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Australien - Natur Pur

So richtig australisch fühle ich mich, wenn ich ein paar Tage im so genannten »Hinterland« verbringe. Ja, Hinterland ist eine englisches Wort und gemeint ist damit das Inland, also alles was sich landeinwärts befindet, weg von Australiens vergleichsweise dicht besiedelter Küste. Dort gibt es Busch, Nationalparks, Flüsse, Hügel, Farmen, richtig urige Australier und natürlich viel Natur.

Die Tage sind momentan heiß und trocken, in der Ferne sieht man den Rauch von Buschfeuern und in kristallklaren Nächten kann man am Himmel Millionen von Sternen beobachten. Am nächsten Morgen wird man von den vielen verschiedenen Vogelgeräuschen geweckt. Wer in einem Cottage nahe am Busch wohnt, wird die spektakuläre Geräuschekulisse und die vielen Papageien, die zum Frühstück vorbei schauen, so schnell nicht wieder vergessen. Auch die Wallabys, die im Garten herum hüpfen und der kleine Frosch, der in der Toilette lebt (will man das Klo verwenden muss man ihn kurzfristig runter spülen, aber keine Angst, er kommt zurück so bald Ruhe eingekehrt ist), bleiben in Erinnerung.

So stelle ich mir ein australisches Erlebnis vor: Wilde Natur, Busch und eine einmalige Tierwelt. Und was ist besser, als die verwachsenen Buschpfade auf dem Rücken von Pferden zu erkunden und dabei dem Gesang von schwarzen Kakadus zu lauschen?

Den Frosch, der in der Toilette lebt, vermisse ich übrigens. Wieder zurück in Sydney ertappe ich mich dabei, wie ich vorsichtig die Toilette beäuge ... ob Herr Frosch heute wohl zu Hause ist? Danke an Kathy, die deutsch-holländische Besitzerin der Pferdefarm. Besser könnte ein Wochenende auf dem Land nicht sein!

No worries!

FOTO: KATHY HOLTRUST
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Was tun bei Schlangen- und Spinnenbissen

In Australien kann man bekanntlich von vielem gebissen werden. Schlangen- und Spinnenbisse sind besonders verbreitet und können mitunter auch sehr gefährlich sein. In der letzten Frühlings-Sommer-Saison wurden allein im Bundesstaat New South Wales 288 Spinnenbisse und 136 Schlangenbisse registriert. Viele der »ungewollten Begegnungen« fanden in Sydney statt – es gab 133 Vorfälle mit Spinnen und 20 Vorfälle mit Schlangen.

Die in Australien beheimateten Schlangenarten sind grundsätzlich nicht aggressiv und suchen lieber das Weite, wenn sie einem Menschen begegnen. Werden sie jedoch bedroht oder in ihrem Revier überrascht, dann setzen sie sich auch zur Wehr. Viele Unfälle mit Schlangen geschehen, weil Leute eigenhändig versuchen, den Eindringling zu fangen oder zu entfernen, anstatt ihn einfach in Ruhe zu lassen oder professionelle Hilfe zu holen. Einige der Schlangenarten, z.B. die »Inland Taipan« und die »Eastern Brown Snake« sind sehr giftig. Durchschnittlich sterben jedes Jahr 2-3 Menschen, denn Schlangenbisse können tödlich sein, wenn schwere Symptome auftreten und kein Antivenom verabreicht wird.

Die gefährlichsten australischen Spinnenarten sind die »Funnelweb Spider« und die »Redback Spider«. Ein einzelner Spinnenbiss ist normalerweise nicht tödlich, aber er kann äußerst schmerzhaft sein. Das Antivenom wird nur bei schlimmen Symptomen (ca. 20% der Fälle) verabreicht. Seit 1981 gab es in Australien keinen Todesfall durch Spinnenbiss mehr.

