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Byron Bay

»Cheer up, slow down, chill out.« Das steht am Ortseingang von Byron Bay auf einer Holztafel geschrieben und nach diesem Motto leben hier nicht nur die Bewohner des kleinen Ortes, sondern auch die Touristen, die es jedes Jahr hierher zieht. Auch mir hat es Byron Bay angetan – die Gemütlichkeit der Bewohner, die vielen wunderschönen Strände und Aussichtspunkte, das gute Essen, die Märkte und Veranstaltungen und das hügelige Hinterland. Eine Bilderbuchlandschaft, ziemlich genau so, wie man sich Australien als Tourist vorstellt. All das macht die Region um Byron Bay speziell. Denjenigen von euch, die diesen magischen Ort noch nicht besucht haben, kann ich folgende Highlights empfehlen.

Der östlichste Punkt Australiens
Auf Cape Byron, einer hügeligen Landschaft mit Klippen und Wäldern, befindet sich das Wahrzeichen von Byron Bay. Der Leuchtturm wurde 1901 erbaut und ist beliebter Treffpunkt sowohl für Anwohner, als auch Touristen. Man hat dort oben einen wunderbaren Ausblick in alle Richtungen und kann Wale, Delphine und andere Meeresbewohner beobachten. Ein Wanderweg führt hoch zum Leuchtturm, man kann diesen jedoch auch bequem mit dem Auto erreichen. Besonders schön ist der Sonnenuntergang und was ich gehört habe, ist der Sonnenaufgang genauso spektakulär anzusehen.

Surfen und mehr
Es gibt eine große Auswahl an Stränden rund um Byron Bay. Ob Surfanfänger oder erfahrener Surfer – es ist für jeden etwas dabei. Besonders empfehlenswert ist The Pass, der zwischen dem Fisherman's Lookout und dem Clarkes Beach liegt. Der Strand ist bekannt für seine perfekten Wellen, die an den Felsen brechen und mitunter 100 Meter lang sind. Einziger Nachteil: Man muss sich diesen beliebten Surfspot mit sehr vielen anderen Surfern teilen. Wer Lust auf Tauchen hat, sollte die Julian Rocks besuchen. Diese befinden sich direkt vor Byron Bays Küste und beherbergen viele verschiedene Fischarten, Rochen, Wasserschildkröten und auch Haie. Sea Kayaking soll auch ein richtig schönes Erlebnis sein – mit etwas Glück kann man sogar Delphine aus nächster Nähe beobachten.

Auf den Spuren der Hippies
Die Gegend um Byron Bay war lange Zeit als Aussteigerkommune bekannt. Hier haben sich in den 70er Jahren Hippies, Surfer, Weltverbesserer, Utopisten und Esoteriker bevorzugt niedergelassen. Später sind dann die Backpacker und die Kreativen und Künstler hinzu gekommen. Byron Bay ist heute ein sehr durchmischtes Dorf, das rund ums Jahr viele Touristen beherbergt. Wer gerne noch etwas vom ursprünglichen Hippie-Charme erleben möchte, der sollte das kleine Dorf Nimbin besuchen. Auch die Channon Markets, die jeweils am zweiten Sonntag im Monat stattfinden, kann ich sehr empfehlen. Es ist wahrlich ein Erlebnis, das man so schnell nicht wieder vergisst.

Das Hinterland erforschen
Wer gerne in der Natur unterwegs ist, sollte sich das subtropische Byron Bay Hinterland etwas genauer anschauen. Dort befindet sich z.B. der Mount Warning, der zu den größten Vulkanen Australiens zählt. Wer den relativ anstrengenden Aufstieg meistert, wird mit einer großartigen Aussicht belohnt und da der Berg der höchste östlichste Punkt von Australien ist, gilt er als der perfekte Ort, um sich den Sonnenaufgang anzuschauen. Im Hinterland gibt es auch noch andere schöne Parks zu entdecken, wie z.B. der Nightcap National Park, in dem sich der 100 Meter hohe Wasserfall Minyon Falls befindet.

