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Die Heimat lässt grüßen!

Wenn man weit, weit von zu Hause weg ist, dann lässt man sich immer wieder mal Päckchen aus der Heimat schicken. Nach einem Jahr in Australien kann ich schon sagen, dass ich mich mittlerweile ganz gut eingewöhnt habe. Trotzdem gibt es aber einfach so Dinge, die man hier nicht findet. Oder man mag die australische Version davon nicht ... oder es ist einfach zu teuer. Manchmal sind es auch ganz kleine banale Sachen, die man hier irgendwie nicht bekommt, aber man will sich nicht umstellen und darauf verzichten. Manche dieser Dinge mögen in den Augen anderer geradezu lächerlich wirken, ich habe mich jedoch über jedes einzelne Päckchen sehr gefreut!

Hier mal spontan eine Auflistung, was ich mir im letzten Jahr alles schicken lassen habe oder bei mir demnächst auf die Liste kommt:
  • Thomy Sauce Hollondaise (die australische Sauce schmeckt einfach nur wääh!)
  • Arabischer Zucker (den brauch ich für meinen Kaffee)
  • Nagelschere (ist hier »Made in China« und nicht «Made in Germany« was man an der Qualität merkt)
  • gerade Haarklammern (die gewellten halten in meinen Haaren nicht so gut)
  • Kägi Fretli u.a. (meine Lieblingsschoki)
  • Profil Zeitschriften (muss ja wissen was in Österreich passiert)
  • Käsfonduepackung (ist zu teuer hier)
  • Dr. Oetker Puddingpulver (australische Version schmeckt wääh!)
  • MexaFit C (Kombination aus Vitamin C und Paracetamol gibt's hier nicht und wirkt Wunder bei mir!)
  • dünne, lange Socken (hier find ich nur kurze dünne oder lange dicke Socken)
  • Zahnbürste Mentadent C Soft (ich will mich nicht umgewöhnen) 
  • leere Notizblöcke (hier ist immer alles liniert oder kariert – ich brauch aber leere Seiten!)
  • Handtücher (die meisten Australier verwenden in der Küche nur Geschirrtücher)
  • normale Hausschuhe aus Kork (hier gibt's nur Plastiklatschen und Ugg Boots)
Da frage ich mich, wie diese Liste bei anderen wohl ausschaut ...
Auf was könnt ihr fernab der Heimat unter keinen Umständen verzichten?

No worries!

FOTO: AUNTIE P (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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High Heels

Frauen tragen gerne High Heels in Sydney. Oder sie gehen barfuß. Wieso das?

Ohne High Heels und Mini-Kleid auszugehen, ist hier fast unmöglich. Jedenfalls fällt man auf, wenn man in Jeans und flachen Schuhen daherkommt. Man fällt aus dem Rahmen, könnte man sagen. An manchen Orten wird einem gar der Eintritt verwehrt. Oder man wird schräg angeschaut.

Es gilt aber, je länger die Nacht, desto weniger Frauen mit hochhackigen Schuhen. Wie allgemein bekannt ist, sind diese nämlich so unbequem, dass es schlicht und einfach eine Zumutung wäre, wenn man sie die ganze Nacht lang tragen müsste. Bereits ein paar Stunden später sieht man also besagte Damen barfuß herum laufen, die High Heels trägt man nun in der Hand. Und dann ist es ja auch okay, weil man ist ja nicht alleine und alle anderen haben auch bereits aufgegeben und sich die hohen Hacken ausgezogen. Ich laufe aber nicht gerne barfuß. Deshalb bin ich froh, dass meine Wahl auf flache Schuhe gefallen ist. Die muss ich nämlich weder ausziehen, noch mit mir rum tragen.

No worries!
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Australisches Gesundheitssystem

In Australien gibt es prinzipiell ein funktionierendes Gesundheitssystem. Dieses ist jedoch strikt in zwei Teile geteilt: »Public Health Care« und »Private Health Care«. Mit der staatlichen Krankenversicherung ist man gegen so gut wie alles abgedeckt, ausgenommen Zahnarztkosten (aus einem mir unverständlichen Grund) und dem Einsatz von Rettungsfahrzeugen. Die Kosten belaufen sich je nach Verdienst auf 1,5 bis 2,5% die vom Jahreseinkommens abgezogen werden.