Was man tun sollte, wenn man von einer Schlange gebissen wird:
  • sofort die Rettung unter der Nummer 000 anrufen
  • die Person soll sich hinlegen und möglichst ruhig verhalten
  • wenn ein Biss an den Extremitäten erfolgt ist, einen Druckverband anlegen
  • bei einem Biss am Körper mit den Händen auf die Stelle Druck ausüben
  • die Wunde nicht waschen, damit im Krankenhaus festgestellt werden kann, von welcher Schlangenart man gebissen wurde
Was man tun sollte, wenn man von einer »Funnelweb Spider« gebissen wird:
  • sofort die Rettung unter der Nummer 000 anrufen
  • die Person soll sich hinlegen und möglichst ruhig verhalten
  • wenn ein Biss an den Extremitäten erfolgt ist, einen Druckverband anlegen
  • bei einem Biss am Körper mit den Händen auf die Stelle Druck ausüben
Was man tun sollte, wenn man von einer »Redback Spider« gebissen wird:
  • bei schweren Symptomen sofort in Kontakt mit einem Arzt treten
  • die Person soll sich hinlegen und möglichst ruhig verhalten
  • die Stelle mit einem Eispack kühlen
No worries!

FOTO: XLERATE (WIKIPEDIA)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Australier: Ein gottloses Volk

Von offizieller Seite her wird Australien gerne als christliches Land bezeichnet. Damit sind viele jedoch nicht einverstanden, da die Australier im Allgemeinen nicht sehr religiöse Menschen sind. Das Thema Religion und Glaube kommt nur selten zur Sprache, weder am Stammtisch, noch unter Freunden und schon gar nicht in den Medien. Auch in den Schulen wird man hier keine Kreuze oder sonstige religiöse Symbole finden. Ebenso fehlen viele christliche Feiertage, über die man sich in Österreich immer besonders freut. (Auch wenn manche gar nicht wissen, was man an dem Tag eigentlich feiert.) Kirchenglockenläuten hört man hier auch nur äußerst selten. Die Glocken kommen normalerweise nur vor der Sonntagsmesse, an Feiertagen oder zu speziellen Anlässen, wie z.B. Hochzeiten oder Beerdigungen, zum Einsatz. Wenn man also eine Weile in Australien lebt, könnte man fast vergessen, dass Religion überhaupt existiert ... nicht ganz, aber fast.

Laut dem australischen Büro für Statistik (2011) ist das Christentum mit 61% die meist verbreitete Religion in Australien. Dabei bilden die Katholiken, dicht gefolgt von den Anglikanern die größten Glaubensgemeinschaften. Die nächst größte Gruppe macht 22% aus und hat keine Religionszugehörigkeit oder bezeichnet sich selbst als nicht religiös. Dann folgen jene 8%, die unter »ohne Angabe« vermerkt sind. Vergleichsweise wenige Anhänger sind dem Buddhismus (2,4%), Islam (2,1%), Hinduismus (1,3%) und Judentum (0,5%) zuzuschreiben, wobei der Islam die schnellst wachsende Glaubensgemeinschaft in Australien ist.

Ohne Angabe schließt nicht anerkannte Religionen mit ein, unter anderem auch die Jediisten. In Australien ist der Jediismus – nach George Lucas Star Wars Reihe – als eine Art Scherzantwort sehr beliebt. 2011 zählten die Anhänger dieser Religion 65.486 Personen. Man vermutet jedoch, das lediglich an die 5.000 tatsächlich Anhänger des Jediismus sind. Der Rest glaubt nicht an Gott und hat einfach nur viel Humor. Deshalb lässt sich annehmen, dass die realistische Zahl der Atheisten in Australien noch weitaus höher ist. Der Regierung sind die Scherzantworten der Australier jedoch ein Dorn im Auge, wie sich hier nachlesen lässt. Als das Büro für Statistik 2011 die Umfrage zum Thema Religion startete, wurde die Öffentlichkeit darum gebeten, Scherzantworten doch bitte zu unterlassen. Irgendwann ist schließlich auch mal Schluss mit lustig.

