Pages

Bild

Bild

Sparmodus

Bleiben wir doch beim Thema. Energiesparen durch Isolierung? Nur heizen wenn Fenster und Türen geschlossen sind? Nicht ständig das Licht brennen lassen? Das Wasser in der Dusche erst dann andrehen, wenn man auch tatsächlich in die Dusche steigt? Den Motor ausschalten, wenn man im Auto auf jemanden wartet?

Der Gedanke, Energie sparen zu müssen, ist bei den Australiern definitiv nicht so stark ausgeprägt wie bei uns. Jedenfalls was die oben genannten Beispiele angeht. Sie sparen ja schon irgendwie bzw. irgendwo, aber halt etwas anders als wir. Zum Beispiel waschen viele Australier ihr Geschirr lieber von Hand, als mit dem Geschirrspüler (angeblich um Wasser zu sparen). Auch die Dreckwäsche kalt zu waschen ist hier eher die Regel als die Ausnahme (um Energie zu sparen). Ich könnte dazu jetzt meine Kommentare abgeben, aber ich verkneife sie mir. Dafür zitiere ich lieber einen australischen Journalisten der es auf den Punkt gebracht hat: »WIR sind schrecklich, schrecklich, schrecklich. In einer Analyse des WWF belegt Australien Platz Nummer 8 der am wenigsten nachhaltig lebenden Menschen der Welt – und du und ich tragen dafür persönlich Verantwortung.« Link zum Artikel

Energy Efficiency wird in Australien in der Tat sehr zweigleisig gefahren. Was öffentliche Bauten angeht, ist das Land mit seinen »Green Star Buildings« und neuen Innovationen zwar relativ fortschrittlich, im normalen Haushalt hingegen zeichnen sich starke Defizite ab. Was den öffentlichen und kommerziellen Bau betrifft, hat ein Umdenken hin zur Nachhaltigkeit also längst stattgefunden. Beim einzelnen Verbraucher zu Hause ist diese Botschaft jedoch (leider) noch nicht angekommen. Link zum Artikel

Da erinnert man sich doch gerne zurück an die guten alten Zeiten daheim und wie der Papa zu sagen pflegte: »Mach’s Licht aus, wenn du es nicht brauchst – wir besitzen doch kein Kraftwerk!« Ob der Aussie Papa das wohl auch zu seinen Kindern sagt?

No worries!
Artikel lesen →
Eingestellt von : Nina Fischer
Labels: |
2 Kommentar(e)

Hilfe, der Winter kommt!

Warum der Winter eigentlich kälter ist als daheim ...

Das Klima hier ist moderat. Im Winter hat es tagsüber nur selten weniger als 15°C, in der Nacht kann es dann aber schon ab und an mal auf Temperaturen nahe dem Gefrierpunkt abkühlen. Auch die Sonne scheint das ganze Jahr über genau gleich viel oder wenig. Eigentlich könnte man sogar so weit gehen, zu sagen, dass es hier gar keine richtigen Jahreszeiten gibt. Weder ist der Herbst besonders grau, nebelig und trostlos, noch der Frühling besonders frisch, grün und verregnet. Im Prinzip ist alles was zwischen diesem Sommer und dem nächsten kommt also irgendwie wie ein laaaaaanges Sommerende, gefolgt von einem laaaangen Sommeranfang.

Eigentlich doch schön, möchte man meinen! Jetzt ist da nur ein kleines Problem (zu dem ich gleich komme).

Die Australier sind wieder mal lustig. Die fragen mich immer, oh Gott, wie überlebt man denn den Winter daheim bei Minusgraden? Das geht doch nicht, das würde ich nicht überleben, da friert man ja immer! Wie schön wir es in Australien doch haben ohne diese schrecklichen Temperaturen! Ich versuche ihnen dann geduldig zu erklären, dass unsere Häuser sehr solide gebaut und gut isoliert sind. Dass es bei uns so was wie eine Zentralheizung gibt. Doppelglasfenster? Die wissen doch nicht mal, was das ist hier! Und dass wir uns auch angemessen kleiden, wenn wir aus dem Haus gehen ... aber irgendwie verstehen sie mich nicht. Das Bild vom gnadenlosen, bitterkalten Winter ist nicht aus ihren Köpfen raus zu bekommen. Wenn ich dann soweit gehe und behaupte, dass ich den Winter hier viel schlimmer finde, dann schauen sie mich erst recht komisch an.