Das private System ist ursprünglich durch den Gedanken entstanden, dass die staatlichen Krankenhäuser entlastet werden müssen, um die Qualität der Versorgung aufrecht erhalten zu können. Man muss sich nicht zwingend privat versichern, sollte es aber doch irgendwie. Eine Versicherung kann ganz unterschiedlich viel kosten und hängt von vielen Faktoren wie Alter, Krankengeschichte und dem Umfang des gewünschten Pakets ab. Das kann also grob geschätzt alles sein zwischen 30 und 120 Dollar im Monat. Die Regierung will so viele Menschen wie möglich dazu bringen, sich privat versichern zu lassen, man bekommt sogar Rabatte dafür ausbezahlt. Die Realität ist, dass momentan jedoch nur ca. die Hälfte aller Australier eine private Krankenversicherung besitzen.

Dabei kommt mir – aus Sicht eines Österreichers – dieses zweigleisige System ein bisschen wie Geldmacherei vor. Im privaten Sektor gibt es keine »pauschale« Versicherung, wo man gegen alles abgedeckt ist. Da wird ein Geschäft mit der Gesundheit gemacht. Man kauft sich quasi genau das, was man am ehesten denkt, dass man braucht. Und gegen anderes ist man dann nicht oder nur teilweise versichert. Auch muss man sich den individuellen Regeln (abhängig vom Plan) der privaten Versicherungsgesellschaft beugen, wie dass man z.B. ein halbes Jahr warten muss, bevor man eine Brille für Leseschwäche erhält. Irgendwie missfällt mir einfach der Gedanke, dass Gesundheit kein Grundrecht für alle ist.

Im Allgemeinen lässt sich auch nicht zwingend sagen, dass Qualität von Personal und Ausstattung im privaten Bereich unbedingt besser ist. Das ist anscheinend von Krankenhaus zu Krankenhaus verschieden. Aber man hat weniger lange Wartelisten für nicht lebensgefährdende Verletzungen, wie beispielsweise eine Knieoperation. Und die privaten Krankenhäuser haben – wie man hört – auch das bessere Essen. Im staatlichen System hingegen wird man ständig hinten angereiht. Da dieses überlastet ist und teilweise aus allen Nähten platzt, kann es schon sein, dass man ein paar Monate auf einer Warteliste steht. Und wenn man einen Unfall hat, der nicht als lebensgefährlich eingestuft wird, kann es auch passieren, dass man im staatlichen Krankenhaus einen Tag lang warten muss, bis man behandelt wird. Oder schlimmeres ...

Die Realität schaut nämlich leider nicht so rosig aus. In New South Wales wurde kürzlich beschlossen, dass das Budget des staatlichen Gesundheitssystems bis Ende des Jahres um 775 Mio. Australische Dollar gekürzt werden soll. Ob das in Anbetracht der Skandale die sich in letzter Zeit häufen, eine weise Entscheidung ist, lasse ich mal so dahin gestellt. Horrorstories berichten von so genannten »Transit-Units«, die eigentlich für den Krankenhausaufenthalt von max. 24 Stunden gedacht sind, in denen Patienten nach lebensnotwendigen Operationen wegen Überlastung bis zu einer Woche lang ausharren mussten. Die Transit-Units sind nichts anderes, als Rollbetten die entlang des Flurs aufgestellt sind. Wenn man Glück hat, hängt zumindest ein Vorhang davor. Es gibt weder Privatsphäre, noch eine eigene Toilette. Auch von Personalmangel und furchtbaren hygienischen Zuständen wird berichtet. Mal davon abgesehen, dass die Australier sogar im Krankenhaus (!) Teppich-Boden haben. Ich stelle mir das ein bisschen so vor, wie wenn man eine Katastrophensituation hat und die Krankenhäuser total überfüllt sind. Bloß scheint das hier Normalzustand zu sein. Link zum Artikel

