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Weinkultur

Australien ist vor allem für seinen guten Rotwein bekannt, während Neuseeland sich mehr auf Weißwein spezialisiert. Ich persönlich bin ein begeisterter Fan von australischem Wein und tue nichts lieber, als stundenlang im »bottleshop« herum zu stehen und mir die vielen verschiedenen Weine anzuschauen. In meiner Zeit hier habe ich viel über Wein und die australische Weinkultur gelernt. Ja – es gibt tatsächlich eine Weinkultur! 

In Australien sind vor allem die Rebsorten Shiraz und Cabernet Sauvignon weit verbreitet. Die bekanntesten Weinregionen befinden sich in Südaustralien und Victoria. Sehr beliebt sind aber auch das Hunter Valley in New South Wales und Margaret River in Westaustralien. Auch viele gute Cuvées aus verschiedenen Rebsorten, zumeist bestehend aus Shiraz, Cabernet Sauvignon und Merlot findet man hier. 

Eine Besonderheit die für viele Europäer noch sehr gewöhnungsbedürftig erscheinen mag, liegt darin, dass hier fast komplett auf den guten alten Korkverschluss verzichtet wird. Aber muss der Wein nicht atmen? Da sind die Australier jedenfalls anderer Meinung. Es geht auch ohne. Und wenn man den Wein nicht lagert, sondern bald trinkt, dann sollte das auch kein Problem darstellen. Dass ein Wein mit Drehverschluss in den Augen vieler Europäer als billiger Wein abgetan wird, von dieser Vorstellung haben sich die Australier schon lange gelöst. Angeblich ist der Umstieg auf »screw caps« hier ziemlich schmerzlos verlaufen. Die Importpreise und zunehmend schlechte Qualität des aus Portugal stammenden Korkens sollen der Auslöser dafür gewesen sein. Dass dieser zumindest in Europa jedoch kulturellen Stellenwert hat und man sich nur schlecht vorstellen kann, dass ein erstklassiger Wein auch ohne Korken auskommen kann, damit scheinen die Aussies absolut kein Problem zu haben.

Daher muss in Australien auch keiner mehr seine Rotweinflaschen waagrecht lagern. Den Korken soll man nicht austrocknen lassen, aber mit »screw cap« kann der Wein nun auch in senkrechter Position abgestellt werden. Trotz dieser Tatsache werden hier nach wie vor Weinregale für die waagrechte Lagerung verkauft. Von dieser Tradition können sich die Aussies wohl doch noch nicht ganz lösen.

Eine weitere Besonderheit an Australiens Weinkultur, die ich persönlich sehr schätze, ist die Experimentierfreudigkeit der Weinmacher. Hier werden zum Beispiel »sparkling wines«, auf Deutsch Sekt, aus den unterschiedlichsten Rebsorten hergestellt. Es gibt somit einen Rosé Sekt, einen Shiraz Sekt, einen Cabernet Sauvignon Sekt usw. Vor allem der »sparkling shiraz« ist in Australien sehr beliebt und kann in jedem »bottleshop« gekauft werden. Ich liebe diese herbe, trockene, geschmackvolle Variante zum herkömmlichen Sekt aus weißen Rebsorten. Weiters konnte ich hier schon Himbeer-Wein probieren, der auch wirklich zu 100% aus Himbeeren hergestellt wurde. Es gibt australische Varianten der Eisweine und unzählige verschiedene Dessertweine und Portweine, die hier ebenfalls sehr beliebt sind. Wer also seinen Australienurlaub plant und gerne Wein trinkt, der sollte sich den Besuch in einer Weinregion nicht entgehen lassen.

No worries!
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Australia Day: Wie stolz bist du auf dein Land?



Ozzie, Ozzie, Ozzie! Nationalfeiertag in Australien. Da ist was los! Die Aussies bemalen sich das Gesicht mit der australischen Flagge, bewaffnen sich mit Fahnen und ziehen in dazu passender Kleidung (Southern Cross oder Farben der Flagge) auf die Straße. Zusammen wird gefeiert, gelacht, getrunken. Es wird angestoßen. Aber auf was denn eigentlich? Dass die Australier stolz sind, im besten Land der Welt zu leben? Dass hier alles so wunderbar easy going ist? Dass sie sich glücklich schätzen können, auf dem richtigen Fleck Erde das Licht der Welt erblickt zu haben? Dass Australien so eine sportlich erfolgreiche Nation ist? 

Meine Gedanken kann man ungefähr wie folgt zusammenfassen. Ein Australier drückt das in einem Artikel so aus: »Mir missfällt die Idee einer nationalen Identität, wie die Leute ihr eigenes Land anfeuern, als würden sie ihre liebste Football Mannschaft im großen Finale unterstützen.« Andere sind ganz bestürzt darüber, dass der Verfasser des Artikels offensichtlich sein eigenes Land »verrät« und starten zu einem Gegenangriff: »Man muss sich nicht dafür schämen, offen zu sagen, dass man stolz darauf ist, Australier zu sein.«

Ist ja alles schön und gut. Aber eines hab ich immer noch nicht ganz verstanden. Was feiern die Australier heute nun wirklich? 

No worries!
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Gary the goat

Wieder mal ein toller Tag für Australien. Die Gerechtigkeit hat gesiegt! Gary, die Ziege stand gestern in Sydney vor Gericht. Beziehungsweise ihr Besitzer. Und sie haben den Prozess gewonnen!

