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Australien: Rauchen ist out

Denjenigen unter euch, die schon mal in Australien waren, ist sicher aufgefallen, wie wenig Raucher man hier sieht. Sydney ist eine absolute Nichtraucher-Stadt, wie generell der gesamte Bundesstaat New South Wales und sowieso der Großteil Australiens. Raucher sind hier so dünn gesät, dass es einem richtig auffällt, wenn man plötzlich irgendwo Zigarettenqualm schnuppert. Denn Rauchen ist so gut wie überall verboten: in Lokalen, an öffentlichen Plätzen, in Bars und Restaurants, am Flughafen, in Sportstadien, im Umkreis von zehn Metern um Kinderspielplätze, im öffentlichen Schwimmbad, teilweise auch an den Stränden, auf Märkten oder Veranstaltungen unter freiem Himmel, an Bushaltestellen, Bahnhöfen und Taxiständen. Wer Zigarettenstummel unachtsam aus dem Autofenster wirft, muss ebenfalls mit einer Geldstrafe in der Höhe von 200 Dollar rechnen.

Seit 2012 dürfen Zigaretten in Australien nicht mehr beworben werden und nur mehr in einer einheitlichen »Schockverpackung«, d.h. großflächige Bilder von Krebsgeschwüren, verfaulenden Beinen und Raucherlungen, verkauft werden. Das Markenlogo darf seither nur mehr ganz klein in einer Ecke stehen. Auch in den Shops dürfen Zigaretten nicht mehr ausgestellt, sondern nur mehr über die Theke verkauft werden. Ab Juli 2015 wird das Anti-Raucher-Gesetz in New South Wales noch einmal verschärft. Einerseits wird die 4-Meter-Regel ausgeweitet, die besagt, dass vor Eingängen zu öffentlichen Gebäuden, Restaurants, Bars, Cafés, Krankenhäusern, Kirchen, Schulen, Einkaufszentren, Hotels, Geschäftseingängen etc. nicht mehr geraucht werden darf, andererseits ist das Rauchen im Außenbereich von Lokalen und in Autos, in denen Kinder unter 16 Jahren mitfahren, in Zukunft verboten.

Die australische Regierung gibt jedes Jahr mehrere Millionen Dollar für Anti-Raucher-Kampagnen aus und gehört zu den Ländern, mit den schärfsten Anti-Raucher-Gesetzen der Welt. Es verwundert einen also nicht, dass hier so wenig Menschen zum Glimmstängel greifen. Rauchen wird in der Gesellschaft generell als uncool betrachtet, Raucher werden wegen ihres Lasters eher belächelt und erleben eine ständige Verunsicherung, da sie vor allem im öffentlichen Stadtleben nirgends rauchen können, ohne möglicherweise ein Gesetz zu brechen. Einen Artikel zu diesem Thema aus der Sicht eines Australiers gibt es hier.

Und was sagen die Statistiken? Laut einer Umfrage von 2014 greifen nur 12,8% aller Australier über 14 Jahren täglich zur Zigarette. 1991 waren es noch 24,3% – die Zahl der Raucher hat sich demnach in den vergangenen 23 Jahren um die Hälfte verringert. Zigaretten dürfen in Australien übrigens erst ab dem 18. Lebensjahr legal erworben werden.

No worries!

FOTO: RIC MCARTHUR (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Reisebericht: Northern Territory in acht Tagen

Lust auf Krokodile? Rote Erde? Sumpfgebiete, Wasserfälle, Schluchten und wunderschöne Sonnenuntergänge? Wir haben vor kurzem das Northern Territory bereist und in einem 8-tägigen Roadtrip Darwin und die Nationalparks im Top End besucht.

Da wir die Nationalparks zu Beginn der Trockenzeit erleben wollten, haben wir uns für Mitte Mai als Reisezeit entschieden. Das Land ist vom vielen Regen in den Monaten davor noch relativ grün und belebt und nur wenige Landstriche sind zu diesem Zeitpunkt im Zuge des jährlichen Reinigungsrituals der Aborigines abgebrannt worden. Der Nachteil kann mitunter sein, dass einige Straßen noch gesperrt sind oder Gefahr durch Krokodile besteht, die ihr Territorium in der Regenzeit erweitern. Genaueres zum Thema Jahreszeiten im Top End erfahrt ihr hier.