Nun zurück zu dem Problem. Ihr ahnt es sicher schon, keine Isolierung, kein Doppelglas, keine Haustüren mit Dichtungen, keine Zentralheizung ... ja wie leben denn die hier? Das ist jetzt vielleicht ein bisschen frech, aber manchmal kommt es mir vor, als würde ich in einer Höhle leben. Es ist doch so, in einer Höhle ist man von Wind und Wetter geschützt, aber es ist immer recht kühl, auch wenn draußen die Sonne herab brennt. Ich wage zu behaupten, dass der Temperaturunterschied bei moderaten Temperaturen 3-5°C zwischen drinnen und draußen beträgt. Den Rest kann man sich ausrechnen. Bei 15°C hat es drinnen also gut 10°C.

Jetzt verstehe ich das alles auf einmal viel besser. Warum die Australier den Winter so hassen, warum sie solche Angst vor den kalten Temperaturen haben ... und warum sie davon ausgehen, den Winter in Europa keinesfalls überleben zu können. Aus ihrer Sicht betrachtet geht mir das genau so. Ich bin jetzt nämlich auch schon soweit, dass ich Angst vor der kalten Jahreszeit habe. Ja, wie soll ich denn das überleben, bitteschön? Es ist sooooo kalt hier!

Eine kleine Lösung für das Problem gibt es dann aber doch. Und die heißt: Umkehrbare Klimaanlage. Mit der kann man zum Glück nämlich auch »heizen«. Der Raum ist zwar nur warm, so lange sie eingeschaltet ist und kühlt kurze Zeit später wieder ab, viel fortschrittlicher geht es hier jedoch nicht. Energiesparen durch Isolierung? Davon ist man in Australien meilenweit entfernt. Und trotzdem. Auch ich verwende fleißig dieses Gerät ohne mit der Wimper zu zucken. Selbst wenn man draußen an der Sonne (fast) im T-Shirt sitzen könnte. Der sparsame Europäer in mir, der denkt er kann durch die kleinsten Taten die Welt verbessern, hat dann aber doch irgendwie ein schlechtes Gewissen. Und was würden wohl die Australier zu meinen Bedenken sagen?

No worries!
Artikel lesen →
Eingestellt von : Nina Fischer
Labels: |
2 Kommentar(e)

Der kleine Bruder

Die Pavlova Debatte ist nun ja offiziell beendet. Aber was hat Australien sonst noch so alles von seinem kleinen Bruder (wie Neuseeland liebevoll von den Aussies genannt wird) geklaut?

Fallen einem die australischen Briefmarken »Australian Legends« mit Russell Crowe in die Hände, wundert mich sich erstmals nicht darüber. Aber halt, stopp, da war doch was. Der Herr Crowe, der ist doch gar kein Australier. Kommt der nicht aus Neuseeland? Richtig! Russell Crowe übersiedelte mit seiner Familie im Alter von vier Jahren nach Australien und verbrachte dort zehn Jahre, bevor er wieder nach Neuseeland zog. Erst mit 21 kehrte er zurück nach Australien, um seine Filmkarriere zu verfolgen. Link zum Artikel

Dann gab es da auch noch dieses berühmte Rennpferd, Phar Lap, das 1926 in Neuseeland geboren wurde. Da es jedoch in Australien auf die Rennbahn geschickt wurde und dort zwei Melbourne Cups gewann (das wichtigste Pferderennen in Australien), waren die Aussies einfach so stolz auf das begabte Pferdchen, dass sie es von da an prompt ihr Eigen nannten.

Und die Sache mit dem Eisberg? Angeblich haben die Australier auf dem riesigen Eisberg, der 2006 an Neuseeland vorbei schwamm, ihre Flagge platziert – was den Kiwis natürlich ganz schlecht aufgestoßen ist. Tja, das ist wahre Bruderliebe. Da bin ich mal gespannt, was die Zukunft noch so für interessante Rivalitätskämpfe hervorbringt.

No worries!
Artikel lesen →
Eingestellt von : Nina Fischer
Labels:
0 Kommentar(e)

Nationalgericht geklaut?

Pavlova. Der ganze Stolz Australiens! Ein Meringue-Kuchen mit frischen Früchten und echt MADE IN AUSTRALIA. Jedenfalls wenn man die Australier fragt ... lauscht man aber rüber nach Neuseeland zum kleinen Bruder, Rivale, Möchtegern-Australier dann ist dies in Frage zu stellen. Die Kiwis behaupten nämlich, Pavlova sei ganz allein ihr Nationalgericht!

