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Kulturschock

Fragt man Neuankömmlinge aus aller Welt nach ihrem ersten Eindruck von Australien, dann antworten die meisten im Chor: Es ist viel zu teuer hier! Tatsächlich macht dies wohl einen großen Teil des Kulturschocks aus. Man kommt hier an und ist erstmals überwältigt von den Preisen. Irgendwie hat man ja schon gewusst, dass das Leben in Australien nicht gerade billig ist. Aber so teuer?

Die Löhne sind in Australien im allgemeinen zwar höher als beispielsweise in Österreich oder Deutschland, dafür explodieren hier die Preise im Wohnungsmarkt und das vor allem in der Stadt und vor allem in Sydney. Die Nachfrage ist wesentlich größer als das Angebot. Für eine sehr alte kürzlich renovierte Wohnung mit 65 m² plus Garten, 5-10 km vom Stadtzentrum entfernt, zahlt man im Durchschnitt zwischen 2.000 und 2.500 Dollar im Monat (Stand 2012).

Auch die Lebensmittel sind vergleichsweise sehr teuer. Vor allem Gemüse, Obst und Fleisch. Ebenso verhält es sich mit Alkohol. Und Möbeln. Und öffentlichen Verkehrsmitteln. Und, und, und ... Im Grunde kann man sagen, dass hier fast alles dramatisch teurer ist als daheim. 

Lebensmittel im Vergleich (Quelle):

1 l Milch 2,24 AUD = 1,75 EUR // 0,89 EUR in Österreich
1 kg Butter 5,96 AUD = 4,66 EUR // 4,76 EUR in Österreich
1 kg Zucker 1,49 AUD = 1,17 EUR // 1,19 EUR in Österreich
1 kg Reis 2,42 AUD = 1,90 EUR // 0,89 EUR in Österreich
1 kg Tomaten 4,88 AUD = 3,82 EUR // 1,79 EUR in Österreich
1 kg Äpfel 2,20 AUD = 1,72 EUR // 0,85 EUR in Österreich
1 kg Bananen 4,98 AUD = 3,90 EUR // 0,89 EUR in Österreich
1 kg Kartoffeln 2,98 AUD = 2,33 EUR // 0,40 EUR in Österreich
1 l Öl 3,43 AUD = 2,69 EUR // 1,75 EUR in Österreich
1 l Orangensaft 1,- AUD = 0,78 EUR // 0,79 EUR in Österreich

Erst kürzlich wurde Sydney auf Platz 7 in die Liste der teuersten Städte der Welt aufgenommen. Melbourne ist auf Platz 8 vertreten. Die Studie ergab auch, dass die Lebenserhaltungskosten in allen Städten Australiens höher sind als vergleichsweise in New York, London, Rom, Berlin, Hong Kong, Beijing, Shanghai und Rio de Janeiro. Die Ergebnisse werden aus Preisen für Produkte, Dienstleistungen, Lebensmittel, Kleidung, Miete, Betriebskosten, öffentliche Verkehrsmittel und Benzin errechnet. »Die Lebenserhaltungskosten in Sydney sind heute fast 50% höher als die in New York – während das Leben in Sydney vor nur einem Jahrzehnt noch mehr als 25% billiger war als in New York.« Platz 1 ging übrigens an die Schweiz. Link zum Artikel

Wird Sydney bald zum nächsten Zürich?

No worries!

FOTO: MARTIN CATHRAE (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Regeln sind dazu da, um gebrochen zu werden

Wo wir Regeln eher als Richtlinien verstehen, die auch ab und an mal gebrochen werden können, ist es dem Durchschnitts-Australier wichtig, den guten Bürger zu spielen. Anders als bei uns wo die Exekutive eher »faul« ist, wird man hier schließlich für einen Regelbruch zu 100% verfolgt – und das passiert oftmals schneller als man denkt. Bricht man eine Regel, wird man bestraft. Punkt. Ebenso fällt auf, dass es in Australien unglaublich viele Regeln gibt, an die man ständig erinnert wird. Wie könnte man sie auch vergessen, es wird ja überall gleich mit dem erhobenen Zeigefinger gedroht. Da reicht es nicht einfach ein Schild aufzustellen, wo drauf steht: »Parken verboten«, es muss dann gleich noch erwähnt werden, dass bei Zuwiderhandlung eine saftige Strafe folgt. Also ungefähr so:

Parken verboten.
ZUWIDERHANDLUNG WIRD BESTRAFT.
HÖCHSTSTRAFE 200 DOLLAR!

