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Jedermanns Freund

Thema Arbeitskultur. Ein interessantes Gespräch mit einem Australier, der gerade in Europa lebt und arbeitet, hat mich zum Nachdenken gebracht. Mit was er sich am schwersten tut, ist die Tatsache, dass die Europäer so unfreundlich und unzugänglich seien. Er würde ständig versuchen, seine Arbeitskollegen als Freunde zu gewinnen, würde gerne mit ihnen scherzen und nach der Arbeit auf ein Bier ins Pub gehen. Die Arbeitskollegen wollen aber Arbeit und Freizeit nicht so unbedingt miteinander vermischen und blocken seine »Annäherungsversuche« deshalb eher ab. Arbeitskollegen müssen schließlich nicht unbedingt die besten Freunde sein ...

Er hat mir seine Bedenken so erklärt: In Australien kommt man im Beruf nur weiter, wenn man jedermanns Freund ist. Wenn man eine Idee hat und die will man seinem Boss verkaufen, dann muss man das auf eine coole, lockere Art machen. (Meine Anmerkung: Man verwendet möglichst oft das Wort mate und lädt nach der Arbeit auf eine Runde ins Pub ein.) Wenn man mal anderer Meinung ist, dann darf man das bloß nicht offen zeigen – wieder aus demselben Grund, man muss schließlich jedermanns Freund sein, um weiter zu kommen. (Meine Anmerkung: Man muss sich stets beliebt machen und darf bloß niemanden kritisieren.)

Das klingt doch ganz nach interkulturellen Missverständnissen. Die Europäer fühlen sich auf den Schlips getreten und der Australier weiß nicht, wie er bei ihnen punkten soll, wenn er nicht jedermanns Freund sein kann.

No worries!

Kommentare:

  1. Hallo Allerseits,

    ich habe aus solchen Situationen gelernt:
    Einfach locker bleiben und alles fügt sich
    zusammen,was zusammenkommen soll.

    Herzlichst

    Heiner Kämpken
    http://primafreizeitparks24.com

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