Letzte Woche wurde in der Zeitung auch über eine 89-jährige Frau berichtet, die wegen einer Staphylokokken-Infektion ins Krankenhaus musste. Man ließ die betagte Dame dort fast den ganzen Tag unter Schmerzen in einem Bett im Flur ausharren. Als diese schließlich um eine Bettpfanne bat, wurde sie angewiesen, einfach in ihr Bett zu urinieren. Es dauerte zwei Stunden, bis schließlich jemand Zeit hatte, die Bettlaken zu wechseln. Auch die Schmerzmittel, die sie normalerweise nehme, wurden ihrer verweigert mit der Begründung, dass diese zu teuer seien und deshalb in der Notaufnahme nicht verwendet würden. Die alte Frau fühlte sich (verständlicherweise) ihrer Würde beraubt und soll unter Tränen gesagt haben: »Ich bin 89 Jahre alt, mein ganzes Leben lang habe ich brav Steuern gezahlt und so werde ich nun behandelt. Ich muss in mein eigenes Bett urinieren.« Link zum Artikel

Wenn ich so Sachen lese, muss ich schlucken. Ich bin nämlich nicht privat versichert und das besagte staatliche Krankenhaus, über das sich die Beschwerden häufen, befindet sich in Sydney. Ich hoffe jedenfalls, dass ich in Australien keinen Unfall habe und dann plötzlich in der Transit-Unit aufwache. Zitat eines anderen Auswanderers: »Wenn du hier ins Krankenhaus musst, dann zieh am besten Gummistiefel an!«

No worries?
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Der Rest der Welt interessiert uns nicht

Australien hat eine innige Liebesbeziehung mit sich selbst, der Rest der Welt ist weniger von Interesse. Immer wieder muss ich feststellen, dass es einen Grund gibt, warum Australien so isoliert ist. So abgeschnitten vom Rest der Welt. Warum man in Europa kaum jemals etwas über den Kontinent Down Under zu hören bekommt – und das liegt nicht nur an der Distanz. Australien WILL sich abgrenzen und als unabhängige Nation allein dastehen. Die Aussies sind ein überaus stolzes, selbstverliebtes Volk. Das erlebe ich jeden Tag und das spiegelt sich teilweise auch in deren einseitigen Berichterstattung wieder.

Manchmal muss man schon fast darüber lachen. Wie z.B. als ich den Artikel mit dem Titel (sinngemäß) »Australiens Universitäten im internationalen Vergleich auf Überholkurs: Das kluge Land wird nun noch schlauer« in der Tageszeitung Daily Telegraph gelesen habe. Sich selber auf die Schulter klopfen, das tut man hier bekanntlich gerne. Das lustige dabei ist, dass Australiens beste Universität »nur« auf Platz 28 ist. Insgesamt sind sechs australische Universitäten in den Top 200 vertreten, was zugegeben eine ziemlich gute Leistung ist. Und davon handelt schon der gesamte Artikel – kein einziges Wort darüber, an wen die Plätze 1 bis 27 vergeben wurden! Oder welches Land die meisten ausgezeichneten Universitäten hat! Ja, interessiert das hier denn wirklich absolut niemanden? Ein Kommentar eines Australiers zu ebendieser Frage: »Ja, wieso denn, wir wollen ja nur wissen wie gut wir sind, die anderen sind uns doch egal.«

Das konnte ich doch wirklich einfach nicht glauben. Also habe ich im Internet nochmals nachgeschaut. In dem Online-Artikel waren die Menschen von der Zeitung zumindest so nett, eine Statistik mit rein zu packen. Darin kann man nachlesen, dass sich Australien zusammen mit Kanada den 5. Platz in der Liste der Länder mit den besten Universitäten teilt. Jetzt weiß ich aber noch immer nicht, welches nun wirklich die beste Universität der Welt ist. Nach dem Klick auf einen Link, bekomme ich dann endlich das ungefilterte Ergebnis zu Gesicht: Die beste Universität der Welt befindet sich in Californien und die Top 10 wird von weiteren Universitäten in den USA und dem United Kingdom belegt. Aber das interessiert hier ja niemanden. Link zum Artikel