Tag 1 – Darwin
Darwin liegt direkt an der Küste und ist eine kleine, relativ verschlafene Stadt. Besonders schön sind die Sonnenuntergänge, wenn sich der Horizont in allen Farbabstufungen von Rot bis Violett färbt und noch lange nachdem die Sonne untergegangen ist, den Himmel erleuchtet. Dieses Spektakel kann man sehr schön vom Strand aus beobachten oder man verbringt den Abend bei einem kühlen Bier/Cider im Garten des Darwin Sailing Clubs. Berühmt ist auch der Mindil Beach Sunset Market, der in den kühleren Monaten jeden Donnerstag und Sonntag Abend stattfindet. Man findet dort ein internationales kulinarisches Angebot, Feuerschlucker, Musiker und viele kleine Marktstände.

Tag 2 – Lichtfield National Park
Am nächsten Tag haben wir Darwin verlassen und uns auf in Richtung Lichtfield National Park gemacht. Die wichtigsten Attraktionen im Park sind die Wasserfälle Wangi Falls, Florence Falls und die Aussicht zu den Tolmer Falls, sowie Buley Rockhole und die Magnetic Termite Mounds. Alle diese Naturschauplätze kann man gut innerhalb von einem Tag erforschen, man sollte jedoch auch etwas Zeit zum schwimmen einplanen. Krokodile trifft man dort zwar eher selten an, zu gewissen Jahreszeiten kann dies jedoch durchaus vorkommen. Man sollte sich deshalb auf jeden Fall vorher informieren und immer brav die Schilder beachten.

Tag 3 – Edith Falls
Der Lichtfield National Park ist zwar sehr schön, aber noch schöner fanden wir unseren nächsten Stopp, den Nitmiluk National Park, in dem sich die Edith Falls und der berühmte Katherine Gorge befinden. An diesem Tag sind wir die Strecke bis nach Katherine gefahren und haben unterwegs bei den Edith Falls eine Pause eingelegt. Es gibt dort mehrere kleine Wasserfälle, wobei die oberen Fälle die schönsten sind. Man sollte sich unbedingt die Zeit nehmen, die kleine, aber einfache Wanderung dorthin zu machen. Zur Belohnung kann man oben angekommen wunderbar schwimmen, picknicken und die Natur genießen. Wir sind noch am gleichen Tag weiter gefahren und gegen Abend in Katherine angekommen.

Tag 4 – Katherine Gorge
Von der Kleinstadt Katherine ist es nur eine kurze Autofahrt zum Katherine Gorge, der 13 Schluchten umfasst und sich durch einen großen Teil des Nitmiluk National Parks zieht. Man kann dort Wanderungen unternehmen, eine Bootstour machen oder die Schluchten per Kanu erforschen. Vorausgesetzt, dass keine Krokodilwarnung ausgeschrieben ist. In unserem Falle – kurz nach der Regenzeit – war die Gefahr jedoch zu groß. Wer die menschenleere und unpassierbare Weite des Nitmiluk National Parks in seiner ganzen Größe erfassen möchte, dem kann ich nur wärmstens einen Helikopterflug mit Nitmiluk Tours empfehlen. Auf einer privaten Tour hat man nicht nur eine grandiose Aussicht auf die Schluchten, sondern hat auch die Möglichkeit zu einem Zwischenstopp. Irgendwo im nirgendwo versteht sich, wo meilenweit keine Menschenseele anzutreffen ist – ein unbeschreibliches Erlebnis!

Info: Der Nitmiluk National Park gehört zwar seinen rechtmäßigen Besitzern, den Jawoyn, einem Stamm der australischen Ureinwohner, wird jedoch gemeinsam mit den Institutionen »Northern Territory Parks« und der »Wildlife Commission« verwaltet. Auch befindet sich im Nitmiluk National Park die wohl einzige neu erbaute Luxusunterkunft, die Cicada Lodge, die ebenfalls unter dem Management der Jawoyn steht. Das Wort »Nitmiluk« bedeutet übrigens »Ort der Zikaden«.