Da gut ein Viertel der Bevölkerung – Tendenz steigend – ohne Religionszugehörigkeit ist, zählt Australien zu den am wenigsten religiösesten Länder der Industriestaaten. Besonders unter den australischen Jugendlichen ist Religionslosigkeit stark verbreitet – laut einer weltweiten Umfrage von 2008 sind sie sogar die ungläubigsten Jugendlichen auf der ganzen Welt.

No worries!
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Australien hat gewählt

Das Krokodil Big Wendell, das im Darwin Crocodile Park lebt, hat es richtig vorhergesagt: Tony Abbott ist Australiens neuer Premierminister, der Kampf der zwei Großparteien Labor (sozialdemokratisch) und Liberal (liberal konservativ) ist zu Ende. Die Parlamentswahlen, die in Australien alle drei Jahre statt finden, gingen mit 85 gewonnenen Sitzen – von insgesamt 150 Mandaten – klar zugunsten der Liberal Party aus.

Neuer Premierminister Tony Abbott, katholisch und konservativ aus Leidenschaft, hat am Tag nach seinem Wahlsieg bereits verkündet, dass er als erstes die CO2-Steuer wieder abschaffen und die Flüchtlingsboote stoppen wird. Genauer gesagt will er eine Militäroperation ins Leben rufen, »die den Menschenhandel bekämpfen und Australiens Grenzen schützen soll«. Weiters hat er vor die Wirtschaft anzukurbeln, Steuern zu senken und neue Jobs zu schaffen. Ob er seine Wahlversprechen einhält, wird sich in Kürze zeigen.

Für Klimaschutz, Asylanten, Homosexuelle oder Frauen hat der neue Mann an der Macht relativ wenig übrig – zumindest wenn man seiner losen Zunge und seinen tollpatschigen Ausrutschern glauben schenkt. So beschrieb er die Qualitäten einer Parteikollegin anhand ihres Sex-Appeals, gab zu, dass er sich durch Homosexuelle ein bisschen bedroht fühle und behauptete, dass Klimawandel absoluter Blödsinn sei.

Man muss das Ganze mit etwas Humor sehen, denn zumindest sorgt der sportliche Australier, der übrigens privat sozial sehr engagiert ist, immer wieder für ordentlich Gesprächsstoff (oder Kopfschütteln). Mein Lieblingszitat ist dieses hier: »Meiner Meinung nach trennt das moderne Australien eine tiefe moralische Kluft von Nazi-Deutschland. Aber können wir uns so sicher sein, dass wir unter dem Druck der Zeit nicht die selbe rutschige Piste hinunter schlittern? Wir müssen uns nur mal die Abtreibungsrate in diesem Land anschauen.« Mehr dazu gibt es hier: Abbottism

No worries!

FOTO: JAYDENE CHAPMAN
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Wir sitzen alle im selben Boot

Und hier noch eine gelungene Aktion die vor einem Monat in Sydney stattfand, ins Leben gerufen von einer Gruppe Australier, denen die Kampagne »No Visa« auch nicht so gut gefallen hat. Mit einer Parodie als Antwort auf die fragwürdigen Regierungs-Poster möchten sie darauf aufmerksam machen, wie unseriös, böswillig und fehl am Platz die Kampagne eigentlich ist.

Die Poster, die in der Innenstadt von Sydney hingen, zeigen die Endeavour – das Schiff mit dem Captain Cook die australische Küste erstmals erreichte. Die Nachricht dazu heißt: »Du bist mit dem Boot und ohne Visum hier angekommen, du hast dich in Australien niedergelassen.« Damit zeigen sie mit Witz und Ironie auf, dass selbst die Vorfahren der Australier damals per Schiff nach Australien gekommen sind – und das ebenfalls ohne Visum. Noch dazu als Sträflinge.

In dem Artikel über diese Aktion wird auch hervorgehoben, dass die Kampagne der Regierung ein Budget von 30 Mio. Australische Dollar hat. Ein Megakonzern wie Coca-Cola würde im Vergleich dazu ca. 22 Mio. pro Jahr für Werbung ausgeben.

No worries!

FOTO: JESS MILLER (NEWS)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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