Kulinarische Genüsse
In Byron Bay und Umgebung gibt es eine große Auswahl an Cafés, Restaurants und Pubs – vom relaxten Corner Shop bis zu Fine Dining ist hier alles dabei. Eines haben sie jedoch alle gemeinsam: fresh, organic und local produce muss es sein. Neben Cafés wie The Eatery und das Belongil Bistro, kann ich das Beach Hotel empfehlen, ein Pub das direkt am Main Beach liegt und The Balcony im Zentrum von Byron, um einen Cocktail zu schlürfen. Il Buco ist eine kleine, aber feine Pizzeria, in der alles mit viel Liebe zubereitet und vom italienischen Chef höchstpersönlich serviert wird. Wer etwas gehobenere Küche versuchen möchte, dem kann ich Rae's am Wategos Strand und etwas außerhalb von Byron Bay das Harvest Café und das Fig Tree Restaurant empfehlen. Ein weiteres Erlebnis ist The Farm. Dieser beliebte Wochenend-Treffpunkt am Lande, ist, wie der Name schon sagt, eine Farm, auf der sowohl Nutztiere gehalten werden, als auch Obst und Gemüse angebaut wird. Weiters gibt es vor Ort eine Bäckerei, ein Café, einen Laden, einen Kinderspielplatz, ein Blumengeschäft, eine Bühne für Veranstaltungen und eine große Wiese zum picknicken.

Mein Tipp: Wem es in Byron Bay etwas zu laut ist, der findet südlich vom Leuchtturm ein wunderschönes Erholungsgebiet. Das Broken Head Nature Reserve ist eine kleine Oase, an die sich normalerweise nur am Wochenende Menschen verirren, unter der Woche hat man dieses schöne Fleckchen Erde (fast) ganz für sich allein. Man kann hier surfen, Bushwalks entlang der Küste machen und einsame Strände entdecken oder einfach an dem kilometerlangen Sandstrand spazieren gehen und die Seele baumeln lassen.

Zur Einstimmung gibt es hier noch ein schönes Surfvideo. Und jetzt würde mich interessieren: Was ist euer Lieblingsort in Australien und warum?

No worries!



FOTO: NINA FISCHER
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Begegnung mit Bluebottles

Welcome to Australia! Dies war der Kommentar eines Australiers darauf, dass ich vergangene Woche von mehreren Bluebottles gestochen wurde. So ist das nunmal hier. Man ist kein richtiger Aussie, wenn man nicht mindestens einmal im Leben mit einer Qualle gekämpft hat, meinte er.

Genau genommen sind Bluebottles – in Europa eher unter dem Namen Portuguese Man-Of-War bekannt – gar keine richtigen Quallen. Sie bestehen nämlich nicht aus einem einzigen Lebewesen, sondern aus unterschiedlichen Polypen, die zusammen eine Kolonie gebildet haben. Diese können nur in Koexistenz zueinander existieren, sie sind alleine nicht überlebensfähig. Jeder Polyp konzentriert sich auf eine bestimmte Aufgabe, einige sind z.B. für das Fangen der Beute zuständig, andere für die Verdauung und wieder andere für die Reproduktion. Ganz schön interessant eigentlich, oder nicht?

Diese faszinierende Polypenansammlung lebt innerhalb einer blau schimmernden Blase – auch ein Polyp – der quasi als Segel dient. So werden Bluebottles von Wind und Wetter durch die Ozeane geblasen. Sie sind zwar nur 2-12 cm groß, ihre Fangarme können jedoch mehrere Meter lang werden. Ohne eine Möglichkeit der Steuerung, werden sie im Sommer bei anhaltendem onshore wind an Australiens Strände gespült. Ein nicht gerade gern gesehener, aber sehr häufiger Gast in Sydney.

Gerade als Surfer ist es ein Wunder, dass ich bisher noch keiner Bluebottle begegnet bin. Klar, bei Ebbe trifft man sie öfter mal am Strand an, nachdem sie mit der Flut angespült wurden, im Wasser hatte ich das Vergnügen jedoch noch nicht. Das hat sich vergangene Woche geändert. Leichte Panik kam bei mir auf, als ich da auf meinem Surfboard saß und plötzlich ein paar Bluebottles an mir vorbei getrieben sind. Und schon hat mich eine am Bein gestreift. Ist doch gar nicht so schlimm, denk ich mir, und konzentriere mich wieder aufs Surfen. Leider haben mich dann kurz darauf zwei weitere Bluebottles im Team »angegriffen«, eine hat sich um meinen Oberschenkel gewickelt und die anderen um meinen rechten Fuß und ist dabei blöderweise in meiner leg rope hängen geblieben.