Tag 5 – Gunlom Falls
Am nächsten Tag haben wir uns von Katherine auf in Richtung Kakadu National Park gemacht. Unser Ziel war Yellow Water, wir haben unterwegs jedoch eine Abzweigung genommen, die uns auf einer unbefestigten Straße zu den Gunlom Falls geführt hat. Mit einem normalen Mietauto ist diese Strecke gut zu bewältigen, auch wenn das ein Bruch des Mietvertrages ist. Es muss daher jeder selber entscheiden, ob er das riskieren will oder nicht. Wer es riskiert, wird aber auf jeden Fall belohnt. Nach knapp 40 km auf einer holprigen Straße, kommt man am Fuße des Wasserfalls an, der von unten betrachtet, nicht sehr spektakulär aussieht. Man muss schon ein bisschen wandern (wieder einmal) und diesmal ist es ein schwieriger Aufstieg über steiles, steiniges Gelände. In 20–30 Minuten ist man jedoch oben und findet dort eine wunderschöne natürliche Badelandschaft vor. Nachdem wir so viel Zeit wie möglich bei den Gunlom Falls verbracht haben, sind wir erst gegen Abend in Yellow Water angekommen.

Tag 6 – Yellow Water und Nourlangie
Yellow Water ist ein Sumpfgebiet im Herzen des Kakadu National Parks, das zur Regenzeit das Land überflutet und hunderte verschiedene Vogelarten und andere Tiere anzieht. Auch Krokodile trifft man hier jede Menge. Besonders schön ist eine Yellow Water Cruise am frühen Morgen. Die vielen Geräusche, der Nebel, der wie ein Schleier über der Landschaft liegt, gefolgt von einem wunderschönen Sonnenaufgang, machen dies zu einem unbeschreiblichen Erlebnis. Auch unser Guide, ein Aborigine der im Park aufgewachsen ist, hat uns sein Land durch seine Geschichten aus seiner Kindheit ein Stück näher gebracht.

Noch am gleichen Vormittag sind wir Richtung Jabiru weiter gefahren, dem einzigen Dorf im Nationalpark. Auf dem Weg dorthin haben wir das Warradjan Cultural Centre besucht, einen kurzen Stopp bei der Nourlangie Art Site eingelegt, wo man 20.000 Jahre alte Felsmalereien der Aborigines betrachten kann und uns den nahe gelegenen Anbangbang Billabong angeschaut. Eigentlich hatten wir vor, den kleinen See zu umrunden, leider war dies auf Grund von Krokodilen nicht möglich. Zuletzt haben wir noch das Bowali Visitor Centre besucht. Sowohl letzteres, als auch das bereits erwähnte Kulturzentrum, erzählen einem einiges über die Geschichte des Parks und der Aborigines, die hier leben.

Info: Der Kakadu National Park ist der größte Nationalpark in ganz Australien und wurde sowohl als Weltkulturerbe, als auch als Weltnaturerbe in die UNESCO-Liste aufgenommen. Sein komplexes Ökosystem mit mehr als 2.000 Pflanzenarten und unzähligen Tierarten, die sonst nirgends auf der Welt vorkommen, ist einzigartig. Der Park wird von den ansässigen Aborigines, Binini bzw. Mungguy, denen der Großteil des Landes gehört, in Zusammenarbeit mit »Parks Australia« verwaltet.

Tag 7 – Ubirr und Adelaide River
Von Jabiru aus sind wir an unserem letzten Tag im Kakadu National Park nach Ubirr gefahren. Dies stellt den äußersten Punkt des Nationalparks dar, direkt an der Grenze zu Arnhem Land. Hier befinden sich weitere bedeutende Felsmalereien der Aborigines, das große Highlight ist jedoch die Aussicht, die man hat, wenn man das Plateau besteigt. Oben angekommen, hat man einen guten Rundumblick und kann die vielfältige Landschaft des Kakadu National Parks in all seiner Farbenpracht – von saftigen grünen Wiesen bis zu schwarzer verbrannter Erde – bewundern.

