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World’s second best place to be born

Vor ein paar Tagen in der Zeitung. Eine Sensation! Balsam für die Seele des Durchschnittsaustraliers. Eine Studie belegt, dass Australien 2013 das zweitbeste Land der Welt ist, in dem man geboren werden kann. Juhu! Da haben wir es mal wieder. Australien, das beste Land der Welt. Jedenfalls wenn es nach seinen Bewohnern geht. Die Menschen sind auch so glücklich hier, manchmal frage ich mich, wie die das machen. Vielleicht sollte ich mir eine Scheibe von ihnen abschneiden.

Die Ergebnisse der Studie kommen durch die Analyse mehrerer anderer Studien zustande. Folgende Kriterien spielen dabei eine tragende Rolle: Wie glücklich sich die Menschen schätzen, aber auch Geographie, Demographie, soziale und kulturelle Aspekte, sowie die politische Ausrichtung und die Wirtschaftslage fließen in das Ergebnis mit ein. Link zum Artikel

Zum Sieger der Studie wurde übrigens die Schweiz gekürt. Platz drei ging an Norwegen, gefolgt von Schweden und Dänemark. In dem Artikel heißt es weiter, dass Australien nur um 0,1 Punkte hinter der Schweiz liegt und damit sein Ziel sehr knapp verfehlt hat. Autsch. 0,1 Punkte – das tut den Aussies sicher weh. Fast hätten sie es geschafft, fast wären sie zur besten Nation der Welt gekürt worden. Ob sich auf der anderen Seite der Welt die Bürger der Schweiz gerade himmelhoch jauchzend freuen?

No worries!
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Movember

Es ist Ende November. Um diese Jahreszeit dürfte man in Australien bereits einige männliche Wesen mit stattlichem Schnurrbart entdecken. Der hatte jetzt immerhin vier Wochen Zeit zu wachsen.

Die jährliche Initiative »Movember«, die sich aus den Wörtern »moustache« und »november« zusammensetzt, gibt es seit 2004 und wurde in Melbourne ins Leben gerufen. Um auf Prostatakrebs und andere Krankheiten bei Männern aufmerksam zu machen, haben sich damals 30 Männer zusammen geschlossen, um 30 Tage lang einen Schnauzer wachsen zu lassen und so die Öffentlichkeit zum Spenden aufzurufen. Seither findet die Kampagne unter breiter Beteiligung der Öffentlichkeit jedes Jahr statt. Im November zeigen unzählige Männer Solidarität und lassen sich einen lustigen Schnauzer wachsen. Am Ende des Monats werden die schönsten Schnurrbärte gekürt und die Spendengelder gezählt. Auch in einigen anderen Ländern der Welt ist die Aktion »Movember« mittlerweile verbreitet. Wer mehr wissen will, Infos und Fotos zum Thema gibt es hier: Movember

No worries!
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Eingestellt von : Nina Fischer
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The best of the best

In Australien kriegt man nur das Feinste vom Feinsten und das Beste vom Besten. Das ist doch wohl klar! Jedenfalls wenn es nach den Aussies geht. Die glauben das nämlich gerne ... oder reden es sich zumindest ein. Manchmal bringen mich die Australier mit ihrer Selbstverliebtheit und ihrer Überheblichkeit echt zum Lachen. Sich selber auf die Schulter klopfen und mit geschwellter Brust – das macht man hier gerne. Bescheidenheit? Also bitte, mit dem kannst du wohl zu Hause bleiben!

So ist es nicht verwunderlich, dass sich die Opera Bar in Sydney als »best beer garden in the world« bezeichnet. Das macht mich irgendwie stutzig. Klar, eine einmalige Aussicht ist es allemal – aber ein Biergarten? Der schaut doch wohl irgendwie anders aus. Da fehlen das erholsame Grün und die Bäume und die Bierkrüge. Läuft man aber ein paar hundert Meter weiter, dann kommt man glatt am »best café in the world« vorbei. Wie viele Restaurants es in Sydney mit dem Namen »Best Thai« gibt, habe ich bereits aufgehört zu zählen. Und in Bondi am Strand wird auf riesigen Plakaten mit den »most beautiful apartments in the world« geworben.

Bei so viel »best of the best« fällt es machmal echt schwer, die wirklich guten Dinge im Auge zu behalten. Wenn alles einfach nur großartig ist, wie filtert man dann jene Sachen heraus, die tatsächlich gar nicht so gut sind? Mein Tipp des Tages also: Nehmt nicht immer gleich alles für bare Münze, was euch die Aussies erzählen, sondern überzeugt euch lieber selbst.

No worries!

FOTO: LACHLAN HARDY (FLICKR)
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Eingestellt von : Nina Fischer
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Ozzie Ozzie Ozzie – Sind Australier rassistisch?

Gestern hat sich folgendes in einem Bus in Melbourne abgespielt. Angefangen hat es so: Eine Touristin trällert auf Französisch vor sich hin. Geendet hat das ganze so: Ein wütender Australier schlägt die Scheibe des Busses ein. Alles was dazwischen war, ist ziemlich peinlich.

Wer glaubt, dass Multikulturalität vor Rassismus schützt, der hat definitiv falsch gedacht. Auch in Australien, wo man gerne betont, dass jeder Mensch gleich behandelt wird und dieselbe Chance bekommt, gibt es Rassismus. Und davon nicht gerade wenig.

Mehr will ich gar nicht kommentieren – schaut euch das Video an, das von einem Augenzeugen zusammen gestellt wurde und beurteilt selbst. Wer Probleme mit dem australischen Slang und/oder Humor hat, kann auch einfach hier nachlesen: Link zum Artikel

No worries!

