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Kaffeekultur

Der beste Kaffee der Welt. Heute beschäftige ich mich ausschließlich mit einer positiven Seite Australiens. Kein Scherz. Auch kein Sarkasmus ... es gibt tatsächlich echt gute Dinge hier, die es verdient haben, erwähnt zu werden!

Und das ist Australiens Kaffeekultur. Gerade als Österreicher und vor allem als Wiener meint man ja immer, die Kaffeekultur erfunden zu haben. Dabei wissen die daheim doch gar nicht, was guter Kaffee überhaupt ist! Die Italiener wissen’s. Und die Australier auch. Und zwar geht das so ...

Guter Kaffee kommt nämlich nicht auf Knopfdruck aus der Maschine. Guter Kaffee braucht etwas mehr Zeit ... und wird mit Liebe von Hand zubereitet. Man verwende dazu frisch gemahlene Bohnen und echte Milch – weder H-Milch bitte, noch Kaffeesahne, noch Schlagsahne!

Und für alle daheim die immer schon mal von einem Kaffee mit (richtiger) Milch ohne Schokostreusel und ohne 4 cm Milchschaum geträumt haben, sich bis jetzt aber immer zwischen einem schwarzen Kaffee mit Sahne oder einem Cappuccino entscheiden mussten – es gibt diesen Kaffee tatsächlich. Und zwar hier in Australien: Der so genannte »Flat White«.

No worries!

FOTO: JEREMY KEITH (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Ein Berg an Schulden

Dass die Australier gerne Geld ausgeben, wissen wir ja bereits. Dass Australien als Konsumgesellschaft in die Fußstapfen von Amerika tritt, haben wir wahrscheinlich auch schon gehört. Wen kann es da also verwundern, das Australien das Land auf der Welt ist, das die meisten persönlichen Schulden hat?

Nirgendwo anders wird die Kreditkarte so gerne gezückt, wie bei den Aussies. Bereits 2010 haben die Australier die Amerikaner an persönlichen Schulden überholt. Tendenz rasant steigend. Allein in den letzten fünf Jahren ist die Verschuldung des einzelnen Bürgers um mehr als 30% angestiegen. 2012 hat dieser Berg an Schulden die 50.000 Dollar Marke überschritten. Dabei sind hier zu Lande 15 Millionen Karten im Umlauf, was darauf schließen lässt, dass jeder Australier, der in Besitz einer Kreditkarte ist, durchschnittlich Schulden in Höhe von 3.333 Dollar vorzuweisen hat. Link zum Artikel

Da haben wir es mal wieder. Die Australier lieben ihren Lebensstil: Heute das Leben in vollen Zügen genießen und sich erst morgen Gedanken um die Schulden machen. Wundert’s also wen? Mich jedenfalls nicht!

No Worries!
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Sydney ungeschminkt

Sydney ist eine überaus schöne und lebenswerte Stadt – zumindest auf den ersten Blick. Aber der Schein trügt, wie man so sagt. Alles hat halt seine zwei Seiten. Lebt man hier mal eine Weile, kommt man nämlich bald dahinter, was Sydney unter dem ganzen Make-Up von Glanz, Meer, Sonne und wundervoller geographischer Lage versteckt. Sind wir doch mal ehrlich: Was bleibt eigentlich übrig von dieser Stadt ohne die Harbour Bridge und das Opera House?

An manchen Tagen, da hasse ich Sydney aus tiefster Seele. Die vielen narzisstischen Menschen, die denken sie seien was besseres, zwar immer gastfreundlich, aber nie einen Außenstehenden in den inneren Kreis einladen, der Verkehr, Stau, Stau, Stau, jeden Morgen, jeden Abend, ja sogar Samstag Nacht, weil hunderttausende Menschen um jeden Preis das Wochenende in der City verbringen wollen, die schlechte Infrastruktur und öffentlichen Verkehrsmittel, die eher an die dritte Welt erinnern als an das »moderne Australien«, das hier so hoch gelobt wird und dann die Preise, alles ist teuer, teuer, teuer, der übersättigte Wohnungsmarkt, wo so viel schlechte Qualität im Umlauf ist und man zahlt einfach ein Schweine-Geld dafür.