Auf dem Weg zurück nach Darwin haben wir einen weiteren Zwischenstopp am Adelaide River eingelegt. Der Fluss, der sich hier durch die Landschaft schlängelt, ist Heimat vieler Krokodile und zählt zu den am dichtesten besiedelten Gewässern in ganz Australien. Auf einer Bootstour kann man diese faszinierenden Tiere in Aktion erleben. Sie werden mit Futter angelockt und manch einer springt ganz schon hoch aus dem Wasser, um sich den Fleischbrocken zu schnappen. Wer den Krokodilen in einem kleinen Boot eines familiär geführter Touranbieter begegnen will, dem kann ich die Adelaide River Cruise empfehlen.

Tag 8 – Darwin
Zurück in der Stadt haben wir unseren letzten Vormittag Darwins Geschichte gewidmet. Die Bombardierung durch die Japaner während des Zweiten Weltkriegs, bei der im Februar 1942 mehr Bomben abgeworfen wurden, als beim Angriff auf Pearl Harbour, hat vielen Australiern das Leben gekostet und war nur der Anfang einer Serie von Luftangriffen, die fast zwei Jahre andauern sollte. Ein sehr empfehlenswertes Museum zu diesem Thema ist das neu erbaute Defence of Darwin Experience. Weiters gäbe es noch die WWII Oil Storage Tunnels, die in den 90er Jahren der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden.

No worries!

FOTO: NINA FISCHER
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Pascale aus Deutschland

Im Gespräch mit Auswanderern über das Leben auf der großen Insel, die schönen Seiten Australiens, an was wir uns nie gewöhnen werden und was man so alles von daheim vermisst: Diesmal mit Pascale, die mit 15 von Deutschland nach Neuseeland ausgewandert ist und mittlerweile seit zwei Jahren in Australien lebt. Sie hat sowohl einen deutschen, als auch einen neuseeländischen Pass und auf meine Frage, ob sie sich eher als Deutsche oder Neuseeländerin fühlt, hat sie mir geantwortet: definitiv beides. Nur ihren deutschen Akzent würde sie gerne verlieren.

Über dich und deine Erlebnisse:

Woher kommst du, wie alt bist du und was machst du in Australien? Wie lange bist du schon hier? 
Ich komme ursprünglich aus München. Als ich 15 Jahre alt war, zogen meine Eltern und ich nach Neuseeland. Erstmals sollte es nur für ein Jahr sein, wir sind dann aber geblieben. Meine Mama kam schon 1977 der Liebe wegen nach Neuseeland und hat damals auch eine Weile dort gelebt. Ich habe insgesamt sieben Jahre in Auckland verbracht und dort sowohl die High School, als auch meinen Bachelor gemacht habe. Jetzt bin ich 23 Jahre alt und lebe seit zwei Jahren in Brisbane. Mein Freund, der Neuseeländer ist, kam schon im Dezember 2012 hier an und ich bin ihm im März 2013 gefolgt, da ich noch einen Kurs an der Uni fertig machen musste.

Warum genau Australien? 
Mein Freund – mit dem ich seit fünfeinhalb Jahren zusammen bin – wurde an der Uni in Brisbane in Medizin angenommen und deshalb bin ich dann gleich mit ihm hierher gezogen. Während meiner Zeit in Deutschland haben meine Eltern mich jedoch fast jährlich nach Australien in die Ferien mitgenommen – anstelle von z.B. Italien oder Mallorca – und ich habe dieses Land daher immer schon geliebt. Lustigerweise haben wir Australien in den sieben Jahren, in denen ich in Neuseeland gewohnt habe, nur ein einziges Mal besucht.

Erinnerst du dich an deinen ersten Tag? Was hast du erlebt? 
An meinem ersten Tag in Australien mussten wir gleich umziehen, da die Vermieterin meines Freundes hoch religiös war und uns nicht erlaubt hat, als unverheiratetes Paar dort gemeinsam zu wohnen. Ich weiss noch, dass wir nur eine Matratze und ein Bücherregal hatten. Die neue Wohnung war in der Garage unseres (neuen) Vermieters und es war total nett, da es draußen um die 35°C hatte und die Wohnung schön kühl war.