Der Stich einer Bluebottle ist extrem schmerzhaft, habe ich mir immer sagen lassen. Und ja, es brennt wie Feuer, aber es war lange nicht so schlimm, wie ich es mir erwartet hatte. Schnell raus aus dem Wasser und mit frischem Wasser abwaschen, nach 30 Minuten ist der Spuk auch schon wieder vorbei. Rote Linien mit weißen Punkten, da wo das Gift eingedrungen ist, sind auf meinen Beinen zurück geblieben. So weit so gut. Noch am gleichen Tag wurde ich jedoch von pochenden Kopfschmerzen geplagt und fühlte mich total schlapp und ausgelaugt. 24 Stunden später hatte ich einen richtig fiesen Ausschlag, mein Bein war angeschwollen und es hat mich der schlimmste Juckreiz gepackt, den ich je in meinem Leben verspürt habe. Es hat viel Disziplin, Kortisonsalbe und einige Antihistamin-Tabletten gebraucht, um dem Juckreiz zu widerstehen.

Zwei Tage später waren die Stiche feuerrot und an manchen Stellen haben sich klitzekleine Blasen gebildet. Heute ist es eine Woche her und es schaut alles schon wieder viel besser aus. Seid ihr auch schon Bluebottles begegnet und was sind eure Erfahrungen mit diesen Tierchen?

No worries!

FOTO: NINA FISCHER
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Haialarm

Habt ihr euch schon mal gefragt, wie das so abläuft, wenn es am Strand einen Haialarm gibt? Die Strände rund um Sydney werden an den Sommerwochenenden, wenn heiße Temperaturen herrschen und viele Leute Zeit am Meer verbringen, zusätzlich mit Helikoptern patrolliert, die die Küste auf und ab fliegen. Auch Boote sind dafür im Einsatz. Werden Haie in unmittelbarer Nähe zum Strand entdeckt, wird per Sirene Alarm geschlagen und die Leute werden angewiesen, das Wasser bis auf Weiteres zu verlassen. Die Haie werden dann mit Hilfe von Booten vertrieben. Passiert nicht all zu oft, ich habe es jedoch auch schon live miterlebt.

Wie kann man sich das Ganze vorstellen? Irgendwie hat man wohl das Bild im Kopf, das man vom Weißen Hai her kennt – mit angstverzerrten Gesichtern rennen die Badegäste panikartig aus dem Wasser. Wir befinden uns aber in Australien und nicht in einem amerikanischen Hollywoodfilm, die Aussies nehmen's natürlich wesentlich gemütlicher, als so manche Touristen glauben würden ...

No worries!



FOTO: ROD CUTHBERT (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Hainetze – Wie effizient sind sie?

Es ist nach wie vor umstritten, ob die Hainetze entlang der Küste von New South Wales überhaupt den gewünschten Effekt haben: Haie davon abzuhalten, sich den Stränden und somit den Menschen zu nähern. Viel mehr hat sich die Debatte darüber in den letzten Jahren verschärft, wie sinnvoll diese Art von Prävention überhaupt ist.

Als wirklich gefährlich für den Menschen werden lediglich Bullenhaie, Tigerhaie und Weiße Haie eingestuft. Bedenklich ist jedoch, wie viele andere Meeresbewohner als Beifang in den Netzen verenden. Sie bleiben mit ihren Flossen in den großen Maschen hängen, können nicht mehr an die Oberfläche gelangen und ertrinken schließlich.