Immer wieder wird mir also vor Augen geführt, wie klein die Blase eigentlich ist, in der die Menschen hier leben. Dabei muss man den Politikern zu Gute halten, dass diese sehr wohl Versuche unternehmen, Australien etwas mehr Präsenz in der Weltpolitik- und Wirtschaft, als auch Mitsprache in globalen Geschehnissen zu verleihen. Den Aussies selber gefällt das aber gar nicht. Hier wird viel geschwätzt über Politik und dabei wird die Regierung unter anderem genau deshalb kritisiert. »Wen interessieren schon die Wahlen in den USA? Obama und Romney sind mir so ziemlich egal. Ich lebe in Australien – wir sollten uns doch lieber um australische Angelegenheiten kümmern und nicht um jene einer anderen Nation. Das hat doch nichts mit uns zu tun.« Solche oder ähnliche Sachen bekommt man hier zu hören.

Weiters wurde in letzter Zeit auch viel darüber gewettert, dass sich Australien bzw. die australische Regierung um einen UN-Sitz bemüht. Das sei doch absoluter »bullshit«, heißt es von den Aussies. Was interessiert uns die UN, die Regierung soll doch das Geld lieber für die Australier ausgeben. Auch sind die Themen Klimawandel und Nachhaltigkeit sehr unbeliebt und hier so ziemlich jedem schnurzegal. Das interessiert uns nicht, mit dem haben wir nichts zu tun – die Regierung solle sich lieber um lokale Probleme kümmern, als die ganze Welt retten zu wollen!

Also manchmal, wenn ich solche Aussagen von »ganz normalen « Aussies höre, da mache ich mir echt etwas Sorgen. Das ist doch wirklich als ob man im hintersten Winkel auf dem Lande wohnt, abgeschnitten von jeglicher Zivilisation und nicht in einer Großstadt wie Sydney, die sich selber gerne als »Weltstadt« bezeichnet. Ähnlicher Meinung ist auch eine australische Journalistin. Sie spricht in ihrem Artikel »Das narzisstische Land muss sein Herz Richtung Asien öffnen« die Probleme der Isolation ihres Landes an. Ihr erscheint es unumgänglich, dass sich Australien früher oder später zumindest gen Asien hin öffnen muss. Weiters schreibt sie »aus einem mir unerklärlichen Grund sind viele Australier total überrascht, dass der Rest der Welt nicht so fasziniert von uns ist, wie wir selbst« und meint, dass die Australier vielleicht doch etwas selbstverliebt und engstirnig sind. Da bin ich aber froh, dass es wohl auch ein paar (wenige) Australier gibt, die das auch so sehen. Link zum Artikel

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Eingestellt von : Nina Fischer
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Die best bezahlte Politikerin der Welt

Australiens Premierministerin, Julia Gillard, ist ziemlich unbeliebt – sowohl in der eigenen Partei als auch beim Volk. Nicht selten wird sie als geldgierige, machthungrige, heuchlerische Lügnerin bezeichnet, der man nicht trauen kann. Leider ist der Chef der Opposition, Tony Abbott, auch nicht viel vertrauenswürdiger. So jedenfalls die Aussies.

Da machte sich Julia Gillard Ende des letzten Jahres verständlicherweise nicht unbedingt beliebter, als kurzerhand eine Aufstockung der Politikergehälter beschlossen wurde. Ihr Jahresgehalt allein hat sich von bisherigen 384.000 auf 473.000 Dollar erhöht. Ist ja auch wirklich nur ein Katzensprung, wenn man von heute auf morgen an die 90.000 Dollar mehr verdient! Das macht Australiens Premierministerin somit zur bestbezahlten Politikerin der Welt. Julia Gillard verdient mehr als US Präsident Barack Obama, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Premierminister David Cameron und Präsident Francois Hollande. Australischer Politiker müsste man sein! Link zum Artikel

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Eingestellt von : Nina Fischer
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