Was war dein größter Kulturschock? 
Nichts wirklich, da ich ja schon sieben Jahre in Neuseeland gelebt hatte und Australien eh kannte. Aber das Wetter – vor allem der viele Regen im Sommer – war etwas, an das ich mich in Brisbane gewöhnen musste, sowie die vielen Tiere überall. Die Trink-Kultur hat mich auch etwas geschockt, aber nur weil ich in einem Pub gearbeitet habe, und nicht wie in Neuseeland in einer französischen Weinbar. Australier und Neuseeländer sind sich generell aber sehr ähnlich, vor allem was die Freundlichkeit betrifft, und das mag ich total gerne!

Hast du manchmal Heimweh? Was fehlt dir? 
Eigentlich gar nicht … weder nach Deutschland noch nach Neuseeland. Obwohl ich in den ersten zwei Monaten, als ich keinen Job fand, eigentlich wieder zurück nach Neuseeland wollte. Ich habe zwei super Jobs in Auckland aufgegeben und dann mit Manager Certificate, Bachelor of Arts, vier Sprachen und fünf Jahren Gastroerfahrung in Australien nichts zu finden, war echt blöd. Neuseeland hat sich in den letzten Jahren ziemlich verändert – Auckland zumindest – und es gibt immer mehr tolle Restaurants: das vermisse ich. Ansonsten wirklich nur meine Katzen (noch nicht mal wirklich meine Eltern).

Was mir von Deutschland fehlt, sind die U-Bahnen und das billige Essen. Ich habe zwar noch einige Verwandte dort – Onkel, Tanten, Kusinen und ein paar Freunde – ich würde aber nie wieder zurück nach Deutschland ziehen wollen. Urlaub machen schon, wie zuletzt 2013 als ich eine 4-wöchige Europatour gemacht habe.

Erzähl mir von Australien:

Wie würdest du Australien mit ein paar wenigen Worten beschreiben? 
Ein Land mit tausend verschiedenen Landschaften, wo Menschen und Tiere tatsächlich zusammen leben.

Was gefällt dir besonders gut an Australien? 
Die Menschen, alle sind so freundlich hier! Sowie die Stadt Brisbane – ich liebe den Fluss, die Sonne und das Wetter.

An was wirst du dich nie gewöhnen?
An den vielen Regen im Sommer und die hohen Essenspreise kann ich mich nur schwer gewöhnen.

Wo befindet sich in deinen Augen der schönste Ort in Australien? 
Broome, Great Barrier Reef und die Wüste gefallen mir sehr gut. Aber eher für Ferienabenteuer, nicht um dort zu leben.

Würde deine Wahl wieder auf Australien fallen?
Immer wieder! Ich liebe dieses Land! Vielleicht mal eine andere Stadt, aber ansonsten ist alles hier richtig toll. Neuseeland ist zwar auch sehr schön, aber nicht ganz so warm und jobmäßig gibt es in Australien doch mehr Möglichkeiten.

Wie australisch bist du bereits?

Sprichst du jeden mit »how're you doing« an? 
Auf alle Fälle!

Isst du Vegemite zum Frühstück? 
Nein – und sogar meine Mama, die seit 1977 immer wieder in Neuseeland gelebt hat, mag kein Vegemite.

Wie hast du die letzten Weihnachten verbracht?
Letzte Weihnachten habe ich in Neuseeland mit meinen Eltern und meinem Freund verbracht, so wie jedes Jahr. Am 24. Dezember untertags haben wir gemeinsam den Baum geschmückt und dann gab’s Abendessen und Geschenke. Das Essen ist immer irgendwas … aber nichts Deutsches! Am 25. Dezember habe ich mit der Familie von meinem Freund gefeiert, so wie das die Neuseeländer und Australier traditionell machen.