Vor allem im täglichen Verkehr muss man immer auf der Hut vor den Ordnungshütern sein. Die Höchstgeschwindigkeit beim Autofahren zu überschreiten, kann einen mitunter bis zu 857 Dollar kosten. Ist das Parkticket mal zwei Minuten über der Zeit, gibt es auch keine Gnade. Und auf manchen Parkplätzen scheint es einen wesentlichen Unterschied zu machen, ob man vorwärts oder rückwärts einparkt. Nichtbeachtung kostet dann mal schlappe 80 Dollar. Und wieso? Tja, weil das halt die Regeln sind. Wer zu faul ist, sich zur Wahlurne zu begeben, zahlt übrigens auch Strafe. Dasselbe gilt für Alkohol trinken und urinieren in der Öffentlichkeit, einen Hund mit in ein Café zu nehmen, Zigarettenstummel auf die Straße zu werfen, am Strand Drachen steigen zu lassen oder im Zug die Füße auf dem Sitz gegenüber zu platzieren.

Weiters gibt es auch in jeder Bar einen ganzen Haufen Regeln, die einem gleich am Eingang ins Gesicht geklatscht werden ... Man darf nicht auf Tischen tanzen, kein Glas mit nach draußen nehmen, nicht auf das Geländer sitzen, nicht im Umkreis von fünf Metern vor der Türe rauchen (drinnen sowieso nicht) und bereits angeheitert wird man erst gar nicht rein gelassen. Als ahnungsloser Neuling, probiert man das alles natürlich trotzdem. Passiert doch eh nix. Doch man lernt auf die harte Tour. Es dauert keine zwei Minuten, da wird man von einem Security auf den Regelverstoß hingewiesen. Und auf die Frage, wieso man dieses und jenes nicht darf? Zu gefährlich! Alles nur zu deinem besten! Klar, ich könnte vom Geländer fallen und mir den Fuß brechen. Klar, ich könnte total betrunken irgendwo gegen rennen und mir den Hals brechen.

Aber was ist mit gesundem Menschenverstand? Traut man einem hier echt gar nichts zu? Dass wir alt genug sind, um selber zu entscheiden, was richtig und was falsch ist? Was angebracht und nicht angebracht ist? Schließlich sind wir ja erwachsen und unsere Eltern sagen auch nicht mehr ständig zu uns: »Setz dich nicht aufs Geländer, das ist zu gefährlich!«

Da sagt man doch immer, Deutschland ist ein Land in dem eine gut geregelte Ordnung herrscht und es für jeden Fall der Fälle eine passende Regel gibt ... Dazu kann ich nur sagen: Wer immer das gesagt hat, war wohl noch nie in Australien!

No worries!

FOTO: STEFAN JÜRGENSEN (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Vergangenheitsbewältigung

Die Australischen Ureinwohner, das ist so ein Tabuthema hier. Da redet man nicht gern darüber. Im Tourismus wird fleißig mit der reichen Kultur der Aborigines geworben, tatsächlich kommt man aber äußerst selten in Berührung mit den Ureinwohnern Australiens – außer man bereist das Land als Tourist.

Die schwierige gemeinsame Vergangenheit hat die Aborigines relativ weit an den Rand der Existenz gedrängt. Die sonst so lockeren Australier, die doch mit Vorliebe Scherze über alles und jeden machen, verstehen gar keinen Spaß wenn es um dieses Thema geht. Am liebsten wird es nämlich tot geschwiegen ... oder klein geredet. Vergangenheitsbewältigung ist ja schließlich auch ein deutsches Wort.

