtig ist, hat mit gerunzelter Stirn fest gestellt, dass ich sein Land mit meinem Sarkasmus in ein schlechtes Licht rücken würde. Das finde ich irgendwie witzig. Wenn ich diese Zeilen hier schreibe, habe ich nämlich immer ein verschmitztes Lächeln im Gesicht. Dahinter stecken natürlich keinerlei böse Absichten. Und den Sarkasmus, den hab ich mir doch sowieso erst hier in Down Under angewöhnt. Alles no worries also und kein Grund zur Sorge.

Da die Australier sich selber gerne als eine sehr humorvolle Nation bezeichnen, wundert mich das aber ein bisschen. Sarkastisch, zynisch, makaber – der Fantasie ist keine Grenzen gesetzt. Alles ist erlaubt! Selbst wenn es manch einem Mitteleuropäer in gewissen Situationen total daneben und unangemessen scheint. ABER ... wenn es dann ums eigene hoch gelobte Land geht, versteht man natürlich nicht mehr so viel Spaß.

Ich nehme es mir also zu Herzen. Vielleicht sollte an dieser Stelle nun doch mal gesagt werden, was Australien für ein großartiges Land ist und wie froh ich sein kann, dass ich hier leben darf. Die Leute sind einfach super-gut drauf, die Sonne lacht jeden Tag vom Himmel und so was wie Sorgen gibt es hier auch nicht. Was will man mehr?

Schön, dieser Sarkasmus. Da kann man sich doch glatt dran gewöhnen.

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Eingestellt von : Nina Fischer
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