Für die Aussies ist ein Strand ohne Wellen kein Strand. Was bevorzugst du? 
Strand find ich ganz nett, aber ich bevorzuge Städte, die was zu bieten haben, vor allem was Essen und Läden betrifft. Ich mag Schwimmen schon gerne – gesurft bin ich noch nie – aber irgendwie ist das Stadtleben eher so mein Ding.

Besitzt du ein Paar Ugg Boots? 
Ja, aber die ziehe ich nur im Winter in Neuseeland an!

No worries!

FOTO: PASCALE DE SULLY
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Australien: Ein liberales Land?

Was meint ihr, ist Australien ein fortschrittliches Land? Was für Rechte hat man hier, wo wird Toleranz gezeigt, wer wird benachteiligt, wie streng sind die Gesetze und wie groß sind die persönlichen Freiheiten, die man hier genießt? Ein kleiner Überblick über einige aktuelle Themen.

Diskriminierung
Lange Zeit hat der australische Staat die so genannte White Australia Policy verfolgt, die zum Ziel hatte, die Einwanderung von Nicht-Weißen konsequent zu unterbinden. Erst 1975 wurde die Diskriminierung von Andersfarbigen mit dem Racial Discrimination Act endgültig abgeschafft. Seither hat sich viel getan. Mittlerweile gibt eine ganze Reihe an Gesetzen, die Diskriminierung aufgrund von Rasse, Geschlecht, Behinderung oder Alter unterbinden sollen. In der Realität lässt sich das aber selbst in einem heute sehr multikulturellen Land wie Australien nicht immer umsetzen. Studien zufolge hat man auf dem Arbeitsmarkt zum Beispiel sehr viel bessere Chancen, wenn man einen englischen Namen hat.

Homosexualität
Die gleichgeschlechtliche Ehe wird in Australien nicht anerkannt. Der Bundesstaat Australian Capital Territory hat mit dem Marriage Equality Act 2013 versucht, die gleichgeschlechtliche Ehe zu legalisieren. Der Beschluss wurde jedoch auf Bundesebene mit der Begründung zerschmettert, dass ein Gesetz wie dieses nicht von den einzelnen Ländern beschlossen werden kann. Anders sieht es bei der Adoption aus, diese wird nämlich auf Landesebene geregelt und ist in einigen Bundesstaaten für gleichgeschlechtliche Paare erlaubt. Sydney gehört übrigens zu den schwulenfreundlichsten Städten der Welt, in der auch jedes Jahr das berühmte Mardi Gras Festival stattfindet.

Abtreibung
Die Abtreibungsraten in Australien sind, wenn man den Medien und Abtreibungsgegnern glaubt, sehr hoch. Es werden aber mit Ausnahme von Südaustralien in keinem Bundesstaat relevante Daten gesammelt und veröffentlich. Laut Statistiken wurden im Jahr 2011 ca. 20% aller Schwangerschaften in Südaustralien abgebrochen. Abtreibungsgesetze sind auf Landesebene geregelt und werden zum Beispiel in New South Wales generell als legal betrachtet, »wenn der zuständige Arzt feststellen kann, dass einer Frau durch eine bevorstehende Schwangerschaft ernste physische oder psychische Schäden drohen, wobei wirtschaftlicher und sozialer Druck ebenfalls als Grund genannt werden können«. Die einzigen Bundesstaaten, in denen Abtreibung ohne wenn und aber legal ist, sind Victoria (bis zur 24. Woche) und das Australian Capital Territory. Eine Umfrage des Medical Journal Australia im Jahr 2010 ergab, dass 61% der befragten Australier der Meinung sind, dass Frauen im ersten Trimester der Schwangerschaft das uneingeschränkte Recht auf Abtreibung haben sollten.

Prostitution
Prostitution ist in Australien auf Landesebene geregelt und mittlerweile in allen Bundesstaaten legalisiert worden. Das heißt, der Akt der Prostitution an sich wird als legal erachtet. Je nach Staat gelten jedoch unterschiedliche Bedingungen. In Westaustralien, Südaustralien, Tasmanien und dem Northern Territory sind Bordelle beispielsweise verboten. Die strengsten Regelungen, durch die Sexarbeiter immer noch stark kriminalisiert werden, hat Südaustralien. New South Wales hingegen ist moderat: Prostitution, Straßenstrich und Bordelle sind erlaubt, es gilt jedoch ein Werbeverbot und die Bordelle dürfen nicht in Sichtweite von Wohnungen, Schulen, Kirchen oder Krankenhäusern sein.