Statistik zum Beifang der Hainetze in New South Wales von 1950 bis 2008 (Quelle):
  • 4.666 Hammerhaie
  • 3.040 Stachelrochen
  • 2.949 Requiemhaie (dazu gehören u.a. auch Bullenhaie)
  • 2.313 Engelhaie
  • 651 Port-Jackson-Stierkopfhaie
  • 577 Weiße Haie
  • 406 Fische
  • 377 Sandtigerhaie
  • 352 Tigerhaie
  • 158 Siebenkiemerhaie
  • 144 Makohaie
  • 125 Fuchshaie
  • 143 Delphine
  • 98 Schildkröten
  • 42 Teppichhaie
  • 7 Wale
  • 6 Dugong
  • 4 Seelöwen
  • 1 Penguin
Viele dieser Tiere – so auch der Weiße Hai – stehen auf der Liste der bedrohten Tierarten. 51 Strände sind in New South Wales mit Hainetzen ausgestattet, obwohl es keine standfesten wissenschaftlichen Studien gibt, die belegen, dass Haiangriffe durch das Anbringen von Hainetzen verhindert werden können. Hainetze funktionieren lediglich nach dem Prinzip: Je weniger Haie im Umlauf, desto geringer ist das Risiko eines Angriffs. Kritiker meinen, es sollte mehr Geld investiert werden, um Methoden zu entwickelen, wie man Haie abschrecken kann, anstatt das Problem nach dem Prinzip »fangen und töten« anzugehen.

Auch andere Länder wie Hong Kong und Südafrika haben Hainetze installiert. Der Bundesstaat Queensland verwendet hingegen so genannte drum lines, bei denen Haie mit Hilfe von speziellen Ködern, die an Fischhaken angebracht sind, gefangen werden. Auch diese Methode ist umstritten, hat jedoch den Vorteil, dass der Beifang wesentlich geringer ist. Was denkt ihr über dieses Thema? Rechtfertigt die Angst vor dem großen Weißen Hai den Tod all dieser Tiere?

No worries!

FOTO: RYAN ESPANTO (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Haie – die Gefahr im Wasser

Vergangenen Samstag verlor ein Surfer in Westaustralien sein Leben, als er um 9 Uhr morgens in der Nähe des Ortes Gracetown Opfer eines Haiangriffs wurde. Es ist die erste fatale Begegnung mit einem Hai dieses Jahr in Westaustralien, der 35-jährige Australier erlitt schwere Verletzungen an Armen und Beinen. Ein unbekannter Surfer, der ebenfalls im Wasser war, hievte den Mann auf sein Surfboard und brachte ihn zurück an den Strand. Leider konnte dort nur noch sein Tod festgestellt werden. Link zum Artikel

Verantwortlich soll ein großer Weißer Hai gewesen sein, auf den nun die Jagd eröffnet wurde. Die Strände in der Umgebung bleiben vorerst einmal geschlossen. Noch haben die Behörden nicht offiziell festgelegt, was mit dem Hai passieren soll, falls dieser gefunden wird. Immerhin ist der Weiße Hai seit 1999 auf der Liste der bedrohten Tierarten eingetragen und steht somit unter Artenschutz. Das bringt die Regierung in eine Zwickmühle ... verständlicherweise soll die Sicherheit des Menschen vorgehen, andererseits kann man auch nicht auf gut Glück sinnlos Haie abschlachten, zumal es sehr schwierig festzustellen ist, ob man auch den richtigen Hai erwischt hat.

In der Surfcommunity wird die Frage, Haie töten oder nicht, wohl etwas anders gesehen als in der breiten Bevölkerung. Jeder Surfer ist sich dem – wenn auch minimalen – Risiko bewusst, das er eingeht. Schließlich ist das Meer die Jagdstätte des Hais und wir begeben uns in dessen Revier. Auch kann das Risiko eines Haiangriffes zumindest gemindert werden, wenn man folgende Punkte beachtet:
  • Man sollte als Surfer nie alleine ins Wasser gehen – je größer die Gruppe und je mehr Menschen um einen herum sind, desto unwahrscheinlicher ist es, dass sich ein Hai überhaupt nähert.
  • Man sollte nur an überwachten Stränden surfen, die regelmäßig patrolliert werden.
  • Wenn man große Fischschulen in unmittelbarer Nähe sieht, ist die Wahrscheinlichkeit um einiges höher, dass ein Hai in diese Gewässer gelockt werden könnte. Wir schwimmen schließlich inmitten seiner nächsten Mahlzeit, also lieber raus aus dem Wasser.
  • Man sollte nicht ins Meer gehen, wenn das Wasser trübe und dreckig ist, wie z.B. unmittelbar nach einem Sturm. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass der Mensch den Hai nicht einmal kommen sehen würde und daher keine Chance hätte, überhaupt zu reagieren.
  • Man sollte nie im Morgengrauen oder in der Abenddämmerung surfen gehen. Das ist die Zeit in der Haie am aktivsten sind und auf Jagd gehen.
Das klingt ja alles schön und gut, leider ist aber gerade der letzte Punkt für Surfer schwierig zu berücksichtigen. Die Qualität der Wellen hängt nämlich in erster Linie von der Windrichtung ab. Bläst der Wind vom Land Richtung Meer, dann nennt man das »offshore wind«. Dieser sorgt für perfekt geformte Wellen und eine ruhige Wasseroberfläche. Anders herum, wenn der Wind vom Meer Richtung Land bläst, fallen die Wellen schneller in sich zusammen, was das Surfen um einiges schwieriger macht. Leider sind die besten Konditionen für Surfer, also der »offshore wind«, zumeist in den frühen Morgenstunden anzutreffen.