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Eingestellt von : Nina Fischer
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Als Grafik Designer in Sydney

Neugierig, ganz ohne mich informiert zu haben und mit unschuldigen Augen bin ich als Grafik Designer nach Australien gekommen. Was mich da erwartete, von dem hatte ich keine Ahnung. Wie so oft im Leben, weiß man die Dinge erst dann zu schätzen, wenn man sie nicht mehr hat. Vor allem wenn man gewisse Sachen bisher für ganz selbstverständlich gehalten hat. Aber auch was die Design Branche betrifft, muss ich mir leider eingestehen, wie auch immer man es dreht und wendet, Australien ist nun mal einfach etwas weg vom Schuss.

Die erste Sache, eigentlich eine absolute Kleinigkeit, an der ich schon gescheitert bin: Ein stinknormales Kopierpapier für Inkjet Drucker mit mehr als 80 g/m² zu finden. Kann das wirklich so schwer sein? Ich war in so vielen Bürobedarf-Läden, Bastel-Läden, Kunst-Läden ... und wurde nicht fündig. Im Internet? Auch da war meine Suche erfolglos. Gibt es das, dass in Australien niemand das Bedürfnis hat, etwas für den Eigenbedarf auf dickerem Papier auszudrucken?

Als nächstes habe ich einige interessante Dinge über Druckereien gelernt. Wie z.B. dass die Produktion von Büchern hauptsächlich in China abgewickelt wird. In Australien wird gedruckt und dann alles zum größten Handelspartner entsandt, um es dort binden zu lassen. Ich habe mir sagen lassen, dass es in der ganzen Stadt Sydney nur noch sehr wenige Buchbinder geben soll, die noch übrig bleiben und ihr Handwerk tun. Traurig ... die sind hier wohl bald ausgestorben.

Dann hab ich mich auch darüber gefreut, in einer so großen (Welt-)Stadt wie Sydney zu leben. Wo es viele Designer gibt, da gibt es sicher auch Unmengen an Designläden für Grafiker, wo man Bücher, Magazine und andere Designartikel bekommt. Ich wurde leider enttäuscht. Die einzige Buchhandlung für Design ist ungefähr halb so groß wie jene in Basel (wer schon mal in Basel im Domus-Haus war). Die Preise sind wie zu erwarten hoch, viele der Bücher importiert. Es gibt jedoch ein außerordentlich großes Fachgeschäft für Design-Magazine. Da wurde es mir richtig warm ums Herz, als ich den Laden betrat ... die Wärme verschwand allerdings, als ich feststellte, dass ein Großteil der Grafik Magazine aus Europa und vor allem auch aus dem deutschsprachigen Raum kommt und hier zum doppelten Preis verkauft werden. Schluck. Das tut meinem Geldbeutel nicht gut.

Blättert man australische Design-Magazine durch, dann findet man zu meinem Erstaunen auch folgendes vor: In Melbourne ist hin und wieder was los, ansonsten wird fleißig über europäische Ereignisse berichtet. Dutch Design Week, Milan Design Week, Stockholm Design Week und der deutsche Red Dot Award. Weiters findet man auch immer wieder Anzeigen von Büchern des Taschen Verlag und Gestalten Verlag, beide ebenfalls aus Deutschland. Irgendwie werde ich also das Gefühl nicht los, hier passiert nichts. Wir sind zu weit weg vom Geschehen.

Das mit den Papiervertrieben ist auch etwas verflixt. Die zwei größten in Australien vertreiben eine ganze Reihe europäischer Papiere, auch welche aus Deutschland und Österreich. Verflixt deshalb, weil einige Papiere hier andere Namen haben, aber entweder gleich oder zumindest ähnlich sind wie jene daheim. Man hat mich auch aufgeklärt, dass es bei einigen europäische Papieren gang und gäbe ist, die niedrigen Grammaturen zu importieren und die höheren hier produzieren zu lassen. Deshalb unterscheidet sich auch der Farbton leicht, wenn man die Papiere miteinander vergleicht. Andere Länder, andere Sitten.

Eine Papiermustermappe zu bekommen, ist auch gar nicht so einfach. In Österreich hatte ich sogar als Student kein Problem, eine Mappe zu bekommen – man investiert ja schließlich in die Zukunft. Hier ist man etwas knausrig. Der Kommentar eines Australiers aus der Branche dazu: »Das ist nun mal der Preis den man zahlt, wenn man am Arsch der Welt lebt. Uns wirft man hier nichts nach. Wozu auch? Wir sind ja viel zu weit weg vom eigentlichen Geschehen.« So ist das also. Ich fühl mich schon viel weiser als noch vor einem Jahr. Nicht mehr blauäugig, sondern eher schon etwas abgehärtet. Und manchmal vermisse ich die gute alte deutschsprachige Grafik-Szene. Da ist was los!

Zum Schluss aber noch etwas äußerst Positives, das ich hier gelernt habe. Man kann Bleisatz auch auf ganz moderne Art und Weise verwenden. Es ist sogar möglich, ein Geschäft daraus zu machen, das so erfolgreich ist, dass es gleich zwei gute Dinge mit sich bringt: Es erweckt die ursprünglichste aller Druckarten wieder zum Leben und produziert gleichzeitig wunderschönes modernes Design. In Sydney gibt es eine Druckerei, die mit Bleisatz-Druckmaschinen aber ohne eigentlichen Bleisatz arbeitet. Stattdessen werden vorgefertigte Druckplatten verwendet, die jegliches Design möglich machen. Achja und die Namen dieser alten Maschinen sind übrigens Wolfgang, Heidi und Klaus. Sie kommen nämlich – wer hätte es gedacht – auch aus Deutschland.

No worries!
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Eingestellt von : Nina Fischer
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