Angst vor Immigration
Letzte Woche war ein interessanter Artikel in der Zeitung, über die Gründe warum man in Sydney Angst vor der Immigration hat. Innerhalb der letzten drei Jahre ist die Gesellschaft Australiens um knapp 1,7 Mio. Einwohner gewachsen, das ist ein durchschnittlicher Zuwachs von 2,3% pro Jahr. Und da 90% der Menschen hier in Städten leben, ergibt sich daraus ein echtes Problem. Es wird also eng. Und noch enger. Die Gesellschaft wächst durch die hohe Zahl der Einwanderer so schnell, dass der Wohnungsmarkt nicht mehr nachkommt – in vielen Teilen Sydneys beträgt der Prozentsatz an freistehenden Immobilien zur Miete weniger als 1%, die Zahl der durchschnittlichen Bewerber liegt bei 30 Personen. Auch Straßen, Parkmöglichkeiten und öffentliche Verkehrsmittel sind zum größten Teil überlastet, unterentwickelt und überteuert. Den Zahlen zu Folge müsste man in Australien eigentlich alle paar Jahre eine neue Stadt bauen, um diesem Fluss an Migration standhalten zu können. Tut man aber nicht, ja man schafft es nicht einmal, in einer so genannten »Weltstadt« wie Sydney, der ständig wachsenden Nachfrage nachzukommen.

Träume vom Auswandern
Ein Australier der hier aufgewachsen ist, hat sich mir gegenüber folgendermaßen zu diesem Thema geäußert. Er meinte, Sydney würde sich zwar sehr einladend präsentieren, sei in Wirklichkeit aber eine äußerst brutale Stadt. So sehr man auch versucht und versucht, man wird nie seine Träume erfüllen können, so lange man hier lebt. Man strebt ständig danach, sich selber verwirklichen zu können, aber die Stadt lässt einen nicht, sie gibt einem gerade so viel, dass man überleben kann und noch weiterhin wagt zu hoffen.

Dann hat er mit einem Lächeln angefügt, wie schön es doch wäre, irgendwo in Europa in einer idyllischen Berglandschaft fernab einer Stadt wie Sydney zu leben. Das wäre doch der Traum von jedem, der endlich hier raus will. Da musste ich schmunzeln. Stimmt, diese Option habe ich glücklicherweise noch und kann sie auch jederzeit ergreifen, bevor mich diese Stadt zu verschlucken droht.

No worries!

FOTO: NADDSY (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Öffentliche Verkehrsmittel

Warum man die öffentlichen Verkehrsmittel hier lieber meiden sollte, dafür gibt es viele Gründe. Zum einen weil die Stadt Sydney das am schlechtesten ausgebildete öffentliche Verkehrssystem der ganzen Welt hat. Behaupte ich jetzt einfach mal. Welche andere Millionenstadt hat weder U-Bahn, noch Tramlinien? Hier tuckert man noch gemütlich mit dem Bus rum (und steckt somit genau wie jeder andere im Verkehr). Kommt man von weiter her, muss man den Zug oder die Fähre nehmen. Wie praktisch. Zu Stoßzeiten kommt auch wirklich alle 20 Minuten ein Zug. Wow, da dürfen wir uns ja regelrecht freuen und uns glücklich schätzen. So ein Luxus! Und natürlich bekommt man in der Rush Hour auch immer einen Sitzplatz! Und sowieso ist der Zug total gemütlich und man muss sich nicht mit betrunkenen und kampfeslustigen Halbstarken herum schlagen! Hätte man wohl gerne ... in Deutschland wird die DB verklagt, wenn mal die Klimaanlage ausfällt und hier im heißen Australien sind nicht mal alle Züge damit ausgestattet.