Immigration
Jährlich emigrieren an die 190.000 Menschen nach Australien. Die Zahl der bewilligten Arbeitsvisa ist ungefähr doppelt so hoch, wie die Zahl der Familienzusammenführungen. Australien ist generell sehr offen gegenüber Einwanderern, so lange diese (wortwörtlich) den Preis dafür bezahlen, denn ein Visum für Australien ist nicht gerade günstig und auch mit einigem bürokratischen Aufwand verbunden. Wer eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung will, muss sowohl einen Gesundheitscheck als auch einen Charaktertest bestehen. Unter anderem wird auf AIDS und Tuberkulose getestet. Sollte das Ergebnis positiv ausfallen, kann einem mitunter die Einreise verweigert werden.

Asylrecht
Australien ist Unterzeichner der Genfer Flüchtlingskonvention, wird aber aufgrund der harschen Asylpolitik immer wieder in der Weltöffentlichkeit angeprangert. Nur 3% aller Flüchtlinge kommen über den Seeweg nach Australien, trotzdem wird von der Regierung eine regelrechte Hetzkampagne gegen die so genannten boat people betrieben. Die Flüchtlinge werden entweder direkt auf hoher See abgefangen und zur Umkehr gezwungen oder in notdürftige Lager auf abgelegene pazifische Inseln gebracht. Australien bezahlt arme Staaten wie Nauru und Papua-Neuguinea – seit kurzem existiert auch ein Vertrag mit Kambodscha – riesige Summen, damit diese die »australischen« Flüchtlinge aufnehmen. Die Flüchtlinge müssen unter menschenunwürdigen Bedingungen in den Lagern ausharren, ohne zu wissen, wann oder ob ihr Antrag auf Asyl in Australien bearbeitet wird. Auch schwangere Frauen und Kinder werden inhaftiert. Diejenigen, die Glück haben, verbringen die oftmals lange Wartezeit in Internierungslagern auf dem australischen Festland.

Australien ging kürzlich noch einen Schritt weiter und erließ ein neues Gesetz, das schwer im Verdacht steht, gegen internationales Recht zu verstoßen. Es erlaubt der Regierung unter anderem, anerkannten Flüchtlingen den Daueraufenthalt zu verweigern, indem ihnen nur ein temporäres Visum ausgestellt wird. Weiters hat sich die Regierung rechtlich abgesichert, Flüchtlinge, die auf hoher See abgefangen werden, direkt in ihr Heimatland zurück schicken zu können, selbst wenn ihnen dort möglicherweise Verfolgung und Tod droht.

Meinungsfreiheit
Laut Reporter ohne Grenzen befindet sich Australien auf Platz 25 der weltweiten Rangliste der Pressefreiheit. Platz 1 wird von Finnland belegt, Österreich befindet sich auf Platz 7, Deutschland auf Platz 12. Die Pressefreiheit wird in Australien immer wieder zum Thema gemacht, gerne hätte der Staat mehr Kontrolle über die Berichterstattung in den Medien. Die Regierung versucht schon seit Jahren, Pressereformen durchzuführen. Im Oktober letzten Jahres wurde schließlich ein neues Gesetz verabschiedet, dass die Pressefreiheit zu Gunsten der Anti-Terrorbekämpfung einschränkt. Journalisten machen sich nun strafbar – ihnen droht bis zu zehn Jahre Haft – wenn sie über Einsätze des australischen Geheimdienstes berichten (deren Beteiligte übrigens strafrechtliche Immunität genießen), selbst wenn es dabei um die Aufklärung von Mordfällen geht und die Berichterstattung im öffentlichen Interesse steht. Auch Blogger, Tweeter und Whistleblower sind von dem neuen Gesetz nicht ausgenommen.