Hunt and kill
Nachdem letztes Jahr fünf Menschen an der Küste von Westaustralien von Haien angegriffen wurden und zwei dieser Begegnungen tödlich ausgingen, hat die lokale Regierung beschlossen, den Artenschutz teilweise aufzuheben. Die neue Regelung hunt and kill besagt, sollte ein Hai in unmittelbarer Nähe von Menschen gesichtet werden – auch wenn dieser mitunter keine Absichten hat anzugreifen – kann er getötet werden. Quasi vorbeugend. Dieser provokative Beschluss sorgte für Kontroversen, denn kein anderes Land auf der Welt hat derzeit eine ähnliche Regelung. Der Rachefeldzug gegen Haie wird von der Bevölkerung wie es scheint eher kritisch beäugt. So fand der Beschluss der westaustralischen Regierung bei einer Umfrage nur 13% Unterstützer.

Shark nets
New South Wales und Queensland haben andere Methoden gewählt, um die Bevölkerung zu schützen. An beliebten Stränden wo sich viele Menschen aufhalten, sind so genannte »shark nets« installiert. Das sind großmaschige Netze die ca. 500 Meter von der Küste entfernt im Meer angebracht werden. Die Netze sind nicht durchgehend, das heißt Haie können nahe der Wasseroberfläche darüber schwimmen. Sie sollen lediglich einen abschreckenden Effekt haben und verhindern, dass Haie sich in diesem Territorium niederlassen. Obwohl die Netze einmal am Tag kontrolliert werden und in New South Wales während der Walsaison im Winter sogar ganz abgenommen werden, ist die Sterberate der Tiere, die sich darin verheddern, leider sehr groß. Ungefähr 60% der gefangenen Tiere sind keine Haie sondern andere Meeresbewohner. Seit 2008 sind in New South Wales auf diese Art und Weise 54 Weiße Haie verendet.

Wie gefährlich sind Haie wirklich? 
Laut einer Studie die in New South Wales durchgeführt wurde, enden vier von fünf Begegnungen mit einem Hai in einem Angriff auf den Menschen, 70% überleben diesen. Ob ein Hai einen Menschen angreift, hängt vor allem auch von der Spezies ab. Bullenhaie sind dafür bekannt, äußerst aggressiv zu sein. Sie halten sich gerne in seichtem Wasser auf und besiedeln mitunter auch Flüsse - sie können sowohl im Brackwasser, als auch im Süßwasser überleben. Der Tigerhai, eine andere aggressive Spezies, bevorzugt warme subtropische oder tropische Gewässer. Ähnlich gefährlich für den Menschen ist auch der Weiße Hai, allein schon wegen seiner Größe. Andere Arten, wie z.B. Riffhaie, werden als eher ungefährlich eingestuft und halten normalerweise Abstand zum Menschen, obwohl man gerade dieser Art sehr oft beim Tauchen oder Schnorkeln an Australiens Ostküste begegnet.

Laut der Australian Shark Attack File sind in Australien in den letzten 50 Jahren 50 Menschen als Folge eines Haiangriffs ums Leben gekommen, was eine durchschnittliche Todesrate von einer Person pro Jahr ausmacht. Es ist also durchaus wahrscheinlicher an einem Bienenstich zu sterben, zu ertrinken, vom Blitz getroffen zu werden oder in einem Autounfall ums Leben zu kommen.