Auch das so genannte »Netz« ist geradezu nicht existent. Bis auf den Zug der in der City im Kreis fährt, fahren alle Züge nämlich mehr oder weniger kerzengerade in die Stadt rein und wieder raus. In die Innenstadt zu gelangen, geht also noch, aber will man mal wo anders hin, dann hat man den Salat. Ein kleines Beispiel ... der Ikea ist 6,5 km von uns zu Hause entfernt, das sind mit dem Auto 15 Minuten. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln muss ich aber zwei Mal umsteigen und fahre im Zick-Zack zuerst in die Stadt rein und dann wieder raus. Eine Stunde später komme ich schließlich beim Ikea an ... einmal und nie wieder! Zug fahren also abgehakt.

Das Bus fahren ist aber auch nicht besser. Die Australier haben sich ein super-schlaues System ausgedacht, dass den Busfahrern die Arbeit erleichtern soll. Mittlerweile gibt es in der Innenstadt, dem CBD, nur noch Pre-Paid-Tickets, die man also vor dem Einsteigen erwerben muss. Die Stadt hat natürlich mitgedacht. Damit man nicht an jeder Haltestelle eine Ticket-Maschine aufstellen muss, das wäre ja viel zu teuer, übernehmen nun einfach diverse Shops, Kioske, Hotels, Restaurants (oder wer Lust hat dabei zu sein) das Verkaufen der Tickets. Echt kundenfreundlich das neue System, macht es ja auch viel leichter für die Menschen, die Bus fahren. Ob das wohl die ganzen Touristen so schnell verstehen?

Von moderner Technik wie Displays auf denen die Haltestellen anzeigt werden, können die Aussies hier auch nur träumen. Und die Busfahrer sind selber meist ahnungsloser als der ahnungsloseste Passagier. Wie bitte? Tut mir Leid, aber ich kenne die Namen der Haltestellen nicht. Einfach den Knopf drücken, wenn du raus musst. Na toll, was ist aber, wenn ich die Gegend nicht kenne und nicht weiß, wo ich genau aussteigen muss? Busfahren also auch gestrichen.

Bleibt jetzt nur noch das Auto. Kein Wunder also, dass die Australier lieber selber fahren. Das ist nämlich das schöne an diesem Thema: Da sind wir uns nämlich alle zu 100% einig hier. Toll, dass es doch noch etwas gibt, wo die Aussies sich nicht in ihrem Nationalstolz verletzt fühlen und mit guter Miene zugeben können: Public transport sucks!

No worries!

FOTO: NICKI MANNIX (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Australischer Humor

Wenn zu Hause jemand einen Witz reißt, der irgendwie daneben geht, weil er zu makaber, böse, schlicht Fehl am Platz ist oder ein Tabuthema anspricht, dann wäre er hier in Australien gerade richtig. Liebend gerne Opfer des australischen Humors werden Frauen, Asiaten, Neuseeländer, Deutsche, Amerikaner und eigentlich sowieso den Rest der Außenwelt. Die Aussies haben auch absolut keine Hemmungen sich selber ins Zentrum eines Witzes zu stellen oder einen Witz über eine Person in deren Gegenwart zu reißen. Für Nicht-Australier kann dies mitunter aber unangenehm werden. In diesem Falle sollte man seine verletzten Gefühle verbergen, versuchen es nicht persönlich zu nehmen und sich einfach »no worries« denken. Ansonsten ist man bei den Australiern nämlich schnell unten durch. Humorlosigkeit – das geht hier gar nicht!

Aber ... es gibt dann doch irgendwo eine Grenze und diese ist, wenn andere (die Außenwelt über die man selber ständig herzieht) sich über die Australier oder ihr geliebtes Land lustig machen. Das verträgt man hier nämlich ganz schlecht und führt schnell dazu, dass diese leicht beleidigt reagieren oder sogar zu einem bissigen Gegenangriff starten. Vielleicht kommt das daher, dass die Australier mit Kritik nicht gerade gut umgehen können. Immer schön austeilen hat man gelernt und tagtäglich geübt, aber einstecken, das kann man hier halt einfach nicht so gut. Verständlich, fragt man die Aussies, ist Australien schließlich das beste Land auf Erden und jeder der was anderes sagt, hat doch sowieso keine Ahnung!

No worries!
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Eingestellt von : Nina Fischer
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