Das Demonstrationsrecht steht in Australien ebenfalls unter schwerem Beschuss. In mehreren Bundesstaaten sind bereits Gesetzesentwürfe zu einem Anti-Demonstrationsgesetz umgesetzt worden. Nach Queensland, Tasmanien und Victoria ist es jetzt auch in Westaustralien soweit. Demonstranten, die sich aus Protest an Objekte ketten oder Gegenstände bei sich tragen, die hierfür verwendet werden könnten, sollen in Zukunft bis zu zwei Jahre Haft und eine Geldstrafe bis zu 24.000 Dollar drohen. Gleichzeitig erhält die Polizei die Macht, Demonstrationen aufzulösen und Leute zu verhaften, die im Verdacht stehen, das neue Gesetz brechen zu wollen.

Wahlrecht
In Australien ist man ab 18 Jahren wahlberechtigt. Die Bundestagswahl bzw. Nationalratswahl ist in Australien nicht freiwillig, sondern seit 1924 eine bürgerliche Pflicht. Wer nicht wählen geht, muss mit einer Geldstrafe rechnen. Die Wahlbeteiligung ist in Australien dementsprechend hoch. Gleichzeitig wird Straftätern, die eine drei- oder mehrjährige Strafe im Gefängnis absitzen, das Wahlrecht entzogen. Ähnlich verhält es sich bei Menschen mit psychischen Erkrankungen. Auch ihnen kann das Wahlrecht unter Umständen abgesprochen werden. Aborigines haben das uneingeschränkte Wahlrecht in Australien übrigens erst 1965 erhalten.

No worries!

FOTO: KAYVEE.INC (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Wer liest eigentlich Australien – No worries?

Vor ziemlich genau drei Jahren habe ich meinen ersten Post auf diesem Blog veröffentlicht. Seit ziemlich genau dreieinhalb Jahren lebe ich nun in Sydney. Seither hat sich viel getan. Zu Beginn habe ich den Blog nur als eine Art Tagebuch für mich selber und meine Familie geführt. Einerseits um den Daheimgebliebenen einen Einblick in meinen Alltag zu geben, andererseits auch als bewusste Auseinandersetzung mit meinem neuen Leben in Australien. Ich wollte keine Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit, sondern meine Gedanken und Erlebnisse nur mit einem ausgewählten Kreis an Freunden teilen. Langsam aber sicher hat sich aus Australien – No Worries jedoch mehr entwickelt und das nicht zuletzt weil sich immer wieder Menschen bei mir gemeldet haben, die mich ermutigt haben, weiter zu machen.

Heute kann ich auf über 200 Posts, viele Stunden Recherche, interessante Begegnungen mit Australiern und anderen Auswanderern, unvergessliche Momente in meinem Leben hier, Tage an denen ich von Heimweh geplagt wurde und etliche Emails und Kommentare von Lesern zurückblicken. Noch dazu war der vergangene Monat mit 7.000 Seitenaufrufen ein Rekordmonat für mich. Nicht schlecht für ein Tagebuch, dass ich an einem regnerischen Tag im April 2012 aus Langeweile und Heimweh gestartet habe. Wer also sind die Leser von Australien – No Worries, die diese Seite regelmäßig besuchen? Menschen die vom Fernweh geplagt sind, Auswanderer, Australien-Fans oder einfach nur Reiselustige? Meine größte Lesergruppe macht 55% aus und kommt aus Deutschland. Weiters folgen 15% aus Australien und 10% aus Österreich. Weitere 9% befinden sich in den USA, 4% in der Schweiz und 2% in Russland. Die letzten fünf Prozent verteilen sich auf die Ukraine, Frankreich, Großbritannien und Spanien.

Ich möchte an dieser Stelle also mal allen Menschen da draußen DANKE sagen, die diesem Blog folgen. Ich hoffe, ich habe euch damit einige nette Stunden an Lesestoff bereitet, konnte euch hin und wieder mit etwas behilflich sein und habe auch einigen anderen Auswanderern oder solchen, die es gerne noch werden wollen, Lust auf mehr gemacht.

No worries!

FOTO: DANIEL ROHRER
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Eingestellt von : Nina Fischer
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