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FOTO: PRANAV BHATT (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Stranddiebe

Einen entscheidenden Vorteil hat es, wenn man an einem australischen Strand in der Sonne brutzelt und sich nicht irgendwo in Spanien, Italien oder Griechenland befindet: Es fehlen die Taschendiebe. Hier kann man getrost seine Sachen liegen lassen und in aller Ruhe schwimmen oder surfen gehen. Organisierte Banden, die arme, nichts ahnende Touristen ausrauben, scheint es in Australien nicht zu geben – jedenfalls habe ich davon noch nie gehört.

Die Australier lernen aber auch schon früh eine wichtige Lektion und halten sich immer brav daran: Das sicherste Versteck am Strand für den Autoschlüssel und die Geldtasche sind die eigenen Schuhe. Fühlt sich das etwas zu unsicher an, deckt man das ganze einfach noch mit einem Handtuch ab. Fertig. Das Versteck findet auch wirklich ganz bestimmt niemand. Und wer sagt's denn, kein Dieb ist jemals dahinter gekommen! Australien muss extrem dumme Diebe haben ... oder es gibt sie schlicht und einfach nicht? Hier eine Liste aus 2009 mit den Städten, in denen die meisten Taschendiebe zu Hause sind. Link zum Artikel

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FOTO: SIRI SCHWARTZMAN (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Surfbug

Ich bin krank, ich habe mir einen australischen Virus eingefangen, der sich als äußerst hartnäckig erweist: Den Surfbug. Wer einmal den Biss hatte und so weit gekommen ist, eine ungebrochene Welle zu surfen, der ist mit ziemlicher Sicherheit verloren. Adrenalin und Glücksgefühle strömen durch den Körper. Man fühlt sich, als hätte man etwas erreicht und als wäre man so ziemlich Eins mit der Natur. Ähnlich wie wenn man mit seinem Snowboard oder den Schiern auf der Spitze eines Berges steht, die kalte Luft einatmet und auf den verschneiten Abhang unter sich blickt.

Richtig gut surfen zu lernen, braucht aber viel Ausdauer und Zeit. Es schaut sehr einfach aus, ist aber ähnlich wie Schi fahren: Man braucht viele Jahre um es zu perfektionieren. Meiner Meinung nach ist es sogar noch um einiges schwieriger. Aber auch die kleinen Erfolge, die sich nach einer Weile einstellen, sind schon riesige Schritte. Man muss in erster Linie viel Geduld mitbringen, denn jeder Tag da draußen ist anders. Die Natur macht, was sie will und wir müssen uns nach ihr richten. Es ist ein ständiges Auf und Ab – an manchen Tagen geht der Ozean ruhig und sanft mit uns um, an anderen ist er unberechenbar und rau.

Das erste Mal mit dem Surfboard im Wasser, hat man zuerst einmal Angst. Oder zumindest fühlt man Unbehagen. Man weiß nicht, was einen erwartet, man ist schließlich nicht am Ozean aufgewachsen und wenn überhaupt, dann kennt man nur das ruhige Mittelmeer. Der pazifische Ozean ist eine ganz andere Liga. Hier gibt es hohe Wellen, die eine unglaubliche Kraft haben und starke Strömungen die unerfahrene Touristen immer wieder in gefährliche Situationen bringen. Dann sind da noch Quallen und Haie, Gefahren die man nicht komplett ignorieren kann. Auch wenn sich die Vorfälle in Grenzen halten, werden doch immer wieder Haie gesichtet – ein Surfer dringt schließlich in deren Jagdgebiet ein. Mit dieser Tatsache muss man sich wohl einfach arrangieren.