Wer hat recht?
Das Gericht wurde nach einer russischen Prima Ballerina namens Anna Pavlova benannt und ihr zu Ehren in den 1920er Jahren erfunden. Da sie jedoch sowohl durch Neuseeland als auch Australien reiste, stellt sich nun die brisante Frage ... wer war zuerst? Das erste bekannte Pavlova Rezept stammt aus einem neuseeländischen Kochbuch von 1926. Es handelte sich dabei jedoch um einen Gelatine-Kuchen. Die Meringue-Version soll angeblich ein paar Jahre später ebenfalls in Neuseeland aufgetaucht sein. Die frühesten australischen Dokumente belegen, dass das Pavlova Rezept im Jahre 1935 in Perth entstanden ist. Laut Oxford English Dictionary wurde dem Streit 2010 ein offizielles Ende bereitet – Gutachter gaben Neuseeland recht, zumindest aus linguistischer Sicht betrachtet. Link zum Artikel

Spielt das ganze eine Rolle?
Ja, natürlich! Da schlägt der Nationalstolz der Australier durch. Selbst wenn man den »Pavlova War« nun offiziell verloren hat, seinen Standpunkt gibt man deshalb noch lange nicht auf. Mit Stolz und Würde verkündet die kulinarische Legende Margaret Fulton nach dem Oxford Urteil: »Die Neuseeländer können so viel Ansprüche stellen, wie sie wollen und das Oxford Wörterbuch kann weiter so tun, als wüssten sie sowieso alles besser, aber ich möchte behaupten, die meisten Australier sind ebenso wie ich der Meinung, dass die wahre Pavlova uns gehört!« So gehört’s sich in Australien. Einfach schön stur bleiben und nicht alles glauben, was andere Leute sagen. Und wenn uns was nicht passt, machen wir einfach unsere eigenen Regeln!

No worries!

FOTO: CLAIRE SUTTON (FLICKR)
Artikel lesen →
Eingestellt von : Nina Fischer
Labels: |
0 Kommentar(e)

Vogelgezwitscher und Urwaldgefühle

Schön ist das, wenn man am Morgen aufwacht und draußen die vielen Vögel zwitschern hört. Im Sommer machen sie zwar um 5 Uhr früh schon so einen Lärm, dass man am liebsten einen Schuh in den nächsten Baum schmeißen würde, aber im Großen und Ganzen fühlt es sich sehr gut an. Als würde man gerade Urlaub machen. Oder als wäre man gerade im Urwald unterwegs. Da gibt es Kakadus, Lorikeets (kleine bunte Papageien), Raben, Tauben, singende Elstern und den berühmten Kookaburra.

Die Lorikeets hören sich so an, als würden sie ständig miteinander in den verschiedensten Tonlagen kommunizieren und erinnern mich immer ein bisschen an die Geräusche von Kanarienvögeln. Oftmals hört man sie, sieht sie jedoch nicht gleich, weil sie sich gerne hoch oben in dicht belaubten Bäumen niederlassen. Bei Sonnenuntergang sammeln sie sich und können manchmal auch echt laut sein. Wenn es viele sind, ist eine Unterhaltung fast unmöglich, wenn man unter so einem Baum steht!

Weiße Kakadus sind auch keine Seltenheit in der Stadt, meist sind sie jedoch in der Nähe von Parks zu finden. Sie fliegen von einem Strommast zum nächsten und kreischen was das Zeug hält. Die Raben sind ebenso laut und klingen, als gäbe es immer was zum meckern. Es gibt auch australische Taubenarten hier, die wesentlich graziöser aussehen, als die Stadttauben die man aus Europa kennt. Viele von ihnen habe eine schöne Musterung und einen außergewöhnlichen Federschmuck am Kopf.

Und der Kookaburra ist eigentlich nur ein kleines Vögelchen, macht aber ein Geräusch, das man so schnell nicht vergisst! Wenn man dieses laute »Lachen« das erste Mal hört, muss man meist selber auch lachen und fragt sich natürlich – was zum Geier war das denn?!

Auch der Whipbird, der vor allem in Regenwald an der Ostküste verbreitet ist, hat einen sehr distinktiven Ruf, den man sofort wieder erkennt. Ich liebe diese ganzen Vogelgeräusche und lasse mich bei einem Spaziergang durch den Park doch glatt zu ein klein bisschen Liebe für dieses Land hinreißen ... da fühlt man sich doch echt für einen kurzen Moment, als würde man an einem ganz besonderen Ort leben. Happy Birthday and ...

No worries!



FOTO: BRIAN EYRE (FLICKR)
Artikel lesen →
Eingestellt von : Nina Fischer
Labels: |
1 Kommentar(e)