Obwohl sich (erst!) in den letzten Jahren doch einiges getan hat. Der National Sorry Day wurde 1998 eingeführt und zehn Jahre später hat sich der damalige Premierminister von Australien in einem offiziellen Statement bei den Aborigines dafür entschuldigt, ihnen das Land und die Kinder (»Stolen Generations« ca. 1870-1970) weg genommen zu haben.

Kurzer Gedankensprung. Ein Thema über das die Australier jedoch liebend gerne reden und scherzen: Hitler! Für die Inselbewohner ist dieser Mann, dessen Namen wir nicht allzu laut aussprechen wollen, wohl so eine Art Kultfigur die immer wieder für abwechslungsreichen Gesprächsstoff sorgt. Auch Hitlerkostüme für Kinder sind ein absolutes Ding der Realität hier. Ein Partyknüller! Wo es uns alle Nackenhaare aufstellt, wir uns schon verstohlen umblicken und am liebsten im Erdboden versinken würden, legen die Australier noch einen Hitlergruß drauf.

Wie zum Beispiel im Jahre 2010 als ein Kind in Hitlerverkleidung an einer katholischen Grundschule unter begeisterten Hilter-Rufen den Kostümwettbewerb gewann. Die Reaktion der Eltern? Es hätte ja noch weit grausigere Kostüme gegeben, wie beispielsweise ein Vampir oder der Sensenmann. Link zum Artikel

Das ist also der ganz normale Wahnsinn in Down Under. Die eigene Vergangenheit totschweigen und die Vergangenheit anderer locker lässig auf die Schippe nehmen.

No worries!

FOTO: MSHAI (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Verstehen Sie Spaß?

... oder warum es so Spaß macht diesen Blog zu schreiben.

Ein gewisser Australier der der deutschen Sprache mächtig ist, hat mit gerunzelter Stirn fest gestellt, dass ich sein Land mit meinem Sarkasmus in ein schlechtes Licht rücken würde. Das finde ich irgendwie witzig. Wenn ich diese Zeilen hier schreibe, habe ich nämlich immer ein verschmitztes Lächeln im Gesicht. Dahinter stecken natürlich keinerlei böse Absichten. Und den Sarkasmus, den hab ich mir doch sowieso erst hier in Down Under angewöhnt. Alles no worries also und kein Grund zur Sorge.

Da die Australier sich selber gerne als eine sehr humorvolle Nation bezeichnen, wundert mich das aber ein bisschen. Sarkastisch, zynisch, makaber – der Fantasie ist keine Grenzen gesetzt. Alles ist erlaubt! Selbst wenn es manch einem Mitteleuropäer in gewissen Situationen total daneben und unangemessen scheint. ABER ... wenn es dann ums eigene hoch gelobte Land geht, versteht man natürlich nicht mehr so viel Spaß.

Ich nehme es mir also zu Herzen. Vielleicht sollte an dieser Stelle nun doch mal gesagt werden, was Australien für ein großartiges Land ist und wie froh ich sein kann, dass ich hier leben darf. Die Leute sind einfach super-gut drauf, die Sonne lacht jeden Tag vom Himmel und so was wie Sorgen gibt es hier auch nicht. Was will man mehr?

Schön, dieser Sarkasmus. Da kann man sich doch glatt dran gewöhnen.

No worries!
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Rechts oder Links?

Wenn man zu Australiern sagt, dass man sich zuerst daran gewöhnen muss, auf der »falschen« Straßenseite zu fahren, dann mögen sie das gar nicht. Ob ich schon mal darüber nachgedacht hätte, dass vielleicht wir diejenigen sind, die auf der »falschen« Seite fahren? Es fahren zwar 163 Staaten der Welt auf der rechten Seite und nur 58 Staaten auf der linken, aber okay. Einfach mal schön weiter lächeln. Das kommt immer gut hier. Mit der Zeit gewöhnt man sich ja auch wirklich an alles – sogar auf der »falschen« Straßenseite zu fahren. Das erledige ich doch mit links!

No worries!

FOTO: ALEX PROIMOS (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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