Ich selber habe eine ganze Weile gebraucht, bis ich mich an den wilden Ozean gewöhnt habe. Es hat mich mitunter viel Überwindung gekostet. Man fühlt sich erstmals, als hätte man keine Kontrolle darüber, was da geschieht – kein Wunder, man kennt es ja auch nicht. Ähnlich muss es einem Australier gehen, der das erste Mal in den Alpen Schi fahren geht und noch nie wirklich Schnee gesehen hat. Dies sorgt auch immer wieder für Diskussionsstoff mit meinen australischen Surfkollegen – denn für sie ist Surfen der sicherste Sport der Welt und Snowboarden an diesen steilen Hängen in den Bergen da, das sei ja so was von gefährlich, da kann viel zu viel passieren. Ich sehe das genau anders rum: Beim Surfen kann dich schnell mal ein Brett am Kopf treffen und verletzen, eine Welle kann dich runter drücken und dir die Luft zum Atmen nehmen, eine Qualle kann dich stechen oder ein Hai kann dich fressen. So sind die Meinungen verschieden: Was man kennt, gibt einem das Gefühl von Sicherheit. Das Unbekannte jedoch macht einem Angst.

Ich träume also den Fiebertraum vom Surfboard unter mir, meine Füße hängen im Wasser, die Sonne scheint mir ins Gesicht, ich lausche der morgendlichen Stille und dem Geräusch der brechenden Wellen, den Blick gespannt zum Horizont gerichtet, wo sich bald auf wundersame Weise die nächste Welle formen wird.

Für mich ist diese Zeit im Wasser zusammen mit den Australiern und mein Wille in einem mir unbekannten Umfeld etwas Neues zu lernen, meine Art der Anpassung. Es bringt mich diesem Land und seinen Leuten ein Stückchen näher. Ich kann es jedem Auswanderer nur wärmstens empfehlen.

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FOTO: NINA FISCHER
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Beach rules

In Sydney am Strand. Eine große Tafel, die darauf hinweist, was man alles nicht machen darf. Weder Glasbehälter noch Alkohol dürfen an den Strand gebracht werden, Camping und Lagerfeuer ist untersagt, Hunde sowieso. Kein Fahrradfahren und Skateboarden? Das wundert mich jetzt aber. Als ob einer Lust hätte, sich mit dem Skateboard durch den Sand zu kämpfen. Das letzte Symbol ist mir nicht ganz klar ... Drachen steigen lassen verboten? Fallschirmspringen verboten? Kitesurfen verboten? Wahrscheinlich alles zusammen.

Dann sind da noch jede Menge Warnungen. Alles natürlich nur zu unserer eigenen Sicherheit! Die Australier munkeln, das gelte in erster Linie den asiatischen Touristen, die hier das erste Mal in ihrem Leben den Ozean sehen und dabei vor lauter excitement die Gefahr vergessen und ständig vorm Ertrinken gerettet werden müssen. So, so – na dann sind wir doch froh über die ganzen Warnhinweise. Bald geht’s ja wieder los. Viel Spaß am Strand!

No worries!

FOTO RECHTS: FRANCISCO MARTINS (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Strandpromenade

Für manche ist der perfekte Strand ein kilometerlanger menschenleerer Sandstrand, wo man ungestört ein Stückchen Natur genießen kann. Strände wie diesen findet man auch viele in Australien. Man denke nur an die langen weißen Sandstrände an der Ost- oder Westküste, die man ganz für sich allein hat.

Ein perfekter Strand kann aber auch eine kleine Bucht sein, mit einer netten Strandpromenade für Fußgänger, einer Reihe Cafés und Bars von denen aus man Meerblick hat und sich in Ruhe den Sonnenuntergang anschauen und dabei dem Rauschen der Wellen lauschen kann.

Zweiteres findet man in Australien aber leider eher selten bis gar nicht. Statt dessen gibt es nur all zu viele Strände, an denen es gerade mal ein oder zwei Fast Food Cafés mit Plastikstühlen gibt, die um 16 Uhr schließen und direkt neben der Promenade (wenn man diese so nennen kann) verläuft dann auch noch die Hauptstraße. Mitunter hat diese sechs Spuren, so wie z.B. im Stadtteil St. Kilda in Melbourne.

Wer also diese typisch mediterrane Atmosphäre sucht, die man von Frankreich, Italien oder Spanien her kennt, der sucht hier vergeblich. (Falls jemand so was in Australien gefunden hat, bitte mir gleich melden.) Da tut man sich hier nämlich wesentlich leichter, einen schönen einsamen Sandstrand zu finden. Man kann schließlich nicht alles haben.

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Eingestellt von : Nina Fischer
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