Und so fing alles an. Vor ein paar Monaten war Gary zusammen mit seinem Weggefährten, dem Komödiant Jimbo Bazoobi, in Sydney unterwegs. Sie waren gekommen, um die große Stadt zu erkunden. So was macht bekanntlich müde, den ganzen Tag herum zu latschen (und sich auch noch von jedem Fremden streicheln und fotografieren zu lassen) und als Gary dann hungrig wurde, genehmigte sich die Ziege am Circular Quay einen kleinen Snack – ein Grashälmchen hier und ein Blümchen da fielen ihr schließlich zum Opfer. Ein Polizist wurde Zeuge dieser Tat und war damit ganz und gar nicht zufrieden. Der wollte für Recht und Ordnung sorgen, wie sich das ja wohl gehört und wies den Besitzer an, das Tier aus der Stadt »zu entfernen«. Zu allem Übel brummte er ihm auch noch eine Strafe von 440 Australische Dollar auf. Das wiederum lag dem Komödiant schwer im Magen, hatte er doch seine Ziege nicht darauf trainiert, mutwillig »öffentlich Parkanlagen zu beschädigen«.

Gary und Jimbo wehrten sich gegen die Anschuldigungen. Gestern stand also das ungleiche Paar in Sydney vor Gericht. Gary the goat gegen die Polizei ... 1:0 für die Ziege würde ich sagen! Die Klage wurde von der Richterin abgewiesen mit der Begründung, dass Gary die Ziege zwar Vegetation beschädigt hatte, die Klage aber nicht auf ein Tier übertragen werden kann. Damit ist Jimbo als Besitzer nicht haftbar für seinen hungrigen Freund. Link zum Artikel Ob demnächst den Eltern ein Strafzettel ausgestellt wird, wenn ihre Kinder »mutwillig« ein paar Blumen im Park ausreißen? In Australien ist doch irgendwie alles möglich.

No worries und määäähhh!

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Eingestellt von : Nina Fischer
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Sound of Music

Hat jeder Österreicher mindestens einmal in seinem Leben »Sound of Music« gesehen? Das wage ich zu bezweifeln. Ich muss gestehen, ich habe den Film das erste Mal in jener Zeit gesehen, als ich in den USA gelebt habe. Die Amis lieben dieses Musical und schwärmen davon in den höchsten Tönen. Und wie ich fest gestellt habe, ist es bei den Ozzies auch nicht anders.

Jetzt wird es aber interessant: Wusstet ihr, dass »Sound of Music« in Australien der meist gesehene Kinofilm aller Zeiten ist? Dass der Soundtrack zu »Sound of Music« das meist verkaufte Album ist? Und dass die Erstausstrahlung von »Sound of Music« im Fernsehen von ca. 50% der australischen Bevölkerung, die zu jener Zeit einen Fernseher besaß, gesehen wurde?

»Sound of Music« kam 1965 in die australischen Kinos und wurde ganze drei Jahre (!) lang gespielt, weil es sich so großer Beliebtheit erfreute. Der im selben Jahr herausgegebene Soundtrack blieb ganze 76 Wochen (!) auf Platz 1 der Charts. Da staunt man doch nicht schlecht über diese Zahlen. Link zum Artikel

Auch heute erfreut sich das Musical immer noch großer Beliebtheit bei den Ozzies. Manch einer trällert »Edelweiß, Edelweiß ...«, wenn ich sage, dass ich aus Österreich komme. Die Kinder schwärmen mir von ihrem Lieblingsfilm vor. Andere erzählen, einmal nach Österreich zu reisen und die »Sound of Music« Tour zu machen, wäre für sie ein absoluter »dream come true«. Jetzt würde mich nur noch interessieren, warum die Australier »Sound of Music« so absolut toll finden. Ob sie insgeheim von den Bergen träumen, die sie hier nicht haben?

No worries!
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Hilfsbereit, aber leider inkompetent

Ein typisches australisches Erlebnis. Ich gehe ins Schreibwarengeschäft. Ist zwar die größte Kette, die es in Australien gibt, aber die Auswahl ist zu belächeln. Vor dem Regal mit Kopierpapier türmen sich die verschiedenen Anbieter. Ist aber alles Standardpapier in 80 g/m², Variationen in Papierdicke gibt es keine. Ein freundlicher junger Mann mit einem netten Lächeln will mir helfen. Was ich denn genau suche? Ich hätte gerne Kopierpapier für Inkjetdrucker. Weil das normalerweise eine etwas rauere Oberfläche hat. Hhhmm, da kann er mir nicht helfen, die sind ja alle gleich, die Papiere. Da suche ich lieber selber, sage ich und lache (ihn eher aus). Der hat ja hinten und vorne keine Ahnung, denke ich mir. Das verunsichert den jungen Mann etwas, er will mir unbedingt helfen. Er wagt noch einen Versuch und erklärt mir, dass man hier auf der Verpackung nachschauen kann, da steht so ein Zahl, 80, er weiß eigentlich nicht genau, was das heißen soll, dieses »g« hinten dran, aber es hat irgendwas mit der Dicke des Papiers zu tun, das weiß er jedenfalls. Also wenn ich eines mit 80 nehme, dann funktioniert das super für alle verschiedenen Drucker! Ich danke dem jungen Mann und sage, dass ich mich selber zurecht finde. Ich weiß nicht ob ich lachen oder weinen soll, weil die Leute hier einfach keine Ahnung haben. Er fügt noch an, also wenn ich spezielle Fragen zum Fotopapier habe, dann hilft er mir gerne weiter, da kennt er sich aus. Da muss ich mich abrupt verabschieden und um die Ecke in den nächsten Gang verschwinden, wo mein australischer Freund und ich uns das Lachen nicht mehr verkneifen können. Sogar er muss zugeben, das ganze ist absurd: Ein Verkäufer in einem Laden der keine Ahnung hat, was er verkauft? Typisch Australien halt. Mehr lustige Erlebnisse mit ahnungslosen Verkäufern gibt es hier.

No worries!
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Eingestellt von : Nina Fischer
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